islamic-sources

    1. Startseite

    2. article

    3. 127.Predigt – Über die Charidschiten

    127.Predigt – Über die Charidschiten

    Rate this post

     

    (Diese Predigt wurde gehalten) über die Charidschiten.

     

    „Wenn ihr (schon) nicht davon ablasst zu behaupten, dass ich falsch lag und irregegangen bin, warum zeiht ihr dann die Allgemeinheit der Ummah[1] Muhammads (s.) des gleichen Irrtums wie mich, klagt sie wegen meiner Fehler an und haltet sie aufgrund meiner Sünden für jemanden, der (die Wahrheit) verdeckt? Eure Schwerter sind auf euren Schultern (bereit loszuschlagen), ihr benutzt sie (aber) sowohl an richtigen als auch an falschen Stellen. Ihr verwechselt die, die gesündigt haben, mit denen, die nicht gesündigt haben.

     

    Ihr wisst doch, dass Allahs Gesandter (s.) den verheirateten Unzüchtigen[2] (zwar) steinigen ließ, dann (aber) für ihn (das Totengebet) gebetet hat und anschließend seine Familie von ihm erben ließ. Er tötete (zwar) den Mörder und ließ (aber) dessen Familie von ihm erben. Er schnitt dem Dieb (die Hand) ab, peitschte den unverheirateten Unzüchtigen aus, gab ihnen beiden dann aber ihren Anteil aus den Einnahmen und sie heirateten muslimische Frauen. So packte sie der Gesandte Allahs (s.) wegen ihrer Sünden und wandte das Recht Allahs auf sie an, enthielt ihnen aber nicht ihren Anteil vor, der ihnen vom Islam (von Rechts wegen) zustand, und er tilgte ihre Namen auch nicht aus ihren Familien.

     

    Demnach seid ihr wahrlich die schlechtesten Menschen, auf die der Satan seine Geschosse abgeworfen und sie in die Wüste des Irrtums geschickt hat. Meiner Ansicht nach werden zwei Gruppen vernichtet: Die, die übertriebene Liebe hegen, welche sie von der Wahrheit abbringt, und die, die übertriebenen Hass hegen, der sie von der Wahrheit abbringt.

     

    Der Beste ist meiner Ansicht nach der, dessen Zustand von mittlerer Art ist, so haltet euch an sie. Haltet euch an (den Zusammenhalt für die) große Mehrheit, denn die Hand Allahs ist mit der Gemeinschaft. Ich warne euch vor der Spaltung, denn der von den Menschen Isolierte wird zur Beute des Satans, so wie das isolierte Schaf eine Beute des Wolfes ist. So hört: Vernichtet jeden, der diese Parole (zur Vernichtung der Menschen) ruft, selbst wenn er sich unter diesem meinem Turban befindet.

     

    Wahrlich, jene beiden Schiedsrichter wurden (eigentlich) bestimmt, damit sie beleben sollten, was der Qur´an belebt, und um sterben zu lassen, was der Qur´an sterben lässt. Beleben heißt die Vereinigung darunter, und sterben lassen steht für die Trennung davon. Wenn der Qur´an uns zu ihnen zieht, dann folgen wir ihnen, und wenn er sie zu uns zieht, dann sollen sie uns folgen. Möget ihr keinen Vater haben[3], ich habe euch keinerlei Ungemach gegeben, noch habe ich euch über eure Angelegenheiten getäuscht, noch habe ich unter euch Verwirrung gestiftet.

     

    Eure Anführer haben sich auf die Wahl der beiden Männer geeinigt, und wir haben ihnen aufgetragen, nicht (die Grenzen) des Qur´an zu überschreiten, doch sie wichen davon ab und ließen die Wahrheit beiseite, obwohl beide sie vor Augen hatten. (Dieser) Übergriff kam von ihren Launen, und sie handelten danach, obwohl wir zuvor das Urteil ihrer eigenen Meinung sowie den Übergriff ihres (eigenen) Urteils untersagt hatten, statt einem Rechtsurteil nach Gerechtigkeit und der Verfolgung der Wahrheit.“

     

    Erläuterung

     

    Einmal mehr macht Imam Ali (a.) deutlich, dass der Schiedsspruch in der Auseinandersetzung mit Muawiya, der ihm aufgezwungen wurde. Amr ibn Aas und Abu Musa al-Asch´ari wählten aufgrund von Lug und Trug einen anderen Weg als Wahrheit und Gerechtigkeit, wie es bereits in frühern Erläuterungen detailliert dargelegt wurde.

     

     

    [1] Islamische Gemeinschaft

    [2] Gemeint ist der Ehebrecher

    [3] Sinngemäß: Wehe über euch

     

    Quelle: http://www.balaghah.net