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    Allah

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    هُوَ اللَّهُ الَّذِي لاَ إِلَهَ~َ إِلاَّ هُوَ الْمَلِكُ الْقُدُّوسُ السَّلاَمُ الْمُؤْمِنُ الْمُهَيْمِنُ الْعَزِيزُ الْجَبَّارُ الْمُتَكَبِّرُ  ۚ  سُبْحَانَ اللَّهِ عَمَّا يُشْرِكُونَ

     

    Er ist Allah, außer Dem es keinen Gott gibt, der König, der Heilige, der Eigner des Friedens, der Gewährer von Sicherheit, der Beschützer, der Allmächtige, der Verbesserer, der Majestätische. Hoch erhaben ist Allah über all das, was sie anbeten!

    (Sure 59, Vers 23)

     

    1. Die verschiedenen Stufen des Namens

     

    Die Gelehrte und Analytiker unterscheiden hierbei zwischen zwei Arten von Namen:

    Der bloße Wortlaut des Namens (إسم اللفظي)
    Die äußere Bedeutung des Namens (إسم الخارجي)

     

    Was ist der Unterschied zwischen beiden Arten? Die erste Art des Namens ist der bloße Wortlaut. Es ist die Aneinanderreihung von bestimmten Buchstaben in einer bestimmten Reihenfolge, sodass dieser Name erscheint. Es ist die Existenz des Wortlauts, die Existenz der Buchstaben, welche als Ganzes diesen Namen auf ein Blatt Papier zustande bringen. Die zweite Art des Namens ist jedoch die äußere Bedeutung und die Wahrheit, welche sich hinter diesem Namen verbirgt. Es ist nicht die Existenz des Namens auf ein Blatt Papier, sondern die Wahrheit und wahre Existenz, welche mit dem Namen einhergeht. Um dies zu verdeutlichen, führen wir einige Beispiele auf.

     

    Das erste Beispiel ist das Wasser. Es besitzt ebenso beide Formen des Namens. Auf der einen Seite besteht die Existenz des Wassers aus verschiedenen Buchstaben: „AESSRW“. Bringt man diese Buchstaben in die richtige Reihenfolge, so ergibt sich das gesuchte Wort „W-A-S-S-E-R“. Dies ist die Existenz des Wassers, welche sich lediglich durch den Wortlaut bilden lässt. Die andere Existenz des Wassers ist das Wesen und die Wahrheit, welches sich hinter diesen Buchstaben verbirgt. Es ist die Essenz „Wasser“, welche dafür bekannt ist, den Durst zu löschen, die Erde damit zu gießen und sich damit zu waschen. Es ist somit eine Wahrheit, welche wir uns zu eigen machen und davon profitieren können.

     

    Wenn wir vor einer Person nun den Wortlaut „Wasser“ erwähnen, so hat er sofort ein bestimmtes Bild davon in seinem Kopf. Sei es ein Wasserfall, Wasser in einem Eimer, oder kaltes Wasser mit Eiswürfel serviert. Dies ist die Existenz in der Vorstellung. Wenn ein Mensch nun Durst verspürt, so fragen wir uns, welche Existenz ihm den Durst nimmt? Ist es die Existenz im Wortlaut, die Existenz der Vorstellung oder das Wesen des Wassers an sich? Wenn ein Mensch 100-mal Wasser sagt, während er durstig ist – erlischt sein Durst oder bleibt sein Durst bestehen? Möge er sich nun Wasser in seiner Vorstellung rufen und an den kühlenden und erfrischenden Effekt denken – hebt er damit seinen Durst auf oder nicht? Es ist eindeutig, dass diejenigen Existenzen den Durst nicht aufheben können, lediglich die Existenz des Wesens des Wassers ist imstande, den Durst zu löschen. Erst das Trinken von Wasser löscht den Durst. Es ist somit die zweite Art des Namens, nämlich die äußere Bedeutung und das Deuten auf die Wahrheit des Wassers.

     

    Ähnlich verhält es sich mit dem Feuer. Verbrennen wir uns, wenn wir das Wort „Feuer“ schreiben oder verbrennen wir uns, wenn wir an Feuer denken? Es ist eindeutig, dass wir uns erst dann verbrennen, wenn wir unsere Hand in die wahre Existenz des Feuers legen und nicht vorher.

     

    Auch die Namen Allahs (t.) besitzen diese Stufen der Existenzen. Allah (t.) ist der Barmherzige, der Gütige, der Vergebende, der Versorger, der Allerbarmer, Ihm (t.) gebühren die schönsten Namen. Doch sind diese Namen lediglich Existenzen des Wortlautes oder verbergen sich hinter diesen Namen auch Wahrheiten, welche jenseits des Wortlauts existieren?

     

    2. Name und Eigenschaft

     

    Hier kommen wir zu einem wichtigen Punkt und dieser ist der Unterschied zwischen dem Namen und der Eigenschaft. Zu den Namen Allahs (t.) gehört „der Wissende“ (العليم) und Seine Eigenschaft ist das Wissen (العلم). Zwischen Eigenschaft und Namen gibt es keinen Unterschied, außer dass der „Name“ den Aspekt mit dem Wesen bezeichnet, wobei die „Eigenschaft“ den Aspekt ohne das Wesen benennt und damit vom Wesen isoliert ist. Wenn wir beispielsweise Allah um etwas bitten wollen, so bitten wir Ihn (t.) mit „O Geber“ oder mit „O Nehmer“?

     

    Wie rufen wir Allah (t.) an, wenn wir krank sind? Sagen wir: „O Heiler“ oder sagen wir „O Krankmacher“? Wenn wir Allah um Vergebung für unsere Sünden rufen – sagen wir dann: „O Barmherziger“ oder sagen wir „O Bestrafender“? Sind denn der Geber und der Nehmer einer oder zwei? Sind denn der Heiler und der Krankmacher einer oder zwei? Sind denn der Barmherzige und der Bestrafende einer oder zwei? Allah (t.) ist doch derjenige, der krank macht und der heilt, Er ist derjenige, der gibt und der nimmt, Er ist derjenige der vergibt und der bestraft. Wieso sagen wir dann „O Barmherziger“ und nicht „O Bestrafender“? Wieso sagen wir „O Versorger“ und nicht „O Nehmer“? Allah (t.) besitzt all diese Vollkommenheit. Von Ihm (t.) kommt das Leben, der Tod, der Segen, das Nehmen, das Vorenthalten, das Geben und alles kommt von Ihm (t.).

     

    Wenn wir Allah (t.) nun um etwas bitten, so bitten wir Ihn aus einer bestimmten Richtung heraus, welche für uns relevant und sinnvoll ist. Wenn wir krank sind, dann bitten wir ihn nicht mit „O Krankmacher“, sondern wir bitten Allah mit „O Heiler“ an, obwohl Allah doch derjenige ist, der krank macht und heilt. Das bedeutet, wir greifen in diesem Fall auf die zweite Art des Namens zurück und dieser ist das Rufen der Wahrheit, welche sich hinter diesem Namen verbirgt. Wir bitten Allah (t.) um Heilung und wir bitten Ihn nicht durch den bloßen Wortlaut der Heilung, sondern wir bitten Ihn bei der Wahrheit der Heilung an, so wie wir uns nicht mit dem bloßen Aussprechen des Wortes „Wasser“ begnügen, wenn wir durstig sind, sondern das Wasser trinken. Aus diesem Grund unterscheiden die Gelehrten zwischen dem „Namen des Namens“ (إسم الاسم) und dem „Namen“ (الاسم). Der „Name“ bezeichnet die Wahrheit und die Deutung auf das Wesen hinter diesem Namen, wobei der „Name des Namens“ lediglich das Aussprechen dieser Worte beinhaltet.

     

    Imam al Ridha (a.) wurde einst gefragt: „Was ist der Name?“ Er (a.) antwortete: „Es ist die Eigenschaft des Beschriebenen.“[1]

    Der Name ist somit nicht die Eigenschaft isoliert vom Wesen, sondern benennt das Wesen bezüglich einer Eigenschaft.

     

    Wie ist nun folgende Frage zu beantworten: Ist der Name das Benannte selbst oder etwas anderes? Wenn der Name die erste Art des Namens entspricht, dann ist es etwas anderes und nicht das Benannte selbst. Wird jedoch damit die Wahrheit hinter diesem Namen gemeint, so ist es das Benannte selbst. Dies ist auch der Unterschied zwischen der Rechtsschule der Ahl al Bayt und einigen anderen Rechtsschulen des Islams. Die Rechtsschule der Ahl al Bayt bestätigt die Einheit des Wesens Allahs [2]. Allah (t.) ist das vollkommene Wissen, Er ist die vollkommene Barmherzigkeit und die vollkommene Güte und Seine Eigenschaften sind nicht voneinander getrennt, während andere Rechtsschulen behaupten, Allah sei Wissen, dann sei Er Barmherzigkeit, dann Güte und so weiter. Sie listen die Eigenschaften nebeneinander auf, während die Rechtsschule der Ahl al Bayt (a.) davon überzeugt ist, dass das Einheitsbekenntnis Seines Wesens ein universeller Bestandteil des Monotheismus ist. Doch was bedeutet es, wenn wir sagen, dass der Name Gottes den Aspekt der Eigenschaft mit dem Wesen miteinschließt? Was ist mit dem „Wesen“ Gottes gemeint?

     

    [1] Schaykh al-Sadooq: „al-Tawheed“, S. 142, der 5. Hadith

    [2] التوحيد الذاتي

     

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    Quelle: http://www.alhaydari.de/tawheed/allah/123-name-eigenschaft.html

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