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    19.Brief – An einen seiner Offiziere

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    An einen seiner Offiziere

     

    Im Folgenden haben sich die führenden Personen [dahaqin] deiner Stadt bei mir über deine Grobheit, Härte, demütigende Behandlung und Rauheit beklagt. Ich habe (darüber) nachgedacht und bin der Ansicht, dass sie es wegen ihres Götzendienstes nicht wert sind, dass man ihre Nähe sucht, und dass man sie nicht auf Distanz hält und rau behandelt, aufgrund ihres Vertrages (mit uns). So behandele sie mit einer Mischung aus Weichheit und Härte und beschreite den Mittelweg zwischen Härte und Güte, sowie gemischt aus Nähe und Kontakt (einerseits) und Fernhalten und Distanz (andererseits), so Allah will.

     

     

    Erläuterung

     

    Diese Leute waren Madschus[1] und andere Nichtmuslime, weshalb der Offizier des Befehlshabers der Gläubigen (a.) sie nicht gleich behandelte wie die Muslime. Davon abgestoßen, schrieben sie einen Brief an den Befehlshaber er Gläubigen (a.), in dem sie sich beschwerten und die Härte des Offiziers erwähnten.

     

    Als Antwort schrieb Imam Ali (a.) an seinen Offizier, dass er ihnen eine Behandlung zukommen lassen sollte, die weder harsch sein sollte, noch so nachsichtig, dass sie das ausnutzen könnten, um Unruhe zu stiften. Denn falls sie zu viel Freiheit bekommen hätten, hätten sie Intrigen gegen die Regierung gesponnen und die Verwaltung des Landes zerstört, indem sie ein Unheil nach dem anderen angezettelt hätten, während eine völlig repressive Politik ebenfalls nicht gerechtfertigt war, weil sie vertraglich gebunden waren und ihre Rechte als solche nicht ignoriert werden konnten. Imam Ali (a.) betont daher, dass auch die Rechte aller Nichtmuslime zu schützen sind.

     

    [1] Der Ausdruck al-Madschus bezeichnete ursprünglich Anhänger des Zoroastrismus, insbesondere deren Priester. Er schloss aber auch die übrigen damaligen persischen Religionen ein. Das Wort erscheint in dieser Bedeutung im Heiligen Qur´an 22:17.

     

     

    Quelle: http://www.balaghah.net