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    Avicenna – Abu Ali Ibn Sina

    Avicenna – Abu Ali Ibn Sina
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    von Hessam K.

     

    Das Universalgenie Abu Ali Ibn Sina wurde 980 in Afchaneh bei Buchara (heute Usbekistan damals Persien) als Sohn eines ismailitischen Gelehrten geboren. In Europa ist er unter dem lateinischen Namen Avicenna bekannt. Er verfasste über 200 Schriften und zählt zu den größten muslimischen Denkern, die der Orient hervorgebracht hat. Bis zu seinem 10. Lebensjahr beschäftigte er sich mit dem Studium des heiligen Quran.

     

    Danach eignete er sich selbstständig die verschiedenen Wissenschaften (Physik, Medizin, Philosophie, Mathematik, Astronomie) an und studierte die größten Werke der Philosophen Aristoteles, Plotin und al-Farabi. Sein Wissensdrang kannte keine Grenzen.  Vierzig Mal hatte er die Metaphysik des Aristoteles gelesen, ohne sie wirklich zu verstehen. Mithilfe der Kommentare von al-Farabi gelang es ihm schließlich auch die komplexeren Gedankengänge des Aristoteles nachzuvollziehen. Diese verband er mit dem Neuplatonismus.

     

    Mit 18 Jahren war er bereits ein angesehner Arzt und diente verschiedenen Herrschern als Leibarzt. Ibn Sina verfasste zahlreiche Schriften in arabischer und persischer Sprache.  1030 schrieb er sein Hauptwerk „Kanon der Medizin“ (Al-Qanun fi-t-Tibb). Diese umfassende Enzyklopädie der Medizin zählt zu den größten medizinischen Lehrbüchern der Welt. Der „Kanon“ von Avicenna bestand aus fünf Bänden und war über Jahrhunderte hinweg das zentrale medizinische Werk in allen europäischen Universitäten. Abu Ali Ibn Sina erkannte, dass Tuberkulose ansteckend ist. Er schrieb über viele infektiöse Krankheiten und kannte bereits verschiedene Formen der Hepatitis.

     

    Fast 500 Jahre lang galt er in Europa als unbestrittene Autorität der Medizin. Man verlieh ihm den Ehrentitel „Fürst der Ärzte“. Doch Avicenna war nicht nur in der Medizin ein Genie, sondern auch in der Philosophie. In seinem Buch „Die Heilung“ (Kitab ash-Shifa) beschäftigt er sich mit der Logik, Physik, Mathematik, Mystik und Metaphysik. Ibn Sina beweist die Existenz eines Notwendig-Seienden (wadjib al-wudjud), der über alles erhaben ist und keine Grenzen aufweist (kausaler Gottesbeweis).

     

    Er war der sufistischen Ansicht, dass es zwei Wege gäbe Wissen zu erlangen: 1. Verstand 2. Herz. Seine Werke beeinflussten auch viele spätere Denker wie Ibn Tufail und Ibn Bajjah. Die Philosophen seiner Zeit nannten ihn ehrwürdig „Dritter Aristoteles“. Christliche Philosophen des Mittelalters sahen in ihm den „zweiten Lehrer“ nach Aristoteles. Avicenna verbrachte seine letzten 14 Lebensjahre am Hof des Fürsten von Isfahan. Er starb 1037 auf einer Reise von Isfahan nach Hamadan im Alter von 58 Jahren.

     

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    Quelle: http://www.al-shia.de/persoenlichkeiten/avicenna.htm