islamic-sources

    1. Startseite

    2. article

    3. Bibel, Koran und Wissenschaft (5): Das alte Testament und die moderne Wissenschaft

    Bibel, Koran und Wissenschaft (5): Das alte Testament und die moderne Wissenschaft

    Bibel, Koran und Wissenschaft (5): Das alte Testament und die moderne Wissenschaft
    3 (60%) 26 vote[s]

     

    Bestandsaufnahme

     

    Nur wenige Themen des Alten Testaments, wie übrigens auch aus den Evangelien, lassen ein Gegenüberstellung mit den Fakten der modernen Erkenntnis zu. Wo aber der biblische Text und die Wissenschaft unvereinbar sind, handelt es sich stets um wichtigere Fragen. Im vorhergehenden Kapitel haben wir festgestellt, daß sich in der Bibel historische Fehler finden, und wir haben einige davon angeführt, die von jüdischen und christlichen Schriftgelehrten enthüllt wurden. Diese neigen natürlich dazu, die Bedeutung dieser Fehler herunterzuspielen; sie finden es ganz normal, daß der heilige Autor historische Fakten als Funktion der Theologie darstellt, also Geschichte im Dienst an der Sache schreibt.

     

    Bezüglich des Mathäus-Evangeliums werden wir denselben großzügigen Umgang mit der Realität feststellen und dieselben Kommentare, die darauf abzielen, eine Gegen- Wahrheit als wahr hinzustellen. Einen objektiven und logischen Geist kann dieses Vorgehen nicht befriedigen. Aus dem Blickwinkel der Logik kann man in der Bibel eine beträchtliche Anzahl von Widersprüchen und Unwahrscheinlichkeiten nachweisen.

     

    Daß verschiedene Quellen den Bericht zugrundeliegen kann dafür verantwortlich sein, daß ein Vorgang in zwei Erzählungen vorliegt; mehr noch: die verschiedenen Überarbeitungen, spätere Hinzufügungen an den Text selbst, wie etwa die a posteriori angefügten Kommentare, die in einer späteren Abschrift in den Text eingearbeitet wurden, all das ist den Spezialisten der Textkritik wohl bekannt und wird von einigen auch sehr aufrichtig betont. So hat beispielweise Pater de Vaux allein für den Pentateuch in der Einführung zu seiner Übersetzung der Genesis (Seite 13 und 14) zahlreiche Unstimmigkeite aufgeführt, die im Verlauf dieser Studie zitiert werden. Allgemein vermitteln sie einem die Vorstellung, daß man den Text nicht wortwörtlich nehmen darf.

     

    Hier ein sehr charakteristisches Beispiel: In der Genesis (1 Mo 6, 3) beschließt Gott just vor der Sintflut~ fürderhin das Leben des Menschen auf 120 Jahre zu begrenzen.“ Ich will ihnen noch Frist geben hundertundzwanzig Jahre“, steht geschrieben. Später in der Genesis(1 Mo 11, 10-32) stellt man freilich fest, daß die zehn Nachkommen Neahs ein Lebensalter von 148 bis 600 Jahren erreichten (vgl. hierzu die Tafel mit der Nachkommenschaft Noahs bis zu Abraham in diesem Kapitel). Der Widerspruch zwischen diesen beiden Abschnitten ist deutlich, die Erklärung einfach. Der erste Abschnitt (1 Mo 6,3) ist ein jahwistischer Text, der, wie wir oben sahen, sicher aus dem 10. Jahrhundert v. Chr. stammt. Der zweite Abschnitt ( IMo 11, 10-32) ist ein viel jügerer Text (6. Jahrhundert v,Chr.) aus der priesterlichen Tradition ; diese liegt den Genealogien zugrunde, die einerseits die Lebensdaten präzise aufzählen, sie aber andereseits unwahrscheinlich machen, wenn man sie zusammennimmt. Gerade in der Genesis findet man die offensichtlichsten Unvereinbarkeiten mit der modernen Wissenschaft. Sie betreffen drei wesentliche Bereiche:

     

     

    1) Die Schöpfung der Welt, die Einzelabschnitte dabei;

     

    2) Das Datum der Schöpfung der Welt und des ersten Auftretens des Menschen auf Erden; 3) Den Bericht über die Sintflut.

     

     

    Die Schöpfung der Welt

     

    Wie Pater de Vaux betont, beginnt die Genesis “ mit zwei nebeneinanderstehenden Berichten über die Schöpfung“. Bei einer Prüfung hinsichtlich ihrer Vereinbarkeit mit wissenschaftlichen Gegebenheiten muß man sie getrennt untersuchen.

     

     

    Der erste Schöpfungsbericht

     

    Der erste Bericht umfaßt das gesamte erste Kapitel und die allerersten Verse des zweiten. Vom wissenschaftlichen Standpunkt betrachtet ist er ein Monument der Ungenauigkeiten. Die Kritik an ihm muß Absatz für Absatz vorgehen.

     

    – Kapitel eins, Vers 1 und 2:

     

    ,Ani Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe, und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.“ Man kann durchaus einräumen, daß zu der Zeit, da die Erde noch nicht geschaffen war, das später Universum- wie wir es kennen- in Dunkelheit schlicht und einfach eine Allegorie. Wahrscheinlich handelt es sich um die Übersetzung eines Mythos. Im dritten Teil des Buches wird man sehen, daß alles darauf hindeutet, daß in der Entstehungszeit des Universums eine Gasmasse existierte; dort Wasser anzusiedeln ist ein Irrtum.

     

    – Vers 3 bis 5:

     

    ,Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. Und Gott sah, daß Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag.“. Das Licht, das das Universum durcheilt, ist das Ergebnis Komplexer Reaktionen auf der Ebene der Gestirne, auf die wir im dritten Teil des Buches zurückzukommen. Nun, in diesem Stadium der Schöpfung sind die Sterne- nach der Bibel- noch nicht erschaffen, denn „die Firmaments werden erst im 14. Vers der Genesis als Schöpfung des vierten Tages erwähnt“, um Tag und Nacht scheiden „“ und “ daß sie scheinen auf Erden … was strikt unexakt ist. Es ist aber unlogisch, den erzeugten Effekt (das Licht) für den ersten Tag aufzufahren, während die Schöpfung der Ursachen dieses Lichts drei Tage später geschieht. Darüber hinaus ist die Erwähnung eines Abends und eines Morgens am ersten Tag rein allegorisch: Abend und Morgen als Elemente eines Tages sind nur nach der Existenz der Erde und ihrer Drehung unter dem Licht ihres Gestirns, der Sonne, denkbar.

     

    – Vers 6 bis 8

     

    “ Und Gott sprach: Es werde eine Feste zwischen den Wässern, und die sei ein Unterschied zwischen den Wässern. Da machte Gott die Feste und schied das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste. Und es geschah also. Und Gott nannte die Feste Himmel. Da ward aus Abend und Morgen der andere Tag.“ Hier setzt sich der Mythos der Wasser fort in ihrer Aufteilung in zwei Lager durch ein “ Firmament … das- im Bereich von der Sintflut- die oberen Wasser sich auf die Erde ergießen laßt. Dieses Bild von der Aufteilung der Wasser in zwei Massen ist wissenschaftlich unzulässig.

     

    – Vers 9 bis 13:

     

    „Und Gott sprach: Es sammle sich das Wasser unter dem Himmel anbesondere Örter, daß Trockene sehe. Und es geschah also. Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Sammlung der Wasser nannte er Meer. Und Gott sah, daß es gut war. Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das sich besame, und fruchtbare Bäume, da ein jeglicher nach seiner Art Frucht trage und habe seinen eigenen Samen bei sich selbst auf Erden. Und es geschah also. Und die Erde ließ aufgehen Gras und Kraut, das sich besamte, ein jegliches nach seiner Alt, und Bäume, die da Frucht trugen und ihren eigenen Samen bei sich selbst hatten, ein jeglicher nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war. Da ward aus Abend und Morgen der dritte Tag.“. Die Tatsache, daß zu einer bestimmten Zeit der Geschichte der Erde, als diese noch mit Wasser bedeckt war, Kontienente entstanden, ist wissenschaftlich absolut akzeptabel. Daß aber eine sehr organisierte Flora mit Fortpflanzung durch Samen entstanden sein soll, bevor es eine Sonne gab ( die nach der Genesis am vierten Tag geschaffen wurde), und daß da schon der Wechsel von Tag und Nacht bestanden haben soll, ist absolut unhaltbar.

     

    – Vers 14 bis 19:

     

    „Und Gott sprach: Es werden Lichter an der Feste des Himmels, die da scheiden Tag und Nacht und geben Zeichen, Zeiten, Tage und Jahre und seien Lichter an der Feste des Himmels, daß sie scheinen auf Erden. Und es geschah also. Und Gott machte zwei große Lichter: ein großes Licht, das den Tag regiere, und ein kleines Licht, das die Nacht regiere, dazu auch Sterne. Und Gott setzte sie an die Feste des Himmels, daß sie schienen auf die Erde und den Tag und die Nacht regierten und schieden Licht und Finsternis. Und Gott sah, daß es gut war. Da ward aus Abend und Morgen der vierte Tag.“ Hier ist die Beschreibung des biblischen Autors akzeptabel. Die einzige Kritik, die man an diesem Abschnitt äußern kann, ist seine Stellung innerhalb des gesamten Berichtes. Bekanntlich sind Erde und Mond aus ihrem Ursprungsgestim, der Sonne, entstanden. Die Schöpfung der Sonne und des Mondes nach der Erde anzusetzen läuft den gesicherten Erkenntnissen über die Entstehung der Elemente des Sonnensystems zuwider.

     

    – Vers 20 bis 23

     

    „Und Gott sprach: Es errege sich das Wasser mit webenden und lebendigen Tieren, und Gevögel fliege auf Erden unter der Feste des Himmels. Und Gott schuf große Walfische und allerlei Getier, das da lebt und webt, davon das Wasser sich erregt, ein jegliches nach seiner AM und allerlei gefiedertes Gevögel, ein jegliches nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war. Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch und erfüllt das Wasser im Meer; und das Gefieder mehre sich auf Erden. Da ward aus Abend und Morgen der fünfte Tag.“

     

    -Dieser Abschnitt enthält unakzeptable Aussagen. Die Genesis sagt, daß die Fauna mit Meerestieren und Vögeln beginnt. Nach dem biblischen Bericht aber- wie wir in den folgenden Versen sehen werden- wird die Erde erst einen Tag später mit Tieren belebt. Sicherlich stammt das Leben aus dem Meer: diese Frage wird im dritten Teil des Buches behandelt. Davon ausgehend könnte man sagen, daß die Erde von der Fauna kolonisiert wurde, und man nimmt an, daß die Vögel von einer besonderen Reptilienart des Mesozoikum abstammen, die auf dem trockenen lebte. Diese Annahme stützt sich auf viele biologische Charakteristika, die beiden Gruppen gemeinsam sind. In der Genesis aber werden die Landtiere erst am sechsten Tag erwähnt, nach dem Auftreten der Vögel. Diese Reinfolge der Landtiere und der Vögel ist also nicht akzeptabel.

     

    -Ver 24 bis 3 1:

     

    Und Gott sprach: Die Erde bringe hervor lebendige Tiere, ein jegliches nach seiner Art: Vieh, Gewürm und Tiere auf Erden ein jegliches nach seiner Art. Und es geschah also. Und Gott machte die Tiere auf Erden, ein jegliches nach seiner Art, und das Vieh nach seiner AM und allerlei Gewürme auf Erden nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war.“ „Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht … … Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde Gottes schuf er ihn,; und schuf sie einen Mann und ein Weib.“ „Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch Untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht. Und Gott

     

     

    sprach: Sehet da, ich habe euch gegeben allerlei Kraut, das sich besamt, auf der ganzen Erde und allerlei fruchtbare Bäume, die sich besamen, zu eurer Speise, und allem Getier auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das da lebt auf Erden, daß sie allerlei grünes Kraut essen. Und es geschah also. Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag.“ In dieser Beschreibung der Vollendung der Schöpfung zählt der Autor alle bisher nicht genannten lebenden Kreaturen auf, und erinnert an die dem Menschen und den Tieren zur Verfügung gestellten verschiedenen Lebensmittel. Wie wir eben gesehen haben, besteht der Irrtum darin, die Vögel nach den Landtieren auftreten zu lassen. Aber das Auftreten des Menschen auf Erden ist korrekt nach dem der anderen Lebenwesen plaziert.

     

    Der Schöpfungsbericht endet mit den drei ersten versen des zweiten Kapitels: „Also ward vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer. Und also vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von all seinen Werken, die er machte. Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, darum daß er an demselben geruht hatte von all seinen Werken, die er machte“. Dieser Bericht über den siebten Tag bedarf einer Kommentierung. Zuerst über den Sinn der Worte.“ Heer bedeutet hier höchstwahrscheinlich die Vielfalt der geschaffenen Wesen. Beim Ausdruck „er ruhte“ handelt es sich um die Übersetzung des hebräischen Wortes „Schabat‘, was in der Tat „er ruhte (sich aus) “ heißt; daher heißt der jüdische Ruhetag bei uns „Sabbat“.

     

     

    Es ist klar, daß diese „Pause“, die Gott nach sechs Arbeitstagen eingelegt haben soll, eine Legende ist; aber es gibt für sie eine Erklärung. Man darf nicht vergessen, daß der hier untersuchte Text aus der sogenannten Überlieferung stammt, also von Priestern oder Schreibern aufgezeichnet wurde, die die geistigen Erben Hesekiels waren, des Propheten der Babylonischen Gefangenschaft im 6. Jahrhundert v. chr. man weiß, daß diese Priester die jahwistische und elohistische Version der Genesis übernommen und in ihrem Sinne umgestaltet haben, gemäß ihren Bedürfnissen, von denen Pater de Vaux sagt, der „legalistische“ Charakter sei für sie wesentlich. Einen entsprechenden Überblick haben wir oben gegeben. Während der jahwistische Schöpfungsbericht, der einige Jahrhunderte älter ist als die priesterliche Version, den Sabat des von der Wochenarbeit ermüdeten Gottes nicht erwähnt, wird dieser vom priesterlichen Autor in den Bericht eingeführt.

     

     

    Er unterteilt den Bericht in Tage, präzise in Sinne von Wochentagen, und gruppiert den Bericht um die Sabbatruhe, die er in den Augen der Gläubigen damit begründet, daß schon Gott sich daran gehalten hat. Von dieser praktischen Notwendigkeit ausgehend wird der Schöpfungsbericht zwar von einer offenbaren religiösen Logik bestimmt, allerdings auf eine Weise, welche durch moderne wissenschaftliche Erkenntnisse als aus der Luft gegriffen bezeichnet werden kann. Daß der priesterliche Autor, um zur Einhaltung religiöser Gebote anzureizen, die einzellen Phasen der Schöpfung als Wochenablauf darstellt, kann vom wissenschaftlichen Standpunkt aus nicht verteidigt werden.

     

     

    Wir wissen heute ganz genau, daß die Enstehung des Universums und der Erde- was im dritten Teil des Buches, bei den Qur’anischen Aussagen über die Schöpfung behandelt wird- sich in Etappen vollzog, die sich über eine extrem lange Zeit erstreckten, deren Dauer auch durch moderene Erkenntnisse nicht einmal annähernd bestimmt werden kann. Selbst wenn der Bericht mit dem Abend des sechsten Tages enden würde ohne den siebten Tag des „Sabbat“ zu erwähnen, wo sich Gott ausgeruht haben soll, selbst wenn – wie im Falle des Koranischen Berichts- man annehmen dürfte, daß es sich weniger um Tage im engeren Sinne als vielmehr um nicht definierte Perioden handelt, so wäre doch der priesterliche Bericht nicht akzeptabler, denn die Reihenfolge der Episoden steht in formellen Widerspruch zu elementaren Erkenntnissen. So erscheint der priesterliche Schöpfungsbericht wie ein kunstvoll angelegtes Phantasiegebilde, das keinesfalls die Verbreitung der Wahrheit zum Ziel hatte.

     

     

    Der zweite Bericht

     

    Der zweite Schöpfungbericht in der Genesis, der sich nahtlos an den erste anschliest, fordert nicht dieselbe Kritik heraus. Erinnern wir uns daran, daß dieser Bericht viel älter ist, nämlich rund dreihundert Jahre. Er ist sehr kurz gehalten. Er bezieht sich mehr auf die Schöpfung des Menschen und auf das irdische Paradies als auf die Schöpfung von Himmel und Erde, die er sehr kurz anspricht: „… zu der Zeit, da Gott der Herr Erde und Himmel machte. Und allerlei Bäume auf dem Felde waren noch nicht auf Erden, und allerlei Kraut auf dem Felde war noch nicht gewachsen ; denn Gott der Herr hatte noch nicht regnen lassen auf Erden, und es war kein Mensch, der das Land baute. Aber ein Nebel ging auf von der Erde und feuchtete alles Land. Und Gott der Herr machte den Menschen aus einem erdenkloß, und blies ihm ein den lebendigen Odern in seine Nase.

     

     

    Und also ward der Mensch eine lebendige Seele“(I Mo 2,4 bis 7) Dies ist der sogenannte jahwistische Text wie er in den Bibelausgaben steht, die wir heute besitzen. War dieser Bericht, dem später der priesterliche Bericht hinzugefügt worden war, auch ursprünglich so kurz? Niemand kann sagen, ob der jahwistische Text im laufe der Zeit verstümmelt worden ist, und niemand kann sagen, ob die wenigen Zeilen, die wir besitzen, alles wiedergeben, was der älteste Bibeltext zur Schöpfung enthalten haben mag. Dieser jahwistische Bericht erwähnt eigentlich weder die Schöpfung der Erde noch die des Himmels so recht. ER gibt zu verstehen, daß zu dem Zeitpunkt, wo Gott den Menschen schuf, es keine irdische Vegetation gab (es hatte noch nicht geregnet), wenngleich ein von der Erde aufsteigender Nebel die Erdoberfläche bedeckte.

     

     

    Der weitere Text bestätigt dies: gleichzeitig mit der Schöpfung des Menschen pflanzte Gott einen Garten. So tritt also die Flora gleichzeitig mit dem Menschen auf, was wissenschaftlich unrichtig ist. Der Mensch trat erstmals auf der Erde auf, nachdem diese schon seit sehr langer Zeit eine Vegetation trug, wenngleich man nicht sagen kann, wieviele millionen von Jahrhunderten zwischen den beiden Ereignissen vergangen sind. Dies ist die einzige Kritik, die man gegenüber dem jahwistischen Text anführen kann: da Er die Schöpfung des Menschen zeitlich nicht in Bezug zur Entstehung der Welt und der Erde setzt, was der priesterliche Text in eine Woche zusammenlegt, entgeht der jahwistische Text der entsprechenden ernsten Kritik, die dem priesterlichen galt.

     

     

    Quelle: Die Wahrheit

     

    ***********

    Quelle: http://www.enfal.de/bibkur5.htm