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    Bankett des Lichtes (Teil 4)

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    Eines der Gebet im Monate Ramadan lautet:

     

    O Gott, schenke mir an diesem Tag Kraft und lass mich die Süße des Deiner-Eingedenk-Seins kosten.

     

    Lehre mich in Deiner Großzügigkeit wie ich dir Dank erweisen soll und hüte mich durch Deinen Schutz und deine Verdeckung, o der du Sehender bist als jeder andere Sehende.Es ist ein Merkmal gläubiger Menschen, dass sie Gott dem Herrn, wegen seiner guten Gaben danken. Dank bedeutet, den Geber wegen seiner Gaben zu würdigen. Da nun aber alle guten Dingen von Gott kommen, so ist vor allem Ihm zu danken. Gott braucht unseren Dank allerdings nicht .

     

    Er braucht nichts und niemanden. Die Wirkung der Dankbarkeit gegenüber Gott kommt dem Menschen selber wieder zugute. Der Koran und die Überlieferungen und schon der Verstand gebieten dem Menschen, dass er sich dankbar zeigt. Wenn der Mensch sich bei seinem Mitmenschen für eine kleine Wohltat bedankt, wie kann er dann angesichts der abertausenden von Segensgaben, die Gott bereitgestellt hat, gleichgültig bleiben und sich undankbar verhalten?

     

    Es ist laut den Überlieferungen immer angemessen, Gott zu danken, und in einigen Fällen ist es sogar notwendig. Imam Sadiq a.s. betont, dass der Mensch für drei Dinge unbedingt Gott danken muss, nämlich wenn er gesund ist, wenn er große Segensfülle erfährt und wenn er sieht, dass andere einen Segen entbehren müssen. Im letzten Fall ist es besser, wenn er wie folgt sagt: O Gott, ich belächle die anderen nicht und bin nicht stolz (darüber,dass ich Deinen Segen erfahre ) aber ich preise dich wegen der großen Gaben, die Du mir geschenkt hast. (Aus Usul-e Kafi, Band 3, S. 154)

     

    Der Gottesdank wirkt sich schon im weltlichen Leben aus und findet Widerhall im kommenden Jenseits. Seine Wirkung im Diesseits besteht darin, dass Gottes Segen zunimmt und seine Wirkung im Jenseits ist im ewigen göttlichen Paradies zu suchen. Wahrer Dank besteht gemäß den großen Vorbildern des Islams darin, dass wir die göttlichen Gaben, die er uns verleiht, dazu nutzen, Ihm zu dienen und sie nicht für Sünde und Gott-Ungehorsam verwenden.

     

    Jeder mag Fröhlichkeit auf seine Weise deuten.Alle sind auf jeden Fall danach bestrebt. Einige meinen, Fröhlichkeit bestände darin, dass man sich freut und lacht. Aber in der Psychologie wird dann ein Menschen als glücklich betrachtet, wenn er sich im Leben zufrieden fühlt und psychologisch im Gleichgewicht ist. Nun fragt es sich, was wir dafür tun können, dass unsere Seele im Gleichgewicht bleibt und wir zufrieden und froh sind.

     

    Die religiösen Lehren definieren Fröhlichkeit auf ihre Weise. Sie nennen die Faktoren, die dem Menschen die Fröhlichkeit rauben und seine ständige Besorgnis, Betrübtheit oder weitere seelische Störungen verursachen. Zum Beispiel sind die wichtigsten Faktoren darin zu sehen, dass sich der Mensch seinen Trieben verschreibt, Sinnlosigkeit im Leben verspürt und nicht weiß, wie er mit Krisen und Unglück im Leben umgehen soll. Wir müssen also im Leben bei Dingen nach einer verinnerlichten und beständigen Fröhlichkeit suchen, die die Krisenfaktoren in die Kontrolle bekommen. Viele Psychologen bezeugen, dass der wichtigste Faktor zur Bewältigung von Krisenfaktoren und zur Erzielung wahrer Fröhlichkeit und Zufriedenheit in nichts anderem besteht, als in der Praktizierung der Religion. Also sollte man sich der Religion zuwenden, um größeren Frohsinn zu erzielen und sich vor Stress und Depressionen zu schützen.

     

    Der Islam ist eine Religion , die Gebote für die Gesellschaft und für den Einzelnen bereit hält und die Beachtung dieser Gebote gewährleistet eine innere Zufriedenheit im Menschen. Die Erfüllung von Pflichten wie das tägliche Gebetsritual, das religiöse Fasten, der Hadsch, die Zahlung der Zakat und Chums-Abgabe und weitere gottesdienstliche Handlungen wirken sich positiv auf Seele und Geist des Menschen aus.

     

    Die Beachtung der Gebote des Islams hinsichtlich gesellschaftlicher Angelegenheiten, stärken und verbreiten Freundschaft und Verständnis unter den Menschen. Wenn die Menschen einander Dienste erweisen, herrscht ein Klima der Freude und Zufriedenheit in der Gesellschaft und die Mitglieder dieser Gesellschaft können Freude am Leben haben.

     

    Nun, da wir uns in dem segensreichen Monat Ramadan befinden, ist es eine willkommene Gelegenheit die Empfehlungen, die der Islam für ein Leben in Freude und Zufriedenheit an Hand gibt, zu betrachten.

     

    Aus der Sicht der Religion Gottes kann ein Leben ohne Gedenken an Gott keine wahre Freude und Fröhlichkeit bescheren. In der Sure Taha (20 ) verkündet Gott, dass jeder, der sich von der Erinnerung an Gott abwendet, es schwer ihm Leben haben wird. Psychologisch bedeutet dies, dass das Gott-Eingedenksein den Menschen von Dingen und Neigungen, die seelischen Druck in ihm erzeugen, fernhält.

     

    Umgekehrt ist die Stärkung der Verbindung zu Gott, das Sich-Ihm-Nähern sowie das Vertrauen auf Ihn ein Faktor, der den Menschen den Weg des inneren Wachstums und der immateriellen Vervollkommnung gehen lässt und dem Menschen im Leben ein Ziel verleiht. Ein solcher Mensch wird nicht bei der Ansicht landen, dass das Leben sinnlos sei, denn er sieht sich von Gott geschützt und unterstützt. Dies ist in sich einer der wichtigsten Faktoren dafür, dass er Zufriedenheit und Frohsinn verspürt.

     

    Wir beobachten daher, dass Menschen, die an den religiösen Werten und Überzeugungen festhalten, selbst unter den härtesten Bedingungen nicht ihre Hoffnung und ihren Glauben aufgeben. Sie alle sind sicher schon mal Leuten begegnet, die reich sind und sich alles leisten können, und dennoch über das Leben klagen. Demgegenüber gibt es Menschen, die ein bescheidenes Leben führen, aber nicht klagen, sondern froh und zufrieden sind.

     

    Glücksgefühl ist also gar nicht so sehr davon abhängig, ob der Mensch über materiellen Reichtum verfügt oder nicht. Die religiöse Überzeugung erzeugt positive Vorstellungen im Menschen. Laut Psychologen wird der Mensch Freude empfinden, wenn er seine geistigen Bilder gelungen verwaltet und schöne Bilder von der Zukunft besitzt.

     

    Psychologische Untersuchungen zeigen, dass diese positiven Zukunftsbilder und Erwartungen tatsächlich auf gewisse Weise Wirklichkeit werden. Die Religion zeichnet ein klare geistige Vorstellung für die Zukunft des Menschen. Dank der Glaubensprinzipien der Religion kann er hoffnungsfroh sein. Sein Blick in die Zukunft ist gezielt und sinnvoll und ruft ein Gefühl der Zufriedenheit und Freude in ihm hervor. Ein Mensch ohne Ziel ist wie jemand, der ratlos in der Wüste umherirrt und niemals ein Gefühl der Ruhe verspüren kann.

     

    Imam Mohammad Ghazzali ist einer der größten islamischen Gelehrten im 5. und 6. Jahrhundert nach der Hidschra (11./12. Jahrhundert nach Christus) gewesen. Ghazzali war in vielen Islamwissenschaften seinen Zeitgenossen voraus und hat zahlreiche Werke über Religionsrecht, Scholastik, Philosophie, Ethik und Mystik geschrieben. Er hat das Fasten in drei Kategorien eingeteilt:

     

    Das Fasten der Allgemeinheit, welches in der Enthaltung von Speis und Trank und von einigen natürlichen Trieben besteht. Das Fasten auserlesener Gläubiger , bei dem der Mensch alle Teile des Körpers von unwürdigen Handlungen bewahrt.

     

    Aber das Fasten der dritten Gruppe, so Ghazalli weiter, besteht darin, dass sie das Herz von jedem anderen Gedanken außer den Gedanken an Gott fernhalten und ihr Fasten ungültig wird, wenn sie an etwas anderes als an Gott und das Jenseits denken. Dieses Fasten ist das Fasten der Propheten und der Sadiqin (der aufrichtig den Glauben Praktizierenden) und der Muqaraban – derer, die in Gottes Nähe gelangt sind.

     

    Der Mensch soll nicht auf das blicken, was ihn von Gott abhält. Darüber sagt der Prophet a.s.

     

    „Ein schlechter Blick ist einer der Giftpfeile des Satans. Wer sich aus Gottesfurcht davon enthält, den wird Gott mit einem Glauben lohnen, dessen Süße er im Herzen verspürt.“

     

    Der Fastende muss auch seine Zunge vor Geschwätz, Lüge, übler Nachrede, Verleumdung und Schimpfworten bewahren und stattdessen Nützliches sagen und von Gott sprechen oder aber schweigen.

     

    Auch seine Hände und Füße, Augen und Ohren usw. soll er von unwürdigem Handeln freihalten. Und beim Fastenbrechen am Ende des Fastentages soll er nichts Verbotenes essen und sogar Dinge, die verboten sein könnten, meiden. Es heißt außerdem dass man bei der Einnahme von Speisen am Abend und vor dem Morgenanbruch nicht übertreiben soll. Denn das Fasten ist dazu da, Gottes Gebot zu folgen, den Willen zu stärken, die Gelüste zu beherrschen und Mitgefühl mit den Notleidenden zu verspüren.