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    Arafat- Treffpunkt mit Gott

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    Ich habe Dich um etwas gebeten und du hast es mir verliehen, ich bin zu Dir gekommen und Du hast die Arme Deiner Barmherzigkeit geöffnet. Ich habe mich auf Dich gestützt, und Du hast mich gerettet, ich habe bei Dir Zuflucht gesucht und Du hast mir Schutz gewährt! Am 9. Tag des Hadsch-Monats Dhi Hadscha begeben sich die Mekkapilger nach Arafat. Die Ebene Arafat liegt circa 20 km von Mekka entfernt. Ein riesiger Pilgerstrom in weißer Kleidung hat sich von Mekka in Richtung Arafat in Bewegung gesetzt. Die Pilger blicken dem spirituellen Treffen mit Gott vom Mittag bis zum Sonnenuntergang des 9. Dhi Hadscha entgegen.

     

    Die Arafat-Ebene liegt beim Dschabal Al Rahmat – dem Berg der Allbarmherzigkeit. Die Pilger sind nun an diesem Berg angelangt und ein jeder von ihnen ist erfüllt mit der Hoffnung auf Gottes Gnade. Das Verweilen in Arafat ist ein wichtiger Brauch des Hadsches. Die riesige Versammlung von tausenden von Menschen in dieser kargen Gegend beinhaltet zahlreiche Weisheiten.

     

    Diese Pilger in ihrem einheitlichen Gewand, das nichts mehr von ihren Unterschieden spüren lässt, sind zu dieser Ebene gerufen worden, damit sie nachdenken.

     

    Der Mensch braucht im Leben diese Momente, wo er sich innerlich mit Gott ausspricht und nachdenkt. Manche Orte und Situationen bieten eine einmalig Gelegenheit für dieses Nachdenken.

     

    Arafat ist ein solcher Ort.

     

    In Arafat zu sein ist eine gute Gelegenheit, über den Sinn der Erschaffung nachzudenken; darüber nachzudenken, wo man auf dieser Welt steht und die Wahrheit zu erfassen.

     

    Über die Bezeichnung Arafat wird wie folgt überliefert: Als Engel Gabriel dem Abraham die Hadschrituale erklärte, sagte er, als die Reihe an diesen Ort kam: „Hast du das erkannt, was ich gelehrt habe,? Abraham sagte ja. Abraham hatte es erkannt. Das Wort Arafat kommt von dem Verbstamm arafa – er erkannte.

     

    Der Dschabal Al Rahmat bei Arafat erinnert an mehrere Ereignisse:

     

    Der Prophet des Islams hat von einem Felsen dieses Berges aus eine wichtige Ansprache gehalten und Imam Hussein a.s. hat sein bekanntes Du`a Arafat – das Gebet zu Arafat am Hang dieses Berges gesprochen.. Von Imam Sadeq a.s. wird überliefert, dass Adam nach der Ausweisung aus dem Paradies 40 Tage lang jeden Morgen auf dem Safa – einem Berg in Mekka weinend in der Niederwerfung vor Gott verbrachte. Da erschien ihm der Engel Gabriel und fragte warum er weinte. Adam antwortete: „Warum sollte ich nicht weinen. Gott hat mich doch aus Seiner Nähe vertrieben!“

     

    Da sagte Gabriel: „Adam! Kehre reuevoll zu Gott zurück!“ „Wie soll ich das tun?“ fragte Adam. – Da brachte Gabriel ihn in die Ebene Arafat zum Berg der Allbarmherzigkeit.

     

    Adam weilte bis zum Sonnenuntergang in Arafat. Er flehte demütig zu Gott: „O Gott, ich lobpreise Dich. Es gibt keinen Gott außer Dir. Ich habe mir selber Unrecht angetan und ich bekenne mich zu meiner Sünde. Vergib mir, denn du bist allbarmherzig und gütig!“

     

    Arafat ist das Land der Tränen, des Bittgebetes und der Anflehung. Dort gibt es keine Hoffnungslosigkeit. Es ist sogar eine große Sünde für den Menschen, an diesem Tag an diesem Ort zu glauben, Gott hätte ihm nicht vergeben.

     

    Arafat ist der Tag, an dem die Menschengeschöpfe mit ihrem Schöpfer in Verbindung steht.

     

    Imam Sadeq a.s. sagt: „Arafat ist der Tag der Anflehung und des Bittens.“ (Usule Kafi, Bd. 4, S. 463) Und von ihm wird auch folgendes Wort überliefert: „Beschäftige dich in Arafat nicht damit, dass du dir die anderen anschaust. Beschäftige dich mit dir selber und bete. Suche in Arafat bei Gott vor dem Satan Zuflucht, denn Satan möchte euch dort gerne verleiten“(Tahzib, Bd. 5, S. 182).

     

    In Arafat scheint ein Fensterchen mit Blick auf die überirdische Welt geöffnet worden zu sein. Dort verspürt der Mensch mit Leib und Seele das Herabströmen der Barmherzigkeit Gottes. Die Pilger waschen Geist und Seele in dem endlosen Meer göttlicher Gnade und Allbarmherzigkeit rein, damit sie wie neugeboren werden – rein von Sünde und allem Hässlichen.

     

    Aus dieser heiligen Ebene bei Mekka steigen die Gebete zum Himmel empor und Gott lässt Seine unendliche Güte auf Seine Diener herabkommen.

     

    In Arafat erkennt der Mensch, dass nur Gott alle seine Bedürfnisse kennt und sie stillt. So vertraut er sich Ihm mit geläuterten Herzen an und sucht nur bei Ihm nach Beistand.

     

    Am Arafat-Tag sollen die Hadschpilger um ihr Wohl im Diesseits und Jenseits bitten. Von den Edlen aus dem Hause des Propheten sind viele Gebete für den Arafat-Tag überliefert worden. Zum Beispiel das Gebet von Imam Hussein a.s.

     

    Es heißt, dass er mit seiner Familie und seinen Begleitern die Zelte verließ und andächtig zur linken Seite des Berges der Allbarmherzigkeit ging. Dort wandte er sich in Richtung Kaaba hob die Hände gegen den Himmel und begann zu beten:

     

    „Aller Dank sei Gott, dessen Strafe durch nichts abgewehrt und dessen Segen durch nichts verhindert werden kann. . Keiner kann wie Er erschaffen und Er ist unendlich großzügig…“

     

    Imam Hussein spricht in seinem Arafat-Gebet von der Einheit Gottes und sein Gebet ist erfüllt mit Gottesliebe Mystik und Erkenntnis. In seinem Gebet beschreibt er die göttlichen Attribute, erneuert sein Bündnis mit dem Herrn und erinnert an die endlosen göttlichen Gaben.

     

    Er spricht von der Liebe der Mütter zu ihren Kindern und zählt diese Liebe zu den Segensgaben die Gott geschickt hat. Dann streicht er heraus, dass der Mensch sich für alle Segnungen dankbar erweisen muss, dass er aber gar nicht in dem Maßen Gott danken kann, wie Gott den Menschen Huld erwiesen hat.

     

    Jeder Abschnitt in diesem Gebet erweckt im Menschen die Liebe zu Gott und macht die Liebe Imam Husseins zu seinem Herrn und seine Erkenntnis über das Dasein spürbar. Imam Hussein stellt mit diesem Gebet eine wunderschöne Verbindung zwischen dem Menschen und Gott her.

     

    … Er spricht: O Gott, ich sehne mich nach dir und ich bezeuge, dass du mein Erschaffer bist. O du sprudelnde Quelle und ewige Lagerstätte, der Du in Deiner Liebe beispiellos bist. O Gott! An einem Tag, dem Du selber Größe verliehen hast und an einem Tag, an dem meine Hände den Sockel deines Thrones umklammern beschwöre ich dich bei deiner weisen Erhabenheit, mich an Deinen Gaben teilhaben zu lassen.

     

    O mein Gott – ich habe Dich gerufen – o antworte mir!

     

    Ich habe Dich um etwas gebeten und du hast es mir verliehen, ich bin zu Dir gekommen und Du hast die Arme Deiner Barmherzigkeit geöffnet. Ich habe mich auf Dich gestützt, und Du hast mich gerettet, ich habe bei Dir Zuflucht gesucht und Du hast mir Schutz gewährt! O Gott! Schicke mich nicht vom Ort Deiner Barmherzigkeit fort und lass mich nicht an dem Tor zu Deiner Liebe hoffnungslos werden. O gütiger Gott! Lass meinen rechtmäßigen Unterhalt wachsen und meinen Körper und meinen Glauben gesund bleiben! Verwandle Furcht und Schrecken in Frieden und Sicherheit und rette mich vor dem Feuer der Hölle. O mein Gott! Befreie mich vor der erniedrigenden Herrschaft der Seele und erlöse mich vor Zweifeln und Götzentum bevor der Staub des Grabes sich auf meinen Körpergliedern absetzt. O mein Gott – wie kann ich die Hoffnung aufgeben, wo du doch meine große Hoffnung bist und wie kann ich schwach werden, wo du doch meine Stütze bist?!“