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    17.Predigt – Über Richter ohne Eignung

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    (Die Predigt ist eine) Beschreibung von denjenigen, die über die Ummah[1] Richtsprüche fällen, ohne dafür geeignet zu sein, und über die beiden bei Allah verhasstesten Gruppen von Geschöpfen.

     
    Die erste Gruppe: Die bei Allah verhasstesten Geschöpfe sind zwei Männer: Der, den Allah sich selbst überlassen hat und der vom Ziel des Weges abweicht. Er redet mit Feuereifer von unzulässiger Hinzufügung [bid´a] und dem Aufrufen zu Irrtum. Er ist eine Versuchung für die, die von ihm betört wurden, und er irrt von der Rechtleitung derer ab, die vor ihm waren, und er führt diejenigen irre, die ihn in seinem Leben und nach seinem Ableben zum Vorbild nehmen. Er trägt die Sünden von anderen und ist Geisel seiner (eigenen) Sünden.

     
    Die zweite Gruppe: Der Mann, der Unwissenheit aufgelesen hat. Sein Platz ist bei den Unwissenden der Ummah[2], er kehrt in die Dunkelheit der Zwietracht zurück, blind gegenüber (den Vorteilen) des Waffenstillstandsabkommens. Diejenigen, die (jenem) Menschen ähneln, haben ihn als einen Wissenden bezeichnet, dieweil er es aber nicht ist. Er geht am frühen Morgen hinaus, um Dinge vermehrt anzuhäufen, von denen es besser ist, weniger davon zu haben als viele, bis er seinen Durst mit stinkigem Wasser gestillt und er wertlose Dinge erworben hat.

     
    Er sitzt unter den Leuten als ein Richter als Garant für die Lösung (von Problemen), die für andere zweifelhaft sind.Wenn er mit einer zweifelhaften Sache konfrontiert wird (über die er urteilen soll), bereitet er hohle Argumente aus seiner Meinung dafür vor und entscheidet dann anhand derer. Er ist gefangen in der Verwirrung wie in einem Spinnennetz.Er weiß nicht, ob er richtig oder falsch geurteilt hat, und wenn er richtig geurteilt hat, fürchtet er, dass er falsch geurteilt hat, und wenn er falsch geurteilt hat, dann hofft er, dass er das Richtige getan hat. Er ist ein Tor, der umherirrt, und er reitet auf (Reittieren), die ziellos in der Dunkelheit umherirren. Er hat nicht am Wissen festgehalten. Er verstreut die Überlieferungen, wie der Wind die Spreu verstreut.

     

    Bei Allah, er hat nicht das Vermögen, das herauszugeben, was in ihn hineinkam[3]. Er ist dessen nicht würdig, für das er hoch gelobt wird, und er hält das, was er nicht weiß, nicht für wissenswert. Er versteht nicht, dass jenseits dessen, was innerhalb seiner Reichweite liegt, noch ein Weg für andere liegt[4]. Wenn eine Sache für ihn im Dunkeln liegt, verbirgt er es, da er seine eigene Unwissenheit kennt. Aus den Gräbern seiner (falschen) Urteile schreit das Blut (der unschuldig Verurteilten), und (unrechtmäßig aufgeteiltes) Vererbtes schreit ihn an.

     
    Ich klage bei Allah über die Schar (von Leuten), die in Unwissenheit leben und irregeleitet sterben. Für sie gibt es keine wertlosere Ware als das Buch, wenn es so rezitiert wird, wie es rezitiert werden sollte, noch ist eine Ware leichter verkäuflich für sie und nichts hat einen teureren Preis als das Buch, wenn seine Worte aus seinen Stellungen verdreht werden, nichts wird von ihnen mehr geleugnet als das Gute, und nichts ist ihnen tugendhafter als das Schlechte!

     

     

    Erläuterung

     
    Der Befehlshaber der Gläubigen (a.) hielt zwei Arten von Menschen für die verhasstesten bei Allah und für die Schlechtesten unter den Leuten. Erstens jene, die selbst in den Grundlagen fehlgeleitet sind und damit beschäftigt sind, Böses zu verbreiten.Zweitens jene, die den Heiligen Qur´an und die Verfahrensweise [sunna] missachten und aufgrund ihrer eigenen Meinung Urteile fällen. Sie schaffen einen Kreis von ihren Anhängern und machen das Gesetz populär, das sie sich selbst ausgedacht haben.

     

    Die Irreleitung und Falschheit solcher Leute bleibt nicht auf sie beschränkt, sondern die Saat der Irreleitung, die sie gesät haben, trägt Früchte und wächst in der Form eines großen Baumes, der den Fehlgeleiteten Unterschlupf bietet, und diese Fehlleitung geht weiter und vervielfältigt sich. Und da genau diese Leute die wahren Urheber sind, lastet die Last der Sünden anderer ebenfalls auf ihren Schultern, wie der Heilige Qur´an sagt: „Und sie sollen wahrlich ihre eigenen Lasten tragen und die Lasten (anderer) zu ihren Lasten hinzu…“[5]

     

     

    [1] Islamische Gemeinschaft
    [2] Islamische Gemeinschaft
    [3] d.h., die Probleme zu lösen, die vor ihn gebracht werden
    [4] d.h., dass andere das erreichen können, was er nicht kann
    [5] Heiliger Qur´an 29:13

     

    Quelle: http://www.balaghah.net