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    Bedeutung des Gesetzes im Koran und der Sunna (1)

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    Wie die Geschichte belegt haben immer bestimmte Regeln, ob in Form von Sitten oder in Form von regelrechten Gesetzen für das gesellschaftliche Leben geherrscht.  Der Mensch hat die Notwendigkeit von Regelungen besonders verspürt, nachdem die sozialen Beziehungen komplizierter geworden sind.

     

    Das Gesetz ist die Summe von Geboten und Verboten und legt die Verhaltensweise der Menschen im Gesellschaftsleben fest. Ohne solche Bestimmungen gerät die Gesellschaft aus den Fugen.

     

    Sobald Menschen ein Gesellschaftsleben führen, zusammenarbeiten und die Früchte ihrer Zusammenarbeit unter sich aufteilen wollen, stoßen ihre Interessen und Wünsche aufeinander. Einige erheben Anspruch auf einen größeren Anteil oder legen ihrer Verhaltensweise gegenüber anderen die eigenen Vorlieben zugrunde, was wiederum den anderen missfällt, so dass es in der Gesellschaft zu Konflikten kommt. Um solche Uneinigkeiten zu verhindern, müssen Grenzen und Gesetze festgelegt werden. Andernfalls gerät das Gesellschaftsleben in Gefahr und werden ihm die Grundlagen entzogen. Wann und wo wurden solche Gesetze zum ersten Mal aufgestellt?

     

    Die ältesten größeren Gesellschaftsbestimmungen scheinen die Gesetze zu sein, die Hammurabi in Babylon einführte. Hammurabi, König von Sumer und Akkad, regierte von 1792 bis 1750 vor Christus in Babylon (im heutigen Irak) . Die Charta,die er herausgab, behandelt in der Hauptsache Angelegenheiten wie Betrug, falscher Schwur, Bestechung von Richtern, ungerechte Urteilsfällung, die Beziehung zwischen Feudalherr und Bauern, die Handelsrechte und Familiengesetze.

     

    Doch die Geschichte der göttlichen Gesetzgebung reicht noch weiter zurück, nämlich in die Zeit von Prophet Noah ( gegrüßet sei er) Noah (a.s.) ist einer der Propheten gewesen, die Ulul Azm waren. Mit Ulul Azm (Leute des Entschlusses) werden die fünf Propheten besonderen Ranges, nämlich Noah, Abraham, Moses, Jesus (aleihomsalam) und Mohammad (Friede ihm und seinem Hause) bezeichnet.

     

    Prophet Noah überbrachte vor Moses und Jesus eine Offenbarungsschrift und ein Religionsgesetz (Scharia) . Da sich die menschlichen Gesellschaften ausdehnten und Meinungsunterschiede hinsichtlich der materiellen und ethnischen Interessen auftraten, haben die Propheten nacheinander geeignete Gesetze für die Beseitigung der Uneinigkeiten und um den Weg zu Wohl und Glück zu zeigen überbracht. Im Rahmen der Religion wurden diese Gesetze zunehmend vervollständigt und umfassender, bis sie schließlich als Ganzes dem letzten aller Propheten, dem Gottgesandten Mohammad s. offenbart wurden.

     

    Die Gesetze des Islams wurden der Menschheit durch Prophet Mohammad (s) in der Himmelschrift Koran vorgelegt. Der Koran ist das Gesetzbuch des Islams. In ihm wird das Konzept zur Wegführung des Menschen und für die Gestaltung der gesellschaftlichen Bedingungen , der ethischen und gesetzlichen Gebote und Verboten dargelegt. Er gibt die Gesetze Gottes wieder. Das göttliche Gesetze besitzt Vorzüge , die von Menschen aufgestellte Gesetze nicht aufweisen können.

     

    Ein geeignetes universales Gesetz muss alle materiellen und immateriellen Bedürfnisse des Menschen erwidern können. Seine Durchführung muss die Grundlage für die Weiterentwicklung aller Menschen hinsichtlich beider Arten von Bedürfnissen schaffen und soll Sicherheit und Frieden bringen. Bei näherer Betrachtung der Koranverse wird deutlich erkennbar dass Gott, der Allmächtige und Weise, der diese Gesetze aufgestellt hat, alle Aspekte beachtet hat.

    Ein optimales Gesetz zeichnet sich durch besondere Merkmale aus. Der Gesetzgeber muss diese kennen, um sein Gesetz optimal zu gestalten.

     

    Ein Merkmal ist zum Beispiel die zentrale Rolle der Gerechtigkeit. Das heißt der Gesetzgeber muss ein ausgewogenes System aus Rechten und Pflichten für jeden Einzelnen und für jede Gruppe in der Gesellschaft ins Auge fassen. Weder darf er grundlos einebestimmten Person oder Gruppe einschränken noch einigen anderen unlogische Privilegien einräumen. Das Gesetz muss zugunsten aller Personen und Gruppe sein und, koordiniert mit dem Wohl der anderen, für das Wohl eines jeden garantieren. In den Gesetzen sind möglicher Nutzen und Schaden für den Einzelnen und die Gesellschaft zu erwägen. Es müssen Durchführungsgarantien bereitgestellt werden und die immaterielle Weiterentwicklung sowie das eigentliche Ziel der Erschaffung des Menschen ins Auge gefasst werden.

     

    Liegen jedoch beim Menschen die Vorzüge und Besonderheiten, die ein idealer Gesetzgeber besitzen muss, vor? Sicherlich ist das Wissen des Menschen noch viel zu begrenzt und unvollständig, um aufgrund eigener Gesetze und Bestimmungen fehlerlos eine ideale Gesellschaft aufzubauen.

     

    Die Mängel bei den Gesetzen, die von Menschen geschrieben werden, gehen als erstes auf seine Unwissenheit über sich selber und seine verschiedenen Seiten zurück. Das übliche menschliche Wissen wird durch Sinneswahrnehmung und Verstand gewonnen. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Deckung der Lebensbedürfnisse. Aber dieses Wissen genügt nicht um den Weg zur Vollkommenheit und wahrem Glück auf allen persönlichen und gesellschaftlichen, materiellen und immateriellen, diesseitigen und jenseitigen Ebenen zu gehen.

     

    Es gibt also ein Vakuum. Wäre es nicht zu beseitigen, könnte das göttliche Ziel von der Erschaffung des Menschen nicht erreicht werden. Aber es gibt die Möglichkeit, diesen Mangel zu beheben, und zwar wird dies durch die Offenbarung, die auf die Propheten herabgesandt wurde, möglich.

     

    Selbst tausende Expertenteams auf dem Gebiet der Humanwissenschaften können nicht alle Dimensionen des Lebens erfassen und eine Richtlinie für den Menschen festlegen, geschweige denn, dass eine einzige Person oder eine geringe Anzahl von Menschen dazu in der Lage wären. Keiner von ihnen kann so diffizile Formeln dafür finden und sie präzise in Gesetzen und Regeln umsetzen, so dass für alle Interessen des Einzelnen und der Gesellschaft, und auf der materiellen und immateriellen Ebene des Menschen gesorgt ist.

     

    Die laufenden Veränderungen in den menschlichen Gesetzgebungen in der Geschichte zeigen, dass trotz Bemühungen einer großen Zahl von Gelehrten und Wissenschaftlern noch immer keine vollendete und adäquate Gesetzesordnung, die alle Aspekte berücksichtigt, aufgestellt werden konnte.

    Übrigens sind für die Aufstellung der existierenden menschlichen Gesetze in großem Umfange die göttlichen Gesetzesordnungen und die himmlischen Gebote herangezogen worden.

     

    Der Koran unterscheidet verschiedene Gruppen von Gottesgesetzen. Eine Gruppe sind zum Beispiel die Schöpfungsgesetze , d.h. die Gesetze die in der Daseinswelt herrschen. In der Sure Taha, Sure 2o,. ist im Vers 50 von der allgemeinen Rechtleitung die Rede.Dort steht:

    „Er (Moses) ) sagte:,Unser Herr ist der, der einem jeden Ding gegeben hat, was für seine Schöpfung nötig war und es dann lenkte.`“

     

    Jede Art von Kreatur hat einen besonderen Weg zur Vervollkommnung vor sich und keine weicht von diesem Schöpfungsweg ab, welcher sich in einem bestimmten Rahmen von Gesetzen sich bewegt.

    Eine andere Art von göttlichen Gesetzen sind die religionsgesetzlichen Bestimmungen. Sie sind für den Menschen gedacht und ordnen die Beziehungen zwischen Schöpfer und Menschengeschöpf und zwischen den Menschen auf gerechte Weise.

     

    Diese Gesetze hat Gott den Menschen über die Propheten bekanntgegeben und dies wird als Rechtleitung in Form von religionsrechtlichen Gesetzen bezeichnet:

    Im Vers 213 der Sure 2 heißt es unter anderem:

    … dann erweckte Allah Propheten als Bringer froher Botschaft und als Warner und sandte hinab mit ihnen das Buch mit der Wahrheit, dass sie zwischen den Menschen in dem, worin sie uneins waren, richten. …“.

     

    Dieser Vers verweist auf einen der Gründe für die Aussendung der Propheten, nämlich, dass sie die Meinungsverschiedenheiten zwischen den Menschen durch die göttlichen Gesetze beigelegt werden sollten. Gott hat also das Bedürfnis der Menschen nach Rechtleitung und einem vollendeten Gesetz nicht unbeantwortet gelassen.

     

    In zahlreichen Koranversen hat Gott darauf hingewiesen, dass er den Menschen den Weg der Rechtleitung gezeigt hat und dass der Heiligen Koran als letztes Gesetzbuch und letzte göttlichen Öffenbarungsschrift der besten Weg der Rechtleitung ist. Es heißt in Sure Isra`(17), Vers 9:

    „Fürwahr, dieser Koran leitet zum Richtigsten und bringt den Gläubigen, die gute Werke tun, die frohe Botschaft, dass ihnen großer Lohn werden soll“

     

    Die göttlichen Gesetze sind sowohl in ihrer Wesensart als auch in ihrem Anwendungsbereich von den Gesetzen, welche die Menschen aufstellen ,verschieden. Alle vom Menschen ersonnenen Gesetze haben zum Ziel, menschliches Verhalten in bestimmte Bahnen lenken, so dass die materiellen weltlichen Vorteile besser genutzt werden können. Aber Wohl und Vollkommenheit des Menschen sind nicht auf das Materielle beschränkt. Die geistig-seelische Weiterentwicklung und die inneren Aspekte des Menschen sind von viel größerer Bedeutung. Sie sind viel zu tiefgehend, als dass der Mensch selber Gesetze für sie aufstellen könnte. Es lässt sich sagen, dass die Glückseligkeit des Menschen in der Erkenntis von den göttlichen Gesetzen und himmlischen makellosen Geboten und deren Durchführung verborgen liegt.

     

    Ein wichtiges Merkmal der göttlichen Gebote ist ihre Verknüpfung mit der Moral . Es ist die Macht der Moral und das persönliche und kollektive Pflichtgefühl , die dazu führt, dass ein Gesetz im Privat- und Gesellschafsbereich beachtet wird. Der starke ethische Aspekt der Religion verhilft zu einer festen innerlichen Verankerung von Geboten und dazu, dass der gläubige Mensch überzeugt nach den Gesetzen handelt. Der gläubige Mensch ist davon überzeugt, dass die göttlichen Lehren auf das wahre Wohl des Menschen und eine nützliche Moral abzielen. Deshalb betrachtet ein gläubiger Muslim es als seine Pflicht, sich nach der göttlichen Lehre und ihren Gesetzen zu richten. Seine gottesdienstlichen Pflichten sind dabei eine Art Prüfung für seine Gott-Dienstbarkeit überhaupt und in dem er ihnen nachkommt, erreicht er eine größere Nähe zu seinem Herrn.

     

    Gemäß den religiösen Lehren hängt der wahre Wert eines Menschen davon ab, wie nahe er Gott ist. Deshalb sehen wir, dass die meisten Gebote, die im Koran stehen mit einem moralischen Rat verbunden sind. Zum Beispiel wird das Fasten zusammen mit der Gottesfürchtigkeit, der Dschihad zusammen mit dem Gott-Eingedenk-Sein , und die Scheidung zusammen mit der Mahnung, kein Recht zu verletzen, angemahnt. Der Gehorsam gegenüber Gott und dem Propheten wird zusammen mit Respekt und guten Sitten gefordert und die Entscheidung über einen Streitfall zusammen mit der Gerechtigkeit, usw. Diese Verbindungen zwischen Geboten und Moral rufen im Menschen den Wunsch nach Beachtung der Gebote Gottes hervor und machen ihm die Beachtung des göttlichen Gesetzes sogar noch leichter. Ein gottesdienstliches Handeln in Begleitung von Gottesfürchtigkeit und Einhaltung der moralischen Regeln bringt den Menschen Gott näher.

     

    Quelle: http://german.irib.ir/radioislam/beitr%C3%A4ge/weltbild-des-islams/item/249782-bedeutung-des-gesetzes-im-koran-und-der-sunna-1