islamic-sources

    1. Startseite

    2. article

    3. Adabus Salat – Die Disziplin im Gebet (Teil 2)

    Adabus Salat – Die Disziplin im Gebet (Teil 2)

    Rate this post

     

    – Imam Khomeini –
    übersetzt von Maher el Ali und

     

     

     Disziplinen, die das Herz betreffen

     

    Eine der Herz bezogenen Disziplinen des Gottesdienstes und der spirituellen Aufgaben eines Reisenden auf dem Weg zum Jenseits, ist das Zollen von Aufmerksamkeit auf die Macht des Herrn und der Ergebenheit zu Dessen Dienste. Es ist eine der wichtigsten Stufen des Salik (Reisenden).

     

    Die Stärke des Suluk (Reise) jedes einzelnen steht im Verhältnis zu seiner Aufmerksamkeit, oder vielmehr die Perfektion der unperfekten Menschheit steht in Verbindung zur Perfektion oder Imperfektion dieser Angelegenheit. Je mehr man überwältigt ist von Egoismus, Egotismus, Einbildung, und Selbstsucht, desto weiter entfernt wird er von der menschlichen Perfektion und von der Nähe der Anwesenheit Allahs.

     

    Die Schleier der Einbildung und des Egoismus sind dicker und dunkler als alle anderen Schleier. Diesen Schleier zu beseitigen ist schwieriger als alle anderen Schleier, und das Beseitigen davon gilt vorbereitend auf die Beseitigung der anderen Schleier. Tatsächlich ist das Entfernen dieses Schleiers der Hauptschlüssel für das Unsichtbare, das Sichtbare und die großartige Tür des Begehrens der perfekten Spiritualität.

     

    Solange man seine eigenen Augen auf sein eigenes Ich richtet, auf seine eingebildete Schönheit und Perfektion, so wird er verschleiert und verworfen von der absoluten Schönheit und der reinen Perfektion.

     

    Die erste Bedingung für die Reise zu Allah ist dieses Haus zu verlassen. Eigentlich ist es der Maßstab für den Kampf zwischen richtig und falsch. Das heißt jeder Salik (Reisende) der mit den Füßen des Egoismus und Egotismus läuft und eingewickelt wird in die Schleier des Egoismus, dessen Dulden würde erfolglos sein und seine Reise würde nicht zu Allah sein, es würde eher eine Reise zu seinem Ich sein

     

    Allah der Erhabene sagt: „Und wer sein Haus verläßt und auswandert auf Allahs und Seines Gesandten Weg und dabei vom Tode ereilt wird, dessen Lohn obliegt sodann Allah“ (Sure Nisa Vers 100)

     

    Die äußerliche Wanderung, oder die Art der Wanderung ist die körperliche Wanderung vom normalen Haus zur Kaaba oder zu den Schreinen der Auserwählten (Awliya‘, Ahlulbayt), allerdings die spirituelle Wanderung entspricht dem Verlassen des Hauses der Seele und des Hauses dieses Welt zu Allah und seinem Gesandten. Das Wandern zum Gesandten und den Auserwählten (Awliya‘, Ahlulbayt) ist ebenfalls das Wandern zu Allah swt.

     

    Solange die eigene Seele zum Selbst und zu Egoismus neigt, ist sie nicht auf der Reise. Und solange es Hinterlassenschaften des eigenen Ich’s in den Augen des Salik’s (Reisenden) gibt, und solange die Wände seiner eigenen Stadt und der Adhan, welcher Egoismus verlautet noch nicht verschwunden sind, so wird er zu der Zeit weder als ein Reisender noch als ein Wanderer angesehen.

     

    Es wird in Misbahush-shari’ah von Imam as-Sadiq (ع) überliefert, dass er sagte:

    „Knechtschaft ist ein Juwel, dessen Inneres Herrschaft ist. Was immer an Knechtschaft verloren geht, kann man in der Herrschaft finden, und was auch immer vor der Herrschaft verborgen ist, lässt sich durch die Knechtschafft erreichen.“[1]

     

    Jemand, der mit dem Fuß der Knechtschaft reist, und seine Stirn mit dem Merkmal der Bescheidenheit der Knechtschaft kennzeichnet, wird die Herrlichkeit Seiner Herrschaft erreichen.

     

    Der Weg des Erlangens der Tatsachen der Herrschaft ist eine Reise entlang der Fußstapfen der Knechtschaft, und das, was der Knechtschaft aufgrund von Egoismus und Selbstgefälligkeit verloren gegangen ist, kann unter dem Schatten der Schirmherrschaft wiedererlangt werden, bis eine Stufe erreicht wird, in welche der Haqq (also Allah), der hoch Erhabene, seine Ohren (Hören), seine Augen (Sehen), Hände und Beine wird, wie es im gesunden und bekannten Hadith geschrieben steht, welche von beiden Gruppen akzeptiert wird.[2]

     

    Wenn der Reisende (salik) seine Verhaltensweisen aufgibt und das Reich seiner Existenz Allah fügt, indem er das Haus seinem Besitzer (Allah) überlässt, und in die Herrlichkeit Seiner Herrschaft untergeht, dann wird der Besitzer des Hauses die Angelegenheiten selber regeln.

     

    Folglich werden seine Verhaltensweisen göttlich sein und seine Augen werden göttlich und er wird mit Haqqs (Allahs) Augen schauen; seine Ohren werden göttlich und er wird mit Haqqs (Allahs) Ohren hören.

     

    Je mehr die Herrschaft der Seele vervollkommt und je mehr ihre Herrlichkeit gepflegt wird, desto mehr wird im gleichen Verhältnis die Herrlichkeit der (göttlichen) Herrschaft (im Reich des Reisenden Existenz) abnehmen und unvollkommen werden, weil diese beiden Angesicht zu Angesicht stehen werden: „Diese Welt und die nächste sind wie die zwei Frauen eines Mannes.“[3]

     

    Demnach muss der Reisende zu Allah den Status seiner Bescheidenheit erkennen, und die Bescheidenheit der Knechtschaft und die Herrlichkeit der Herrschaft immer seinen Augen vorführen. Je stärker dieser Gesichtspunkt, desto spiritueller ist sein Gottesdienst (Verehrung) und stärker der Geist seines Gottesdienstes, bis, wenn er mit Hilfe Allahs und der Auserwählten (Ahlul Bayt), die Wahrheit der Knechtschaft und ihr Herz(stück) erlangt, wird er einen (flüchtigen) Blick in das Geheimnis der Verehrung bzw. des Gottesdienstes erhaschen.

     

    In all gottesdienstlichen Handlungen, vor allem im Gebet, welche eine Stellung der Reichhaltigkeit (Vollständigkeit) hat, und unter den Verehrungen ist, wie der Fehlerlose und der schönste Name (Allahs) oder eher der aller schönsten Name; diese beiden Stellungen, d.h. Die Stellung der Herrlichkeit der Herrschaft, welche eine Tatsache ist, und die Stellung der Bescheidenheit der Knechtschaft, mit welchem es einhergeht, sind verborgen. Unter den empfohlenen Handlungen hat der Qunut, und unter den verpflichtenden Handlungen der Sujud Besonderheiten, auf denen wir uns inshallah später beziehen.

     

    Es sollte jedoch angemerkt werden, dass die völlige Dienerschaft die höchste Stufe der Vollkommenheit und den erhabenste Rang der Menschlichkeit darstellt, an welcher niemand Anteil hat, außer das vollkommenste Geschöpf Allahs, Muhammad (ص), gefolgt von der fehlerlosen Walis. Die anderen hinken in der Dienerschaft nach, und ihr Gottesdienst und Knechtschaft ist mit Ursachen bekleidet, nur mit den Stufen (Schritten) der Knechtschaft kann man die wahre und absolute Mi’raj erreichen. Deswegen sagt der edle Vers folgendes: „Gepriesen sei Der, Der bei Nacht Seinen Diener von der heiligen Moschee zu der fernen Moschee, deren Umgebung Wir gesegnet haben, hinführte“ (17:1)

     

    Es war die Stufe der Dienerschaft und die Anziehung Seiner Herrschaft, welche diese heilige Person auf die Himmelsfahrt der Nähe und Einigkeit trug. Bei der Bezeugung im Gebet, welche eine Rückkehr der absoluten Entwerdung ist, die bei der Niederwerfung erreicht wurde, gibt es wieder einen Ansatz zur Knechtschaft bevor man seine Aufmerksamkeit auf die Gesandtschaft richtet. Es kann ebenfalls ein Bezug zu der Stellung der Gesandtschaft sein, als ein Ergebnis des Wesens der Knechtschaft. Das ist eine langwierige (ausführliche) Angelegenheit, welche den Rahmen dieses Vortrags (Papiers) sprengen würde.

     

    _________________________
    [1]Misbahush-Shari’ah, „On the Reality of Servitude“, ch. 100.
    [2] Hadith Qudsi: „Mein Diener nähert sich Mir durch freiwillige Verehrung bis Ich ihn liebe. Und wenn Ich ihn liebe, bin ich das Auge, durch das er sieht, und das Ohr durch das er hört. Nähert er sich mir eine Spanne, so komme ich ihm eine Elle entgegen. Und wenn er gehend kommt, so komme ich gelaufen!“
    [3]’Awaliyul-La’ali, vol. 1, p. 277, and vol. 4, p. 115. Nahjul Balaghah, edited by Faydul Islam, maxim, No.100

     

     

    Quelle: http://al-shia.de/furuuddin/adabussalat.htm

    Schlagwörter: , , ,