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    Bezug zwischen dem Neujahrsfest und Gott-Dienen und die Verbindung des Korans zur Natur

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    Ein Gespräch mit Hodschat-ul Islam wa-l Muslimin Ahmad Schafiiniya, Dozent an der Theologischen Hochschule und Universität und wissenschaftlicher Leiter der Gruppe Fiqh und Usul (Religionsrecht und Grundlagen) des Forschungsinstituts für Annäherungsstudien, anlässlich der Norus- Feiertage und des Frühlingsbeginns in der Natur.

     

    Norus ist eines der am meisten geeigneten Nachweise für die jenseitige Welt.

    Das Eyd zu Norus gehört zu den besten Beispiele, welches der Koran zur Verbildlichung von Leben und Tod anführt. Er macht uns mit Hinweis auf den Wandel in der Natur auf etwas Wichtiges aufmerksam. Eyd bedeutet Umkehr, d.h. in Wahrheit: Umkehr zu etwas, was vorher existiert hat, aber in Vergessenheit geriet.

     

    Hodschat- ul Islam Schafiiniya sagte: „Wenn wir ein Jahr hinter uns gebracht haben, ist es nötig, dass wir zurücksehen und betrachten, wie diese 12 Monate vergangen sind. Haben wir diesen Teil des Lebens, der hinter uns liegt, optimal genutzt oder nicht? Vielleicht haben wir sogar einen Verlust und Schaden gehabt. Jedenfalls steckt in dem Wort „Eyd“ der Gedanke, dass der Mensch umkehren einen Blick in die Vergangenheit werfen und das Kapital „Leben“ nicht verschwenden soll. Dies wird allgemein und von jedem vernünftigen Menschen anerkannt.

    Hinsichtlich der Verbindung zwischen dem Koran und der Natur dürfen wir weder über- noch untertreiben.

     

    Dieser Dozent der Theologischen Hochschule von Qum erklärte: „Hinsichtlich der Beziehung zwischen Koran und Natur gibt es zwei ungeeignete Sichtweisen: Eine davon ist über- und die andere untertrieben. Gemäß der untertriebenen Ansicht besteht keinerlei Bezug zwischen Koran und Natur, wobei ihre Vertreter die heutigen Wissenschaften völlig getrennt von den Religionswissenschaften sehen. Das Argument dieser Gruppe lautet, in der längsten Sure des Korans, nämlich der Sure Baqara (2), seien gleich zu Anfang die Naturwissenschaften gestrichen worden und es hieße: ذلک الکتاب لا ریب فیه هدی للمتقین – „ Dies ist die Schrift, an der nicht zu zweifeln ist, als Rechtleitung für die Gottesfürchtigen“ (2:2) – Das bedeute, der Koran stelle sich wie folgt vor: Ich bin ein Buch der Rechtleitung und nicht das Buch für Chemie, Physik oder das Buch über das Norusfest. Diesen Gedanken haben einige ausgedehnt und daran festgehalten. Es handelt sich dabei um eine unangemessene Ansicht, welche die Beziehung zwischen Koran und Natur abstreitet.“

     

    Schafiiniya sagte weiter: „Es existiert noch eine andere Ansicht, die besagt: Weil der Koran das umfassendste Himmelsbuch ist, enthält es von A bis Z alles. Seine Größe besteht in dieser Umfassendheit, die dazu dient, alle körperlichen und seelischen Bedürfnisse und die Erfordernisse der Rechtleitung und Schöpfung des Menschen zu decken. Diese Gruppe stützt sich bei ihren Argumenten auf jenen Vers im Koran, in dem es heißt: „Es gibt nichts Feuchtes und nichts Trockenes, das nicht in einer deutlichen Schrift (verzeichnet) wäre.“ (6:59)

     

    Er fuhr fort: „Gemäß der zweiten Ansicht sind die Natur- und modernen Wissenschaften, unter die auch das Wissen über Eyd-e Norus fällt, sowie jede Frage und jede Erfindung aus dem Koran zu entnehmen.“

     

    Dieser Dozent für Koranwissenschaften aus Qum stellte daraufhin fest: „Auch dies ist eine unangemessene Ansicht. Die genannten Ansichten sind beide nicht richtig. Wir müssen die Mitte wählen und dürfen weder über- noch untertreiben.“

     

    Die Natur macht uns auf ihren Schöpfer aufmerksam

     

    Hodschat- ul Islam Schafiiniya erklärte: „ Die Natur ist eine von Gott erschaffene Wahrheit. Der Schöpfer des Daseins lässt seine Kreatur nicht unbeachtet. Gleichzeitig ist es nicht so, dass jedes Bedürfnis und jede Sache, derer die menschliche Gesellschaft bedarf, im Koran aufzuspüren seien. Vielmehr ist der Koran das Buch der Rechtleitung und der Mensch nutzt alles auf dem Weg der Rechtleitung, d.h. manchmal wird die Natur für die Rechtleitung des Menschen genutzt und manchmal wird etwas, was nicht zur Natur gehört, auf diesem Weg herangezogen.“

     

    Er weiter: „Der Heilige Koran benutzt manchmal einfache Beweise, um Gott den Menschen vorzustellen und macht uns durch die Natur auf deren Erschaffer aufmerksam, wie zum Beispiel in diesem Vers des Heiligen Korans:

    إِنَّ فی‏ خَلْقِ السَّماواتِ وَ الْأَرْضِ وَ اخْتِلافِ اللَّیْلِ وَ النَّهارِ لَآیاتٍ لِأُولِی الْأَلْباب

     

    „In der Erschaffung von Himmel und Erde und im Aufeinanderfolgen von Tag und Nacht liegen in der Tat Zeichen für diejenigen, die Verstand haben“ (3: 190) oder in dem edlen Vers:

    أَفَلا یَنْظُرُونَ إِلَى الْإِبِلِ کَیْفَ خُلِقَت

    „Sehen sie denn nicht die Kamele, wie sie geschaffen worden sind?“

    Manchmal bedient sich der Koran auch einer komplizierten rationalen Beweisführung.“

     

    Hodschat- ul Islam Schafiiniya sagte auch:

    „Wenn der Blick des Menschen auf die Natur und die Wunder der Schöpfung fällt, so entsteht bei ihm die gedankliche Verbindung zu dem heiligen Vers „…und sie sinnen über die Erschaffung von Himmel und Erde nach (und sagen:) Herr, Du hast dies (diese Welt) nicht umsonst geschaffen. Du bist rein und gepriesen!“ (3:191). Die Wirkung besteht darin, dass der Mensch mit dem Mund Gottes eingedenk wird.“

     

    Er weiter: „Die Religion hat den Winter und die Ankunft des Frühlings dazu genutzt, die edlen göttlichen Begriffe verständlich zu machen und den Menschen an Leben und Tod zu erinnern. Es gibt demnach eine Verbindung zwischen dem Koran und der Natur, und zwar besteht diese in der Nutzung (der Natur) zur Rechtleitung des Menschen.“

     

    Eyd und Gott- Dienen sind miteinander verknüpft

     

    Schafiiniya, Dozent an der Theologischen Hochschule von Qum sagte zudem: „ Im Islam werden zu jedem Tag, den er als „Eyd“ (Fest) vorstellt, gottesdienstliche Handlungen empfohlen. Wenn wir uns die Ayad (Mehrzahl von Eyd) näher anschauen, sehen wir eine Verknüpfung zwischen Eyd und besonderen religiöse Handlungen – von dem Gebetsritual und dem Fastendienst bis zu den anderen Formen des Gott- Dienens. Je intensiver das Gott- Dienen dabei ist, desto hochgradiger wird das Eyd.“

     

    Er fügte hinzu: „Ein Grund dafür, weshalb das Ghadir- Khum- Eyd auch als Eyd- Allah- Akbar bezeichnet wird, hat damit zu tun, dass beim Ghadir- Fest die Frage der Statthalterschaft (Wilaya) als eine Angelegenheit des Gott- Dienens vorgestellt wird, und es heißt, dass unter der Voraussetzung des Wilaya (der Befolgung des rechtmäßigen Statthalter Gottes (Wali)) die anderen gottesdienstlichen Handlungen angenommen werden. Mit anderen Worten: Eine Gotterkenntnis und gottesdienstliche Handlung ist dann richtig, wenn sie auf dem Wege der Wilaya erfolgt.

     

    Zum Eyd-e Norus sind gottesdienstliche Dinge wie das Dhikr (Eingedenksein Gottes mit den Worten) Ya Zal Dschalal-i wa-l Ikram ( O Besitzer der Herrlichkeit und des Großmutes ) oder das Ritualgebet des Kaffara (Sühne) für Sünden vorgestellt werden. Sie stehen in Werken wie dem Mafutih ul Dschinan.“

     

    Hudschat- ul Islam Schaffiniya sagte weiter: „Einige Bräuche, die uns Iranern zur Noruszeit zur Gewohnheit geworden sind, werden vom Islam ausdrücklich bestätigt, wie die Besuche und Gegenbesuche zum Neujahrsfest, welche der Islam als Silih Rahim (die Verwandtschaftspflege) vorstellt, oder auch das Reisen, welches im Koran empfohlen wurde.

     

    In der Noruszeit sind zwei Dinge zu berücksichtigen. Erstens: Der Wandel in der Natur und das Norus dürfen nicht zu einer Änderung der Identität und des Wesens, d.h. einer Änderung bezüglich des Handelns auf dem menschlichen und islamischen Weg führen. Deshalb darf sich nicht für uns das Tor zu irgendeiner Sünde, Spielerei oder Singerei öffnen und dürfen wir nicht vom Weg des islamischen Verhaltens abirren. Zweitens ist unsere Gesellschaft eine islamische und iranische Gesellschaft und wir können nicht nur die eine Seite sehen und die andere außer Acht lassen. Das heißt: Wir dürfen kein hartes und unschönes Bild vom Islam vorlegen und den anderen das Eyd (e Norus) verderben oder nur die iranische Seite sehen und den islamischen Werten untreu werden.“

     

    Hodschat- ul Islam Schafiiniya fuhr fort: „Wir sind sowohl Iraner als auch Muslime, lieben beides und lassen von keinem von beiden ab. Niemand hat so gut wie wir Iraner den Islam akzeptiert. Denn als der Islam kam, war er wie ein Stück von uns selber und wir haben uns ihm gegenüber nicht fremd gefühlt. Dies geschah im Gegensatz zu anderen Völkern, die scheinbar mit dem Islam fremd waren und bei denen es viele Jahre gedauert hat, bis sie sich den Islam aneigneten, und das Ganze zum Schluss in einem Misserfolg endete – wie in Andalusien, wo sie 8 Jahrhunderte nach seiner Eroberung durch die Muslime, die Muslime ermordet und von dort vertrieben haben. Aber im Iran wurde der Islam mit offenen Armen in Empfang genommen.“

     

    Er ergänzte: „ Die Iraner brachten Eigenschaften mit, die sie schon aus der Zeit vor dem Islam besaßen, wie zum Beispiel Sittsamkeit, Ehrgefühl und andere menschliche Attribute. Der Islam hat diese besonderen Eigenschaften bestätigt. Er hat sie verstärkt und weitere Dinge verliehen. Deshalb besteht zwischen dem Islam und den Iranern eine menschliche Beziehung.“

     

    Dieser Dozent an der Theologischen Hochschule und Universität sagte weiter: „Einige Leute versuchen die irrige Ansicht einzuflößen, dass der Islam die Religion der Araber wäre und sagen, dass wir Iraner schon vorher Monotheisten gewesen sind. Sie stellen das Iranische als Gegensatz zum Islam dar. Diese Leute vergessen, dass ein Iraner nach der Wahrheit sucht und es für ihn keinen Unterschied macht, in welcher Sprache und durch welche Person das Wort Gottes offenbart wurde. Ihm verlangt nach der Wahrheit. Der Iraner forscht nach und wenn er die edlen und einleuchtenden Beweise der Ahl-e Bait (des Prophetenhauses) aleihum salam sieht, akzeptiert er sie schnell und zeigt seine Liebe.

     

    Abschließend kann man zu dem Schluss kommen, dass der Mensch bei der irdischen Natur seine Entwicklung beginnen soll bis er zum Überirdischen gelangt. Wie die Wissenschaftler es ausdrücken muss man bei der Physik beginnen, um die Metaphysik zu erreichen oder, wie andere es umschreiben, sich vom Staub aus zu den Himmeln bewegen. Norus ist eines der Sinnbilder für diese Bewegung. Daher sind das Norus und der Frühling nicht nur vom Islam als etwas Positives vorgestellt worden, sondern die besten Anhaltspunkte, die den Menschen zu höheren und überirdischen Erkenntnissen verhelfen.“

     

    Quelle: Taghrib.ir