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    Bankett des Lichtes (Teil 3)

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    Am dritten Tag des Monats Ramadan betet der Fastende: O Gott, lass an diesem Tag Wachsamkeit und Bewusstsein mein täglich Brot sein und halte mich an diesem Tag von Unvernunft und dem Falschen fern! Gib mir an diesem Tag von allem Guten, was du herab schickst. Bei Deiner Großzügigkeit, o du Großzügigster der Großzügigen.

     

    Im Gebet des dritten Fastentages bitten wir Gott, dass Er uns Einsicht und Weisheit gibt und uns vor der Unwissenheit bewahrt. In den islamischen Überlieferungen steht, welche Merkmale Unwissende aufweisen zum Beispiel:

     

    Unwissende beantworten eine Frage, bevor sie sich bis zu Ende angehört haben. Sie streiten, bevor sie wissen, was die Wahrheit ist. Sie fällen ein Urteil über etwas, über das sie nicht genug wissen, sind unausgeglichen in ihrem Verhalten und stützen sich auf Wünsche und Illusionen usw.

     

    Imam Ali a.s. hat gesagt, die Unwissenheit ist Ursache für alle Übel und ein Mensch mit wenig Klugheit ist engstirnig. Er sagt auch:

     

    Unwissend ist jemand, der sich hinsichtlich der Dinge, über die kein Wissen vorliegt für wissend hält und denkt, seine Meinung reiche aus. Er meint, jeder, der ihm widerspricht, würde sich irren … Was er nicht weiß, dementiert er. Er leugnet die Wahrheit, hält an seiner Starrköpfigkeit fest und verhält sich hochmütig hinsichtlich dem Streben nach Wissen (d.h. er strebt nicht danach).

     

    Im Mathnawi des iranischen Dichters Molawi (13. Jahrhundert n. Chr. ) heißt es, dass jemand Jesus Christus rennen sah und ihn nach dem Grund fragte. Da blieb Hasrat-e Massih stehen und antwortete: „Ich flüchte vor den Dummen!“ Der Mann fragte: „Bist du nicht jener Christus, der die Blinden und Tauben heilt, die verborgenen Dinge kennt und mit Gottes Erlaubnis die Toten zum Leben erweckst, in trockenen Lehm hineinhauchst und ihn in einen Vogel verwandelst? Weshalb fürchtest du dich vor den Dummen und läufst davon?!

     

    Hasrat-e Issa (Jesus) antwortete: „Mit Gottes Erlaubnis habe ich alle diese Wunder verbracht, doch habe ich in aller Liebe Tausende Male für den Dummkopf gebetet, aber er wurde nie geheilt.“

    (Aus Mathnawi M`anawi, Heft 3, Gedichtsverse 2570 bis 2599)

     

    Der Monat Ramadan ist voller goldener Augenblicke. Eine Gelegenheit, viele himmlische Geschenke in Empfang zu geben, die wir nicht verpassen wollen! Nun da Gott die Tore zu seinem Segen für die Ramadan-Gäste geöffnet hat, wenden wir uns an der Schwelle zu seiner Audienz an Ihn.

     

    In den Überlieferungen steht, dass es eine großartige Wirkung auf die Erhörung von Gebeten hat, wenn man sich nicht auf andere stützt und auf deren Hilfe verlässt und stattdessen voll auf die Hilfe Gottes vertraut. Dies ist überhaupt eine Bedingung für die Erhörung eines Gebetes.

     

    Was den Gottesdiener vor das Tor zur göttlichen Barmherzigkeit zieht, ist die Verehrung Gottes und die Liebe zu Ihm. Je aufrichtiger die Liebe des Menschen zu Gott ist, desto größer ist die Aufmerksamkeit Gottes für ihn. Die Erfüllung von Bitten durch Gott wird umso wahrscheinlicher, je weniger der Diener Gottes auf Hilfe von einem anderen als Gott hofft. Der Prophet des Islams (s.) hat erklärt: „Gott der Erhabene hat zu einem seiner großen Propheten wie folgt gesagt: `Bei meiner Größe und Herrlichkeit! Wer sich auf jemanden anderen verlässt und in eines meiner Geschöpfe Hoffnung setzt, dessen Hoffnung werde ich gewiss in Hoffnungslosigkeit umwandeln und ihn von meinem Segen fernhalten. Erhofft sich denn ein Diener Versorgung und die Lösung seiner Probleme von jemand anderem als von Mir, obwohl die Schlüssel für die Beseitigung aller Schwierigkeiten in Meiner Hand sind? Hofft er auf jemand anders und klopft er bei jemand anderem ans Tor, während Ich die Schlüssel zu allen geschlossenen Türen in meiner Hand halte?! (Aus Usul-e Kafi, Band 2, Seite 66)

     

    Für das Fasten und für die Gewinnung der göttlichen Zufriedenheit gibt es gewisse Regeln und Sitten. Durch die Einhaltung der Regeln für ein Bittgebet können wir eher erreichen, dass es erhört wird. Zum Beispiel sollte das Herz rein sein. Wir sollten in aufrichtiger Absicht und Ergebenheit Gott dienen und rechtschaffene Dinge tun.

     

    Es wird überliefert, dass einer aus dem Volke Israels drei Jahre lang Gott um ein Kind bat. Aber sein Gebet blieb unbeantwortet. Da klagte er: „O Gott! Habe ich mich so weit von dir entfernt, dass Du mein Gebet nicht mehr hörst? Oder bin ich nahe und Du erhörst mein Gebet nicht?“

     

    Da hatte er nachts einen Traum. Eine Stimme sagte im Traum zu ihm: „Du hast Mich drei Jahre lang mit einer Zunge, die Unlauteres redet und mit einem besudelten Herzen und in vermischter Absicht gerufen . So hüte deine Zunge, reinige dein Herz für Gott und lass deine Absicht gut werden.“

     

    Nach diesem Traum beschloss der Mann fest, nicht mehr zu sündigen und Gott erhörte nach einem Jahr sein Gebet. Viele beten zu Gott. Aber einige ihrer Wünsche werden nicht erfüllt. Doch ein aufrichtiges Gebet bleibt nicht unbeantwortet und der Prophet hat gesagt:

     

    „Jeder Mensch, der zu Gott ruft, dem wird Gott drei von folgenden guten Dingen schenken, vorausgesetzt, dass er in seinem Gebet nichts Sündiges will: „Entweder sein Gebet wird sofort erhört, oder es wird im Jenseits für ihn gespeichert oder dank diesem Gebet wird ein Ereignis oder Leiden von ihm abgewandt.“

     

    Gott, der gepriesen ist wegen Seiner Reinheit, hat zu seinem Propheten Jesus a.s. gesagt: „O Jesus, wenn du mich rufst, dann bete und wende dich an mich wie ein Ertrinkender, den niemand retten kann. O Jesus mach das Herz ergeben und demütig vor Mir und gedenke meiner im Stillen oftmals und wisse dass deine Demütigkeit Mein Wohlgefallen findet. So lass während deiner Gebete das Herz andächtig sein und rufe mich mit Kummer erfülltem Wehklagen.“

     

    Ein Großer der Religion wurde gefragt: „Warum rufen wir zu Gott, ohne das wir erhört werden?“ Da antwortete er: „Weil ihr Gott kennt, aber nicht auf Ihn hört. Weil ihr im Koran liest, aber nicht nach ihm handelt. Weil ihr die guten Dinge Gottes nutzt, aber nicht dankt. Ihr wisst, dass es den Tod gibt, aber ihr bereitet keinen Proviant (für das Jenseits) vor. Ihr wisst, dass Satan der Feind ist, aber ihr behandelt ihn nicht wie einen Feind. Ihr lasst nicht von euren Fehlern ab und setzt euch mit den Fehlern der anderen auseinander. Wenn jemand so ist, wie sollte sein Gebet erhört werden?“

     

    Koranlesung und Gebete sind wichtig im Monat Ramadan . Ajatollah Abdullah Dschawadi Amoli der hervorragende iranische Koranwissenschaftler sagt:

     

    „Dieser Monat ist das Bankett Gottes und die Speise, die Er in diesem Monat den Menschen reicht, ist das Wissen des Korans. Deshalb müssen wir viel im Koran lesen und den Lohn dafür den Seelen der Propheten und Gottesfreunden, den Thronengeln, den aufrichtig Gläubigen und Märtyrern schicken. Je mehr wir im Koran lesen, desto besser. Sagt nicht: `Ich versteh doch den Koran nicht, warum soll ich ihn lesen?!`

     

    Der Koran ist kein Wort wie jedes andere. Er ist Gottes Wort und hat in jedem Abschnitt seine besondere Wirkung.

     

    Imam Chomeini, der Begründer der Islamischen Republik hat zu seiner Tochter gesagt: „Denke über den Heiligen Koran nach, die Quelle des göttlichen Überflusses. Auch wenn alleine schon das Lesen in diesem Schreiben des geliebten Freundes einen schöne Wirkung hat, so verhilft es den Menschen auf noch höhere Stufen, wenn er darüber nachdenkt: (Es folgt der Vers 27, der Sure 47: ) `Machen sie sich denn keine Gedanken über den Koran? Oder sind ihre Herzen versiegelt?`

     

    Solange diese Schlösser und Ketten nicht geöffnet werden und fallen, wird sich aus dem Nachdenken nicht das eigentliche Resultat ergeben.“