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    Anti-muslimische Schikanen in Xinjiang

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    „Nur tagsüber geöffnet“: Wie Pekings Vertreter während des Ramadan in der Unruheprovinz mit Restaurants verfuhren, die hauptsächlich muslimische Gäste haben

     

    Die traditionellen Bewohner des uigurischen autonomen Gebiets Xinjiang im Nordosten Chinas sind Muslime. Sie stellen dort einen bedeutenden Bevölkerunsanteil. Peking versucht seit langem, die Verhältnisse mit der Ansiedlung von Han-Chinesen[1] zu verändern.

     

    Seit 1949 soll sich die Zahl der Han-Chinesen verdreißigfacht[2] haben. Peking hat dazu sehr viel Geld in die Modernisierung der Infrastrukur, Krankenhäuser, Schulen, Straßen, gesteckt[3]. Die an Bodenschätze sehr reiche und strategisch bedeutsame Provinz gerät vor allem durch Chinas Variation des „War on Terror“ und durch ethnische Konflikte zwischen Uiguren, anderen Turkvölkern und Han-Chinesen immer wieder in Schlagzeilen. Doch auch die Uiguren nutzten in der Vergangenheit die Aufmerksamkeit für zweifelhafte Aktionen(Chinas Terrorproblem[4]).

     

    Im Jahr 2009 sorgten Unruhen in Urumqi, bei denen weit über Hundert Menschen getötet wurden, für internationales Aufsehen. Peking reagierte mit einer Informationsblockade und anderen Manipulationen (China: Ethnischer Konflikt vertieft sich, Ausgangssperre für Urumqi[5]). Doch zeigten die Hintergründe auch, dass sich die Sache nicht so einfach darstellte, wie dies dann häufig im Westen rezipiert wird: „gute“ Uiguren und „böse“ Kolonisatoren. Die Wirklichkeit ist wie so oft komplizierter (siehe Uighuren gegen Han[6]).

     

    Im August dieses Jahres schickte Peking eine Anti-Terror-Einheit[7] nach Xinjiang, nachdem es im Juli in der sogenannten Unruheprovinz zu weiteren Gewalttaten[8] gekommen war, bei denen die Uiguren nicht immer eine rühmliche Rolle spielten. Peking verschärfte die Sanktionen.

     

    Wie die Los Angeles Times nun berichtet[9], hatten sich die chinesischen Behörden für den vergangenen Monat einiges einfallen lassen. August war der Fastenmonat Ramadan für die Muslime. Nach Informationen der Zeitung hatten örtliche Verbände der kommunistischen Partei für diese Zeit veranlasst, dass Restaurants mit muslimischer Kundschaft und muslimischen Köchen nur tagsüber offen waren und abends geschlossen wurden – also genau anders, als es die religiösen Essensregeln für diese Zeit vorschreiben.

     

    Die Küchenchefs konnten nicht einmal ihr Essen abschmecken

    Die Strafen bei Nichteinhaltung waren drakonisch, sie lagen angeblich bei umgerechnet bis zu 780 Dollar. Die Drohung soll nicht nur gegenüber Restaurantbesitzern in Kaschgar[10] gegenüber ausgesprochen worden sein, sondern auch im Inneren der Provinz, in Aksu[11].

     

    „It was totally backwards“ – mit diesen Worten zitiert der Zeitungsbericht muslimische Studenten, die von ihren Professoren während des Ramadan zum Mittagessen geführt wurden – um sicherzustellen, dass sie aßen – und die am Ende des Ramadans zur Eid-al-Fitr-Feier den Campus nicht verlassen durften, obwohl das Restaurant am Campus (und auch die Cafeteria) geschlossen hatte. (Telepolis.de)

     

     

    Links

    [1]

    http://www.gfbv.de/inhaltsDok.php?id=507

    [2]

    http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/492834/Stichwort_Chinas-autonome-Region-Xinjiang

    [3]

    http://www.reuters.com/article/2011/09/09/us-china-xinjiang-idUSTRE7880CE20110909

    [4]

    http://www.heise.de/tp/artikel/28/28510/1.html

    [5]

    http://www.heise.de/tp/artikel/30/30671/1.html

    [6]

    http://www.heise.de/tp/artikel/30/30667/1.html

    [7]

    http:// http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,780107,00.html

    [8]

    http://www.faz.net/artikel/C31325/china-neue-unruhen-in-xinjiang-30476971.html

    [9]

    http://www.latimes.com/news/nationworld/world/la-fg-china-muslims-20110912,0,4850941.story

    [10]

    http://de.wikipedia.org/wiki/Kaxgar_%28Stadt%29

    [11]

    http://de.wikipedia.org/wiki/Aksu_%28Stadt%29

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    Quelle: http://german.irib.ir/radioislam/beitr%C3%A4ge/verschiedenes/item/246958-anti-muslimische-schikanen-in-xinjiang