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    Betrachtung des Themas Annäherung aus der Sicht von Imam Mussa Sadr

    • Muhammad Nakhi
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    Betrachtung des Themas Annäherung aus der Sicht von Imam Mussa Sadr
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    Hier ist die Rede von einem innovativen Rechtsgelehrten, einem mutigen Glaubenskämpfer, eine umgänglichen Intellektuellen, einem Mann des Denkens und Gesprächs und zuletzt von dem verlorenen Sohn, durch dessen Rückkehr die erwartungsvollen Augen erhellt werden. Ja, dies sind unzureichende Worte in Gedenken an den Geraubten.

     

     

    Religiöse Annäherung: Strategie und Taktik

     

    Die Persönlichkeit von Imam Sadr hat mehrere Dimensionen: Religiosität, Politik, Wirtschaft, soziale und kulturelle Ansicht in innovativen religiösen Angelegenheiten und politischer Widerstand sind Bereiche seines segensreichen Daseins, dessen Zuwendung eine selige Muße erfordert, denn einerseits fehlt es dem Leser an Geduld und andererseits dem Autor an Kenntnis und Wissen. Aber das, was wir in Fortsetzung darstellen, gibt einen annähernden Blick und zeigt die Einmaligkeit seines Schaffens.

     

    Mit Bestimmtheit ist Imam Mussa Sadr einer der Führer und Vorkämpfer für die Annäherung islamischer Denkschulen im theoretischen und praktischen Bereich, auf die er sich im Laufe seines Aufenthaltes in Iran, Irak und Libanon immer berief. Die verschiedenen Religionen und mannigfaltigen Unterschiede entstehen aus unterschiedlichen Ansichten. Meinung und Überzeugung ist der Ertrag menschlichen Nachdenkens und das Ergebnis eines ehrenwerten und besseren Wesens des Menschen. Nach Ansicht von Imam Sadr hat Meinungsäußerung und Glaube großen Wert und er ist davon überzeugt, dass der Islam bestrebt ist, die Freiheit und freie Meinungsäußerung und den Glauben stets zu bewahren.

     

    Er sagt: „ Die klare Gruppe derer, die den islamischen Lehren dienen, ist aus folgendem erkennbar: der Anhaltung zur ehrenvollen Rücksichtnahme in einer Weise, dass es für jeden Muslim eine Pflicht ist, anderen Menschen, ihrem ihrem Hab und Gut sowie ihrer Würde Achtung zu erweisen.“ Während wir solch ein Denken bei Imam Sadr beobachten können, bemerken wir, welch hohe Stellung das Interesse für Einheit und Annäherung islamischer Denkschulen in seiner kulturellen und religiösen Persönlichkeit einnimmt. Imam Sadr hat in der Richtung der Einheit islamischer Gemeinschaft dem Ansehen des Menschen große Beachtung geschenkt. Er war davon überzeugt, dass der erste Schritt auf dem Weg der Erziehung des Menschen und seinem Gedankenaufstieg auf dem Pfad der Vervollkommnung läge, den Menschen in eine Richtung zu lenken, damit er seine Würde begriffe. Ansonsten würde er sich wahrscheinlich niemals Mühe geben, sich zu bessern.

     

    Imam Mussa Sadr meint bezüglich der Erforderlichkeit islamischer Einheit, wie einleitend erwähnt wurde: „Diese Angelegenheit (Einheit) ist deshalb wichtig, weil die Muslime auf dem Weg in die Zukunft und der Abzeichnung ihres geschichtlichen Schicksals und bei dem Nachkommen ihrer Verpflichtung, ihre Richtung kennen und zu sich selbst Vertrauen fassen müssen .“

     

    Vereinigte Worte, Vereinigung und Vermehrung der Kräfte gehören nicht allein zu den religiösen Zielen, sondern dieses Thema ist mit unserem ganzen Leben und unserem Ansehen und unseren Generationen verbunden und ist an sich selbst eine lebenswichtige Angelegenheit. Deswegen ist die Sicht von Imam Sadr im Hinblick auf das Thema Einheit islamischer Gemeinschaft keine oberflächliche, sondern eine Sicht aus nötiger Tiefgründigkeit, verbunden mit Nachdenklichkeit und Sorge.

     

    Er sagte: „Vereinigte Sprache darf nicht allein als eine Parole oder einem schönen klingendem Spruch glänzen, sondern muss sich in unserem Innern und Empfinden, in unserem Denken und unserem Herzen und in unserem Weg und der Art und Weise unseres Verhaltens zeigen. Diese Einheit bildet einen Grundpfeiler für die Zukunft.“ Imam Sadr hatte erstmals im Jahre 1947 im Alter von nur 19 Jahren im Beisein von Allameh Amini von der Notwendigkeit der Einheit zwischen Schiiten und Sunniten gesprochen und seine Ansichten in dieser Hinsicht verteidigt. Er war bis zum Schluss im sozialen Leben in Verbindung mit diesem Gedanken tätig gewesen .

     

    Da er über das Thema, was des Menschen Ansehen betrifft, Kenntnis erlangt hatte, fanden seine Worte deshalb Entgegenkommen, weil er als erster selbst daran glaubte. Der verstorbene Dozent Dr. Seyed Djafar Schahidi sagte: „Imam Sadr war einer der Anlässe für die Annäherung, und ohne Zweifel war er ein vorbildlicher Geistlicher. Es war in Kairo, als ich die Würde und Stellung von Imam Sadr unter den Augen der Ägypter und auch Gelehrten, die aus verschiedenen Ländern gekommen waren, beobachten konnte. Mit seinem Feingefühl für die bestimmte Position der Muslime und ihren Bedürfnissen in der dermaligen Zeit war ihm diese Erforderlichkeit völlig bewusst, dass eine vollständige Verbindung zwischen den islamischen Denkschulen aufgenommen werden muss.

     

    Hinsichtlich dieser Richtlinie hielt Imam Sadr theoretische Verfahrensweisen und praktische Methoden für notwendig. Als erstes sei erwähnt, dass er in der Zeit seines Aufenthaltes in Ghom und Nadjaf Verbindung zu Gelehrten hatte, welche zu denen gehörten, die für das Thema Annäherung und islamische Einheit stimmten und deren augenscheinliche Vorbilder der ehrenwerte Ajat Osam Borudjerdi, Mohaghegh Damad, Hakim und Chuyi sowie Imam Khomeini (Gottes Gnade sei mit ihm) waren.

     

    Als zweites sei angeführt, dass er Tagungen und Konferenzen in dieser Zielrichtung veranstaltete oder an solchen teilnahm und Reden hielt. All dieser Fleiß des Imam Seyed Mussa Sadr brachte positive, geachtete und nötige Schritte für die Einheit zwischen den Muslimen, aber niemals war es ausreichend und der letzte Schritt. Als grundlegender Schritt und an dritter Stelle sei seine Meinung in Bezug auf die Einheit des islamischen Rechts genannt.

     

    Nach seiner Überzeugung haben die „Großen“ durch ihren Fleiß in der Vergangenheit die Basis für diese lebenswichtige Angelegenheit bestens vorbereitet, und wir befinden uns in den wenigen Schritten der Einheit islamischen Rechts. Imam Sadr sah Gespräch, die Zusammenkunft von islamischen Führungspersonen, Abfassung von Büchern und Veröffentlichung von Artikeln über die islamische Einheit nicht als alleiniges Hilfsmittel an und war überzeugt, dass sich die einzelnen islamischen Gemeinschaften der ganzen Welt dicht und fest zusammenfinden müssten, denn diese Angelegenheit ist nur durch die Einheit islamischen Rechts möglich.

     

    Es ist klar, dass er damit nicht meint, dass es überhaupt keine unterschiedlichen Gutachten (Fetwa) im Recht gibt und alle einheitlich denken, denn dies entspricht niemals dem Verstandesdenken.

     

    Außer der Überzeugung, dass es Unterschied geben muss, der das Kapital der Vervollkommnung ist, sagte er: „Sollte zum Zeitpunkt, wenn sich diese Theorie im Gutachten und Urteil in dem sozialen Leben in der Tat verwirklichen und sich als religiöser Brauch zeigen wird, dies nicht auf einheitliche Weise und übereinstimmend geschehen, wird sie ungewollt zur Quelle der Entzweiung und Meinungsverschiedenheit und Misstrauen werden.“ Fälle, wie die Einheit der den religiösen Gesetzen gemäß entsprechenden Ortszeiten in den islamischen Ländern, das Fehlen von Unterschieden bei der Sichtung des Neumondes des Monats Schawal, Gebetsrufe (Asan), einheitliche Feiertage (Eyd) und Trauertage und sogar einheitliches Gemeinschaftsgebet zog er in Erwägung und nannte dies eine gute Gelegenheit für das Wachstum, den Wert und das Ansehen der Muslime.

     

    Nach Meinung von Imam Mussa Sadr ist die Einheit islamischen Rechts in erster Linie auf den Fleiß allseitiger Denker und Führungspersonen der islamischen Welt angewiesen. Wenn diese Schicht an die Erforderlichkeit dieser Sache glaubt und auf diesem Wege Anstrengungen macht, wird die islamische Gemeinschaft (Ommat) bald von dem Resultat deren Zukunftsplanung profitieren. Er selber hatte in dieser Richtung Treffen arrangiert und Schreiben verfasst, darunter ein Schreiben an den Scheich der Sunniten im Libanon, in dem er alle Pflichtbewussten und Wohlwollenden zur Wiederbelebung der islamischen Werte zur Zusammenarbeit und Unterstützung aufrief.

     

    Natürlich hatte er neben dieser Wichtigkeit nie die theoretische Basis bezüglich seiner Botschaften und Reden vergessen, weil er diese für vorbereitende Maßnahmen zur Erwerbung von praktischen Grundlagen hielt. Er sagte: „Es gibt keinen Widerspruch und Zwiespalt zwischen Schiiten und Sunniten. Sie sind Anhänger zweier Denkschulen aus einer religiösen Einheit. Unter dem Einfluss dieses tiefgründigen Denkens wurden die Aktivitäten zwecks Schaffung von Einheit unter der Zusammenarbeit des islamischen Zentrums Afrika mit der Theologieschule der Schiiten im Libanon aufgenommen.

     

    Das Oberhaupt der muslimischen Organisation in Beirut, welches selbst der sunnitischen Gemeinschaft angehört, sagt bezüglich Imam Sadr: „Imam Mussa Sadr war ein muslimisch- schiitischer Gelehrter, der von bester Herkunft war. Er erlaubte nie, dass sein Glaubenseifer seine Gedanken und sein Verhalten beeinflussten. Mit seinem offenen islamischen Blick schenkte er allen islamischen Denkschulen Aufmerksamkeit.

     

    Allerdings ist zu beachten, dass das Verhalten von Imam Sadr, was seine Verpflichtung und seine Gebundenheit dem Schiismus gegenüber betrifft, nicht den geringsten Einfluss hatte. Es ist richtig, dass er für die Annäherung war und danach handelte, er vergaß aber keinen Augenblick seine schiitische Persönlichkeit. Der Grund, den Schiiten im Libanon Aufmerksamkeit zu schenken war, dass diese wie die anderen Gruppen und nicht vorrangig vor diesen, auf allen Lebensgebieten wie Politik und Sozialleben sowie Kultur und Wirtschaft beteiligt werden sollten. So kam es, dass es während der ganzen Zeit seines Aufenthaltes im Libanon keine (schiitischen) Fest- oder Trauerveranstaltungen gab, an denen er nicht teilgenommen hätte , oder nicht einige der gebildeten Christen und Sunniten anwesend gewesen wären.

     

    Es gibt zahlreiche Beweise und viele Beispiele, die sich aus der denkerischen und praktisch- tätigen Sicht des Ayatollah Seyed Mussa Sadr sehen lassen, doch übergehen wir dies und beschränken uns auf die letzten Sätze. Das Geheimnis der Beliebtheit von Imam Sadr unter den Anhängern der Sekten und islamischen Denkschulen waren seine guten Worte und sein Verhalten, welche dem guten Wesen dieses großen Mannes entsprang . Ehrlichkeit, fesselnde Rede bezüglich Neuigkeit , die Art der Erläuterung, herzliches und freundliches Verhalten, sogar Gegnern gegenüber, Aufrichtigkeit und moralische Gelehrsamkeit, Aktivsein und Anstrengung begleitet von Erneuerung, zählen zu den Verzeichnissen seiner hervorragenden Persönlichkeit.