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    5. August: Tag der Islamischen Menschenrechte und Menschenwürde

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    5. August: Tag der Islamischen Menschenrechte und Menschenwürde
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    Die Menschenrechte sind heute in den verschiedenen Ländern mehr denn je ein Thema und es lässt sich kaum eine Regierung finden, die nicht von den Menschenrechten oder Verstößen gegen diese sprechen würde.

     

    Es wurden zahlreiche verpflichtende Urkunden international über die Menschenrechte ausgestellt und aufgrund dieser Urkunden, sind internationale Mechanismen für die Beaufsichtigung der Menschenrechte entstanden. Es lässt sich kaum noch ein privater oder gesellschaftlicher Bereich finden , für den keine Regel zum Schutz der relevanten Rechte aufgestellt worden wäre.

     

    Dadurch ist die Debatte um die Menschenrechte derartig ausgedehnt worden, dass auch gedankliche Entgleisungen und Verstöße gegen die wahren menschlichen und göttlichen Werten , wie Abtreibung, Homosexualität und ähnliches als Rechte des Menschen   debattiert und andere Rechtsordnungen herausgefordert werden. Weltweit haben sich viele Denker über diese einseitige verantwortungslose Ausdehnung von angeblichen Rechten besorgt erklärt und fordern, dass parallel dazu auch das System der gesetzlichen und ethischen Verpflichtungen gestärkt wird.

     

    Die Islamischen Regierungen und Denker haben aufgrund der teilweisen Widersprüche der westlichen Menschenrechte mit den islamischen Quellen, eine Islamische Menschenrechtserklärung aufgestellt. Diese wurde nach mehreren Sachverständigensitzungen am 5. August 1990 in Kairo von der Organisation für Islamische Zusammenarbeit OIC bewilligt . Die Islamische Menschenrechtserklärung zeigt die gemeinsamen Standpunkte der Islamischen Staaten hinsichtlich der Menschenrechte und Pflichten der islamischen Regierungen.

     

    Mehrere Jahre nach Verabschiedung dieser Erklärung wurde 2008 auf Vorschlag der Islamischen Republik Iran auf der OIC- Sitzung in Kampala , der Hauptstadt von Uganda, eine Resolution verabschiedet und der 5. August, d.h. der Tag an dem die Menschenrechtserklärung von der OIC 1990 verabschiedet wurde , zum Tag der Islamischen Menschenrechte und Menschenwürde ernannt. In den verschiedenen muslimischen Ländern finden aus diesem Anlaß am 5. August jedes Jahres Sonderveranstaltungen statt.

     

    Der Begriff Menschenrechte in seinem heutigen Sinne fand eigentlich erst nach Ende des Zweiten Weltkrieges und Gründung der Vereinten Nationen im Jahre 1945 zunehmend Anwendung. Die Internationale Menschenrechtserklärung ist am 10. Dezember 1948 verabschiedet worden. Aber die grundlegenden Begriffe und die Prinzipien, auf denen diese Menschenrechte aufbauen , wie der Glaube an die Würde des Menschen, haben schon sehr viel früher im menschlichen Denken und der Kultur existiert.

     

    Im Koran werden grundsätzliche Inhalte der Menschenrechte und insbesondere das Prinzip der Menschenwürde wiederholt unterstrichen. Im Vers 70 der Sure 17 heißt es:

     

    „Wir haben doch wahrlich die Kinder Adams geehrt und sie (mit Reittieren und Gefährten , Schiffe ) über Land und Meer getragen und sie versorgt mit guten Dingen und sie ausgezeichnet, eine Auszeichnung vor jenen vielen, die Wir geschaffen.“

     

    Gott bezeichnet im Koran die Menschen als so würdig, dass sie die Erde erben und Sein Statthalter auf Erden sein können.

     

    Der Mensch gilt in der Schöpfung und vom Wesen her , weil ihm Gott von seinem Geist eingehaucht und ihm Vernunft mitgegeben hat, als würdiges Wesen. Diese Würde ist ein göttliches Geschenk , das alle Menschen und Völker erhalten haben. Marcel André Boisard vom Hochschulinstitut für internationale Studien und Entwicklung in Genf sagt: „Der universale Standpunkt des Islams hebt sich durch zwei starke Vorzüge von anderen ab: Erstens der Glaube an Gott, und zweitens die Ablehnung jeglicher Überlegenheit aufgrund der Rasse oder Ethnie. Der Islam betont die Gleichheit der Menschen. Durch die Verkündung dieser Grundsätze, konnte der Prophet (s) die ethnische oder rassistische Ereiferung der Araber in der vorislamischen Zeit und der jüdischen Volksstämme und der Götzendiener von Mekka entwurzeln. Kein Religionsglaube hat so sehr wie der Islam dem Menschen Ansehen verliehen.“ Ende Zitat.

     

    Aus der Sicht des Islams ist jedes Streben nach Überlegenheit aufgrund der Staatsangehörigkeit, Rasse, Hautfarbe, finanzieller und gesellschaftlicher Position, Position der Familie oder Volkszugehörigkeit usw. nicht gestattet und widerspricht der Würde des Menschen.

     

    Im Vers 13 der Sure Hudscharat , Sure 49, sagt Gott:

     

    „Ihr Menschen, Wir haben euch von Mann und Weib erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, damit ihr einander kennt ( die dadurch entstandenen Unterschiede sind aber kein Bewertungsmaßstab). Wahrlich, der Angesehenste von euch ist vor Allah der, der unter euch der Gottesfürchtigste ist …“

     

    Insgesamt sind es der Glaube , das Wissen und die Gottesfürchtigkeit , rechtschaffenes Handeln und eine gute Moral und Entfaltung der Tugenden, die gemäß dieser Religionslehre zur Stärkung der Brüderlichkeit, der Freundschaft, der Nachsicht und Menschenliebe führen. Die Abkehr von diesen guten Eigenschaften bedeutet jedoch eine Abkehr von der menschenwürdigen Natur und von der Menschlichkeit. Aber es ist darauf zu achten, dass selbst die hohen menschlichen Tugenden nicht zur Folge haben, dass jemand privatrechtlich oder gesellschaftsrechlich eine Vorzugsstellung genießt. Diese Tugenden werden erst im Jenseits voll belohnt werden.

     

    Obwohl es grundsätzliche Unterschiede zwischen den westlichen und islamischen Menschenrechten gibt, sind auch wichtige Gemeinsamkeiten vorhanden. Eine gemeinsame Grundlage ist die Geltung der Vernunft.

     

    Die Islamische Philosophie betrachtet den Menschen als ein Wesen mit Vernunft, das nachdenken kann, und sich dadurch von den anderen Geschöpfen auszeichnet. Genauso wie die göttliche Offenbarung eine Quelle zur Ableitung von Geboten, Pflichten und Rechten ist, ist auch die Vernunft eine Quelle zur Feststellung von Rechten, Regeln und Pflichten des Menschen gegenüber Gott und den anderen.

     

    Eine weitere Gemeinsamkeit zwischen den islamischen und westlichen Menschenrechten besteht darin, dass der Mensch als Geschöpf angesehen wird, das Entscheidungs- und Willensfreiheit besitzt. Die Menschen können aufgrund ihres eigenen Willens Entscheidungen für ihr diesseitiges und jenseitiges Schicksal treffen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass aus der Sicht des Islams Folgendes gilt:

     

    Falls der Mensch gemäß Vernunft und den göttlichen Lehren handelt, geht er den Weg der Rettung , aber wenn er seine Vernunft nicht richtig nutzt, wird er Gefangener diabolischer Verführungen, sinkt auf die Stufe eines Tieres herab und verliert seine Würde. Ein anschauliches Beispiel sind Kriegsverbrecher und Diktatoren und Frevler, die die Rechte von Menschen und von Völkern missachten und, indem sie das Blut von unschuldigen Menschen vergießen, ihre raubtierähnliche Verlangen befriedigen.

     

    Die Unterschiede zwischen den westlichen und islamischen Rechten , die neben   diesen gemeinsamen Punkte in wichtigen Grundlagen der Menschenrechte und hinsichtlich des Grundsatzes der Menschenwürde vorliegen, entstehen durch die unterschiedlichen Ziele und das unterschiedliche Religionsverständnis. Die heutigen Menschenrechte aus dem Westen sind keine göttlichen Rechte, denn ihre Drehachse ist der Humanismus, der den Mensch in den Mittelpunkt stellt. Im Gegensatz zum Humamismus ist im Islam der Eine Gott zentraler Mittelpunkt des Daseins.

     

    Einige europäische Länder, wie Holland, und auch andere westliche Länder haben vor der Verabschiedung der Menschenrechtserklärung sogar die Ignorierung des religiösen Weltbildes bemängelt. Der holländische Botschafter an der UNO erklärte vor der UN-Vollversammlung: „ In dieser Erklärung bleibt der göttliche Ursprung des Menschen und die Ewigkeit seiner Seele unerwähnt. In Wahrheit ist jedoch Gott die Quelle aller dieser Rechte, und Er hat allen , die diese Rechte gefordert haben, eine große Verantwortung übertragen. Wenn diese Verbindung nicht beachtet wird, ist es dasselbe, als wenn man eine Pflanze von ihren Wurzeln trennt oder ein Haus ohne Fundament baut.“

     

    Dieser Standpunkt fand keinen Widerhall bei der Verabschiedung der Internationalen Menschenrechtserklärung aber dennoch verhallte das Plädoyer für die religiöse Interpretation der Menschenrechte vor der UNO nicht völlig, sondern   sie fand 1990 in der Islamischen Menschenrechtserklärung einen sichtbaren Niederschlag.

     

    Die Menschenrechte, von denen heute auf der Welt die Rede ist, haben sich im westlichen Zivilisationsraum entwickelt. Die Globalisierung dieser Menschenrechte bedeutet nichts anderes als dass die anderen Kulturen der herrschenden westlichen Kultur gleichgemacht werden sollen. Viele Anhänger der Gottesreligionen und viele Völker haben sich bislang dagegen gewehrt. Regierungen nicht-westlicher Länder haben öfters bekannt gegeben dass die Kultur und Werte, die in ihren Ländern gelten, zumindest mit einem Teil der Menschenrechte, die für die westlichen Regierungen gelten, nicht übereinstimmen.

     

    Dazu kommt, dass die westlichen Regierungen in der Praxis viele Punkte der internationalen Menschenrechtserklärung selber gar nicht beachten und die Rechte ihrer eigenen Bevölkerung und anderer Länder verletzen.

     

    Angesichts dieser Tatsachen, muss allen Menschen das Recht eingeräumt werden, dass sie skeptisch auf das blicken, was die westlichen Regierungen als Menschenrechte präsentieren. Sie müssen die Freiheit haben, bessere und umfassendere Bestimmungen wählen zu können. Aufgrund dieses Rechtes werden automatisch circa anderthalb Milliarden Menschen auf der Welt , die Muslim sind die Menschenrechten und die Menschenwürde wünschen , welche auf den wertvollen Lehren ihrer Religion beruhen.