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    Bankett des Lichtes (Teil 11)

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    In dieser gesegneten lichternen Zeit denkt der Mensch mehr als sonst an Gott und an Seine endlose Barmherzigkeit. Das Bittgebet an einem der Tage im Monat Ramadan lautet:

     

    „O Gott: Mach an diesem Tag die Rechtschaffenheit zu etwas, was ich liebe und Ungehorsam und Sünde zu etwas, was ich ablehne. Und halte das Feuer deines Zornes von mir fern. Bei Deinem Beistand, o Du Helfer der Hilfesuchenden!“

     

    Wenn der Mensch sich ein Handeln angewöhnt, beginnt er es zu lieben und führt es häufig durch. Wie gut ist es da, wenn Gott ihm hilft, dass er sich rechtschaffene Handlungen zur Gewohnheit macht. Die großen Vorbilder des Islams haben alle die Rechtschaffenheit als eine liebenswerte Eigenschaft empfohlen, die den Menschen auf dem Weg zur Vervollkommnung weiterhilft. Imam Ali sagt: „Rechtschaffenheit ist das Wesen der Guten und Schlechtigkeit das Wesen der Schlechten.“

     

    Im Koran werden die Rechtschaffenen ausdrücklich gelobt . Dort werden sie Mohsenin genannt. Der Koran beschreibt ihre wertvollen Eigenschaften, zum Beispiel dass sie ein gütiges Herz haben und daher gerne spenden. Im Vers 134 der Sure Ale Imran, Sure 3) heißt es „(diejenigen) die Spenden geben, ob es (ihnen) gut oder schlecht geht, und die (wenn sie jemandem grollen) den Groll unterdrücken und den Menschen gegenüber Nachsicht üben! Gott liebt die Rechtschaffenen.“

     

    Eine weitere hohe Eigenschaft der Gutestuenden, nämlich Muhsenin, die der Koran nennt, ist die Geduld und die Gottesfürchtigkeit während trauriger Ereignisse. Die Rechtschaffenen fügen sich in den Willen Gottes.

     

    Über weitere Eigenschaften der Rechtschaffenen und ihren Lohn steht in der Sure Tauba (9) steht im Vers 100:“Diejenigen, die (den anderen im Glauben) zuvorgekommen und (somit) die Ersten (geworden) sind, nämlich die Auswanderer (aus Mekka) und die Helfer (aus Medina), und diejenigen, die ihnen auf ordentliche Weise gefolgt sind, – an denen hat Gott Wohlgefallen, und sie an Ihm. Und er hat für sie Gärten bereit, in deren Niederungen (w. unter denen) Bäche fließen, und in denen sie ewig weilen werden. Das ist dann das große Glück.

     

    In den Überlieferungen steht auch, dass diese Rechtschaffenen die göttiche Liebe erfahren. Gott gibt ihnen Rechtleitung und Wissen. Er bereitet ihnen ein gutes Ende und sie werden zu den Geretteten gehören.

     

    Sicher haben Sie von Korah, der im Koran „Qaruun“ heißt gehört. Korah war ein Cousin des Propheten Moses und besaß große Kentnnisse über die Thora. Anfangs zählte er zu den Gläubigen. Aber wegen Reichtum und Hochmut wurde er zum Ungläubigen und Gott begrub ihn unter der Erde.

     

    Korahs Reichtum war gewaltig. Mehrere starke Männer mussten die Schlüssel für seine Schatztruhen tragen. Trotz allem Segen war er völlig undanbkar. Dauernd gab er mit seinem Reichtum an und er verhielt sich herablassend zu den Bedürftigen. Er wurde immer stolzer. Die Frommen und Verständigen mahnten ihn und sagten: „Versuch mit dem, was Gott dir geschenkt hat, etwas für das Jenseits zu tun!“

     

    Reichtum ist an sich nichts Schlechtes. Wichtig ist, wie und wofür der Mensch ihn verwendet. Korah hätte mit seinem riesigen Besitz viele soziale Werke tun können. Aber sein Hochmut machte ihn dafür blind. Die anderen rieten ihm: Genauso wie Gott dir Gutes zukommen ließ, sollst du auch den anderen Gutes zukommen lassen, sonst wird Gott den Segen von dir nehmen.

     

    Doch Korah antwortete, er habe seinen Reichtum durch sein Wissen und seine Klugheit erzielt. Es ginge niemanden etwas an, was er damit tut.

     

    Korah beschritt also den Weg der Widersacher. Eines Tages forderte Prophet Moses auf Gottes Anweisung die Zakkat-Steuer von Korah. Moses sagte: „Gott hat mich angewiesen, durch die Zakkatabgabe für deinen Besitz mir das, was davon den Bedürftigen zusteht bei dir zu holen.“

     

    Korah rechnete sich aus, wieviel er abgeben musste. Es war ein hoher Betrag und er verweigerte die Zahlung. Er schmied sogar einen Komplett gegen Prophet Moses und verleumdete ihn. Moses sprach den Fluch über ihn aus. Gott ließ daraufhin ein Erdbeben geschehen und die Erde verschluckte Qarun mitsamt seinem Besitz. Korah war mit allem, was er besaß, vernichtet worden.

     

    Einige hatten Korah wegen seinem großen Reichtum beneidet. Bei seiner Vernichtung begriffen sie, dass Reichtum kein Zeichen für Größe und Wohlwollen Gottes sein müssen, sondern sogar oft Schaden und Vernichtung bedeuten. Als sie dies erkannten, da sagten sie: Wenn Gottes Gnade nicht gewesen wäre, wären wir Korah gefolgt und hätten das gleiche Schicksal erlebt.

     

    Der Koran hat die Geschichte in der Sure Qasas (28) in den Versen 76 bis 82 angeführt.

     

    Diese Geschichte macht offenbar, dass Stolz und die trunkene Freude über großen Reichtum den Menschen zu verschiedenen Sünden verführen kann, so dass er sich sogar gegen den Propheten Gottes stellt und Recht und Wahrheit bekämpft.

     

    In dem Vers 83 der Sure Qasas heißt es über das Paradies:

     

    (Ja) Das ist die jenseitige Wohnstätte: Wir bestimmen sie für diejenigen, denen der Sinn nicht danach steht, im Land mächtig (und gewalttätig) zu sein und Unheil anzurichten. Das Ende fällt (dereinst) zugunsten derer aus, die gottesfürchtig sind.

     

    Das Streben nach Überlegenheit, Korruption und Unheil ruft in der Tat viel Elend und Armut auf der Welt hervor. Im Islam ist nur ein Reichtum erwünscht, der nicht zu Unheil auf der Erde führt, nicht die menschlichen Werte in Vergessenheit geraten lässt und nicht Überlegenheitsgefühl und Herabsetzung der anderen zur Folge hat. Gemäß Islam muss Reichtum als Heilpflaster für die Entbehrenden dienen und dazu beitragen, ihre Bedürfnisse zu beseitigen.

     

    Während der Fastenzeit soll der Sinn für Wohltätigkeit die Wohlhabenden den finanziell schwächeren Bevölkerungsteilen näher bringen. Imam Ali fragte einmal die Gläubigen, welches der Koranvers sei, der am meisten Hoffnung spendet. Einige meinten, dass müsste der Vers 48 der Sure 4 sein, in dem es heißt, dass Gott außer der Götzenanbetung alle Sünden verzeiht.

     

    Andere meinten, vielleicht wäre es der Vers 110 dieser Sure wo es heißt: Und wenn einer Böِses tut oder (indem er sündigt) gegen sich selber frevelt und hierauf Gott um Vergebung bittet, wird er finden, dass Gott barmherzig ist und bereit zu vergeben.

     

    Doch es gab auch welche, die an den Vers 53 der Sure Zumar dachten, nämlich:

     

    Sag: Ihr meine Diener, die ihr gegen euch selber (oder: zu eurem (eigenen) Nachteil nicht massgehalten habt! Gebt nicht die Hoffnung auf die Barmherzigkeit Gottes auf! Gott vergibt (euch) alle (eure) Schuld. Er ist es, der barmherzig ist und bereit zu vergeben.

     

    Nachdem Imam Ali sich alle Meinungen angehört hatte, sagte er: Aus dem Munde meines Freundes, dem Propheten Gottes s. habe ich erfahren, dass es der Vers 114 der Sure Hud ist, nämlich:

     

    Und verrichte das Gebet an den beiden Enden des Tages (d. h. morgens und abends) und zu frühen Zeiten der Nacht! Die guten Taten lassen die schlechten Taten dahinschwinden. Das ist eine Mahnung für diejenigen, die (Gottes) gedenken.

     

    Danach hat der Prophet gesagt: Ali! Bei Gott, der mich als Verheißer froher Botschaft und zum Mahnen unter die Menschen geschickt hat! Wenn der Mensch das Wudhu – die rituelle Waschung vornimmt – fallen seine Sünden von ihm ab und wenn er in Richtung Qibla (Gebetsrichtung steht) wird er rein! O Ali Wer die täglichen Gebete verrichtet ist wie jemand, der sich jeden Tag fünf Mal in einem Bach vor seinem Hause wäscht.