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    Bankett des Lichtes (Teil 13)

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    Eine der guten Gaben, um die wir Gott im Monat Ramadan bitten, ist die Geduld.

     

    Die Geduld stärkt den Menschen gegenüber Härten und Schwierigkeiten. Eine Geduld, die aus dem Glauben und der Gottesfürchtigkeit hervorgeht, hilft dem Menschen tapfer zu bleiben. Laut psychologischer Erkenntnisse sind drei Verhaltensweisen gegenüber Not und Unglück gang und gäbe. Einige begegnen den Problemen mit Resignation und Gram, was schließlich zur Depression führt. Andere meinen die Schwierigkeiten nicht aushalten zu können und begehen Selbstmord. Eine andere Gruppe sucht bei einer bestimmten Art von Musik, Drogen oder Psychopharmaka Zuflucht.

     

    Aber es gibt noch eine vierte Gruppe. Diese versucht gestützt auf den religiösen Glauben mit Problemen klar zu kommen. Gemäß islamischer Kultur liefert sich ein gläubiger Mensch niemals der Hoffnungslosigkeit aus. Der Islam schlägt als Medizin gegenüber den Schwierigkeiten die Geduld und Standhaftigkeit vor. Der Heilige Koran sagte hier zu in der Sure 2, im Vers 153:

     

    „Ihr Gläubigen! Sucht Hilfe in der Geduld und im Gebet! Gott ist mit denen, die geduldig sind.“

     

    Ein gläubiger Mensch vertraut auf Gott, wenn er in Schwierigkeiten und in Not ist. Gott hat den Geduldigen das Paradies , Rechtleitung und besondere Huld versprochen. In einigen Überlieferungen steht über drei Arten von „Sabr“ – der Geduld – geschrieben – Erstens die Geduld hinsichtlich des Gott-Gehorsams: das heißt Pflege des Gott-Dienens und Erdulden der Probleme, die möglicherweise beim Gottgehorsam auftauchen.

     

    Die zweite Art der Geduld ist die Geduld gegenüber der Sünde. Diese Geduld kommt dann zum Tragen, wenn jemand der Versuchung zu einer Sünde gegenübersteht, doch aufgrund seines Willens und der Geduld sich dieser Sünde enthält.

     

    Die dritte Form der Geduld ist die Geduld gegenüber Leid.

     

    Als schwierigste Form der Geduld gilt die Geduld gegenüber Sünden, denn es ist nicht leicht die Verlangen und Triebe zu beherrschen und eine Sünde zu unterlassen. Diese Geduld wird dafür auch reichlich belohnt. In Überlieferungen steht, dass die Standhaftigkeit gegenüber der Sünde dem Menschen auf hohe Stufen der Gottesfürchtigkeit verhilft. Ein Beispiel für diese hohe Form der Geduld liegt im Koran in Form der Geschichte des Propheten Josef (gegrüßet sei er) vor. Er übte sich gegenüber den Annäherungsversuchen der Zoleicha in Geduld. Er nahm das Gefängnis in Kauf, um keinen Ehebruch zu begehen. Daraufhin erreichte er hohe materielle und immaterielle Stufen.

     

    In den islamischen Lehren ist auch das Fasten als ein schönes Beispiel für die Geduld vorgestellt worden. In Wahrheit ist das religiöse Fasten eine doppelte Geduldsübung, der Fastende übt sich nämlich in der Geduld hinsichtlich des Gottgehorsams und gegenüber der Sünde.

     

    Der Monat Ramadan ist der Monat der Reinigung des Herzens von den Sünden, damit der Mensch mit einem schönen Herzen vor Gott tritt. Der Prophet (Friede sei ihm und seinem Hause) hat gesagt: „Ramadan ist der Monat, in dem Gott euch das Fasten zur Pflicht gemacht hat und wer aufgrund des Glaubens und zur Erfüllung ds Pflichtgebotes fastet, verlässt seine Sünden und ist wie an dem Tag an dem seine Mutter ihn gebar. (Wasa´il Al Schia – Bd. 7, S. 177)

     

    Bei Gott besitzen der Monat Ramadan und die Fastenden in diesem Monat einen solch hohen Wert, dass Er einige Engel beauftragt, in diesem Monat für die Fastenden zu beten und um Vergebung zu bitten. Imam Baqer (a.s.) sagt darüber: „Wahrlich. Gott der Höchsterhabene hat Engel, die den ganzen Monat Ramadan über für die Fastenden um Vergebung bitten (Wasa`il Al Schia, Band 7, Seite 176)

     

    Im Koran, den Überlieferungen und einigen überlieferten Gebeten werden insgesamt 64 Namen für den Monat Ramadan angeführt, die seine besonderen Eigenschaften und seine Bedeutung wiedergeben: zum Beispiel Monat der Rückkehr und Monat der Reue, des Segens, des Korans, der göttlichen Barmherzigkeit, Monat der Geduld, Monat der Sadaqa (Spende), Monat der reinen Dinge, Monat der Koranvorlesung.

     

    Im Monat Ramadan sind die Gottesdiener aufgefordert, um Vergebung zu bitten. Sie sollen das hohe Wissen des Korans und Gebet und Bittgebete und Tage und Nächte nutzen um spirituell weiter zukommen. Durch diesen segensreichen Monat kann der Mensch schneller die Stufen der Spiritualität hochsteigen.

     

    Ramadan stärkt den Widerstand und die Ausdauer gegenüber Nafs-e Amara der Seele, die das Sündige befiehlt –. Der Prophet Gottes sagt: „Weil der Monat Ramadan die Sünden schmilzt und vernichtet wird er so genannt. „Ramadan bedeutet nämlich: Volle Sonnenbestrahlung von Kieselsteinen. Die Bezeichnung Ramadan soll daran erinnern, dass der Mensch unter dem warmen Licht des göttlichen Segens eine Metamorphose erfährt und Selbstbeherrschung erlernt.

     

    Alle Formen des Gott-Dienens werden von Gott belohnt. Sie wurden dem Menschen zur Pflicht gemacht. Genauso wie der Monat Ramadan über den anderen Monaten steht, ist auch das Fasten in diesem Monat ein Dienen, welches besonderen Lohn erhält. Vom Propheten des Islams stammt die Aussage: Gott hat gesagt „Das Fasten ist für Mich und Ich selber gebe die Belohnung “ (Mizan Al Hikma, Bd. 7, S. 206)

     

    Das Fasten für Gott erweckt im Menschen den Gedanken an das Jenseits. Imam Resa (a.s.) sagt: „Das Geheimnis der Fastenpflicht besteht darin, dass der Mensch erfährt, dass Hunger und Durst schwierig sind , Gott gegenüber bescheiden wird und spürt, dass er bedürftig ist. Er soll um seinen Lohn bitten und sich in Geduld und Ausdauer üben, damit letztendich dieses Bedürftigsein die Grundlage dafür schafft, dass er auf seine Bedürfnisse im Jenseits achtet.“

     

    Aus den Überlieferungen und dem Koran geht hervor, dass der Menschen neben seiner mehrstündigen Enthaltung von Speis und Trank seine fünf Sinne von Unwürdigem fern- und sein Herz von schlechten Absichten reinhalten muss. Das Herz des Menschen muss so wie sein Körper Enthaltsamkeit üben. Imam Ali sagt: „Das Fasten des Herzens ist besser als das Fasten der Zunge und das Fasten der Zunge ist besser als das Fasten des Magens.“ (Ghurur al Hikam, S. 215)

     

    Hoffentlich können wir den Kern dieses großartigen Gott-Dienens verstehen und zu den wahren Fastenden gehören.

     

    Der verstorbene Ajatollah Uzma Seyyed Schahabeddin Maraschi Nadschafi ist eine bekannter Gelehrter und Historiker unserer Zeit gewesen. Er hat über 70 Jahre lang im Theologischen Zentrum von Qum gelehrt und dieser Stadt eine große Bibliothek hinterlassen. Es ist die drittgrößte Bibliothek der Islamischen Welt. In dieser Bibliothek werden über 250 Tausend gedruckte Bücher und 2500 Buchbände mit alten Manuskripten aufbewahrt.

     

    Ajatollah Maraschi Nadschafi sagt über seinen Beweggrund für die Gründung dieser Bibliothek:

     

    „Einmal ging ich über den Bazaar von Nadschaf und stellte fest, dass die Theologieschüler einen Laden besonders häufig besuchen. Ich fragte nach dem Grund. Da sagten sie, die Bücher der verstorbenen Gelehrten würden dort versteigert. Ich betrat den Laden und sah wie sich einige versammelt hatten. Ein Mann brachte Bücher herbei und versteigerte sie. Die anderen boten einen Preis an und wer den höchsten Preis sagte, konnte das Buch erstehen. Unter den Leuten saß ein Araber mit einem Geldbeutel neben sich. Er überbot die anderen laufend, kaufte die Bücher und ließ nicht zu, dass ein anderer sie bekommt. Ich erfuhr, dass er Kazem heißt und für das englische Konsulat in Bagdad arbeitet. Er kaufte die ganze Woche über Bücher , brachte sie freitags nach Bagdad und übergab sie den Engländern. “

     

    In dem Moment entschloss sich Ajatollah Maraschi zu verhindern, dass die Bücher und insbesondere, dass handschriftliche Werke auf diese Weise in fremde Hände geraten. Er suchte sich eine nächtliche Arbeitsstelle in einer Reismühle, reduzierte seine Mahlzeiten und übernahm gegen einen Lohn die Erfüllung der versäumten Fasten- und Gebetspflichten für Verstorbene. Mit dem Geld, das er auf diese Weise verdiente, begann er Bücher zu kaufen und zu sammeln.

     

    Da dieser Religionsgelehrte kein ausreichendes Einkommen hatte, war er finanziell nicht in der Lage, nach Mekka zu pilgern Aber er hat der Nachwelt mehr als 148 Bücher Abhandlungen und Artikel hinterlassen.