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    3.Predigt – Bekannt als die „Predigt von al-Schiqschiqiyya“

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    3.Predigt – Bekannt als die „Predigt von al-Schiqschiqiyya“ [1]

     

    Diese beinhaltet die Klage über das Kalifat, dann, warum er (Imam Ali, a.) demgegenüber standhaft war und den Treueid der Leute ihm gegenüber.

     

     

    Klage über das Kalifat

     

    Bei Allah, der so-und-so [fulan][2] hat sich mit ihm (dem Kalifat) bekleidet, und er wusste sicher, dass meine Position ihm (dem Kalifat) gegenüber dergestalt ist wie die Position der Achse zum Mühlstein. Die Flut entspringt von mir, und kein Vogel kann zu mir emporsteigen. Ich verhüllte mich mit einem Tuch gegen das (Kalifat) und verbarg mich davor. Ich begann zu erwägen, ob ich mir mit abgeschnittener Hand (ohne Helfer) Zugang dazu verschaffen[3] oder ob ich gegenüber der blindmachenden Finsternis standhaft bleiben sollte, in welcher der Erwachsene altersschwach wird und der junge Mann graue Haare bekommt und der Gläubige sich müht, bis er seinem Herrn begegnet!

     

     

    (Sein) Vorziehen der Standhaftigkeit gegenüber dem Verlust von Unterstützern

     

    Ich hielt die Standhaftigkeit dem gegenüber für weiser (als für das Kalifat zu kämpfen), so blieb ich geduldig angesichts des Dorns in meinem Auge und der Beklemmung in der Kehle, und während ich sehe, wie mein Erbe geplündert wird, bis der erste seines Weges ging und es (das Kalifat) zu dem und dem[4] nach ihm übergab.

     

    Dann zitierte er den Reim von al-A´scha:

    „Wie anders sind doch meine Tage im Kamelsattel (d.h. Tage der Härte) als die Tage, (die ich mit) Dschabirs Bruder Hayyan (in Ruhe) verbrachte!“ [5]

     

    (Er fuhr fort): Wie seltsam! Während er[6] am Leben war, wollte er von diesem (Kalifat) entbunden werden, doch er bestätigte es für den anderen[7] nach seinem Ableben. Wie ausgelassen haben die beiden seine[8] Euter unter sich aufgeteilt und es in den Besitz des gemeinen (Teils des) Volkes übergehen lassen, dessen Sprache rauh und dessen Berührung hart ist. Unter ihm häuften sich die Fehltritte und (auch) die Entschuldigungen dafür. Sein (des Volkes) Führer war wie der Reiter eines schwierigen (Kamels), wenn er die Zügel (zu fest) aufnahm, würden die Nasenlöcher (des Kamels) zerrissen, und wenn er sie locker ließ, würde er stürzen.

     

    Bei Allah, die Menschen wurden so heimgesucht, indem sie (in Verwirrung) herumgestoßen wurden, mit Halsstarrigkeit und Widerspenstigkeit. Ich blieb trotz der langen Zeitdauer und der Härte der Prüfung standhaft, bis dass, als er seines Weges ging[9], er dieses (Kalifat) zur Angelegenheit einer Gruppe machte und behauptete, dass ich einer von ihnen sei[10]. Doch bei Allah, was habe ich mit dieser Beratungsversammlung [schura] zu tun?! Wann regte sich der Zweifel über mich hinsichtlich des ersten von ihnen, so dass ich mit diesen in eine Reihe gestellt wurde? Aber ich stieg herab (wie ein Vogel), als sie herabstiegen, und flog empor, wenn sie hochflogen. Ein Mann von ihnen[11] neigte sich (mir zu) aufgrund seines heimlichen Hasses, und der andere[12] neigte sich dem anderen[13] zu aufgrund seiner Verschwägerung (mit ihm) wegen diesem und jenem, bis dann der Dritte[14] dieser Leute begann, seine Brust (in Hochmut) zu erheben zwischen Exkrementen und Futtertrog.

     

    Seine Brüder [15] begannen, das Eigentum Allahs aufzufressen (mit der Gier) mit der ein Kamel das Weidegras des Frühjahrs verzehrt, bis sein Seil reißt, seine Tat ihn zugrunde richtet und sein Bauch ihn niederwirft. Es erschreckten mich nur die Leute, die sich von allen Seiten wie eine Horde Hyänen auf mich stürzten, so dass meine beiden Söhne Hassan und Hussain fast niedergetrampelt und mir das Gewand von meinen Schultern zerrissen worden wären. Sie scharten sich um mich wie eine Herde Schafe und Ziegen. Doch als ich die Angelegenheit (des Kalifats) übernahm[16], brach eine Gruppe von ihnen den Treueid, eine andere irrte von der Wahrheit ab und andere handelten ungerecht, als ob sie nie (die Worte) Allahs gehört hätten: Jene Wohnstatt des Jenseits, die Wir denen geben, die auf Erden keine Erhöhung und keine Verderbnis wünschen, und das Ende gehört den Gottesehrfürchtigen.[17]

     

    Doch nein! Bei Allah, sie haben es gehört und waren sich dessen bewusst, aber ihr Diesseits schien ihnen in ihren Augen schöner, und ihr Schmuck gefiel ihnen (besser). Bei Dem, Der das Saatkorn aufspaltete und das Leben erschuf, wenn es nicht wegen der Anwesenheit des Anwesenden[18] wäre und der Notwendigkeit des Beweises durch die Existenz des Helfers und wenn Allah den Gelehrten nicht aufgetragen hätte, dass sie die Über­sättigung der Ungerechten und den Hunger der Unterdrückten nicht hinnehmen sollen, würde ich die Zügel (des Kalifats) auf dessen Widerrist herabwerfen, und ich würde den letzten davon mit dem Gefäß seines Ersten tränken[19]. Dann würdet ihr sehen, dass diese eure Welt in meinen Augen dürftiger ist als den Rotz (aus der Nase) einer Ziege.

     

    Man sagt, dass als der Befehlshaber der Gläubigen (a.) an dieser Stelle seiner Predigt angekommen war, ein Mann von Sawad (Irak) sich erhob und ihm ein Schriftstück überreichte. (Es hieß, das es darin Fragen gab, die er beantwortet haben wollte). Er schaute es sich an (und als er es zu Ende gelesen hatte), sagte Ibn Abbas zu ihm: „Befehlshaber der Gläubigen, wenn du doch deine Predigt dort fortsetzen würdest, wo du sie beendet hast!“ Er erwiderte:

    Nein, Ibn Abbas, dies ist der Schaum, der hervorbricht und sich dann setzte.[20]

     

    Sayyid al-Radhi[21] sagte dazu: Seine (Imam Alis, a.) Aussage „wenn er die Zügel (zu fest) aufnahm, würden die Nasenlöcher (des Kamels) zerrissen, und wenn er sie locker ließ, würde er stürzen“ soll ausdrücken, dass wenn er den Zügel anzieht, dann dessen Ende in seiner Nase zerreißt, und wenn er ihn trotz der Unrittigkeit etwas locker lässt, es mit ihm stürzen wird, da er es nicht beherrscht.Der Ausdruck „aschnaq an-naqah“ (d.h. das Kamel mit dem Zügel aufnehmen) wird dafür gebraucht, wenn sein (des Kamels) Kopf mit dem Zügel hochgezogen wird, und in diesem Sinne wird „schanaqa“ gebraucht.

     

    Sayyid al-Radhi sagte: Ibn Sikkit erwähnte dies in seinem „Islah al-Matiq“. Der Befehlshaber der Gläubigen (a.) hat „aschnaqa laha (er hat ihr den Kopf mit dem Zügel hochgezogen)“ gesagt, anstatt „aschnaqaha“[22], und das weil er diese Wort in Harmonie mit „aslasa laha (er hat locker gelassen)“ gebrauchte, und die Harmonie konnte nur erhalten werden, indem er beides in der gleichen Form benutzte. Daher hat der Befehlshaber der Gläubigen (a.) „aschnaqa laha“ benutzt, anstelle von: „in rafa’a laha ra’saha (wenn er ihren Kopf hochzieht)“, das heißt: „Wenn er es anhält durch den Zügel“.[23]

     

     

    Erläuterung zur Authentizität

     

    Diese Predigt ist bekannt unter dem Namen „al-Schiqschiqiyya“, und sie zählt zu den berühmtesten Reden des Befehlshabers der Gläubigen (a.). Sie wurde in al-Rahbah gehalten, einer Ortschaft in der Nachbarschaft von Kufa. Obgleich einige Leute verneint haben, dass es sich um Aussagen des Befehlshabers der Gläubigen (a.) handelte, und es Sayyid al-Radhi zuschrieben und dadurch seine anerkannte Integrität in Zweifel zogen, so haben dennoch wahrheitsliebende Gelehrte die Wahrhaftigkeit dieser Behauptung geleugnet. Es kann auch kein Grund dafür geben, die Authentizität dieser Predigt zu leugnen, weil Imam Alis (a.) unterschiedliche Sicht hinsichtlich des Kalifats nichts Geheimes ist.

     

    Die Ereignisse, auf die in dieser Predigt angespielt wird, sind in den Annalen der Geschichte bewahrt worden, die sie Wort für Wort und Satz für Satz bezeugen. Wenn die gleichen Ereignisse, die durch die Geschichte überliefert wurden, auch vom Befehlshaber der Gläubigen (a.) erzählt wurden, was sollte dann der Grund dafür sein, sie zu leugnen? Wenn die Erinnerung an die entmutigenden Umstände, die er nach dem Tode des Propheten (s.) erfuhr, ihm unangenehm erschienen, wäre es nicht überraschend.

     

    Zweifellos rüttelt diese Predigt an dem Prestige mancher Persönlichkeiten und versetzt dem Vertrauen ihnen gegenüber einen Schlag, aber deren Ansehen kann nicht dadurch aufrechterhalten werden, indem man leugnet, dass die Predigt vom Befehlshaber der Gläubigen (a.) stammt, solange die wahren Ereignisse und die Wahrheit enthüllt werden.Ansonsten hat es kein Gewicht, wenn man einfach nur leugnet, dass es die Worte des Befehlshabers der Gläubigen (a.) waren, weil darin einige Individuen herabgesetzt werden, da andere Historiker ähnliche Kritik überliefert haben.

     

    Unter den Gelehrten, welche die Predigt als authentisch einstuften, sind auch solche, die vor Sayyid al-Radhis Zeit gelebt haben, wie auch manche seiner Zeitgenossen und einige, die nach ihm kamen. Und sie berichteten es alle durch ihre eigene Überlieferungskette.

     

    Der Mutazilite[24] Ibn Abu´l Hadid schreibt, dass sein Lehrer Abu´l Chair Musaddiq ibn Schabib al-Wasiti (gest. 605 n.d.H.[25]) gesagt hat, dass er diese Predigt von Scheich Abu Muhammad Abdullah ibn Ahmad al-Bagdadi (gest. 567 n.d.H.) gehört habe, der auch als „Ibn al-Chaschschab“ bekannt ist. Als er die Stelle erreichte, an der Ibn Abbas die Sorge ausdrückte, dass diese Predigt unvollständig geblieben sein könnte, sagte Ibn al-Chaschschab zu ihm, dass wenn er diese Äußerung der Sorge von Ibn Abbas gehört hätte, er ihn dann sicherlich gefragt hätte, ob bei seinem Vetter[26] noch irgendein weiteres ungestilltes Verlangen gewesen sei.

     

    Musaddiq sagt, dass Ibn al-Chaschschab ein Mann von heiterem Gemüt und feinen Sinnes war und sagt dann: „Ich fragte ihn, ob er ebenfalls die Predigt als erfunden betrachtete, als er erwiderte: ‚Bei Allah, ich glaube, dass sie das Wort des Befehlshabers der Gläubigen war, so wie ich glaube, dass du Musaddiq ibn Schabib bist.’ Ich sagte, dass einige Leute sie als das Werk von Sayyid al-Radhi ansehen, worauf er erwiderte: ‚Wie könnte al-Radhi einen solchen gehaltvollen Schreibstil haben? Ich habe al-Radhis Schriften gelesen und kenne seinen Stil. Nirgendwo erreichen seine Schriften diese hier und ich habe sie in bekannten Schriften gesehen, von denen ich weiß, von welchen Gelehrten oder Schreibern sie zusammengestellt wurden.’“ Zu jener Zeit war nicht nur al-Radhi, sondern selbst sein Vater Abu Ahmad al-Naqib noch nicht geboren.

     

    Daraufhin schreibt Ibn Abi al-Hadid, dass er diese Predigt in den Zusammensetzungen seines Lehrers Abul-Qasim (Abdullah ibn Ahmad) al-Balchi (gest. 317 n.d.H.) gesehen hatte. Er war der Imam der Mutaziliten unter der Herrschaft von al-Muqtadir und lebte lange vor Sayyid al-Radhis Geburt. Er schreibt weiterhin, dass er diese Predigt in dem Buch „al-Insaf“ von Abu Dscha´far Ibn Qibah (Muhammad ibn Abd al-Rahman) sah. Er war der Schüler von Abul-Qasim al-Balchi und ein Theologe der Glaubensrichtung der Schia[27].

     

    Ibn Maitham al-Bahrani (gest. 679 n.d.H.) schreibt in seinem Kommentar, dass er eine Ausgabe dieser Predigt gesehen hatte, die den Schriftzug von Abu´l Hassan Ali ibn Muhammad ibn al-Furat (gest.312 n.d.H) trug, des Ministers von al-Muqtadir[28].

     

    Allamah Muhammad Baqir al-Madschlisi überlieferte eine weitere unabhängige Überlieferungskette über diese Predigt von Scheich Qutb al-Din al-Rawandi’s Zusammenstellung „Minhadsch al-Bara´a fi Scharh Nahdsch al-Balagha[29]. In dem Zusammenhang hat Allamah al-Madschlisi geschrieben, dass diese Predigt ebenfalls in den Zusammenstellungen von Abu Ali (Muhammad ibn Abd al-Wahhab) al-Dschubba´i (gest. 303 n.d.H.) enthalten ist.

     

    Allamah al-Madschlisi schreibt in Verbindung mit dieser Authentizität: „Al-Qadhi Abd al-Dschabbar ibn Ahmad al-Asad Abadi (gest. 425. n.d.H.), der ein strenger Mutazilite war, erläutert einige Ausdrücke dieser Predigt in seinem Buch „al-Mughni“ und versucht zu beweisen, dass sie sich nicht gegen irgendeinen vorangegangenen Kalifen richtet. Doch er leugnet nicht, dass es sich um die Urheberschaft des Befehlshabers der Gläubigen (a.) handelt“.[30] Gleich zwei weitere Überlieferungsketten zu der Predigt beschreibt Abu Dscha´far Muhammad ibn Ali, Ibn Babawayh (gest. 381 n.d.H.)[31]. Und Abu Ahmad al-Hassan ibn Abdillah ibn Sa´id al-Askari (gest. 382 n.d.H.), der zu den großen Gelehrten der Sunniten gezählt wird, hat über diese Predigt einen Kommentar und Erläuterung geschrieben, welche von Ibn Babawayh in „Ilal al-Schara´i“ und „Ma´ani al-Achbar“ überliefert wurde.

     

    Weitere unabhängige Überlieferungsketten liefern Sayyid Nimatullah al-Dschaza´iri[32], Abu Ishaq Ibrahim ibn Muhammad al-Thaqafi al-Kufi (gest. 283 n.d.H.)[33] Al-Sayyid al-Radhi al-Din Abul-Qasim Ali ibn Musa, ibn Tawus al-Hussaini al-Hilli (gest.664 n.d.H.)[34], Scheich al-Ta´ifa, Muhammad ibn al-Hassan al-Tusi (gest. 460 n.d.H.) [35]

     

    Zusammenfassend schreibt Scheich al-Mufid (Muhammad ibn al-Nu´man, gest. 413 n.d.H.), welcher der Lehrer von Sayyid al-Radhi war, über die Überlieferungskette dieser Predigt: „Eine Menge von Überlieferern haben diese Predigt von Ibn Abbas durch zahlreiche Überlieferungsketten tradiert.“[36]

     

    Aber auch zahlreiche neuzeitliche Gelehrte haben die Authentizität betätigt, darunter auch viele Sunniten, wie Scheich Muhammad Abduh, der Mufti von Ägypten und Muhammad Muhyid Abd al-Hamid, Professor an der Fakultät für arabische Sprache an der Al-Azhar-Universität

     

     

    Erläuterung zum Inhalt

     

    Der Befehlshaber der Gläubigen (a.) bezog sich metaphorisch auf das Kalifat Abu Bakrs, dass dieser sich damit bekleidet hatte. Das war eine gebräuchliche Metapher. Daher sagte auch Uthman, als er aufgerufen wurde, das Kalifat aufzugeben: „Ich werde nicht das Hemd ausziehen, das Allah mir angezogen hat.“ Zweifellos hatte der Befehlshaber der Gläubigen (a.) das Anziehen des Kalifats nicht Allah zugeschrieben, sondern Abu Bakr selbst, da nach einhelliger Meinung sein Kalifat nicht Sache Allahs war, sondern seine eigene. Deshalb sagte der Befehlshaber der Gläubigen (a.), dass Abu Bakr sich mit dem Kalifat bekleidet hatte. Er wusste, dass dieses Gewand für seine eigene Gestalt genäht wurde, und dass seine Stellung wie die Achse einer Handmühle war, die ihre zentrale Position ohne sie weder beibehalten kann, noch von irgendeinem Nutzen ist. Ähnlich sagte er auch:

     

    „Ich war der zentrale Dreh- und Angelpunkt des Kalifats, wenn ich nicht da gewesen wäre, wäre sein gesamtes System von dem Dreh- und Angelpunkt abgewichen. Ich war es, der als Wächter seiner Organisation und Ordnung agierte durch all seine Schwierigkeiten.Ströme der Lehre flossen von meinem Herzen und bewässerten es an allen Seiten. Meine Position war weit jenseits (jeglicher) Vorstellung, aber Lust und Laune derer, die das Weltliche begehrten, wurden zur Steinschleuder für mich, und so musste ich mich in die Abgeschlossenheit zurückziehen. Blinde Dunkelheit dominierte überall, und es war überall eine intensive Finsternis.Die Jungen wurden alt, die Alten gingen fort in ihre Gräber, aber diese Geduld verzehrende Zeitspanne sollte nicht enden. Ich sah mit meinen eigenen Augen die Plünderung meines Erbes, ich sah, dass das Kalifat von Hand zu Hand ging, aber ich bewahrte Geduld, weil ich keine Möglichkeit hatte, ihrem Hochmut Einhalt zu gebieten.“

     

    Nach dem Propheten (s.) des Islam war die Präsenz solch einer Persönlichkeit notwendig, der die Ummah von Desintegration abhalten und das religiöse Gesetz vor Veränderung bewahren konnte, sowie vor der Einmischung derer, die es verbiegen wollten, um es ihren eigenen Begierden anzupassen. Wenn diese Notwendigkeit geleugnet wird, liegt kein Sinn darin, der Nachfolge des Propheten (s.) so viel Bedeutung beizumessen, dass die Versammlung in Saqifa[37] als wichtiger angesehen wurde als das Begräbnis des Propheten (s.). Wenn dessen Notwendigkeit anerkannt wird, dann stellt sich die Frage, ob der Prophet (s.) sie auch anerkannte oder nicht. Wenn man annimmt, dass er nicht darauf geachtet haben könnte und nicht einschätzen konnte, ob das Kalifat notwendig war oder nicht, dann wäre es der größte Beweis dafür, dass der Prophet (s.) nichts im Sinn hatte, um über Mittel nachzudenken, die Übel der unzulässigen Hinzufügung [bid´a] und des Glaubensabfalls nach ihm zu verhindern, trotz der Tatsache, dass er davor gewarnt hatte.

     

    Wenn man annimmt, dass er die Notwendigkeit des Kalifats anerkannte, aber es aus irgendwelchen Gründen ungelöst lassen musste, dann sollte klar auf die Gründe hingewiesen werden, andernfalls würde Stillschweigen ohne Sinn und Zweck das Vergehen bedingen, die Verpflichtungen des Prophetentums unbeachtet zu lassen. Wenn darin irgendeine Belastung lag, sollte sie aufgedeckt werden, andernfalls sollte man darin übereinstimmen, dass genauso wie der Prophet (s.) einfach keinen Aspekt der Religion unvollkommen gelassen hat, er auch in dieser Angelegenheit nichts vernachlässigt hat, und einen derartigen Handlungsverlauf dafür vorsah, dass wenn danach gehandelt worden wäre, die Religion vor der Einmischung anderer sicher gewesen wäre.

     

    Jetzt erhebt sich die Frage, welcher jener Handlungsverlauf war. Falls er als der Konsens von Meinungen der Ummah[38] gewertet wird, dann kann er nicht wirklich stattgefunden haben, da in so einem Konsens die Einwilligung jedes Einzelnen notwendig wäre. Aber wenn man die unterschiedlichen menschlichen Temperamente in Betracht zieht, dann scheint es unmöglich, dass sie in jedem einzelnen Aspekt übereinstimmen, noch gibt es ein einziges Beispiel, in dem es in solchen Angelegenheiten keine einzige Stimme der Ablehnung gab.

     

    Wie kann dann so eine grundlegende Notwendigkeit von dem Stattfinden eines solchen unmöglichen Konsenses abhängig gemacht werden – eine Notwendigkeit, die mit der Zukunft des Islam und dem Wohl der Muslime einhergeht? Daher ist der menschliche Verstand nicht bereit, dieses Kriterium zu akzeptieren, noch stehen die Überlieferungen in Harmonie damit, wie al-Qadhi Adud al-Din al-Idchi in „Scharh al-Mawaqif“ geschrieben hat:

     

    „Ihr sollt wissen, dass das Kalifat nicht von der Einstimmigkeit der Wahl abhängt, weil dafür kein Argument aus der Logik oder aus der Verfahrensweise [sunna] vorgebracht werden kann.“

     

    Tatsächlich ist es so, dass als die Befürworter einer einstimmigen Wahl erkannten, dass die Einstimmigkeit aller Wahlstimmen schwierig werden würde, sie die Übereinstimmung der Mehrheit als Ersatz für Einstimmigkeit akzeptierten, wobei sie die Minderheit ignorierten.

     

    In so einem Fall geschieht es oft, dass die Kraft von guten und bösen oder richtigen und falschen Wegen die Strömung der Mehrheit in die Richtung treibt, in der es weder individuelle Unterscheidung gibt noch persönlichen Verdienst als ein Resultat dessen, dass kompetente Persönlichkeiten verborgen bleiben, wogegen Inkompetente vorne stehen. Wenn fähige Kräfte so gezügelt werden, und persönliche Interessen als Hürden im Weg stehen, wie kann man da erwarten, dass die korrekte Person gewählt wird? Selbst wenn angenommen wird, dass alle Wähler eine unabhängige und vorurteilsfreie Einstellung haben, dass keiner von ihnen seinen eigenen Favoriten hat, und dass niemand irgendwelche anderen Erwägungen hat, muss nicht jedes Urteil der Mehrheit richtig sein, und es ist nicht gesagt, dass sie nicht irren kann.

     

    Aber wenn die Nachfolge durch eine Mehrheit – wie auch immer geartet – gefunden werden sollte, warum galt das dann für die Nachfolge des Propheten (s.), nicht aber für die Nachfolge von Abu Bakr, der seinen Nachfolger selbst bestimmte, und warum nicht für Umar, der ein Gremium zur Nachfolgerwahl bestimmte, und warum nicht für Uthman, der niemanden zur Nachfolge bestimmte, obwohl selbst Aischa ihn auf die Gefahren diesbezüglich hinwies? Sie richtete ein paar Worte an Umar, während er starb: „Lasse die islamische Ummah[39] nicht ohne einen Anführer. Ernenne einen Kalifen für sie und lasse sie nicht ohne jemanden mit Befehlsgewalt, andernfalls befürchte ich Zwist und Streitigkeiten.“

     

    Als sich die Wahl durch die Autoritäten als fruchtlos erwies, wurde sie aufgegeben und „Macht ist Recht“ wurde zum einzigen Kriterium, dass nämlich der, der andere unterjocht und sie unter seinen Einfluss und seine Kontrolle bringt, als Kalif des Propheten und als sein wahrhaftiger Nachfolger angesehen wurde. Daher endet auch die Reihe der „Rechtgeleiteten Kalifen“ bei Sunniten bereits nach vier.

     

    Das Seltsame ist, dass wenn ein Kalif seinen Nachfolger bestimmen kann, wie kann dann genau dieses Recht dem Propheten (s.) selbst verweigert werden, zumal das der einzige Weg war, alle Unstimmigkeiten zu beenden. Es ist zu berücksichtigen, dass der Prophet (s.) mehrmals in seinem Leben, deutlich auf seine Nachfolge hingewiesen hat. Das ist die korrekte Prozedur, die der Verstand gebietet und die auch durch die eindeutigen Aussagen des Propheten (s.) gestützt wird.

     

    Sehr deutlich wird das Dilemma um die Nachfolgefrage, als Umar von Abu Lu´lu´a verletzt wurde und er erkannte, dass er aufgrund der tiefen Wunde nicht überleben würde. Da bildete er ein beratendes Komitee und nominierte dafür Ali ibn Abu Talib, Uthman ibn Affan, Abdurrahman ibn Auf, Zubair ibn al-Awwam, Sa´d ibn Abi Waqqas und Talha ibn Ubaidullah und verpflichtete sie dahingehend, dass sie innerhalb von drei Tagen nach dem Ableben Umars einen unter sich zum Kalifen wählen sollten, während für diese drei Tage Suhaib als Kalif agieren sollte.

     

    Als sie diese Instruktionen empfingen, baten ihn einige der Mitglieder des Komitees, darauf hinzuweisen, welche Gedanken er über jeden einzelnen von ihnen hatte, um ihnen zu ermöglichen, in deren Lichte fortzuschreiten. Daraufhin erklärte Umar seine Gedanken über jeden Einzelnen. Er sagte, dass Sa´d grob und jähzornig sei, Abdurrahman sei der Pharao der Ummah; Zubair sei, wenn er zufrieden sei, ein wahrhaftiger Gläubiger, doch ein Ungläubiger, wenn er unzufrieden sei; Talha war die Verkörperung von Stolz und Hochmut, wenn er der Kalif werden würde, würde er den Ring des Kalifats an den Finger seiner Frau stecken, während Uthman nicht über seinen Clan hinausschauen würde.Was Ali betrifft, sagte er: „Er ist versessen auf das Kalifat, obwohl ich weiß, dass er allein es auf der richtigen Linie führen kann.“ Obwohl er das also zugab, hielt er es für nötig, das beratenden Komitee zu bilden, und durch die Wahl seiner Mitglieder und durch die Festlegung der Arbeitsprozedur stellte er sicher, dass das Kalifat die Richtung nehmen würde, in die er es dirigieren wollte.

     

    Bei vernünftiger Analyse kann man den Schluss ziehen, dass alle Faktoren für Uthman als Nachfolger von Umar vorgegeben wurden. Wenn man die Mitglieder des Gremiums betrachtet, so wird deutlich, dass einer von ihnen, nämlich Abdurrahman ibn Auf, der Mann von Uthmans Schwester ist, daneben Sa´d ibn Abi Waqqas, der abgesehen von seiner Feindschaft gegenüber Imam Ali (a.) ein Verwandter von Abdurrahman war. Keiner von ihnen würde gegen Uthman antreten. Der Dritte, Talha ibn Ubaidullah war Uthman zugetan und der Grund dafür war kein Geringerer, als dass er gegen Imam Ali (a.) eingestellt war. Denn gehörte zu den Bani Taim, und Abu Bakrs Zugang zum Kalifat hatte böses Blut geschaffen zwischen den Bani Taim und den Bani Haschim, denen Imam Ali (a.) entstammte.

     

    Was Zubair anging, selbst wenn er für Imam Ali (a.) gestimmt hätte, was hätte seine einzelne Stimme schon erreicht? Zudem gehörte auch er zu denen, die später einen Krieg gegen Imam Ali (a.) initiiert und geführt haben. Nach der Feststellung des Historikers Tabari war Talha nicht zu jener Zeit in Medina anwesend, aber seine Abwesenheit stand Uthmans Erfolg nicht im Wege.

     

    Vielmehr, selbst wenn er anwesend gewesen wäre, das Treffen des Komitees erreicht hätte und er als Alis Unterstützer gesehen werden könnte, so konnte immer noch kein Zweifel an Uthmans Erfolg bestehen, weil Umars scharfsinniger Geist eine Prozedur in Gang gesetzt hatte, die Folgendermaßen lautete: Wenn zwei über einen übereinstimmen und die anderen beiden über einen anderen, dann würde Abdullah ibn Umar als Schiedsrichter fungieren. Die Gruppe, die er bestimmt, sollte den Kalifen unter sich wählen. Wenn sie den Urteilsspruch Abdullah ibn Umars nicht akzeptiert, dann sollte der Gruppe Unterstützung gegeben werden, in der sich Abdurrahman ibn Auf befindet, aber wenn die anderen nicht zustimmen, dann sollen sie enthauptet werden, weil sie gegen diesen Urteilsspruch opponiert haben.[40]

     

    Hier hat die Nichtübereinstimmung mit dem Urteilsspruch von Abdullah ibn Umar keine Bedeutung, da er angewiesen worden war, die Gruppe zu unterstützen, in der sich Abdurrahman ibn Auf befand. Umar ibn al-Chattab hatte zudem seinen Söhnen Abdullah und Suhaib Folgendes angeordnet: „Wenn die Leute unterschiedlicher Meinung sind, dann solltest du dich auf die Seite der Mehrheit stellen, aber wenn drei von ihnen auf einer Seite sind und die anderen drei auf der anderen, dann stelle dich auf die Seite der Gruppe, in der sich Abdurrahman ibn Auf befindet.“[41]

     

    In dieser Instruktion bedeutet die Übereinstimmung mit der Mehrheit auch die Unterstützung von Abdurrahman ibn Auf, weil die Mehrheit nicht auf irgend einer anderen Seite sein konnte, da fünfzig Schwerter über den Köpfen der Oppositionellen schwebten mit dem Befehl, auf ihre Köpfe zu fallen auf Abdurrahmans Geheiß. Der Befehlshaber der Gläubigen (a.) hatte es in diesem bestimmten Moment mit seinen Augen vorausgesehen, dass das Kalifat an Uthman gehen würde, wie es aus folgenden Worten herausscheint, die er zu al-Abbas ibn Abd al-Muttalib sprach: „Das Kalifat ist von uns abgewendet worden“, und al-Abbas fragte ihn, wie er das wissen konnte. Er erwiderte: „Uthman ist auch an mich gebunden worden, und es ist niedergeschrieben worden, dass die Mehrheit unterstützt werden soll, aber wenn zwei über einen übereinstimmen und zwei über den anderen, dann soll der Gruppe Unterstützung gewährt werden, in der Abdurrahman ibn Auf ist.Jetzt wird natürlich Sa´d seinen Vetter Abdurrahman unterstützten, welcher der Mann von Uthmans Schwester ist.“ [42]

     

    Jedoch, nach Umars Tod fand dieses Treffen im Zimmer Aischas statt, und in dessen Tür stand Abu Talha al-Ansari mit fünfzig Männern mit gezogenen Schwertern in den Händen. Talha begann die Prozedur und rief alle anderen dazu auf, seine Aussage zu bezeugen, dass er sein Wahlrecht an Uthman gegeben habe. Das traf Zubairs Ehrgefühl, da seine Mutter Safiyya bint Abd al-Muttalib die Schwester des Vaters des Propheten war.So gab er sein Wahlrecht an Ali. Danach gab er sein Wahlrecht an Abdurrahman.Dies ließ drei Mitglieder der Beratungsversammlung übrig, von denen Abdurrahman sagte, dass er Willens sei, sein Wahlrecht aufzugeben, wenn Ali und Uthman ihm das Recht geben würden, einen von ihnen zu wählen oder einer dieser beiden sollte dieses Recht durch Rückzug des anderen erhalten.

     

    Das war eine Falle, in der Ali von allen Seiten gefangen war, nämlich entweder sollte er sein Recht aufgeben oder andernfalls zulassen, dass Abdurrahman nach Gutdünken handelte. Der erste Fall war ihm nicht möglich, das heißt, sein Recht aufzugeben und Uthman oder Abdurrahman zu wählen. So hielt er an seinem Recht fest, während Abdurrahman sich von dieser so genannten Macht trennte und zum Befehlshaber der Gläubigen (a.) sagte: „Ich leiste dir den Treueid, wenn du dem Buch Allahs folgst, der Sunna des Propheten und dem Verhalten der beiden Scheichs[43] folgst.“

     

    Imam Ali (a.) antwortete: „Vielmehr folge ich dem Buche Allahs, der Sunna des Propheten und meiner eigenen Rechtsfindung [idschtihad].“ Als Abdurrahman drei Mal die selbe Antwort erhalten hatte, nachdem er die Frage dreimal wiederholt hatte, wandte er sich an Uthman und fragte: „Akzeptierst du diese Bedingungen?“ Er hatte keinen Grund, sich zu weigern, stimmte diesen Bedingungen zu, und ihm wurde der Treueid geleistet. Als der Befehlshaber der Gläubigen (a.) sah, wie sein Recht mit Füßen getreten wurde, sagte er: „Das ist nicht der erste Tag, an dem ihr euch gegen uns gestellt habt. Ich muss nur schöne Geduld bewahren. Allah ist der Helfer gegen alles, was ihr sagt. Bei Allah, ihr habt nur Uthman zum Kalifen gemacht, weil ihr hofft, dass er das Kalifat an euch zurückgeben wird.“

     

    Nachdem er die Ereignisse der beratenden Versammlung [schura] aufgezeichnet hatte, schrieb Ibn Abu´l Hadid, dass Imam Ali (a.) sich folgendermaßen an Uthman und Abdurrahman wandte, als Uthman der Treueid geleistet worden war: „Möge Allah die Saat der Unstimmigkeit zwischen euch sähen“, und so geschah es, dass einer dem anderen zum erbitterten Gegner wurde, und Abdurrahman sprach nicht mehr mit Uthman bis zu seinem Tod. Selbst auf seinem Totenbett wandte er sein Gesicht von ihm ab, um ihn nicht zu sehen.

     

    Über die Herrschaft des dritten Kalifen äußerte sich der Befehlshaber der Gläubigen dahingehend, dass sobald Uthman an die Macht gekommen war, die Umayyaden an Boden gewannen und anfingen, den Besitz des Gemeinwohls [bait-ul-mal] zu plündern, sie skrupellos über Allahs Eigentum herfielen und es verzehrten, wie Vieh, das nach der Dürre grünes Gras sieht und es niedertrampelt. Diese Selbstsucht und Vetternwirtschaft brachte Uthman in die Situation, in dem sein Haus belagert wurde, und letztendlich wurde er genau dadurch getötet, was er verschlungen hatte.

     

    Die Misswirtschaft, die in seiner Periode stattfand, führte dazu, dass die hochrangigen Prophetengefährten einsam und verlassen, mit Armut geschlagen und von Mittellosigkeit umgeben wurden, während die Kontrolle über den Besitz des Gemeinwohls bei den Umayyaden lag und Regierungspositionen durch ihre jungen und unerfahrenen Leute besetzt wurden. Spezielles Eigentum der Muslime wurde von ihnen einverleibt, Weiden wurden nur ihrem Vieh zum Grasen zur Verfügung gestellt, Häuser allein von ihnen gebaut und Plantagen standen nur ihnen zur Verfügung. Wenn irgendein zu Bemitleidender über diese Exzesse sprach, wurden seine Rippen gebrochen, und wenn jemand gegen diesen Kapitalismus sprach, wurde er aus der Stadt verbannt.

     

    Der Missbrauch der Zakat und Almosen, die für die Armen und Verelendeten bestimmt waren sowie die Plünderung des Besitzes des Gemeinwohls, das gemeinsames Eigentum der Muslime war, kann an folgenden Beispielen erkannt werden: Al-Hakam ibn Abu al-Aas, der vom Propheten aus Medina verbannt worden war, wurde wieder in der Stadt aufgenommen, was nicht nur gegen die Verfahrensweise [sunna] des Propheten (s.) war, sondern auch gegen die Verfahrensweise der ersten beiden Kalifen, und ihm wurden dreihunderttausend Dirham aus der Gemeinwohlkasse [bait-ul-mal] ausgezahlt.[44] Al-Walid ibn Uqba, der im Heiligen Qur´an als Ruchloser bezeichnet wird[45], wurde hunderttausend Dirham aus der Gemeinwohlkasse der Muslime ausgezahlt.[46] Kalif Uthman verheiratete seine eigene Tochter Umm Aban mit Marwan ibn al-Hakam und zahlte ihm hunderttausend Dirham aus dem Allgemeinbesitz der Muslime aus[47].

     

    Er verheiratete seine Tochter Aischa mit Harith ibn al-Hakam und schenkte ihm hunderttausend Dirham aus dem Allgemeinbesitz der Muslime.Abdullah ibn Chalid wurden vierhunderttausend Dirham ausgezahlt. Er gab die Chums von Afrika von fünfhunderttausend Dinar an Marwan ibn al-Hakam[48].Fadak, das der erlauchten Prophetentochter Fatima (a.) vorenthalten wurde, wurde Harith ibn al-Hakam gegeben. Mahzur, ein Platz im Handelsbezirk von Medina, der vom Propheten zum Treuhandgut erklärt worden war, wurde Harith ibn al-Hakam geschenkt.

     

    Auf den Weiden rund um Medina durften nur die Kamele der Umayyaden grasen. Nach Uthmans Tod wurden hundertfünfzigtausend Gold-Dinare und eine Million Silberstücke in seinem Haus gefunden. Es gab keine Grenze für steuerfreie Ländereien der Umayyaden, und der gesamte Wert der Landgüter, die Uthman in Wadi-al-Qura und Hunain besaß, betrug hunderttausend Dinare. Es gab dort zahllose Kamele und Pferde.[49]

     

    Die Verwandten des Kalifen beherrschten alle wichtigen Städte. Al-Walid ibn Uqba war der Gouverneur von Kufa, aber als er in betrunkenem Zustand das Gebet leitete und vier statt zwei Gebetsabschnitte [rak´at] verrichtete und die Leute protestierten, wurde er entfernt. Doch der Kalif setzte einen Heuchler an seine Stelle, wie Sa´id ibn Aas. In Ägypten ernannte er Abdullah ibn Sa´d ibn Abi Sarh, in Syrien Muawiya ibn Abi Sufyan und in Basra Abdullah ibn Amir zu Gouverneuren[50].

     

     

     

    [1] „Al-Schiqschiqiyya“ ist die Bezeichnung für den Schaum vor dem Maul des Kamels, der hervorsprudelt. Der Begriff wird an der Stelle der Predigt erläutert, an der er erwähnt wird. Die Authentizität der Rede wird aufgrund ihrer besonderen Aussagen und Wirkung gesondert in der Erklärung zu diesem Abschnitt erläutert.

    [2] Gemeint ist Abu Bakr, dazu weitere Erläuterungen in der Erklärungen zu diesem Abschnitt.

    [3] Sinngemäß: für das Kalifat kämpfen soll

    [4] Gemeint ist der zweite Kalif Umar ibn al-Chattab

    [5] Hayyan ibn al-Samin al-Hanafi von Yamama war der Anführer der Banu Hanifa und der Oberbefehlshaber von Festung und Armee. Dschabir ist der Name seines jüngeren Bruders, während al-A´scha, dessen wahrer Name Maimun ibn Qais ibn Dschandal war, die Stellung seines engsten Vertrauten hatte, und er führte ein sorgloses und glückliches Leben durch seine Großzügigkeit. In dieser Aussage verglich er sein gegenwärtiges Leben mit dem vorherigen, d.h. die Tage, in denen er sich hart um seinen Lebensunterhalt mühte mit den einstigen, als er noch ein glückliches Leben führte in Hayyans Gesellschaft. Im allgemeinen hat der Befehlshaber der Gläubigen (a.) diesen Reim zitiert, um die Zeitspanne, in denen er in Schwierigkeiten lebte, mit der Periode zu vergleichen, die er unter der Pflege und dem Schutz des Propheten (s.) verbrachte, als er noch frei von jeglichem Kummer war und mentalen Frieden hatte. Aber wenn man die Gelegenheit in Betracht zieht, zu der er diesen Vergleich zog und den Gegenstand dieses Reims, wäre es nicht weit hergeholt, wenn er gezogen wurde, um auf die unbedeutende Stellung derjenigen hinzuweisen, die zu Lebzeiten des Propheten (s.) an der Macht waren und der Macht und Autorität, die sie nach ihm genossen. Das bedeutet, dass auf der einen Seite ihnen in den Tagen des Propheten aufgrund von Alis Persönlichkeit keine Bedeutung beigemessen wurde, dass aber die Tage sich nun geändert haben, da die selben Leute Herr der Belange der muslimischen Welt wurden.

    [6] Abu Bakr

    [7] Umar ibn Chattab

    [8] Gemeint sind sinnbildlich: des Kalifats Euter

    [9] Sinngemäß: der Tod ihm nahte

    [10] Während Abu Bakr seinen Nachfolger direkt bestimmte, bestimmte Umar eine Beratungsversammlung [schura] von sechs Personen, die das Kalifat unter sich ausmachen sollte. In dem Gremium sollte sich auch Imam Ali (a.) befinden.

    [11] Sa´d ibn Abi Waqqas, siehe: „Kitab-ul-Irschad“

    [12] Abdurrahman ibn Auf, siehe: „Kitab-ul-Irschad“

    [13] Uthman, der spätere dritte Kalif

    [14] Uthman, der spätere dritte Kalif

    [15] Die Umayyaden

    [16] Nach der Ermordung Uthmans

    [17] Heiliger Qur´an 28:83

    [18] Gemeint sind nach manchen Interpreten diejenigen, die zum Treueid gekommen sind.

    [19] Sinngemäß: den letzten Kalifen wie den ersten behandeln

    [20] Diese Stelle ist nach Aussagen vieler Gelehrter maßgebend für den Namen der Predigt. Die Predigt „al-Schiqschiqiyya“ wurde von Imam Ali (a.) so genannt, weil er, als Ibn Abbas ihn bat, sie dort wieder aufzunehmen, wo er sie unterbrochen hatte. sagte: „Oh Ibn Abbas! Es war der Schaum (des Kamels) [schiqschiqiyya], der hervorsprudelte und sich dann setzte.“

    [21] Es war damals üblich, dass wenn ein Autor einen eigenen Kommentar in ein Buch mit Überlieferungen einfügt, er sich selbst in der dritten Person vorstellte.

    [22] Auch dieser arabische Ausdruck bedeutet „er hat ihr den Kopf mit dem Zügel hochgezogen“. Der Grund der Verwendung liegt in der arabischen Stilistik, wodurch der Reim ermöglicht wurde.

    [23] Zum Ausdruck soll mit dem eloquenten Reim Imam Alis (a.) der Umstand kommen, dass die islamische Weltgemeinschaft zu führen derart sensibel ist, dass sie weder zu „locker“ an die Zügel genommen werden kann, noch zu „fest“.

    [24] Ein philosophische Denkrichtung des Islam, die sich sowohl gegen Aschariya als auch gegen Schia wandte.

    [25] Nach der Hidschra, nach der Auswanderung, welche den Beginn der islamischen Zeitrechung markiert

    [26] Uthman

    [27] Scharh Ibn Abu´l Hadid, Band 1, S.205-206

    [28] Scharh al-Balagha, Band 1., S. 252-253.

    [29] Scheich Abu Nasr al-Hassan ibn Muhammad ibn Ibrahim berichtete mir von al-Haad­schib Abu´l Wafa Muhammad ibn Badi´, von al-Hussain ibn Ahmad ibn Badi´ und al-Hussain ibn Ahmad ibn Abdurrahman, sie (alle) von al-Hafiz Abu Bakr (Ahmad ibn Musa) ibn Mardawaih al-Asbahani (gest.416 n.d.H.), von al-Hafiz Abul-Qasim Sulaiman ibn Ahmad al-Tabarani (gest. 360 n.d.H), von Ahmad ibn Ali al-Abbar, von Ishaq ibn Said Abu Salamah al-Dimaschqi, von Chulaid ibn Daladsch, von Ata ibn Abi Rabah, von Ibn Abbas, siehe „Bihar al-Anwar, 1. Ausgabe Bd. 8. S. 160-161

    [30] Bihar al-Anwar, 1. Ausgabe Bd. 8. S. 161

    [31] „Muhammad ibn Ibrahim ibn Ishaq al-Taqalani sagte uns, dass Abu al-Aziz ibn Yahya al-Dschaludi (gest. 332 n.d.H.) ihm berichtet hatte, dass Abu Abdillah Ahmad ibn Ammar ibn Chalid ihm gesagt hatte, dass Yahya ibn Abd al-Hamid al-Himmani (gest. 228 n.d.H.) ihm erzählt hatte, dass Isa ibn Raschid diese Rede von Ali ibn Hudhaifa überliefert hatte, und der wiederum von Ikrima, dieser von Ibn Abbas.“ Siehe Ilal al-Schara´i“, Band 1, Kap.. 122, S. 144, „Ma´ani al-Achbar“, Kap. 22, S.360-361.

    „Muhammad ibn Ali Madschilawaih überlieferte uns diese Rede, und er nahm sie von seinem Onkel Muhammad ibn Abul-Qasim, der von Ahmad ibn Abi Abdillah (Muhammad ibn Chalid) al-Barqi, dieser von seinem Vater, der von (Muhammad) Ibn Abi Umair, der von Aban ibn Uthman, der von Aban ibn Taghlib, dieser von Ikrima, der dann von Ibn Abbas.“ Siehe: „Ilal al-Schara´i“, Band 1, Kap. 122, S. 146, „Ma´ani al-Achbar”, Kap. 22, S. 361

    [32] Anwar an Nu´maniyyah, S. 37

    [33] Anwar an Nu´maniyyah, S. 37

    [34] Al-Tara´if, S. 202

    [35] Al-Amali, S. 237

    [36] Kitab al-Irschad, S. 135

    [37] In Saqifa wurde über die Nachfolge des Propheten (s.) gestritten, noch bevor er begraben war. Imam Ali (a.) war dabei, den Leichnam des Propheten (s.) zu waschen, während in seiner Abwesenheit Abu Bakr zum neuen Kalifen bestimmt wurde.

    [38] Islamische Gemeinschaft

    [39] Islamische Gemeinschaft

    [40] Tarich al-Tabari, Band 1, S. 2779-2779; Ibn al-Athir, Band 3, S. 67

    [41] Al-Tabari, Band 1, S.2725, 2780; Ibn al-Athir, Band 3, S. 51, 67

    [42] Al-Tabari, Band 1, S.2725, 2780; Ibn al-Athir, Band 3, S. 51, 67

    [43] Gemeint waren die ersten beiden Kalifen Abu Bakr und Umar

    [44] Ansab al-Aschraf, Band 5, s. 27, 28, 125

    [45] Bezogen auf Heiliger Qur´an 49:6

    [46] Iqd al-Farid, Band 3, S. 94

    [47] Scharh Ibn Abu´l Hadid, Band 1, S. 198-199

    [48] Al-Ma´arif von Ibn Qutaiba, s. 84

    [49] Murudsch al-Dhahab, Band 1, S. 435

    [50] Murudsch al-Dhahab, Band 1, S. 435

     

     

    Quelle: http://www.balaghah.net