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    Die Liebe zur Ahl al Bayt (a.)

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    Die Liebe zur Ahl al Bayt (a.)
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    قُلْ لاَ أَسْأَلُكُمْ عَلَيْهِ أَجْرا ً إِلاَّ الْمَوَدَّةَ فِي الْقُرْبَى

     

    Sprich: Ich verlange von euch keinen Lohn dafür, es sei denn die Liebe wie zu den Verwandten

    (Sure 42, Vers 23)

     

     

    Es ist deutlich, dass die Nachahmung des Propheten (s.) und seine humane und tolerante Gesetzgebung grundlegend erforderlich und notwendig ist. Diese Nachahmung spiegelt zum einen die Liebe des Dieners zu seinem Herrn wieder, zum anderen stellt sie eine unvermeidliche Voraussetzung für die Liebe des Herrn zum Diener dar. Ebenso deutlich ist, dass die Nachahmung des Propheten (s.) bedeutet, dass man verpflichtet ist, seinen Worten zu gehorchen und gemäß seinen Taten zu handeln und dazu gehören seine aufeinanderfolgenden Anweisungen bezüglich der Festhaltung an seine reine Nachkommenschaft (a.). Somit ergibt sich, dass die Nachahmung des Propheten (s.) und seiner Nachkommenschaft (Ahl al Bayt) wie auch die Liebe zu ihnen beiden:

     

     

    1.die wahrhaftige Liebe des Dieners zu seinem Herrn aufdeckt und

    2.zur Verwirklichung der Liebe des Herrn zum Diener führt.

     

    Nun lasst uns die Wirklichkeit und die Erläuterungsweise dieser Liebe genauer analysieren. Mit anderen Worten: Wozu ist diese Liebe da und welche Stufe verlangt sie von den Liebenden?

     

    Wie zuvor erwähnt, ist die Liebe und Ambition zur Aneignung der Vervollkommnung instinktiv in den Menschen veranlagt. Diese Liebe zur Vervollkommnung nimmt sogar eine besondere Stellung in seiner Existenz an. Sie ist also existentiell, subjektiv und ausgeprägt und bedarf somit keiner Begründung. Der Grund hierfür liegt darin, dass das Subjektive nicht begründet wird und somit die Frage danach, die Hinterfragung der Herkunft seiner Existenz (des Menschen) bedeuten würde.

     

     

    In diesem Zusammenhang wird uns klar, dass jegliche Ursprünge und Quellen der Vervollkommnung, seien diese „Mulkiyya“ oder „Malakutiyya“[1], menschliche oder engelhafte, sich als Ziele für den Weg zur Vervollkommnung eines Menschen darstellen. Entsprechend der Stufen dieser Quellen und Ursprünge kann sich der Mensch davon beliebig ausstatten, um das höchste Ziel zu erlangen, die absolute Vervollkommnung. Zudem gilt, dass der Mensch an sich eine Erscheinung der Erscheinungsbilder der schönsten Namen Gottes darstellt. In ihm (dem Menschen) befinden sich unter anderem die göttlichen Fähigkeiten, wie beispielsweise das Wissen, das Leben und die Kreativität. Gewiss, je mehr Perfektionen in höheren, größeren und gewaltigeren Stufen sich der Mensch aneignet, desto intensiver und stärker ist die Erscheinung der schönsten Namen Gottes in ihm und umgekehrt.

     

    Folglich ist es klar, dass jeder Mensch, der über Perfektionen verfügt, einen Anreiz und eine Anziehung für andere aufweist, geschweige denn, dass einem noch höhere, größere und gewaltigere Perfektionen zugrunde liegen. Wie ist es dann bei jenem, der von jegliche Faulheit und jeglichem Mangel befreit ist, außer der Bedürftigkeit zu Gott, dem Erhabenen? Zweifelsohne ist dieser dann der einzigartige Mittelpunkt im Zentrum der pragmatischen Welt wie auch der Kern, auf den alle Blicke gerichtet sind.

     

    Erkennen wir also – was der Wahrheit entspricht – dass die Ahlulbayt (a.):

    -das grundlegendste und stärkste Argument dessen, was vorläufig behauptet wurde,
    -über all die schönen vorstellbaren Perfektionen verfügen,
    -der absoluten Vervollkommnung am nächsten stehen,
    -jene sind, die jeglichen Verlust vermissen außer die Bedürftigkeit zum Reichen, der Nachsichtige für alles Vermisste[2],
    -jene sind, von denen die Flut entspringt und zu denen kein Vogel emporsteigt[3],

    so ergibt sich, dass die Nachahmung und die Liebe zur Ahl al Bayt (a.) instinktiv in den Menschen verankert ist. Derjenige, der sich an ihnen festhält und zu ihnen aufruft, verhält sich also entsprechend seiner ursprünglichen Veranlagung bzw. Natur (Fiţrah).

     

    Daraus wird uns der Grund für die Liebe der Ahl al Bayt (a.) deutlich, dass sie existentiell in uns verankert ist, zusammenhängend mit der Liebe zur Vervollkommnung, die mit ihnen (Ahl al Bayt) verbunden ist. Demnach hebt sich die Frage nach dem Grund für diese Liebe auf, genauso wie sie sich nach dem Ursprung der Liebe zur Vervollkommnung wie auch das Streben danach aufhebt.

     

    In diesem Zusammenhang werden uns zahlreiche Geheimnisse enthüllt. Zu den bedeutendsten davon gehört die Verpflichtung aller vergangenen Propheten

    -zur Anerkennung des Prophetentum des geehrten Propheten (s.) wie auch die Verpflichtung
    -zur Erkennung der Führerschaft von Ali (a.) und der Ahl al Bayt (a.),

    wie in unzähligen Überlieferungen zu erkennen ist.[4]

     

    Daraus können wir eine weitere Erläuterung für die authentische Überlieferung des Propheten herleiten:

    „Oh Ali, du bist derjenige, der die Hölle unterteilt. Du wirst sagen: „Jene sind für mich, und jene sind für dich (die Hölle)“[5]

     

    In eine andere Überlieferung heißt es:

    „Du (Ali) bist derjenige, der zwischen Hölle und Paradies spaltet. Am Tage des Jüngsten Gerichts wirst du zur Hölle sagen: „Jene sind für mich, und jene sind für dich!“[6]

     

    Er (Ali) ist somit die gewünschte Vervollkommnung. Derjenige, der sie erreicht, wird das Paradies erreichen. Glücklich sei jener, der sich an ihm (Ali) festhält und ihm folgt. Dies ist tatsächlich die große Glückseligkeit. Sollte man aber diese erhabene Vervollkommnung nicht sehen können und nicht das folgen, was Gott ihm vorgeschrieben hat, so sollten die Reue und das Elend auf ihm herabkommen. Jene „zeigt ihnen Allah ihre Taten als gramvolle Reue“[7]. Welch eine Reue wird dies sein! Es ist die Reue dafür, was man im Diesseits versäumt und sich drüber lächerlich gemacht hat. Es ist die Reue, wegen ihr die Berge zusammenbrechen und die Hölle anfängt zu glühen.

     

     

    أَنْ تَقُولَ نَفْس ٌ يَاحَسْرَتَا عَلَى مَا فَرَّطْتُ فِي جَنْبِ اللَّهِ وَإِنْ كُنْتُ لَمِنَ السَّاخِرِينَ

     

     

    Damit nicht etwa einer spräche: „O wehe mir, um dessentwillen, was ich gegenüber Allah versäumte! denn wahrlich, ich gehörte zu den Spöttern“[8]

     

     

    أَوْ تَقُولَ لَوْ أَنَّ اللَّهَ هَدَانِي لَكُنْتُ مِنَ الْمُتَّقِينَ

     

     

    Oder damit nicht einer spräche: „Hätte mich Allah geleitet, so wäre auch ich unter den Rechtschaffenen gewesen“[9]

     

     

    أَوْ تَقُولَ حِينَ تَرَى الْعَذَابَ لَوْ أَنَّ لِي كَرَّة ً فَأَكُونَ مِنَ الْمُحْسِنِينَ

     

     

    Oder damit nicht einer spräche, wenn er die Strafe sieht: „Gäbe es für mich doch Wiederkehr, dann wollte ich unter denen sein, die Gutes tun.“[10]

    Dann werden die Gläubigen fröhlich und die Verlogenen unterliegen sein.

     

     

    Es wird überliefert, dass der Befehlshaber der Gläubigen, Ali (as.) sagte: „Ich bin das Auge Gottes und ich bin die Hand Gottes und ich bin die Nähe Gottes, und ich bin die Tür zu Gott“[11] Und von Imam Musa Ibn Ja`far al-Kazim (a.) wird überliefert, dass er in Zusammenhang zu diesem Vers sagte:

     

     

    يَا حَسْرَتَى عَلَى مَا فَرَّطْتُ فِي جَنْبِ اللهِ

     

     

    „Oh wehe mir um dessentwillen, was ich gegenüber Allah versäumte!“

     

    Er (a.) sagte: ‚Mit „gegenüber Allah“ ist der Befehlshaber der Gläubigen Ali (a.) gemeint, sowie die Befehlshaber nach ihm, die auf den höchsten Rängen sind, bis die Angelegenheit bei dem letzten Befehlshaber[12] endet“[13]

     

    Dennoch könnte man die Frage stellen: „Wenn die Liebe zur Ahl al Bayt (a.) eine veranlagte Sache ist, mit der der Mensch in seiner ursprünglichen Existenz erschaffen wurde, wieso finden wir dann viele von ihren Gegner in der Menschheitsgeschichte wieder? Die Antwort darauf lautet:

     

    Dem Menschen wurde die Entscheidung im Diesseits überlassen, wem er folgen möchte oder von wem er sich lossagen will. Diese Tatsache widerspricht nicht die Veranlagung des Ursprungs einer Sache wie z.B. die Erkenntnis Gottes und der Monotheismus, denn Gott erschuf die Geschöpfe mit der Veranlagung, die zur Erkenntnis Gottes und zum Monotheismus hilft. Trotzdem finden wir, dass die Anzahl der Atheisten und Polytheisten auf Erden im Vergleich zur Gesamtbevölkerung der Erde nicht wenig ist.[14] Ohne Zweifel glauben und handeln sie frei nach ihrem individuellen Willen, jedoch entgegen der Veranlagung, mit der sie erschaffen wurden.

     

    Wie bereits erwähnt, gibt es keinen Widerspruch zwischen der Veranlagung, mit der ein Ding erschaffen wurde und der Auswahl, die man gegen seine Veranlagung trifft. Das vorher genannte Beispiel zur Erkenntnis Gottes und dem Monotheismus sollte als Veranschaulichung ausreichen. Sicher gibt es hierzu auch zahlreiche Beispiele, auf die wir nicht mehr eingehen werden, um den Rahmen einzuhalten.

     

     

    وَآخِرُ دَعْوَانا أَنِ الْحَمْدُ لِلَّهِ رَبِّ الْعَالَمِينَ

    Der letzte Ruf gebührt dem Dank Allahs, dem Herrn der Welten

     

     

    ………………..

     

    [1] Es bedeutet, ob diese von der Welt der „mulk“ oder der „malakut“ sind. „Al Mulk“ ist die pragmatische Welt, der Materialismus, des Scheines und des Empfindens. „Al Malakut“ ist die Welt des Verborgenen. Siehe hierzu laţa’if al a`lam fi isharat ahl al’ilham, S. 551.

    أي سواء كانت من عالم الملك أو الملكوت، والملك هو عالم الشهادة والمادّة والحسّ، والملكوت هو عالم الغيب، انظر: لطائف الأعلام في إشارات أهل الإلهام، مصدر سابق: ص 551.

    [2] Siehe hierzu einige altherkömmliche Bittgebete der Ahlulbayt (a.): „Der Bezeugender alles Bezeugten, und der Schöpfer aller Geschöpfe, und der Registrator alles aufgezählte, und der Nachsichtige für alles Vermisste, lediglich du bist Gott.“, Misbaĥ al Mutahadshid von Sheikh al Ţusi, Fiqh-al-Shia-Verlag, 1 Aufl., Beirut 1411 Hd.: S. 804.

    جاء في بعض الأدعية المأثورة عن أهل البيت عليهم السلام: (وشاهد كلّ مشهود، ومُوجد كلّ موجود، ومُحصي كلّ معدود، وفاقد كلّ مفقود، ليس دونك من معبود…).

    انظر: مصباح المتهجّد لشيخ الطائفة الطوسي، نشر مؤسّسة فقه الشيعة، الطبعة الأولى، 1411هـ، بيروت: ص804.

    [3] Siehe hierzu die Predig von Al-Shaqshaqiyya von Imam Ali, der Fürst der Gläubigen (a.): „Die Flut entspringt von mir, und kein Vogel kann zu mir emporsteigen.“, Nahdsch-ul-Balagha – Pfad der Eloquenz, 3. Predigt, Untersucht von Mohammed `abdeh: Band 1, S 31.

    جاء في الخطبة الشقشقية لأمير المؤمنين عليه السلام: (ينحدر عنّي السيل ولا يرقى إليَّ الطير…). نهج البلاغة، تحقيق محمد عبده: ج1 ص31.

    [4] Der Prophet (s.) sagte an dem Tag, als Er (s.) in den Himmel hingeführt wurde: „Ein Engel kam zu mir und sagte: ‚Oh Mohammed, frage wozu die von uns vor dir entsandten Gesandten gesandt wurden?‘ Ich (der Prophet) sagte: ‚Wozu wurden sie gesandt?‘ Er (der Engel) sprach: ‚Deiner und Ali´s Führungsauftrags wegen.“ Siehe hierzu: Al Ĥakim al Nisaburi, Ma`rifat `ulūm al Ĥadith, Dar al-Āfaq al-Jadidah-Verlag, Beirut, 4 Aufl., 1400H.: S. 96. Und auch: Ibn Shahr Āshub, Manaqib Āl ‚abi Ţalib, Ausdruck der al-Ĥaydariah-Bibliothek, Al Najaf 1956, Band 1, S. 247; Sheikh Moĥammed bin Aĥmad bin Shathan al-Qummi, Mi’at Manqaba min Manaqib ‚Amir al-Mu’minien, Überprüfung und Veröffentlichung durch Imam-al-Hadi-Schule, 1 Auflg., Qum 1407, S. 150.; Alkarajki, Ktr al-Fawa’id, Veröffentlicht durch al-Mustafawi-Bibliothek, 1. Aufl., S. 258, Qum.; Ali bin Younis al- `Amili, Al Şirat al Mustaqeem, überprüft von Moĥammed Bqir al Bahbudi, veröffentlicht durch al-Maktabah al-Murtadhawieh li ‚iĥya‘ al-Āthar al-Ja`farieh, Band 2, 1 Aufl., S. 240, 1384 H.; Ĥassan ibn Suleyman al Ĥilli, al Muĥtadhar, veröffentlicht durch al Matba`a al Ĥaydariye, 1. Aufl., S. 125, al Najaf al Ashraf, 1951.; Abi al Fatĥ al Karaji, al Istinsar, veröffetnlicht durch Dar al Adhwa‘, 2. Aful., S. 36, Beirut, 1405 H.; Bihar al Anwar, Band 15/S. 247, Band 18/S. 297, Band 26/S. 301-307 und 318.; Al Amini, Al Ghadir, Band 1, S. 388;

    [5] Abi al Ĥassan `Ali bin Ibrahim al Qummi, Tafsir al Qummi, 3 Aufl., Band 2, S. 389, Mu’assassat dar al Kitab, Qum 1404 H.

    [6] Ibn Ĥajar al Haythami, al Sawa`q al Muĥriqa, Überprüfung durch `abd al Wahhab `abd al Latif, S. 75, Veröffentlicht durch Sharikat al Tiba`a al Fannieh al Muttaĥidah, Kairo 1965.

    [7] Sure 2, Vers 167.

    [8] Der heilige Qur’an: Sure 39, Vers 56

    [9] Der heilige Qur’an: Sure 39, Vers 57

    [10] Der heilige Qur’an: Sure 39, Vers 58

    [11] Usul al Kafi, Band 1, S. 145, Hadith Nr. 8.

    [12] Der letzte Befehlshaber ist der 12. Imam, Mohammed al Mahdi (ajf).

    [13] Usul al Kafi, Band 1, S. 145, Hadith Nr. 9.; Der Befehlshaber der Gläubigen Ali (as) erhielt den Beinamen „Die Nähe Gottes“ aufgrund seiner starken Nähe zu Gott, den Erhabenen. Dies ist der Sinn, welcher unser Lehrer ständig verdeutlicht und übermittelt hat. Dass der Befehlshaber der Gläubigen (as) die Vervollkommnung ist, die unmittelbar zur absoluten Vollkommenheit führt. Somit ist er die Nähe und in der Nähe Gottes!

    [14] Beispielsweise leben in China nahezu 1 Milliarde Heiden und die Hälfte dieser Zahl ist in Indien zu finden. Abgesehen davon, dass die Mehrheit der Bevölkerung in Japan, Süd- und Nordkorea wie auch eine Menge der afrikanischen Länder, ebenfalls Heiden sind. All diese Menschen wurden genauso mit der Veranlagung zum Monotheismus erschaffen, doch sie ließen sich schwer zur Erde sinken nachdem sie hinsichtlich ihrer Religion hingewiesen wurden. Andernfalls könnte es auch sein, dass ihnen das entsprechende Wissen nicht erreicht haben, welches nichts anderes als Anreiz zur bzw. Erinnerung an der Veranlagung ist, mit der sie erschaffen wurden, welche durch die Neigung zum diesseitigen Leben und seine Genüsse in Abwesenheit geraten ist.