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    39.Predigt – Nach einem Überfall Muawiyas

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    Dies ist die Predigt, als er (a.) erfuhr dass Nu´man ibn Baschir, der Gefährte von Muawiya (l.)[1], (den Ort) Ain al-Tamr überfallen hatte. Darin spricht er sich von Verantwortung frei und treibt die Leute dazu an, ihm beizustehen.

     

    Ich bin mit Leuten geschlagen, die mir nicht gehorchen, wenn ich ihnen befehle, und die mir nicht antworten, wenn ich sie rufe. Möget ihr keinen Vater haben[2]! Was erwartet ihr, dass euer Herr[3] euch hilft? Habt ihr keine Religion, die euch zusammenführt, und keinen Eifer, der euch in Zorn (gegen eure Gegner) versetzt?

     

    Hier stehe ich unter euch auf, laut rufend, und ich rufe euch Hilfe suchend an, doch ihr hört weder meiner Predigt zu, noch gehorcht ihr meinen Befehlen, bis dass die Dinge die üblen Folgen erkennen lassen. Mit euch kann man keinen Aufstand machen, und keine Ziele können mit euch erreicht werden. Ich habe euch zur Hilfe eurer Brüder aufgerufen, doch ihr machtet Geräusche wie ein Kamel, das Bauchschmerzen hat, und ihr wurdet so schwerfällig wie ein Kamel mit magerem Rücken. Dann kam ein kleines schwaches Kontingent von getriebenen Soldaten zu mir: „Als ob sie in den Tod getrieben würden und (ihn) vor Augen hätten“[4]

     
    Sayyid al-Radhi sagt: Seine Aussage „mutadha’ib (getrieben)” bedeutet „mu’tarib (beunruhigt getrieben)“. Man sagt auch „tadha’abat aríh (der Wind bewegt sich wie getrieben)“, und genau so wird der Wolf auch „dhib” genannt, wegen seiner unruhigen Art sich zu bewegen.

     
    Erläuterung

     
    Muawiya entsandte ein Kontingent von zweitausend Soldaten unter der Führung von Nu´man al-Baschir, um den Ort Ain al-Tamr anzugreifen. Dieser Ort war eine Verteidigungsbasis des Befehlshabers der Gläubigen (a.) nahe Kufa, deren Verantwortlicher Malik ibn Ka´b al-Arhabbi war. Obwohl er etwa tausend Kämpfer unter sich hatte, waren dennoch im entscheidenden Moment nur hundert Mann präsent. Als Malik die feindliche Offensive herankommen sah, schrieb er an den Befehlshaber der Gläubigen (a.) und erbat von ihm Hilfe.

     

    Als Imam Ali (a.) die Botschaft erhielt, bat er die Leute, ihm zu helfen, aber es waren nur dreihundert Leute bereit dazu.Infolgedessen war der Befehlshaber der Gläubigen (a.) angeekelt und hielt diese Predigt, um sie zu tadeln. Als Imam Ali (a.) an seinem Haus ankam, nachdem er die Predigt gehalten hatte, kam Adi ibn Hatim al-Tayyi zu ihm und sagte: „Oh Befehlshaber der Gläubigen, um die tausend Mann der Banu Tayyi sind unter meinem Befehl. Wenn du es befiehlst, dann werde ich sie losschicken.“ – „Es sieht nicht gut aus“, sagte der Befehlshaber der Gläubigen (a.), „falls sich nur Leute eines Stammes dem Gegner entgegenstellen.Halte deine Streitmacht im Tal al-Nuchaila bereit.“ So ging er dorthin und rief die Leute zur Anstrengung [dschihad], so dass sich außer den Banu Tayyi noch tausend andere Kämpfer versammelten. Sie machten sich gerade zum Aufbruch bereit, als eine Botschaft von Malik ibn Ka´b sie erreichte, dass Hilfe nicht notwendig sei, da sie den Gegner alleine zurückgeschlagen hätten.

     
    Der Grund dafür bestand darin, dass Malik Abdullah ibn Hawala al-Azdi hastig Botschafter zu Qaraza ibn Ka´b al-Ansari und Michnaf ibn Sulaim al-Azdi geschickt hatte, damit, falls die Hilfe aus Kufa verspätet ankommen würde, er von dort rechtzeitig Hilfe erhalten würde.Abdullah ging zu beiden, aber er bekam keine Hilfe von Qaraza. Michnaf ibn Sulaim machte jedoch fünfzig Leute bereit, unter dem Kommando von Abdurrahman ibn Michnaf, und sie kamen gegen Abend dort an. Bis zu dieser Zeit waren die zweitausend Mann (des Gegners) nicht in der Lage gewesen, die hundert Mann von Malik zu überwältigen. Als al-Nu´man diese fünfzig Mann sah, dachte er, dass ihre Streitmächte begonnen hatten, vorzudringen, so floh er vom Schlachtfeld.
    [1] Abkürzung der Fluchformel: „Der Fluch Gottes sei mit ihm“ [lanat-ullah alaih], die an manchen Stellen im Originaltext Verwendung findet.

     
    [2] Sinngemäß: „Wehe euch“.
    [3] Allah, der Erhabene
    [4] Heiliger Qur´an 8:6

     

     

    Quelle: http://www.balaghah.net