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    197.Predigt – Bekräftigung seiner Stellung

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    Er macht auf seine Verdienste aufmerksam, damit seine Worte, Befehle und Verbote akzeptiert werden

     

    Diejenigen unter den Gefährten Muhammads (s.), die mit der Bewahrung seiner Geheimnisse betraut waren, wissen, dass ich niemals Allah und Seinem Gesandten auch nur eine Stunde widersprochen habe. So teilte ich mein Leben mit ihm (sogar) in den Momenten, an denen sich die Helden zurückzogen und Schritte zurückblieben mit dem Mut, mit dem Allah mich geehrt hat.

     

    Als der Gesandte Allahs (s.) dahingeschieden war, war sein Kopf an meiner Brust, sein (letzter) Atem wehte über meine Handfläche, und ich ließ ihn über mein Gesicht schweifen. Ich wurde mit seiner Waschung betraut – Allah segne ihn und schenke ihm Heil – und die Engel halfen mir. Haus und Hof waren voll mit ihrem Wehklagen. Eine Schar stieg herab, und eine Schar stieg auf, und ihre leise gemurmelten Segenswünsche waren ständig in meinem Ohr, bis wir ihn in sein Grab gelegt hatten.

     

    Wer also kann größere Rechte bezüglich seiner haben als ich, zu seinen Lebzeiten und als er starb? Deswegen benutzt euren Verstand und seid mit aufrichtiger Absicht im Kampf gegen euren Feind. Denn ich schwöre bei Dem, außer Dem es keinen Gott gibt, dass ich auf der Straße der Wahrheit bin, und sie (die Feinde) auf dem Irrweg der Falschheit sind. Ich sage das, was ihr hört, und ich bitte Allah für mich und für euch um Vergebung!

     

    Erläuterung

     

    Ibn al-Hadid schrieb in “Scharh Nahdsch-ul-Balagha“, Band 10, S. 180-183, dass die Aussage des Befehlshabers der Gläubigen, dass er den Anweisungen des Propheten (s.) niemals widersprochen hatte, eine Art Seitenhieb auf diejenigen war, die nicht zögerten, die Befehlen des Propheten abzulehnen und ihn manchmal sogar anzweifelten.Beispielsweise beim Frieden von al-Hudaibiyya, als der Prophet den Friedensvertrag mit den Ungläubigen unter den Quraisch zustimmte, wurde einer seiner Gefährten[1] so zornig, dass er Zweifel über das Prophetentum des Propheten äußerte, woraufhin Abu Bakr[2] gezwungen war zu sagen:  „Wehe dir! Gehorche ihm. Er ist sicherlich der Gesandte Allahs, und Er wird ihn nicht zugrunde richten.“ Die Einleitung zu jenem Schwur (im arabischen Original) “inna“, d.h. wahrlich, und die Verneinung “lam“, die zwecks Ausdrucks der Überzeugung über das Prophetentum benutzt werden, zeigen auf, dass der Angesprochene weiter gegangen war, als bloße Zweifel zu äußern, weil diese Betonung nur dann benutzt wird, wenn schon die Stufe der Leugnung erreicht wurde. Jedoch, wenn die Überzeugung [iman] das Nichtvorhandensein von Zweifel erfordert, dann muss das Auftreten von Zweifeln bedeuten, dass es eine Unvollkommenheit in der Überzeugung gibt, da Allah sagte:

    „Nur die sind Gläubige, die an Allah und Seinen Gesandten glauben, sie zweifeln nicht am Jenseits …“[3]

     

    Ähnlich war es, als der Prophet (s.) das Totengebet für Ubay ibn Salul sprechen wollte, da sagte der gleiche Gefährte zu ihm: „Wie kannst du für den Anführer der Heuchler um Vergebung ersuchen?“, und er schob den Propheten (a.) sogar beiseite, indem er ihn am Saum seines Hemdes packte. Dann sagte der Prophet (s.): „Keine meiner Handlungen ist außerhalb der Befehle Allahs“.

     

    Genauso wurde auch der Befehl des Gesandten Allahs missachtet, die Truppen von Usama ibn Zaid zu begleiten. Der Prophet (s.) hatte fast alle erwachsenen Männer Medinas kurz vor seinem Ableben dem Befehl Usama ibn Zaids unterstellt, darunter auch Abu Bakr und Umar ibn Chattab, und ihnen befohlen, aus der Stadt auszurücken. Nur Imam Ali (a.) sollte bei ihm bleiben. Doch die Angesprochenen missachteten seinen Befehl und waren daher zugegen, als Prophet Muhammad (s.) zu seinem Schöpfer zurückkehrte, was er zu verhindern gesucht hatte.

     

    Die größte all dieser Anmaßungen wurde aber in Verbindung mit der Absicht des Propheten (s.) getätigt, seine Ratschläge niederzuschreiben, und so wurde eine Anschuldigung gegen den Propheten (s.) ausgesprochen, was das Nichtvorhandensein von Überzeugung [iman] beweist hinsichtlich der Gebote des islamischen Rechts, und Zweifel hervorruft an jedem Gebot, ob es auf göttlicher Offenbarung basiert oder – Allah bewahre – nur ein Resultat geistiger Unzurechnungsfähigkeit ist. Imam Ali (a.) betont, dass er in all jenen Szenen nie dem Propheten (s.) widersprochen hat. Aber es blieb nicht allein dabei, die Worte und Befehle zu akzeptieren.

     

    Wer kann leugnen, dass der immer erfolgreiche “Löwe Allahs“[4], Ali ibn Abu Talib (a.), den Propheten (s.) in jeder kritischen Situation beschützte und die Pflicht erfüllte, mittels gottgegebenem Mut und Tapferkeit? Die erste Gelegenheit, bei der er sein Leben riskierte, ergab sich, als die Ungläubigen beschlossen hatten, den Propheten zu töten und Imam Ali (a.) in seinem Bett schlief, von Feinden umgeben und unter der direkten Gefahr der Schwerter, während die Feinde nicht geschafft hatten, ihre Ziele zu erreichen. Dann in anderen Schlachten, als die Feinde den Propheten (s.) zusammen attackierten und selbst die angesehenen Helden nicht standhaft blieben. Der Befehlshaber der Gläubigen (a.) blieb standhaft mit dem Banner des Islam in seiner Hand. Ibn Abdulbarr und al-Hakim schrieben über ihn:

     

    „Ibn Abbas sagt, dass Ali vier Eigenschaften besaß, die niemand sonst hatte. Erstens war er der Erste unter den Arabern und Nicht-Arabern, der mit dem Gesandten Allahs betete. Zweitens hatte er immer das Banner des Islam in der Hand in jeder Schlacht. Drittens blieb Ali beim Propheten, als die Leute vor ihm davonrannten[5], und viertens war er es, der am Propheten die Totenwaschung vornahm und ihn ins Grab legte.“[6]

     

    Eine Studie der Kämpfe des Islam, die in den Tagen des Propheten geschlagen wurden, lässt keinen Zweifel daran, abgesehen von der Schlacht von Tabuk, an der der Befehlshaber der Gläubigen (a.) nicht teilnahm, dass alle Erfolge nur aufgrund seiner Tapferkeit zustande kamen. So wurden in der Schlacht von Badr siebzig Angreifer aus Mekka getötet, die Hälfte davon durch Imam Ali (a.). Bei der Schlacht von Uhud, als der Sieg in eine Niederlage umgewandelt wurde, weil die Muslime schon mit dem Einsammeln der Beute beschäftigt waren und dann vor der plötzlichen Attacke der Gegner davonliefen, blieb Imam Ali (a.) standhaft an der Seite des Propheten und opferte sich für ihn auf, während viele andere davonliefen.

     

    Wiederum in der Grabenschlacht [chandaq] wurde der Prophet von dreitausend Kämpfern begleitet, aber niemand von ihnen wagte es, sich Amr ibn Abdalwudd entgegenzustellen, als dieser einen Muslim zum Einzelkampf aufrief. Zuletzt tötete ihn Imam Ali (a.) und bewahrte die Muslime vor der Niederlage. In der Schlacht von Hunain waren die Muslime stolz auf ihre Überzahl, weil sie zehntausend waren, während die angreifenden Feinde der Muslime nur viertausend waren, aber auch dort stürzten sie sich auf die Beute, und infolgedessen bekamen die Feinde des Islam ihre Chance und fielen über sie her.

     

    Verwirrt durch die plötzliche Attacke, flohen viele Muslime, wie der Heilige Qur´an es beschreibt: „Wahrlich, Allah half euch schon auf so manchem Schlachtfeld, und am Tage von Hunain, als eure große Zahl euch stolz machte – allein sie frommte euch nichts, und die Erde, in ihrer Weite, wurde euch eng; da wandtet ihr euch zur Flucht.“[7] Auch bei dieser Gelegenheit war Imam Ali (a.) standfest und schütze den Propheten (s.) und schließlich wurde ihnen der Sieg zuteil mit Allahs Hilfe. Auf all diese Gegebenheiten, welche so viele Gefährten miterlebt hatten, und noch viel mehr, erinnert Imam Ali (a.) zusammenfassend in der Predigt, auch als Mahnung an seine Widersacher.

     

     

    [1] Der spätere zweite Kalif Umar ibn Chattab

    [2] Der spätere erste Kalif

    [3] Heiliger Qur´an 49:15

    [4] Einer der Titel Imam Alis (a.), der auf seine besondre Kampfkraft hinweist

    [5] Anspielung u.a. auf die Schlacht von Uhud

    [6] “Al-Isti´ab“, Band 3, S. 1090; “Al-Mustadrak ala Sahihain“, Band 3, S. 111

    [7] Heiliger Qur´an 9:25

     

     

    Quelle: http://www.balaghah.net