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    Bedeutung des Gesetzes im Koran und der Sunna (2)

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    Wie wir im ersten Teil sagten, hat sich eine Gesetzgebung und deren Beachtung seit dem Beginn des menschlichen Gemeinschaftslebens als notwendig erwiesen. In der Geschichte hat es immer Leute gegeben, die zur Herstellung
    von Ordnung in der Gesellschaft oder für andere Ziele Gesetze aufgestellt haben. Doch die Erfahrung zeigt, dass die Gesetze, die Menschen für die Zivilgesellschaft ersannen, nicht in der Lage waren und sind, für das allseitige Wohl und Glück des Menschen zu sorgen. Auch haben die Durchführer dieser Gesetze nicht in der notwendigen Form, das Gesetz schützen und es durchführen können.

     

    Die einzigen Gesetze, die eine gesunde Zivilgesellschaft hervorbringen können, sind die göttlichen. Die Propheten und ihre rechtmäßigen Nachfolger sind außerdem die einzigen gewesen, die das Gesetz an die Spitze ihres Konzeptes gestellt und würdig nach dem Gesetz gehandelt haben und die Unantastbarkeit des göttlichen Gesetzes behütet haben.

    Die vitalen Lehren des Islams sind umfassend und vollendet. Sie kommen von Gott und wurden durch Seinen letzten Gesandten, den Erhabenen Propheten (s) den Menschen mitgeteilt.

     

    Das erste Resultat des Gesetzes ist Ordnung. Gesetzgebung bedeutet das Streben nach Ordnung und geregelten Zuständen. Die Nichtbeachtung von Gesetzen kann schon bei der Verletzung der Regeln für die einfachsten sozialen Verhaltensweisen eine Gesellschaft negativ verändern und sogar in Krisen verwickeln.

    In einer Gesellschaft, in der keine Gesetze herrschen, muss erwartet werden, dass jede Art von Verhaltensweise bei jedem vorkommen kann. Das ist aber eine der schlimmsten Situationen, die man sich überhaupt vorstellen kann.

    Besorgnisse, Unruhen, Verstöße gegen die Rechte der anderen sind das natürliche Ergebnis einer fehlenden Gesetzgebung.

     

    Bevor der Koran überbracht wurden, lebten die Menschen in ungeordneten angespannten Verhältnissen. Im Vers 103 der Sure Imran heißt es über die Situation der damaligen Gesellschaft auf der abgelegenen Arabischen Halbinsel:

    Und gedenket der (großen) Gnade, die Gott euch erwiesen hat! (Damals) als ihr Feinde waret und er zwischen euren Herzen Freundschaft stiftete, worauf ihr – durch seine Gnade – Brüder wurdet. Und (damals als ihr) euch (auf Grund eures Unglaubens) am Rand einer Grube des Höllenfeuers befandet und er euch dann davor rettete.

    Gemäß Koran war diese Gesellschaft auch von Götzentum, Aberglauben, moralischer Dekadenz, Ausbeutung der Untertanen, Irrlehren, Leugnung des Jenseits und Ignoranz gezeichnet.

     

    Der Koran wurde in diese Situation, mit ihren großen Misständen und Nöten, hineingeoffenbart und veränderte diese Gesellschaft mit seinen umfassenden Geboten. Die göttlichen Gesetzen ersetzten Sorgen durch Frieden und Sicherheit, die chaotischen Zustände durch Ordnung und Regelungen und den Vandalismus und das Blutvergießen durch Freundschaft und Brüderlichkeit. Diese Veränderungen kann die Religion Gottes auch zu jeder anderen Zeit bewirken.

    Für jede Gesellschaft ist es möglich, aufgrund der Regeln und Bestimmungen der Religion den Weg zu Wohl und zu gehen, wenn sie das will.

     

    Alle erwarten außerdem von Gesetzen die Herstellung von Gerechtigkeit. Normalerweise ist das Gesetz wie ein objektiver Beobachter und es wird von ihm erwartet, dass es aufgrund der Gerechtigkeit die Rechte und Pflichten von Personen festlegt und dabei auf eine Weise vorgeht, dass der gesunde Menschenverstand und das moralische Gewissen des Menschen vollständig damit einverstanden ist. Ein gerechtes Gesetz muss auf Vernunft beruhen und die wahren Bedürfnisse des Menschen befriedigen. Es darf sich nicht nach den Interessen einer bestimmten Gruppe und persönlichen Vorlieben richten. Der Heilige Koran nennt die Herstellung der Gerechtigkeit als Ziel der Aussendung von Propheten und Herabsendung von Himmelsschriften. Einer der islamischen Grundsätze der Gerechtigkeit fordert, dass alle vor dem Gesetz gleich sind.

     

    Kein Mensch wird von Natur aus über einen anderen gestellt, sondern bei allen sind Ur-Natur und Erschaffung gleich und liegt dasselbe Erschaffungsziel vor.

    Keiner wurde zum Sklaventum erschaffen und keine bestimmte Gruppe zur Herrschaft über die anderen. Laut Koran ist die Gottesfürchtigkeit das einzige, was den einen Menschen höher stehen lässt als einen anderen, und dies auch erst im Jenseits.

    Die gerechten Gebote des Islams , welche im Koran und in der Sunna (Verfahrensweise des Propheten) genannt werden, beziehen sich auf alle Lebensaspekte.

     

    Mit anderen Worten: Durch Praktizierung der göttlichen Bestimmungen wird in allen Bereichen Gerechtigkeit hergestellt werden, zum Beispiel bei der Verwaltung eines Landes und bei der Versorgung der Bedürftigen, bei der Gesetzesgebung, bei der Gleichstellung vor dem Gesetz und der Gerechtigkeit in Wirtschaft und Gesellschaft.

     

    Die Beziehung des Menschen zu Gott, seine Beziehung zur Natur, zu sich selber und zu den anderen Menschen gehören zu den Bereichen, für die der Heilige Koran und die Tradition des Propheten und der Edlen aus seinem Hause jeweils Gesetze und genaue Regeln besitzt. Wenn diese beachtet werden, wird es zu geordneten Beziehungen kommen. Alle Dinge werden die angemessene Form und Größe besitzen.

     

    Der Koran hat Gesetze aufgestellt, die Faktoren, die den Menschen zu Fall bringen und in vernichten, beseitigt oder unter Kontrolle bringt. Wenn diese umfassenden ewigen Gesetze beachtet werden, werden die Menschen aus dem Dunkel befreit und erreichen wahre Vollkommenheit.

    Die Herrschaft und genaue Durchführung des göttlichen Gesetzes, macht die Entfaltung der menschlichen Fähigkeiten und Talente möglich und bestimmt die notwendigen Grenzen für die Freiheitsrechte. Die Tyrannei und Monopolisierung der Gewalt wird verhindert und alle Menschen werden ermuntert sich harmonisch in Richtung der Vollkommenheit zu bewegen.

     

    Eine wichtige Fragen im Zusammenhang mit einer Gesetzgebung sind die Durchführungsgarantien. Der Heilige Koran erinnert an den Glauben an Gott und an das Jenseits, um zu erreichen, dass die göttlichen Gebote praktiziert werden. Dieser Garant für die Durchführung der göttlichen Gesetze befindet sich also in den Menschen selber.

    Ein gläubiger Mensch braucht keine „Polizei“, um die religiösen Bestimmungen zu befolgen. Er empfiehlt sogar selber den anderen, das Rechte zu tun und verwehrt das Schlechte.

     

    Der Glaube ist das wichtigstes spirituelle Kapital.

    Ein wahrer Glaube hat zahlreiche gute Auswirkungen. Er stärkt zum Beispiel den Menschen gegenüber den Schwierigkeiten. Er macht ihn würdig, im Diesseits und Jenseits Gottes Segen zu empfangen und er stimmt ihn hoffnungsvoll in allen Dingen und bei allen Entschlüssen.

    Ein Mensch der gläubig ist, versucht aus freien Stücken , ernsthaft und aufrichtig, sich mit den Geboten Gottes vertraut zu machen und nach ihnen zu handeln. Mit anderen Worten: Er unterwirft sich dem Befehl Gottes.

     

    Je größer die Bereitschaft zur Ergebenheit in die göttlichen Gebote ist, desto größer ist auch die Bereitschaft dazu, sie durchzuführen.

    Glaube und rechtschaffenes Handeln gehören zusammen und fördern einander.

    Das erste effektive Ergebnis der Verbreitung und Allgemeingültigkeit des göttlichen Gesetzes ist die Vertiefung des religiösen Glaubens.

    Auf diese Weise wird jeder, ohne dass jemand ihn kontrollieren müsste, das Gesetz beachten und danach handeln.

    Alle Probleme, Abweichungen und Gesetzesbrüche gehen im Grunde auf das Fehlen eines wahren Gottesglauben zurück.

     

    Ein Gläubiger ist davon überzeugt, dass Gott selbst die größten Geheimnisse des Menschen kennt. Außerdem ist er davon überzeugt, dass der Verstoß gegen die göttlichen Gesetze zweierlei Strafe zur Folge hat: im Diesseits und im Jenseits. Er weiß auch, dass die jenseitigen Strafen viel schlimmer sind und dass er , auch wenn er eventuell der weltlichen Strafe entkommen kann, nicht der zweiten Strafe, der Strafe im Jenseits entrinnen kann.

     

    Das Handeln nach den religiösen Lehren wird im Jenseits außerdem viel höher belohnt als im Diesseits. Alle diese Überzeugungsmomente prägen in einem unglaublichem Ausmaße das Verhalten des Einzelnen in seiner privaten und in der gesellschaftlichen Umgebung. Sie werden dadurch von der Sünde und dem Gesetzesverstoß abgehalten.

    Ein intaktes Gesellschaftleben besteht darin, dass die Einzelnen die Gesetze und die Rechte der anderen respektieren, in der Gerechtigkeit etwas Heiliges sehen und gütig zueinander sind.

     

    In einer solchen Gesellschaft möchte jeder für den anderen das, was ihm selber auch gefällt und was er nicht mag, wünscht er auch keinem anderen. Alle vertrauen aufeinander.

    Die moralischen Werte werden in Seele und Geist des Menschen gefestigt. Die Achtung von moralischen Werten seitens eines Menschen , bringt eine Art inneren Gehorsam in ihm hervor und verpflichtet ihn dazu, das Gesetz zu beachten.

    Eine Person und eine Gesellschaft, die die Moral beachten und die immateriellen Regeln einhalten, werden automatisch der Wahrung und der Beachtung des Gesetzes zugeneigt sein.

    Dies bestätigt schon die Vernunft und es ist an wertvollen Beispielen abzulesen.

     

    Viele moralischen Anweisungen des Islams haben einen gesellschaftlichen Bezug. Werden sie beachtet, so wird automatisch auch das Gesetz durchgeführt. Die Beachtung eines moralischen Grundsatzes wirkt sich sehr positiv in der Gesellschaft aus.

    Wenn alle sich dem Recht und Gesetz beugen, dann muss das Gesetz in den Mittelpunkt gerückt und zugunsten des Rechtes anderer eventuell auf eigene Rechte verzichtet werden. Es darf dann keine Verletzung fremder Rechte mehr vorkommen.

    Der Mensch lernt, dass er, auch wenn er als erstes an sich denkt, ebenso die Rechte der anderen beachten soll.

    Die Bedeutung der Moral ist so groß, dass der Prophet des Islams s. gesagt hat, dass das Ziel seiner Aussendung die Vervollkommnung der guten Moral war. Denn wenn es Moral gibt, wird auch das Gesetz akzeptiert und praktiziert.

     

    Einer der wichtigsten Gründe für den Erfolg des Propheten bei der Verbreitung der islamischen Kultur war zweifelsohne, dass er sich selber dem Gesetz unterwarf.

    Die Befolgung der göttlichen Gesetze war ein zentraler Grundsatz in seinem Leben.

    Der Schutz der Hoheit des Gesetzes und die Bestrafung der Verletzer dieser Hoheit unter Einhaltung der Gerechtigkeit , sowie das Recht als Schwerpunkt nehmen einen wichtigen Platz im Islam ein.

    Der Erhabene Prophet achtete besonders auf diese Dinge.

     

    Quelle: http://german.irib.ir/radioislam/beitr%C3%A4ge/weltbild-des-islams/item/249793-bedeutung-des-gesetzes-im-koran-und-der-sunna-2