islamic-sources

    1. Startseite

    2. article

    3. Bankett des Lichtes (Teil 1)

    Bankett des Lichtes (Teil 1)

    • http://german.irib.ir
    Rate this post

     

    Nun öffnet die Fenster zu euren Herzen und lauscht . Der Monat Ramadan ist eingetroffen – wie ein Reisender vom Himmel mit einer süßen Last voller Licht – unsere müden Seelen zu erfrischen.

     

    Er bringt wunderbare Tage und Nächte herbei, voller Augenblicke der Mystik. Segensreiche Minuten vor dem ersten Morgenlicht, zum Fastenbrechen am Abend in einer Sphäre der Spiritualität – und die schöne Verbundenheit zum Koran und zum Gebet.

     

    Wir gratulieren allen Freunden zum Eintreffen dieses himmlischen Monats und beten das Gebet zum ersten Tag des Ramadan:

     

    O Gott, lass mein Fasten an diesem Tag wie das Fasten der wahrhaftig Fastenden werden und mein Ritualgebet wie das der wahrhaftig Betenden. Rüttel mich aus dem Schlaf der Gleichgültigen wach und verzeih mir meine Sünden an diesem Tag. O Gott der Weltbewohner! Und verzeih mir all mein Hässliches, o der du den Sündigen vergibst.“

     

    Im Gebet des ersten Fastentages bitten wir Gott, dass unser Fasten wie das der wahrhaftig Fastenden sein wird. Natürlich besteht Fasten nicht nur darin, Hunger und Durst zu erdulden. Der Fastende muss sich auch dem Verbotenen enthalten. Ein wahrer Fastender ist laut dem Islam jemand, dessen ganzer Körper also auch seine Zunge und seine Augen und Hände usw. fasten. Die Zunge hütet sich davor, schlecht über andere zu reden oder Schimpfworte zu benutzen. Der Blick wendet sich von sündigen Szenen ab und Hände und Füßen handeln nur um die Zufriedenheit Gottes zu erreichen und etwas Rechtschaffenes zu tun. Der wahrhaftig Fastende enthält sich nicht nur von der Sünde, sondern sein Herz ist erfüllt von dem Gedenken an Gott und befreit von allem anderen.

     

    In einem Bericht aus dem Leben des Propheten heißt es, der Prophet eine fastenden Frau ihr Dienstmädchen beschimpfen hörte. Da ließ er eine Speise zubereiten und forderte die Frau auf, diese zu essen. Diese protestierte: „Aber ich faste doch!“ Da sagte der Prophet:

     

    „Was soll dies für ein Fasten sein, dass du dein Dienstmädchen beschimpfst? In der Tat, das Fasten bedeutet nicht nur sich des Essens und Trinkens zu enthalten. Gott hat das Fasten zu einem Hindernis gegenüber hässlichen Dingen beim Reden und Handeln eingerichtet. Diese hässlichen Dinge machen das Fasten eines Fastenden ungültig.“ Dann sagte er bedauernd: „Wie wenig an der Zahl sind die wahrhaftig Fastenden und wie groß an der Zahl diejenigen die nur hungern (und nur dem Schein nach fasten)!“

     

    Gott, der Erhabene, schafft für den Menschen zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten eine Atmosphäre, die erfüllt ist von Reinheit und Spiritualität, damit der Mensch eine geeignete Gelegenheit findet, sich zu wandeln. Der Monat Ramadan ist eine solche kostbare Gelegenheit. Wir haben das Bedürfnis nach der liebenswerten Gelegenheit, uns innerlich zu Gott zurückzuziehen zu können, verspürt. Der Monat Ramadan ist eine befreiende Abwechslung von dem alltäglichen Leben. Er ermöglicht es dem Menschen, zu sich zu kommen und verhindert seine Schwächung durch weltliche Bedürfnisse und Abhängigkeiten. Nun sind wir der weltlichen Dinge müde geworden und möchten uns an dem Segen dieses Monats laben. Dieser Monat ist Salbe auf die Herzen der Sünder. Wir wollen auf der Schwinge der reuevollen Umkehr zum Himmel der göttlichen Barmherzigkeit aufsteigen.

     

    O Gott wir danken dir, dass wir wieder den Monat Ramadan erleben dürfen. Gegrüßet sei dieser Monat, den wir lieben, O Gott wir sind mit einem Herzen voller Hoffnung gekommen damit du seinen trockenen Boden mit deinem Segen benetzt und ihn in einen Rosengarten der Liebe und des Glaubens verwandelst. Wir sind zu dir gekommen, denn niemand außer dir verdient unsere Liebe. Wir öffnen die Fenster zu unseren Herzen, damit uns der Monat Ramadan erfrischt.

     

    Es wird überliefert, dass der Erhabene Prophet wenn er die Mondsichel erblickte, die den Anbruch des Monats Ramadan verkündete, in Richtung Kaaba stand und Gott um Sicherheit und Gesundheit bat und ihn bat, ihm beim täglichen Gebet, dem Fasten und der Koranlesung zu helfen. Im Monat Ramadan half der Prophet den Bedürftigen ganz besonders viel. Er empfahl den anderen in der Fastenzeit viel im Koran zu lesen. Einmal wurde Hasrate Mohammad s. gefragt, was das beste Tun im Monat Ramadan sei. Er antwortete: „Das beste Tun in diesem Monat ist die Enthaltsamkeit in Bezug auf das, was Gott verboten hat.“

     

    Wir hören auf die Worte des gütigen Propheten des Islams. Er hat den Anbruch des Monats Ramadan auf sehr schöne Weise formuliert und gesagt:

     

    „Ihr Menschen! Der Monat Gottes ist mit seinem Segen und seiner Barmherzigkeit und Vergebung zu euch gekommen. Es ist für Gott der beste aller Monate und seine Tage sind die besten aller Tage und seine Stunden die besten aller Stunden. Es ist der Monat, in dem ihr zu einem Treffen mit Gott eingeladen seid. Eure guten Werke in diesem Monat werden angenommen und eure Anflehungen werden erhört. So bittet euren Herrn und Schöpfer in aufrichtiger Absicht und mit reinen Herzen, dass er euch den Erfolg des Fastens in diesem Monat und der Koranlesung beschert… Helft den Armen und Notleidenden in diesem Monat. Bringt den alten Menschen Achtung entgegen, seid liebevoll zu den Kindern und verkehrt mit den Verwandten. Hütet eure Zunge vor unwürdiger Rede, senkt eure Blicke vor Ungebührlichem und Verbotenen und haltet eure Ohren von Unrechtmäßigem fern…. Wer in diesem Monat zu seinen Verwandten Kontakt aufnimmt, den wird Gott im Jenseits von seiner Barmherzigkeit spüren lassen. Hebt zur Gebetszeit die Hände zum Bittgebet in die Höhe, denn zur Gebetszeit sind die besten Stunden und in dieser Zeit blickt Gott der Höchsterhabene barmherzig auf seine Diener. Wenn sie ihn bitten und anflehen, wird er ihnen antworten … Ihr Menschen! In diesem Monat stehen die Tore des Paradieses offen. Bittet euren Herrn, dass er sie nicht für euch schließt. Und die Tore der Hölle sind in diesem Monat verschlossen, bittet Gott darum, dass er sie nicht für euch öffnet.“

     

    Dies war ein Hadith aus Bihar al Anwar, Band 96, S. 157. Zum Fastemonat Ramadan wollen wir Perlen aus dem Meer der Vollkommenheit großer religiöser Persönlichkeiten hervorholen. Heute wenden wir uns abschließend dem Mystiker und Weisen Hadsch Mirza Dschawad Agha Maliki Tabrizi zu. Er ist einer der großen Gelehrten der Ethik und Mystik der Madressa Feyzieh von Qum des letzten Jahrhunderts gewesen. Dieser Gelehrte hinterließ zahlreiche Werke, zum Beispiel das bekannte Werk Al Muraqibat und die Abhandlung Liqa`Allah. Sein Schüler Imam Chomeini hat das Studium der Werke dieses großen Gelehrten empfohlen.

     

    Ajatollah Maliki Tabrizi schrieb in seinem Al Muraqibat über den großen Nutzen des Fastens:

     

    „Hunger reinigt das Herz, macht es sanft und ebnet den Weg für das Denken des Menschen. Vom Propheten s. wird überliefert, dass er gesagt hat: „Wer seinen Magen hungern lässt, dessen Denken wird groß und er hört die Botschaften der Erkenntnis. “ Deshalb wurde uns auch überliefert, dass eine Stunde Denken mehr wert ist als 70 Jahre Gottesanbetung.“ Maliki Tabrizi schreibt weiter: „Wenn diese Grundlagen für das Denken geschaffen wurden, trägt es viele Früchte, zum Beispiel wirst du mit absolutem Bewusstsein erkennen, warum Gott für seinen Gast den Hunger bestimmt hat, denn es gibt keinen größeren Segen als den Segen der Erkenntnis Gottes, sich ihm zu nähern und ihn zu erreichen und Hunger ist ein Faktor, der dies eher möglich macht. In dem Moment merkt der Mensch, dass das Ziel des Fastengebotes nicht nur das Paradies und seine Segensgaben sind. Mit der Einladung an dich ist vielmehr beabsichtigt, dass du zu dem Haus findest, wo du in enge Verbindung zu Gott treten kannst und in seine Nähe gelangst.“