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    Bankett des Lichtes (Teil 12)

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    Wir bitten Gott in einem der Gebete zu Ramadan, dass er uns von Sünden frei macht und dass er uns Genügsamkeit schenkt und uns gerecht sein lässt, dass er uns gläubig macht und uns vor dem bewahrt, vor dem wir uns fürchten. In diesem Gebet zum 12. Ramadan ist von einem Gewand die Rede, welches die Fehler und Sünden des Menschen verdeckt.

     

    Es ist eine der großen Eigenschaften Gottes, dass Er die Fehler bedeckt. In einer Überlieferung heißt es, dass Gott für jeden seiner Menschengeschöpfe 40 verdeckende Schleier vorsieht. Begeht der Mensch eine große Sünde, zerreisst einer dieser Schleier und wenn er reuevoll umkehrt, wird dieser Schleier wieder heil. Hat er jedoch keine Reue begangen und hält an seiner Sünde fest, dann zerreissen alle Schleier und die Engel sagen zu Gott: „O Gott. Dein Menschengeschöpf hat alle seine Schleier zerrissen. Und eine Stimme erschallt: „Deckt ihn mit euren Flügeln zu.“ Aber wenn er weiter Sündiges betreibt, heißt es : „Nehmt eure Flügel von ihm fort.“

     

    In dem Moment wird der Sünder bloßgestellt werden. Wie gut ist es, wenn auch wir Menschen es unterlassen, über die Fehler der anderen zu reden und andere bloß zu stellen, und wie Gott, der Barmherzige, versuchen, ihre Fehler zu verdecken. Auch müssen wir daran denken, dass Gott zwar gütig die Sünden verdeckt, aber dass wir auch selber auf Anstand und Moral achten müssen, denn Schamlosigkeit führt zur Bloßstellung.

     

    Ifat ist die schönste Form der Selbstbeherrschung. Ifat ist Enthaltsamkeit von der Erfüllung unerlaubter Wünsche des Triebes. Imam Ali sagte:   – Ifat ist der Widerstand gegenüber den Trieben und der Sieg über sie.

     

    Wenn der Mensch seine Triebe seiner Vernunft und seinem Glauben unterwirft, hat er nach Anständigkeit gesucht, und das Resultat der Anständigkeit ist Schamhaftigkeit, Keuschheit und moralische Reinheit. Ein solcher Mensch der seine Gelüste mit Hilfe der Vernunft und dem Glauben beherrscht, besitzt die besten inneren Mittel zur Vorbeugung gegen die Sünde. Ihn begleitet ständig ein besonderer innerer Wächter. Daher begeht er nicht so leicht jede Tat und achtet auf das, was er spricht und wie er sich benimmt, damit er mit seinem Körper keine Sünde begeht. Aber die beste Schamhaftigkeit ist die Schamhaftigkeit gegenüber Gott. Ein Mensch der sich vor Gott schämt, sieht sich in dem Moment, wo er sich zu einer Sünde verleitet fühlt, in der Gegenwart Gottes, Seines Herrn und Schöpfers. Dann schämt er sich und enthält sich dieser Sünde. Imam Ali hat in seiner letzten Empfehlung an Mohammad Ibn Abi Bakr gesagt:

     

    Wisse dass die beste Form der Ifat – die beste moralische Enthaltsamkeit darin besteht, sich gemäß der Religion Gottes zu beherrschen und nach Seinen Geboten zu handeln. Ich lege dir ans Herz Gott, offen und heimlich, im Herzen und bei deinem Verhalten zu fürchten.

     

    Gott unterstreicht im Koran den Glauben und das rechtschaffene Handeln aufgrund des Glaubens. Diese werden fast immer zusammen genannt. Ein wahrer Glaube soll mit dem entsprechenden Handeln einhergehen. Gott hat oftmals im Koran den Rechtschaffenen frohe Kunde verheißen und verkündet, dass er diejenigen, die rechtschaffen handeln , liebt. Kein gutes Werk entgeht Gott und der Lohn für die Rechtschaffenen ist bei Gott sicher. Im Vers 96 der Sur 19 , Sure Mariyam heißt es:

     

    Denen, die glauben und tun, was recht ist, wird der Barmherzige Liebe zukommen lassen.

     

    Zweifesohne äußern sich der Glaube und das rechtschaffene Handeln in dem Verhalten des Menschen . Der Glaube an Gott und die Botschaft der Propheten findet auf schöne Weise im Denken des Menschen Widerhall und dem was er sagt. Hohe moralische Tugenden des Menschen wie Aufrichtigkeit, Geduld, Gottesehrfurcht, freundliches Verhalten ebenso wie Selbstopfer und Opferbereitschaft rühren von dem Glauben an Gott her.

     

    Alle diese schönen Eigenschaften gehören zu den Dingen, die von den anderen begrüßt werden und alle loben ein solches Verhalten. So hat ein Mensch, der sich selbst beherrschen kann und Ausdauer besitzt, eine gute positive Wirkung auf die Menschen in seiner Umgebung. Er wird von den anderen geschätzt und geliebt.

     

    Wenn jemand ein Geheimnis oder ein Pfand hütet, setzen alle Vertrauen in ihn. Auch die Ehrlichen und die Großzügigen werden von den anderen geachtet. Solche guten Eigenschaften entstehen meist durch den Glauben und sie haben eine nützliche Wirkung auf den Einzelnen und die Gesellschaft.

     

    Der Prophet hat über die Widerspiegelung der Liebe Gottes gesprochen und gesagt:

     

    Wenn Gott einen seiner Diener liebt, sagt er zu Dschibrail (Gabriel) seinem großen Engelsboten: „Diesen …liebe ich. Liebe auch du ihn!“ Und Dschibrail wird ihn lieben. Dann ruft er in den Himmeln aus: „Ihr Himmelsbewohner, Gott liebt diesen Diener. Liebt auch ihr ihn!“ Und dann lieben ihn alle Himmelsbewohner. Und diese Liebe wird sich auf der Welt widerspiegeln.“

     

    Dieses bedeutungsvolle Hadith zeigt, dass der Glaube und das rechtschaffene Handeln eine Echo findet, so groß wie das Universum. Die Beliebtheit die sich daraus ergibt, ist so groß, dass sie sich auf die ganze Schöpfung ausdehnt. Kann es einen größeren Genuss für den Menschn geben, als dass er bei allen Reinen und Guten im Dasein beliebt ist?

     

    Manchmal findet das gute Handeln der Gläubigen sogar bei den Sündern Lob und Anerkennung. Wie oft gefällt denen, die sich völlig an die Sünde gewöhnt haben, ein gutes Werk von Rechtschaffenen und sie werden dadurch wieder klüger und machen kehrt. Die gläubigen und rechtschaffenen Menschen sind so unter den Menschen beliebt, dass viele trauern, wenn sie die Welt verlassen. Sie haben materiell gesehen keinn wichtigen Stand gehabt, aber ihr Herz war erfüllt mit Gottsliebe und Gott belohnte sie damit, dass die Menschen sie lieben.

     

    Heute wollen wir noch bei einem großen Mystiker etwas lernen. Ajatollah Seyyed Ali Qasi Tabatabai – bekannt als Allameh Qasi – ist ein großer iranischer Mystiker und ein Rechtsgelehrter gewesen. Er war sehr bescheiden. Das konnte man an seinem Verhalten sehen. Er wählte niemals bei einer Versammlung einen besonderen Platz für sich und wenn er mit seinen Schülern die Moschee verließ, ging er ihnen nicht voraus. Wenn Schüler oder Gäste ihn besuchten, stand er vor jedem respektvoll auf. Selbst für kleine Kinder, die mit ihren Eltern kamen, erhob er sich. Seine Gäste bat er um Erlaubnis, dass er das Ritualgebet sofort nach Anbruch des Zeitraums betet. Er legte sehr großen Wert auf die Verrichtung des Gebetes zum frühmöglichsten Zeitpunkt. Seine Empfehlung lautete: „Wenn ihr das Ritualgebet hütet, werden alle eure Angelegenheiten gehütet werden.“ Ihm lag so viel an dem Ritualgebet dass er einmal zu einem seinem Schüler gesagt hat: „Seit ein paar Tagen denke ich darüber nach, was wir tun sollen, wenn sie uns im Paradies nicht das Gebet beten lassen.“

     

    Ajatollah Qasi hob auch ganz besonders die Pflege der Koranlesung hervor und empfahl seinen Schülern: „Ihr sollt den Koran in einem schönen traurigen Ton vortragen.“ Er empfahl ebenso, die Geschichte des Islams zu studieren und sagte: „Lest einmal die Geschichte des Islams von der Statthalterschaft des Propheten (s) bis 260 nach der Hidschra . Und dann handelt nach ihr… verrichtet das Nach-Mitternacht-Gebet! Wenn ihr ein gutes Diesseits haben wollt, verrichtet das Nach-Mitternacht-Gebet und wenn ihr ein gutes Jenseits wollt, ebenso.“

     

    Er schloss sein Testament mit den Worten: Allah Allah! Ihr solltet nie jemanden innerlich verletzen!