islamic-sources

    1. Startseite

    2. article

    3. 1. Brief – An die Bewohner Kufas, als er (a.) nach Basra marschierte

    1. Brief – An die Bewohner Kufas, als er (a.) nach Basra marschierte

    • http://www.balaghah.net
    1. Brief – An die Bewohner Kufas, als er (a.) nach Basra marschierte
    Rate this post

     

    An die Bewohner Kufas, als er (Imam Ali, a.) von Medina nach Basra marschierte

     

    Vom Diener Allahs, Ali, dem Befehlshaber der Gläubigen, an die Bewohner Kufas, die die Front der Helfer und die Hochstehenden der Araber bilden.

     

    Im Folgenden informiere ich euch über die Sache mit Uthman derart, dass das Hören von ihm so ist, als ob man ihn sehen würde. Die Leute haben ihn verunglimpft, während ich ein Mann unter den Auswanderern [muhadschirin] war, der am meisten die Zufriedenheit (der Menschen) suchte und sie am wenigsten tadelte, wogegen Talhas und Zubairs leichteste Schritte gegen ihn hartes Trampeln waren (von schnellen Pferden und Kamelen), und ihre sanfteste Stimme war schroff, und (auch) Aischa hegte unerwartet Zorn gegen ihn. So wurde ihm beschieden, dass eine Gruppe Leute ihn töteten, und die Menschen leisteten mir den Treueid, ohne dazu genötigt noch gezwungen zu sein, sondern freiwillig und aus freien Stücken.

     

    So wisset, dass die Stätte der Auswanderung (Medina) sich ihrer Bewohner entledigt hat, und (auch) sie haben sie aufgegeben. Sie brodelt wie ein Dampfkessel, und die Zwietracht erstand rund um ihre Achse. So eilt zu eurem Befehlshaber und begebt euch schnell zum Einsatz [dschihad] gegen eure Feinde, so Allah will, Erhaben ist Seine Pracht.

     

     

    Erläuterung

     

    Ibn Maitham schreibt[1] dass der Befehlshaber der Gläubigen sich auf den Weg nach Basra machte, als er von den intriganten Plänen von Talha und Zubair hörte, und er sandte den Bewohnern Kufas diesen Brief durch Imam Hasan (a.) und Ammar ibn Yasir, während Ibn Abu al-Hadid geschrieben hat, dass als der Befehlshaber der Gläubigen (a.) in ar-Rabadhah lagerte, er diesen Brief durch Muhammad ibn Dschafar ibn Abu Talib und Muhammad ibn Abu Bakr sandte[2].

     

    In diesem Brief erhellte der Befehlshaber der Gläubigen (a.) klar den Aspekt, dass die Ermordung von Uthman das Ergebnis der Bestrebungen von Aischa, Talha und Zubair war, und dass sie es waren, die darin eine herausragende Rolle spielten. In der Tat überschritt Aischa ihre Grenzen und machte seine Unzulänglichkeiten bei öffentlichen Zusammenkünften publik und befahl, dass er getötet werden sollte. So schrieb Scheich Muhammad Abdu: „Eines Tages befand sich Uthman auf der Kanzel, als die Mutter der Gläubigen [umm al-mu´minin] Aischa die Schuhe und das Hemd des Propheten (s.) unter ihrem Schleier hervorholte und sagte: „Dies sind die Schuhe des Gesandten Allahs, und dies ist sein Hemd, sie sind noch nicht vergangen, und ihr habt schon seine Religion und seine Verfahrensweise [sunna] verändert“. Daraufhin kam es zwischen ihnen zu einem hitzigen Wortwechsel, als sie sagte: „Tötet diesen Nathal“, mit dieser Bezeichnung verglich sie ihn mit einem langbärtigen Gegner.“ [3]

     

    Die Leute waren bereits mit Uthman unzufrieden, so ermutigte dieses Ereignis mit Aischa sie. Sie umzingelten ihn, damit er entweder seine Vorgehensweise korrigieren oder vom Kalifat zurücktreten möge. Unter diesen Umständen gab es dunkle Vorahnungen, dass er ermordet werden würde, wenn er keine der beiden Alternativen akzeptierte. Aischa beobachtete all dies, doch sie widmete dem keinerlei Aufmerksamkeit, sondern überließ ihn der Belagerung und beschloss, nach Mekka zu reisen, obwohl ihr Marwan ibn al-Hakam und Attab ibn Asid sagten: „Wenn du deine Reise verschiebst, ist es möglich, dass sein Leben gerettet wird und diese Menge (von Belagerern) sich zerstreut“, woraufhin sie erwiderte, dass sie beschlossen hatte, die Große Pilgerfahrt [hadsch] zu vollziehen, und dass das nicht geändert werden könne. Dann rezitierte Marwan folgende Gedichtsverse in Form eines Sprichworts: „Qais setzte meine Länder in Brand, und als sie in Flammen aufgingen, machte er sich davon und rettete sich davor.

     

    Ebenso waren Talha und Zubair in Wut auf Uthman entbrannt, sie waren immer in vorderster Front, dieses Feuer anzufachen und die Opposition zu intensivieren. Aus diesem Blickwinkel nahmen sie zu einem großen Teil an seiner Ermordung teil und waren für das Vergießen seines Blutes letztendlich zumindest maßgeblich mitverantwortlich. Auch andere Leute kannten sie in dieser Hinsicht und sahen sie als seine Mörder an, während ihre Unterstützer nicht in der Lage waren, irgendeine Erklärung abzugeben, die sie von Schuld freisprechen würde. So schreibt Ibn Qutaiba, dass als Mughira ibn Schuba Aischa bei dem Ort Autas traf und er sie fragte: „Oh Mutter der Gläubigen, wohin bist du unterwegs?“, und sie erwiderte: „Ich gehe nach Basra“. Er fragte sie nach dem Zweck ihrer Reise, und sie antwortete: „Um Uthmans Blut zu rächen.“ Er sagte: „Aber seine Mörder stehen auf deiner Seite.“ Dann wandte er sich an Marwan und fragte ihn, wohin er ginge, und er sagte, dass er ebenfalls nach Basra unterwegs sei, und nach dem Grund gefragt, erwiderte, dass er „das Blut Uthmans rächen“ wolle. Dann sagte er: „Uthmans Mörder sind auf eurer Seite. Diese beiden, Talha und Zubair, haben ihn getötet.“[4]

     

    In jedem Falle, als diese Gruppe Basra erreicht hatte, nachdem sie die Schuld für die Ermordung Uthmans dem Befehlshaber der Gläubigen (a.) in die Schuhe geschoben hatten, erhob sich der Befehlshaber der Gläubigen (a.) ebenfalls, um diese Zwietracht zu beseitigen und schrieb diesen Brief an die Bewohner von Kufa, um damit um deren Unterstützung nachzusuchen. Daraufhin erhoben sich ihre Krieger und Kämpfer in großer Zahl und schrieben sich in seine Armee ein. Sie stellten sich dem Feind entgegen voller Tapferkeit, die der Befehlshaber der Gläubigen (a.) ebenfalls anerkennend erwähnte. Daher ist der 2. Brief daraufhin eine Anerkennung dieser Tatsache.

     

     

    [1] In “Scharh Nahdsch-ul-Balagha“, Band 4, S. 338

    [2] Siehe dazu Scharh Nahdsch-ul-Balagha, Band 14, S. 8, 16: “Tabari“, Band 1, S. 3139 und Ibn al-Athir, Band 3, S. 223.

    [3] Nahdsch-ul-Balagha, gedruckt in Ägypten, Band 2, S. 3, siehe auch “Ansab al-Aschraf“, Band 5, S. 88, “Abul Fida“, Band 1, S. 172

    [4] Siehe “Al-Imama wal Siyasa“, Band 1, S. 60