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    Das freiwillige Nachtgebet

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    Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten. Allahs Segen und Frieden seien auf dem letzten Propheten Muhammad.

     

    Liebe Geschwister im Islam, wer kennt das nicht: wenn es draußen dunkel wird und die Wolken sich zurückziehen, die Nacht über uns hereinbricht und die Straßen geräumt werden, die frische Luft über die Gesichter der Menschen gleitet. Die Leute ihre Häuser aufsuchen, um ihren Köper zu entlasten.

     

    Liebe Geschwister im Islam, die Menschen begeben sich zur Dunkelheit ins Bett, um auch den darauf folgenden Tag wieder neu zu erleben, neu zu bestreiten und gezwungenermaßen zu durchqueren. Manche schlafen früh, manche schlafen spät und beide vergeuden dabei ihre wertvolle Zeit. Einige dieser Menschen aber haben vor dem Sonnenaufgang noch einiges vor. Es sind die gläubigen Muslime, die besorgt sind um ihrer Existenz nach dem Tode und darüber, ob sie überhaupt den Morgen am nächsten Tag erleben werden. Gläubige, die sich auf ihr Morgengebet vorbereiten – und dies ist wohl das wenigste, das man beabsichtigt, wenn zu man Bett geht und überzeugt ist: ich glaube an Allah und erfülle meinen Vertrag ihm gegenüber, so halte ich meine Gebete ein. Es gibt leider viele Muslime, die ihr Pflichtgebet des Öfteren verschlafen.

     

    Allah sagt im Koran Vers 51:56 (ungefähre Übersetzung): ,,Ich habe die Dschinn und die Menschen nur darum erschaffen, damit sie mir dienen.“

     

    Wenn man den Vers akkurat betrachtet – der den Grund unserer Existenz darstellt und daran glaubt – fällt einem gleich auf, dass man die meiste Zeit bereits in den Wind geschossen hat. Nun aber, wie kann man seine verlorene Zeit wieder gut machen, in der man hätte gute Taten verrichten können? Antwort: indem man das Wort „Langeweile“ aus seinem Wortschatz komplett streicht, sodass es derjenige praktisch nicht mehr kennt, und es durch den Satz, „unsere Zeit rast“ ersetzt. Mit anderen Worten, unser Kapital für dieses Leben fliegt uns schlicht und ergreifend davon, geht flöten und lässt uns im Stich. Wir könnten Allah vierundzwanzig Stunden am Tag anbeten, wenn die Absicht bei der Tat richtig ist.

     

    Von sinnlosem schlechtem Gerede, Lästern, Faulenzen, unnötigen Streitigkeiten, bis hin zu Trägheit und Langeweile, haben wir alles hinter uns gelassen und können es leider nicht mehr rückgängig machen. Wir sehen Menschen sterben und solche, die geboren werden, und trotzdem sinnen wir nicht darüber nach, dass der Tote wir hätten sein können – und dem eben Geborenen noch alle Chancen und Wege offen stehen, seine Zeit sinnvoll für Allah zu nutzen, mehr, als wir dies je getan haben. Ich meine, es fehlt uns Muslimen eine gewisse Konkurrenz in unseren Taten, die als Antriebsmotor fürs Wetteifern benötigt wird, das uns endlich dann nach vorne treiben lässt. Wären wir im positiven Sinne neidisch in Bezug auf die Taten der Sahaba (wie Abu Huraira, Ibn Abbas und anderen, weil sie viel mehr ihren Glauben praktizierten und verstanden, obwohl sie auch nur dem Propheten folgten, wie wir es versuchen), dann wäre der Zustand unserer Umma bestimmt anders als heute.

     

    Wieso nutzen wir denn den Tag nicht um zu fasten? Wieso nutzen wir denn die Nacht nicht aus, um unseren Herrn anzurufen, während andere schlafen, als Zeichen unserer aufrichtigen Reue, die mit Tränen gefüllt ist? Wieso nutzen wir unsere Augen nicht ab und zu zum Weinen? Sind sie denn nur da, um uns sehen zu lassen und dabei auch das Schlechte zu erblicken? In der dunklen Nacht, in der uns niemand sieht, wartet gewaltiger Lohn. Man kann es ab dem Ischa-Gebet verrichten, jedoch ist laut Überlieferung die spätere Zeit der Nacht besser.

     

    Der Zeitabschnitt der erwünschten Zeit erstreckt sich vom Beginn der zweiten Hälfte der Nacht bis zum letzten Sechstel der Nacht. Dies ist eine ehrenvolle Zeit. Wenn man dann aufsteht, um Qijām Al-Lail zu verrichten, soll man zuerst die letzten zehn Verse der Sure Al-‚Imran lesen. Den Beginn von Qijām Al-Lail sollten zwei kurze Rak’at darstellen.

     

    Die vorzüglichste Zeit, um Allah um Vergebung zu bitten, ist der letzte Zeitabschnitt der Nacht. Um die Vorzüglichkeit dieser Zeit für das Bitten um Verzeihung Allahs hervorzuheben, spricht Allah, der Erhabene, seine frommen Diener lobend im Koran an: „Und vor dem Morgengrauen (arab. ashār) baten sie um Verzeihung.“[51:18]

     

    Und in einem anderen Vers: „Sie erheben sich vom Nachtlager, um ihren Herrn in Furcht und Verlangen anzurufen, und spenden von Unseren Gaben.“ [32:16]

    Der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm- sagte: „Ihr sollt Qijām al-Lail (Wachen in der Nacht zum Gottesdienst) machen. Denn es ist die Art der Rechtschaffenen vor euch, eine Annäherung an Allah, den Erhabenen, es hält von Sünde ab und ist eine Sühne für begangene Sünden“. Albani, sahih Al Hasan Al-Bisri (r.) sagte: „Wir kennen keinen schwerer auszuführenden Akt der Anbetung als das Durchhalten während der Nacht und unser Geld zu spenden.“ Er wurde gefragt: „Warum sind jene, die Qijām Al-Lail verrichten, unter den Menschen mit den schönsten Gesichtern?“ Diesem antwortete er: „Weil sie sich vertraulich Allah, dem Barmherzigen, zuwenden, und Er sie in Licht von Seinem Licht einhüllt.“

     

    Aischa (r.) berichtete: „Allahs Gesandter hat das Witr-Gebet sowohl am Anfang der Nacht, in der Mitte, als auch am Ende bis kurz vor Beginn der Morgendämmerung vollzogen“.(Buchari und Muslim)

     

    Brauchen wir denn Allahs Barmherzigkeit nicht und alles, was sich daraus ergibt, wie die Vergebung, unsere Rechtleitung, unsere Versorgung usw.? Allah fordert, dass wir ihn anrufen und anflehen imVers (152-153): „Gedenkt Meiner, so gedenke Ich euer. Seid Mir dankbar und seid nicht undankbar gegen Mich. O die ihr glaubt, sucht Hilfe in der Standhaftigkeit und im Gebet! Allah ist mit den Standhaften.“

     

    Allah (t) sagt in der Sure Al Baqara Vers: (40) ….“Und vor Mir (allein) sollt ihr Ehrfurcht haben“ und im Vers: (186): „Und wenn dich Meine Diener nach Mir fragen, so bin Ich nahe; Ich erhöre den Ruf des Bittenden, wenn er Mich anruft. So sollen sie nun auf Mich hören und an Mich glauben, auf dass sie besonnen handeln mögen.“ Und in gleicher Sure Vers 214: „Oder meint ihr etwa, dass ihr in den (Paradies)garten eingehen werdet, noch bevor Gleiches über euch gekommen ist, wie über diejenigen, die vor euch dahingegangen sind? Not und Leid widerfuhr ihnen, und sie wurden erschüttert, bis dass der Gesandte und diejenigen, die mit ihm glaubten, sagten: „Wann kommt Allahs Sieg?“ „Aber wahrlich, Allahs Sieg ist nahe.“

     

    Wie sollen wir ins Paradies eingehen können, wenn wir auf der faulen Haut liegen und nur rumwimmern, obwohl es uns im Vergleich zu anderen Ländern und Menschen sehr gut geht. Wir müssen nicht für fünf Euro am Tag schuften um uns und unsere Familien zu ernähren, wir haben Gott sei Dank genug zu essen und zu trinken, wie auch Medikamente, im Gegensatz zu anderen Menschen. Wir sind nicht abgelenkt und gezwungen, nach Nahrungsmitteln zu suchen, wie es arme Leute machen müssen. Selbst dann dürften wir unser Gebet nicht einstellen. Also kann man von uns doch mehr freiwillige gute Taten verlangen. Die benötigen wir auch dringend, wenn die durch die erfüllten Pflichten erreichten „Pluspunkte“ am Tage der Auferstehung nicht ausreichen.

     

    Was hindert uns also daran, im Alltag, in der Zeit der „Langweile“, einige vorzügliche Taten zu verrichten, die der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – vorlebte?

     

    So ist das beste Gebet nach den Pflichtgebeten das Gebet in der Nacht, bei dem Allah (t) angebetet und angerufen wird, ohne dass es eine andere Seele jemals erfahren würde, mit Ausnahme der anderen Geschöpfe wie Engel und Dschinn. Allah liebt es, wenn wir Ihm im Verborgenen dienen bzw. Ihn fürchten, darauf weisen viele Quranverse hin, wie etwa in Sure Yasin und Al-Mulk.

     

    Der Prophet – Allahs Segen und Frieden auf ihm – betete in der Nacht dermaßen, dass Spuren am Körper zu erkennen waren. In einer authentischen Überlieferung heißt es:

     

    Al-Mugira, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete: „Der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, pflegte so lange zu beten, bis seine Füße oder Beine anschwollen. Als jemand dies bei ihm zur Sprache brachte, sagte er: „Soll ich (Allah gegenüber) kein dankbarer Diener sein?“ [Sahih Al-Bucharyy Nr. 1130]

     

    Es wird Zeit, dass wir Muslime unsere Religion praktizieren, Güte erweisen, zu Freundlichkeit und Frieden anspornen, den Armen und Bedürftigen helfen und den unwissenden Menschen das Wichtigste von dieser wunderbaren Religion mitteilen, sowie unsere Geschwister aufklären. Wir müssen unserem Propheten folgen, den nachfolgenden drei Generationen, den Gelehrten, und den Taten der Frommen in der heutigen Zeit. Dazu gehören viele gute Dinge, wie auch bekannt, das Gebet bei Nacht.

     

    Es gibt Berichte über Leute, die sich am Glas Tee verbrannten und anschließend weinend niederfielen, aus Angst vor dem Feuer der Hölle. Auch gibt es Muslime, deren Herzen vor dem Gebet und danach von Ehrfurcht vor Allah gefüllt sind. Es gibt auch solche, die in der Nacht immer wieder zum Gebet aufstehen und denen die Angst vor der Hölle den Schlaf raubt. Außerdem gibt es solche, die sich auf jeden freiwilligen Fastentag freuen. Möge Allah diesen Dienern verzeihen, sie erhöhen, sie ins Paradies führen und wir hoffen, dass auch wir im Kreis Seiner Barmherzigkeit am Tage des Gerichts eintreten dürfen.

     

    Zu guter Letzt noch ein Hadith, der uns nachdenklich machen soll:

    Salim berichtete von seinem Vater, Allahs Wohlgefallen auf ihm, dass dieser sagte: „Es war üblich zu Lebzeiten des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, dass derjenige, der einen Traum sah, diesen dem Gesandten Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, erzählte. Ich wünschte mir, dass ich auch im Traum etwas sähe, von dem ich dem Gesandten Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, berichten dürfte.
    Seinerzeit war ich noch ein junger Mann, und zur Zeit des Gesandten Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, schlief ich in der Moschee. Es träumte mir dann, als ob mich zwei Engel nähmen und zum Höllenfeuer führten, das so zusammengerollt war wie ein Brunnen und zwei Hörner besaß, darin (im Feuer) sah ich Menschen, die ich kannte. Da fing ich an, Folgendes zu sagen: »Ich nehme meine Zuflucht bei Allah vordem Höllenfeuer.« Danach traf uns ein anderer Engel, der mich fragte: »Warum fürchtest du Dich?« [Sahih Al-Bucharyy Nr. 1121]…

     

    Diesen (Traum) erzählte ich Hafsa, und Hafsa erzählte ihn weiter dem Gesandten Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, und er sagte:»Der Mann ist ein Diener Allahs, es fehlt ihm nur, dass er in der Nacht betet. „Danach schlief dieser Mann des Nachts nur wenig. „[Sahih Al-Bucharyy Nr.
    1122]

     

     

    Quelle: http://islam-verstehen.de

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