islamic-sources

    1. Startseite

    2. article

    3. 2011, Jahr der Stürze

    2011, Jahr der Stürze

    Rate this post

     

    Das Jahr 2011 brachte einschneidende Veränderungen auf der Welt mit sich, von den östlichsten Ländern wie Nordkorea bis zu den westlichsten wie die USA. Besonders ausgedehnt waren die Umwälzungen im strategisch wichtigen Nahosten.Der Sturz der Diktatoren in Tunesien, Ägypten und Libyen und der einmalige Protest auf den Straßen in einigen arabischen Staaten waren etwas Außergewöhnliches, mit dem Ende 2010 noch kein Analyst auf der Welt gerechnet hatte.

     

    Die Volkserhebungen gegen die Gewalt von Regenten westlich unterstützter arabischer Staaten im Nahen Osten waren Ereignisse, die zweifellos die Welt im vergangenen Jahr am meisten beeinflussten. Sie spielten sich in einem großen geografischen Raum – von Tunesien, Marroko, Algerien und Libyen sowie Ägypten in Nordafrika bis zu den Küsten am Golf von Oman und Golf von Aden und Persischen Golf ab. Jordanien, Saudi Arabien, Kuwait, Bahrain, Jemen und die anderen Länder begegneten jedes auf seine Weise den öffentlichen Kundgebungen der Bevölkerung und die ganze Welt war verblüfft darüber, wie schnell die Umwälzungen eintraten.

    US- Außenministerin Hillary Clinton hat vor dem 11. Februar 2011, nämlich dem Tag an dem Husni Mubarak notgedrungen zurücktrat, innerhalb weniger als einer Woche dreimal den diplomatischen Standpunkt ihres Landes über Ägypten gewechselt.

     

    Die US- Regierung begann angesichts der Versammlungen der Bevölkerung und ihrer Forderungen auf dem Kairoer Al-Tahrir- Platz bei der Forderung nach Reformen seitens Mubarak und ging letztendlich zu der Forderung, dass er die Macht abtreten müsse, über.

    Obama war zwar mit der Parole von einem Wechsel in den Nahen Osten gekommen, doch war seine Vorstellung von einem Wechsel weitaus eingeschränkter als das, was sich dann 2011 tatsächlich ereignete. Er hätte nämlich höchstens Reformen für die bestehenden Systeme verlangt.

    In Bahrain gab sich das Weiße Haus mit den von der Regierung überwachten Wahlen und einer geringfügigen Präsenz der Opposition im Parlament zufrieden. Malik Abdullah Saudi erhielt von Washington ein Lob wegen Gründung einer gemischten Universität und dem Beginn sogenannter nationaler Gespräche und wurde ein Reformer genannt. Und die US-Regierung nannte den Irak den Ausgangspunkt der Demokratie in der Arabischen Welt.

     

    Aber nach den Umwälzungen im Jahre 2011 konnte das Weiße Haus keine Hoffnungen mehr in den Sohn von Mubarak und Gaddafi setzen. So wurde der angebliche Reformer Malik Abdullah Befehlshaber der Front der arabischen Konterrevolutionäre..

    Die Bildung der konstitutionellen Monarchie in Bahrain war die Ausgangsbasis für die Bevölkerung in diesem kleinen Land.

    Alle Erhebungen gegen die Gewalt und ihre Ergebnisse kamen jedenfalls unerwartet.

    Der erste Dominostein für die Stürze der vom Westen unterstützten Diktatoren begann bekanntlich in Tunesien und damit einem Land, von dem es heißt, dass es vorher unter den arabischen Staaten die meisten Reformen durchgeführt habe und ein besseres Bildungs- und Entwicklungsniveau aufweise .

     

    Dieses besondere Merkmal in Tunesien führte zu erhöhter Informiertheit der Bevölkerung in diesem Land hinsichtlich der Ungerechtigkeit des 50-jährigen Herrschaft von zwei Diktatoren nämlich Habib Bourguiba und Zeynulabedin Ben Ali . Der unterdrückte Zorn der Tunesier wurde Ende 2010 durch einen jungen Landsmann, der sich aus Protest selber in Brand setzte, entfacht und am 4. Januar seinen schweren Brandverletzungen erlag.

    Er hieß Mohammad Bu Azizi , hatte ein Studium abgeschlossen und musste wegen Arbeitsplatzmangel Gemüse verkaufen. Als sein Gemüsestand beschlagnahmt wurde, entschied er sich zu seiner Tat und setzte auch die tunesische Gesellschaft in Brand.

    Bin Ali floh am 14. Januar 2011 aus Tunesien und kam bei den Saudis unter. Die Tunesier begannen eine große Bewegung, die „Islamisches Erwachen“ genannt wird.

    Der Sturz von Ben Ali wirkte sich sehr schnell auf Ägypten aus.

     

    Nur kurz nach der Januarrevolution in Tunesien begannen die Ägypter unter Nutzung der sozialen Netzwerke im Internet ihre Proteste gegen Mubarak und dies war die Februarrevolution. Mubarak konnte sich nicht halten. Er dachte, er könne mit der Eisernen Faust und indem er Rowdis, die sein Sohn Dschamal kommandierte und Kamelreiter in die Menschenmengen schickte, diese auseinander treiben und an der Macht bleiben. Aber die Protestler räumten 18 Tage lang nicht den Al Tahrir- Platz in Kairo. Den Angriffen der Sicherheitskräfte zum Trotz und obwohl sie Dutzende ihrer Mitkämpfer verloren, konnten sie schließlich Mubarak, der 33 Jahre lang gewaltsam über Ägypten regiert hatte, zum Rücktritt zwingen.

     

    Unterdessen glaubte Gaddafi, der sich König der Könige Afrikas nannte, dass Libyen nicht von der Woge des Islamischen Erwachens erfasst werden würde. Der General dachte mit Hilfe der Erdöldollars und seinem gefürchteten Sicherheitsapparat könne er auch im vierten Jahrzehnt seines Regimentes jeden Protest unterdrücken. Aber Libyen wurde Schauplatz ausgedehnter Proteste und die Niederschlagung und Ermordung von Tausenden konnte die Proteste nicht mehr aufhalten sondern ebneten sogar den Weg für ausländische Einmischung unter Anführung der USA, Frankreichs und Englands. Diese drei Staaten sahen eine günstige Gelegenheit gekommen um die Welle der Veränderungen in Libyen in Bahnen zu lenken, die ihrem Interesse und im Sinne der Herrschaft über die Ölressourcen dieses Landes nach dem Sturz Gaddafis waren.

     

    Die USA und ihre europäischen Verbündeten konnten eine Resolution für die militärische Einmischung gegen das Gaddafi – Regime verabschieden. Daher haben die USA und ihre Nato -Verbündeten 7 Monate lang durch Luftangriffe und Ausstattung der Oppositionskräfte mit Waffen den Sturz von Tripolis herbeigeführt. Aber durch die Natobombardierungen wurden viele Infrastrukturen in Libyen vernichtet. General Abdul Fatah Yunes, Mitglied des Interimrates stellte die Frage an die Nato warum sie die Infrastrukturen und die Wohnhäuser in Libyen angreife. Einen Monat nach Eroberung von Tripolis stürzte auch der letzte Stützpunkt Gaddafis in der Stadt Sirte und er fand ein viel schlimmeres Schicksal als die vorher gestürzten Diktatoren in Tunesien und Ägypten.

    Das vierte Land, in dem ein Diktator einen großen Teil seiner Macht aufgrund des Bevölkerungsdrucks verloren hat und kurz vor dem Sturz steht, ist Jemen am Golf von Aden.

     

    Ali Abdullah Salih ist seit 1978 in Jemen an der Macht und sah sich nach Tötung und Bedrohung der Demonstranten und Nicht-Einhaltung seiner Versprechen, zurückzutreten, schließlich gezwungen schrittweise die Macht abzutreten.

    Auch wenn er Ende 2011 noch formell auf der politischen Szene blieb, ist er dennoch als der 4. Diktator in der Region des Nahen Ostens und Nordafrikas zu betrachten, der 2011 von der Woge des Islamischen Erwachens überwältigt wurde.

    2011 war der Beginn des Untergangs von gewaltsamen, westlich unterstützten Regimes und dieser Prozess hält 2012 weiter an.

    Die Islamischen Bewegungen im Nahen Osten haben mit der Planung einer neuen Regierung begonnen. In ihren Planungen wird die Demokratie und Freiheit im Rahmen der Islamischen Lehren angstrebt.

     

    Die Forderung nach Veränderung ist nicht erloschen und ihr Feuer wird auch die anderen Diktatoren in der Region erfassen.

    Die jetzige Atmosphäre im Nahen Osten zeugt davon, dass Länder wie Bahrain, Saudi Arabien, Katar, Kuwait, Jordanien und Marokko auch von der Woge , die in Tunesien und Ägypten entstand erfasst werden.

    Die Ale Khalifa in Bahrain und die Ale Saud in Riad können nicht mehr durch blutige Niederschlagung der Menschen ihre Herrschaft fortsetzen. Die Ereignisse der vergangenen 12 Monate im Nahen Osten zeugen davon, dass man ein Volk nicht mit Gewalt beherrschen kann.

     

    Quelle: www.German.irib.ir