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    Bankett des Lichtes (Teil 7)

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    Das besondere Gebet für den siebten Tag des Fastenmonats Ramadan lautet: „O Gott! Hilf mir an diesem Tag beim Fasten und bei der Verrichtung des Gebetes und halte mich von Sünden fern. Lass mich ständig Deiner eingedenk sein! Bei dem Erfolg, den du bescherst. O du Wegweiser derer, die sich verirren.“ Das Gebetsritual ist eine Gelegenheit, zu dem Einen Gott zu sprechen.

     

    Kein Akt des Gott-Dienens kann wie der tägliche mehrmalige Gebetsdienst das Herz des Menschen so gut an das endlose Meer der göttlichen Barmherzigkeit anschließen und den Durst der Seele an der Quelle des göttlichen Überflusses stillen. Die erleuchtenden Augenblicke des Ritualgebetes sind eine Gelegenheit, die Gott, der Huldvolle, gnadenvoll und aus Liebe seinen Dienern zur Verfügung stellt.

     

    Bei dieser wunderschönen Gelegenheit löst sich das Herz von der Welt der Materie und spricht zu seinem Herrn, dem herrlichen Schöpfer. Das Ritualgebet ist daher der größte Akt der Gottergebenheit und des Dienens. Mit den Worten, die der Mensch im Gebet spricht und mit den rituellen Bewegungen die er durchführt, wie Verbeugung und Niederwerfung – bringt der Mensch auf beste Weise seine Gottesanbetung zum Ausdruck.

     

    Der Prophet des Islams hat gesagt, dass das Gebetsritual die wichtigste gottesdienstliche Handlung und Säule der Religion bildet. Er hat uns mitgeteilt: „Allen Handlungen des Menschen voran wird bei der Auferstehung als Erstes das Ritualgebet überprüft. War es in Ordnung (und wurde es angenommen) werden auch die anderen Handlungen beachtet und wenn nicht, werden die restlichen Handlungen abgelehnt.“

     

    Aber ein richtiges Ritualgebet und seine Annahme seitens Gott, setzt besondere Dinge voraus. Ein Gebetsdienst fndet Gottes Wohlgefallen, wenn der Körper und die Kleidung des Betenden rituaell rein sein, das Gebet gebetet wird, sobald der Zeitraum dafür beginnt, und wenn der Mensch sich im Gebet völlig andächtig Gott zuwendet.

     

    In den Überlieferungen der Makellosen Imame a.s. wird es als Heuchelei bezeichnet, wenn jemand im Gebet in Gedanken woanders ist, und die Worte zum Gott-Eingedenk-Sein nur mit der Zunge spricht.

     

    Zu einem solchen Betenden spricht Gott laut Imam Sadiq aleihe salam wie folgt: „Willst du mich betrügen? Bei Meiner Größe und Herrlichkeit, ich werde dir die Freude daran nehmen, mir eingedenk zu sein, und ich werde dir die Stufe der Annäherung zu mir und des Genusses des vertraulichen Gespräches mit mir verwehren!“

     

    Die Heilung der Seele und die Selbstveredlung ist eine Aufgabe und Pflicht aller Gläubigen. Um vor der Nafs-e Amara , dem Ich, welches zum Sündigen anspornt, sicher zu sein, muss man sich vor ihr in Acht nehmen. Laut der Sure Josef im Koran, hält die Nafs-e Amara den Menschen immer zum Schlechten an, und deshalb muss man ständig auf sie achtgeben und darf sie nicht sich selbst überlassen.

     

    Die Gelehrten der Ethik empfehlen zur Heilung der Seele, dass der Mensch jeden Morgen sich selber die Enthaltsamkeit von unwürdigen Dingen und die Durchführung von Pflichten verspricht. Dann soll er am Tag auf sein Ich achten und sein Versprechen einhalten und nicht davon abweichen.

     

    Wenn er sich am Abend schlafen legt, soll er über seine Handlungen an diesem Tag abrechnen. Falls er sein Versprechen nicht eingehalten hat, soll er seine Seele tadeln, damit ihr Wunsch , diese Sünde zu wiederholen, abnimmt. Und wenn es ihm gelang, die Bedingungen,die er sich morgens gestellt hat, zu erfüllen, soll er seine Seele anspornen, damit sie verstärkt den Wunsch hegt, vom Hässlichen abzulassen und stattdessen gute Dinge zu tun. Und man sollte das Gebet, dass der Prophet an Gott richtete, sprechen nämlich

     

    O Gott! Überlasse mich auch nicht für einen Augenblick mir selber:

     

    الهی لا تَکِلْنی اِلی نَفْسی طَرْفَةَ عَینٍ اَبَداً

     

    Ilahi la Takilni ila nafsi tarfata `eynin abada

     

    Lesen Sie von einem Volk, welches Gott vergass, so dass Gott es bestrafte:

     

    Jesus (gegrüßet sei er) kam mit seinen Jüngern an einem Dorf vorbei und sie stellten fest, dass die Einwohner alle gleichzeitig ganz plötzlich gestorben waren. Da sagte Jesus: „Dies ist ein Zeichen dafür, dass die göttliche Strafe über diese Menschen gekommen ist. Wenn sie der Reihe nach gestorben wären, hätten die Hinterbliebenen die Verstorbenen begrabe.“

     

    Da baten die Jünger Jesus: „Bitte Gott, dass er diese Toten wieder zum Leben erweckt, damit wir sie fragen, weshalb die göttliche Strafe auf sie kam und daraus eine Lehre ziehen.“

     

    Jesus bat Gott, dass er die Toten wieder ins Leben zurückruft. Eine Stimme aus dem Himmel wies Jesus an, die Toten zu rufen. Jesus rief sie und sie kehrten ins Leben zurück.

     

    Da fragte Jesus sie: „Wehe euch! Warum seid ihr auf diese Weise bestraft worden?“

     

    Einer von den Männern sagte: „Es waren vier Dinge die uns dieses große Übel bescherten: Erstens haben wir einen Abgott angebetet und ihn befolgt.

     

    Zweitens hingen wir sehr am weltlichen Leben und haben Gott nicht gefürchtet!

     

    Drittens hatten wir langfristige Wünsche gehegt.

     

    Viertens haben wir uns mit Vergnügen beschäftigt und hegten Gleichgültigkeit im Leben.

     

    Jesus fragte: „Wie groß war eure Liebe zum Leben?“

     

    Der Mann antwortete: „So groß wie die Liebe eines Kindes zu seiner Mutter. Wenn das Leben sich uns zuwandte, waren wir fröhlich und trunken, und wenn es sich von uns abwandte, wurden wir so traurig, dass wir weinten.“

     

    Jesus: „Und was war die Folge eures Tuns?“

     

    Der Mann: „Wir haben nach einer Nacht voller Sünden, Freude und Genuss am nächsten Tag die göttliche Strafe erfahren.“

     

    Jesus: „Was habt ihr gesagt, als euch die Strafe überkam und was haben die Boten Gottes euch gesagt?“

     

    Der Mann: „Wir sagten, schickt uns in die Welt zurück, damit wir Gutes tun und fromm werden

     

    Aber sie sagten zu uns: `Ihr lügt`.“

     

    Da wandte sich Jesus an seine Jünger und sprach: „Ihr Freunde Gottes! Wenn trockenes Brot und ein Strohlager für den Schlaf mit dem Heil in dieser und jener Welt einhergeht, ist es um ein Vielfaches besser!“

     

    Das Glück des Menschen hängt davon ab, dass er den göttlichen Propheten folgt und darauf achtet, wie die Weisen und Gelehrten, die ihnen folgten, handeln und sprechen.

     

    Ajatollah Abdullah Dschawadi Amoli ist ein hoher Gelehrter für die Koranauslegung und die Islamische Ethik. Er hat über das Geheimnis der rituellen Waschung, die dem Gebet vorangeht, gesagt: „Der Prophet Gottes (s.) pflegte nach dem Morgengebet in der Moschee zu bleiben und auf die Fragen der anderen zu antworten.

     

    Eines Tages stellte jemand eine Frage hinsichtlich des Wudhus. Der Prophet antwortete:

     

    ‚Die Waschung des Gesichtes und der Hände und das Streichen über Kopf und Füße, wie es beim Wudhu geschieht, enthält Geheimnisse. Die Waschung des Gesichtes beim Wudhu bedeutet: „O Gott! Jede Sünde, die ich mit diesem Gesicht begangen haben, wasche ich fort, damit ich Dich mit reinem Gesicht anbete und mit einer reinen Stirn (bei der Niederwerfung) die Erde berühre!“

     

    Das Waschen der Hände und Arme bis zum Ellbogen beim Wudhu bedeutet: „O Gott! Ich kehre mich von der Sünde ab und reinige meine Hand, von dem was ich mit ihr begangen habe.“

     

    Das Streichen mit der feuchten Hand über den Kopf beim Wudhu bedeutet: „O Gott! Ich reinige mein Haupt von allen falschen Einbildungen und unreifen Gelüsten, die ich im Kopf hegte und verbanne diese falschen Vorstellungen aus meinem Kopf!“

     

    Und das Streichen mit der feuchten Hand über die Füße beim Wudhu bedeutet: „O Gott! Ich halte meinen Fuß davon zurück, an einen üblen Ort zu gehen und wasche diesen Fuß von jeder Sünde rein, die ich mit ihm begangen haben.“

     

    Dann weist Ajatollah Amoli auf den Vers 79 der Sure Waqia (56) hin, wo steht, dass keiner das Buch Gottes berühren kann außer die Gereinigten und fügt hinzu die Wahrheit des Korans können nur Reine und Gereinigte erkennen, ebenso wie nur sie den Kern der gottesdienstlichen Handlungen wie Wudhu, Ritualgebet und das Fasten verstehen.

     

    Wer die Wahrheit des Gott-Dienens erkannt hat, der wird sich mit nichts mehr anderen beschäftigen. Wenn jemand den heiligen Namen Gottes über die Zunge bringen will, muss er den Mund reinigen. Dies ist eines der vielen Geheimnisse des Wudhu. Und wenn wir keine richtige Freude am Gebetsritual und am Gott-Dienen haben, liegt es darin, dass wir diese Geheimnisse nicht kennen!“

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