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    Bankett des Lichtes (Teil 10)

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    Ramadan bedeutet eintauchen in den endlosen Ozean der göttlichen Barmherzigkeit. Möge es uns für den Rest dieses Monats gelingen, uns den würdigen Gästen bei diesem göttlichen Bankett anzuschließen. Wir haben uns am 10. des Monats mit folgendem Gebet an Gott gewandt:

     

    „O Gott, lass mich an diesem Tag zu denen gehören, die in allen Dingen auf dich vertrauen, bei Dir Seligkeit und Rettung finden und zu denen gehören, die Dir nahe stehen. Bei deiner Wohltätigkeit, o du höchstes Ziel der Bittenden.“

     

    In diesem Gebet geht es um eine der besten moralischen Tugenden, nämlich um das Vertrauen in Gott und Seine endlose Macht .

     

    Einmal fragte der Prophet (s.) den Offenbarungsengel Dschibrail (Gabriel) Was bedeutet Gottvertrauen (Tawwakol?) Dschibrail antwortete:Es bedeutet zu wissen, dass die Geschöpfe weder schaden noch nützen und niemandem etwas verleihen können. (Das Vertrauen auf Gott) bedeutet keine Hoffnung in die Geschöpfe setzen. Wenn also ein Gottdiener diese Stufe erreicht hat, vollbringt er nichts, außer dass er es für Gott vollbringt und hofft auf nichts und niemanden außer auf Gott. Er fürchtet sich nur vor Gott und hofft nur auf ihn. Das ist es was Tawakol (Gottvertrauen) bedeutet.“ (Bihar ul Anwar, Bd. 71, S. 138)

     

    Gottvertrauen bedeutet natürlich nicht, dass der Mensch keine Hilfe von anderen annimmt, denn Gott hat die anderen als Mittel eingesetzt, um Probleme zu lösen. Ausschlaggebend ist, dass der Mensch stets den eigentlichen Helfer in Gott sieht. Jemand meinte einmal: Immer wenn ich im Leben großen Problemen begegne, sprech ich den Vers 36 der Sure Zomar, wo Gott spricht:

     

    “ أَلَیْسَ اللَّهُ بِکَافٍ عَبْدَهُ Alaisallahu bikafin abda? Genügt nicht Gott Seinem Diener ? Dann erfüllt mich eine besondere Ruhe und ein Gefühl der Sicherheit und ich vertraue alles Gott an und bitte Ihn um Hilfe.

     

    Tawakol bedeutet also Vertrauen auf Gott in allen Angelegenheiten und Zuversicht gegenüber Gott. Im Vers 3 der Sure Talaq (Sure 65) steht: ….Und wer auf Gott vertraut, lässt sich an ihm genügen

     

    -Im Vers 159 der Sure Ale Imran (Sure 3) sagt Gott außerdem zum Propheten (s.):

     

    Und wenn du dich zu etwas entschlossen hast , vertraue auf Gott. Gott liebt die, die auf Ihn vertrauen.

     

    Dieser Vers verweist auf einen wichtigen Punkt und zeigt, dass der gläubige Mensch sowohl handeln als auch auf Gott vertrauen soll. Er soll nicht die Hände in den Schoß legen und nur sagen, er vertraue auf Gott. Diese Art des Gottvertrauens bringt nichts. Gottvertrauen bedeutet nicht, dass der Menschen keinen Entschluss fasst, keine Überlegungen anstellt und nicht plant. Der Mensch soll also gestützt auf eigene Anstrengung und auf das Gottvertrauen vorgehen, damit er die besondere Huld Gottes erfährt. Imam Ali a.s. empfiehlt „Sei ruhig, habe Zuversicht, denke nach, dann kremple die Ärmel hoch und du wirst die Hände Gottes sehen, die vor dir ans Werk gegangen sind.“

     

    Der gesegnete Ramadan stellt Bedingungen bereit, sich schneller auf die Vollkommenheit zuzubewegen. Er ist eine Gelegenheit, schöne moralische Erfahrungen zu machen. In diesem Monat kann der Mensch durch ein Verhalten, das Gottes Zufriedenheit findet und mit einem Inneren, das befreit ist vom Hässlichen, zum Höhepunkt der Gottergebenheit aufsteigen. Wir sollten also bestrebt sein , dass unser Herz das Haus der Gottesliebe wird, so dass kein Platz mehr für die Verführungen Satans bleibt.

     

    Einmal sagte der Prophet des Islams: „Wollt ihr, dass ich euch ein Tun vorstelle, durch das Satan so weit von euch entfernt wird wie der Osten vom Westen?“ Natürlich wollten die Prophetengefährten es gleich wissen. Da sagte der Prophet (s.) „Fastet! Denn das Fasten stellt Satan bloß!“

     

    Satan ist bis ans Ende der Zeiten der verschworene Feind des Menschen. Als Gott dem Menschen von Seinem Geist einhauchte und ihm dadurch unter allen Kreaturen eine besondere Würde verlieh, überkam Satan ein großer Neid und Hass gegen den Menschen. Er weigerte sich dem Befehl Gottes zu folgen und sich vor dem Menschen niederzuwerfen und deshalb wurde er aus der göttlichen Allbarmherzigkeit verbannt.

     

    Seitdem lauert er den Menschen auf, um sie vom Weg zur Vervollkommnung abzuhalten. Die Bestrebungen Satans werden bis zum letzten Tag im Leben des Menschen andauern. Satan will nicht, dass der Mensch ins Paradies gelangt. Er nutzt die schwachen Stellen im Menschen aus, um ihn in die Irre zu führen. Es ist daher ein Zeichen für die Schwäche des Menschen, wenn er den Verführungen Statans folgt. Satan kann die Menschen nur verführen, aber mehr Macht besitzt er nicht. Er kann den Menschen nicht zwingen. Gemäß Koran, kann Satan nur Menschen beherrschen, die schwach ihm Glauben sind und ihn zum Freund nehmen. Satan spornt zur Sünde an und bringt dem Menschen bei wie er die Sünde rechtfertigen kann. In der Sure Nahl, Sure 16, steht in den Versen 99 und 100.

     

    Er (Satan) hat keine Vollmacht über diejenigen, die glauben und auf ihren Herrn vertrauenSeine Vollmacht erstreckt sich nur über diejenigen, die ihn als Herrn wählen.

     

    Die Verleitungen des Satans sind raffiniert, so dass der Mensch oftmals nicht das Vordringen dieses gefährlichen Feindes bemerkt. Wer einen starken Glauben hat und auf Gott vertraut, wird schneller diese Versuchungen gewahr und sucht vor der Sünde und sogar vor dem Gedanken an sie bei Gott Zuflucht. Gläubige Menschen können dank ihrer Gottesfürchtigkeit und ihres Glaubens leicht die göttlichen Inspirationen von den Einflüsterungen Satans unterscheiden. Mit Hilfe des Glaubens an Gott verleihen die göttlichen Inspirationen dem Menschen Festigkeit, denn sie stehen im Einklang mit seiner unversehrten Gott gegebenen Ur-Natur (Fitrah).

     

    Da die satanischen Einflüsterungen jedoch nicht mit dieser Ur-Natur im Einklang stehen, bereiten sie dem Menschen bei der Begegnung mit ihnen ein unangenehmes Gefühl das mit Kummer einhergeht. Die islamischen Gebote zum Gott-Dienen sollen alle helfen, Satan und seine Einflüsterungen abzuwehren. Diese Anweisungen machen den Menschen wachsam und veredeln sein Ich. Dabei nimmt das Fasten im Monad Ramadan einen besonderen Platz ein. Das Fasten ist ein Konzept, welches gemäß des Propheten Gottes s. Satan vom Menschen fernhält , und den Willen und Glauben stärkt.

     

    Der mazedonische Feldherr Alexander war gekommen, um wieder einmal eine Stadt zu besetzen. Da sah er, dass deren Stadttor weit geöffnet und unbewacht ist.Auch die Häuser und die Läden hatten keine Türen. Die Bürger in dieser Staddt waren alle sehr freundlich und hilfsbereit zueinander. Es gab keinen Friedhof, sondern die Gräber lagen vor den Häusern. Auf den Gräbern stand, dass alle Verstorbenen nur 15 bis 30 Jahre alt geworden waren.

     

    Alexander sagte zu einem alten Weisen unter den Einwohnern: „Ich habe noch nie eine Stadt wie diese erlebt! Warum gibt es keine Türen und Wächter?“

     

    Der Weise sagte: „Türen und Wächter braucht man bei Dieben. Aber hier wird nichts gestohlen. Jeder beschützt das Eigentum des anderen.“

     

    Alexander: „Es herrscht eine erstaunliche Freundschaft und Brüderlichkeit. Wie kommt das?“

     

    Der alte Mann: “ Freundlichkeit ist ein Zeichen für Verstand des Menschen.“Wenn der Mensch ungerecht handeln will, muss er erst sein Gewissen und seinen Verstand mit Füßen treten.“

     

    Was die Gräber betraf so sagte er: „Die Gräber liegen deshalb vor den Häusern, damit wir sie jeden Tag beim Verlassen des Hauses vor uns haben und gemahnt werden, dass auch wir einmal sterben werden, und daher auf unser Verhalten achten sollten. Und wenn auf den Grabsteinen steht, dass unsere Verstorbenen nicht länger als 30 Jahre gelebt haben so deshalb, weil wir uns nichts vormachen wollen. Denn es zählen ja nur die Jahre, die wir im Leben nützlich waren. Wenn wir auf den Grabstein schreiben würden, dass jemand 70 Jahre gelebt hat, hätten wir uns selbst belogen. Denn der Mensch verbringt einen Teil seines Lebens im Schlaf und einen anderen Teil tut er nichts Nützliches.“