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    80.Predigt – Nach der Kamelschlacht über eine Frau

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    Nach der Beendigung der Kamelschlacht (sprach er, a.) über die Frauen[1] und ihre Defizite.

     

    „Oh ihr Menschen! Wahrlich, die Frauen sind an Glauben, Anteil und Verstand defizitär: Was das Defizit im Glauben anbelangt, so ist es aufgrund ihres Fernbleibens von Gebet und Fasten während der Tage der monatlichen Periode, was das Defizit an Verstand angeht, so ist es aufgrund dessen, dass die Zeugenaussage von zwei Frauen gleich der eines Mannes ist, und was das Defizit an Anteil betrifft, so ist es aufgrund ihres Erbes, das die Hälfte von dem eines Mannes ist. Hütet euch vor dem Übel der Frauen, und seid selbst vor den Auserwählten von ihnen auf der Hut.Gehorcht ihnen (auch) nicht im (als Gut) Anerkannten, bis sie nicht (mehr) nach dem (als Schlecht) Verworfenen trachten.“

     

     

    Erläuterung

     

    Der Befehlshaber der Gläubigen hielt diese Ansprache nach der Verwüstung und den übergroßen Schaden, der durch die Kamelschlacht angerichtet worden ist. Da diese Verwüstung das Ergebnis durch den blinden Gehorsam des Kommandos einer Frau, nämlich Aischa, entstanden war, hat er eine Predigt bezüglich der Frauen gehalten. Es ist eine indirekte Art zu einem bestimmten Anlass eine bestimmte Frau für ihr verwerfliches Handeln anzuklagen, ohne sie persönlich anzusprechen.

     

    Dennoch ist klar, dass Imam Ali (a.) die Predigt nicht gegen alle Frauen gerichtet haben kann, da er selbst aus dem Schoß einer sehr geehrte Frau stammt und zudem die erhabenste und beste aller Frauen, die sündenfreie Fatima (a.) seine Ehefrau war. Nicht zuletzt war die heldenhafte Zainab seine Tochter. Daher wird deutlich, dass sich die Predigt gegen Aischa richtete. Da Aischa aber eine Witwe des Propheten war, wurde sie aus Respekt zu ihrer Stellung als Ehefrau des Propheten nicht direkt beschuldigt, obwohl sie einen erheblichen Anteil an der Katastrophe der Kamelschlacht hatte.

     

    Aufgrund der in der Predigt genannten Argumente haben aber manche Gelehrte auch die Frage aufgestellt, ob nicht die Predigt aus einem Gesamtzusammenhang gerissen sein könnte. Denn tatsächlich erbt eine Frau im Islam zwar weniger als der Mann, aber sie kann es für sich behalten, wohingegen der Mann für andere ausgeben muss. Die Monatsblutung schränkt zwar ihre religiösen Riten ein, aber nicht alle Frauen haben das zu allen Zeiten. Und zudem darf z.B. eine Frau auch einen verstorbenen Mann bei der Hadsch vertreten, was ihre religionsrechtliche Gleichwertigkeit verdeutlicht. Und die Zeugenaussage betrifft nicht die Fälle der eigenen Betroffenheit, sondern die Befreiung von Zeugenschaft in Fällen für Dritte.

     

    Der Schlusshinweis „Hütet euch vor dem Übel der Frauen, und seid selbst vor den Auserwählten von ihnen auf der Hut“ verdeutlicht aber unmissverständlich, dass hier auf Aischa angespielt wird. Insofern gewinnen die Hinweise eine besondere Bedeutung.Insbesondere der Hinweis auf das Erbe ist von Bedeutung, da Aischa ihr Haus vom Propheten geerbt hatte und u.a. die Beisetzung von Imam Hassan (a.) in der Nähe des Propheten (s.) dadurch verhinderte, während Fatima (a.) von Aischas Vater Abu Bakr enteignet und ihr das Landstück Fadak entrissen wurde mit der unwahren Behauptung, Propheten würden nichts vererben.

     

    [1] Die Form der Verallgemeinerung wird in der Erläuterung erklärt.

     

    Quelle: http://www.balaghah.net