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    125.Predigt – Über Charidschiten und den Schiedsspruch

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    (Diese Predigt wurde gehalten) über die Charidschiten und ihre Meinung über den Schiedsspruch.

     

    „Wir haben nicht die Leute zu Schiedsrichtern gemacht, sondern nur den Qur´an. Wahrlich er ist ein zwischen zwei Buchdeckeln eingehülltes Buch, und er spricht nicht mit einer (eigenen) Zunge, und so braucht es zweifellos einen Übersetzer. Nur Menschen können über ihn sprechen. Als die Leute uns riefen, dass wir den Qur´an zwischen uns zum Richter machen, waren nicht wir die Partei, die sich vom Buche Allahs, Des Erhabenen, abwandte.

     

    Allah, Der Erhabene, hat gesagt: „Und wenn ihr über eine Sache streitet, so bringt es vor Allah und den Gesandten.“[1]. „Bringt es vor Allah“ bedeutet, dass wir mit Seinem Buch Recht sprechen, und „bringt es vor den Gesandten“, bedeutet, dass wir seiner Verfahrensweise [sunna] folgen. Wenn im Buche Allahs wahrhaftig Recht gesprochen wird, so sind wir (die Ahl-ul-Bait) doch die am meisten Berechtigten unter den Menschen dafür. Wenn nach der Verfahrensweise [sunna] des Gesandten (s.) Recht gesprochen wird, so sind wir die am meisten Berechtigten und die dafür Vorzuziehenden unter ihnen.

     

    Was eure Aussage angeht, warum ich einen Zeitabstand zwischen mir und ihnen im Richtspruch gelassen habe, so tat ich das nur, damit der Unwissende (die Wahrheit) herausfinden und der Wissende an ihr festhalten kann. Vielleicht mag ja Allah die Angelegenheit dieser Ummah[2] mit diesem Waffenstillstand korrigieren, so dass sie nicht bei der Kehle gepackt wird, so dass sie nach der Klarlegung der Wahrheit hastig dem ersten Irrtum verfällt.

     

    Wahrlich, der Beste unter den Menschen bei Allah ist der, dem das Handeln nach der Wahrheit am liebsten ist, auch wenn es ihm Mangel und Kümmernis einbringt, anstatt dass er nach der Unwahrheit (handelt), selbst wenn ihm das (oberflächlichen) Nutzen und Mehrung bringt. So, wohin wurdet ihr (irre-)geführt, und von woher wurdet ihr gebracht? Macht euch bereit, auf die Leute zuzumarschieren, die von der Wahrheit abgeirrt sind, keinen Einblick darin haben und in Irrtum verstrickt sind und nicht zur Gerechtigkeit zurückgeführt wurden.

     

    Sie sind vom Buch entfremdet und haben sich vom Weg abgewandt. Ihr seid keine verlässliche Handhabe, dass man sich auf euch verlassen könnte, noch seid ihr Unterstützer der Ehre, an denen man festhalten könnte. Ihr seid sehr schlecht darin, die Flamme des Krieges zu entzünden! Schande[3] über euch! Ich habe schon von euch Schlechtes bekommen. Am einen Tag rief ich euch zur Anstrengung [dschihad], am anderen Tag sprach ich zu euch im Vertrauen, doch wart ihr weder aufrichtig, als ich euch aufrief, noch vertrauenswürdige Brüder, als ich zu euch im Vertrauen sprach.“

     

    Erläuterung

     

    Nach dem Schiedsspruch gegenüber Muawiya, den Imam Ali (a.) durch seinen Einsatz verhindern wollte, und der ihm letztendlich durch seine eigenen Gefährten aufgezwungen wurde, wollten ausgerechnet jene Gefährten nichts mehr davon wissen, die ihn dazu gezwungen hatten, indem sie sogar das Leben seiner Söhne bedrohten. Imam Ali (a.) verdeutlicht die Unaufrichtigkeit jener Leute.

     

    [1] Heiliger Qur´an 4:59

    [2] Islamische Gemeinschaft

    [3] Wörtlich: Pfui

     

     

    Quelle: http://www.balaghah.net