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    Das Leid der Ahl al- Bayt des Propheten an Jasids Hof und die mutige Rede von Zeynab a.s.

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    Beileid Euch allen in Erinnerung jenes Ereignisses im Monat Safar und an den Tag, an welchem die Kinder und Frauen des gesegneten Haushalts des Propheten Mohammad (SAWA) nach Damaskus, an den Hof des Tyrannen Jasid gebracht worden waren: als Gefangene in Fesseln und Ketten gelegt, zusammen mit dem abgeschlagenen Haupt Imam Husseins (AS), zwanzig Tage nach der entsetzlichen Schlacht von Kerbala.

     
    Anlässlich dieses Ereignisses haben wir für Sie einen besonderen Bericht zusammengestellt, wobei die wortgewandte Rede der Schwester des Imams, Hazrat Zeinab (Friede sei mit ihr) im Mittelpunkt steht. In dieser wurde dem gottlosen Omajadenregime die Maske der Heuchelei vom Gesicht gezogen und wurden die wahren höllischen Seiten des Jasids geschildert.

     

    Nach dem Ereignis in Kufa und nachdem die Enkelin des Propheten und die Überlebenden des Massakers am Tage Aschura, einschließlich Imam Husseins (AS) Sohn und Nachfolger Imam Zain al- Abedin (AS), an den Hof des tyrannischen Herrschers Obaidollah bin Zijad geschleppt worden waren, erwartete die Ahl al- Bait in Syrien sogar noch mehr Leid. Die Leute dieses Landes waren nämlich im Gegensatz zu der Bevölkerung in Kufa und im Irak über Jahrzehnte hinweg durch die Omajadenherrschaft einer so gründlichen Gehirnwäsche unterzogen worden, dass sie kaum eine Vorstellung von der Position der Nachkommen des Propheten und den wahren Regeln des Islam hatten.

     

    Allama Scheich Fachreddin gibt in seinem Buch „Al- Muntajab“ die Worte Imam Zain al-Abedin (AS) wieder, der berichtete: „Wir waren Schafen gleich an Seilen zum Hof Jasid ibn Mu’awijahs gezogen worden. Mein Hals und der Hals (meiner Tante) Umm Kulsoum war mit einem Seil zusammengeschnürt, während die Hände meiner älteren Tante Zainab und meiner Schwester Sakina (Friede sei mit ihnen) mit denen der anderen Frauen (aus der Familie des Propheten) zusammengebunden worden waren. Manchmal waren wir für zu langsames Gehen gepeitscht worden, und als wir den Palasthof erreichten, sahen wir Jasid auf einem Thron sitzen, wobei vor ihm das Haupt meines Vaters Imam Hussein (AS) auf einem goldenen Tablett lag. Jasid hatte einen Stock in der Hand und benahm sich abfällig gegenüber dem abgeschlagenen Haupt.“

     

    Der Tyrann bildete sich etwas auf den Märtyrertod Imam Husseins (AS) ein. Er wünschte sich in aller Öffentlichkeit, dass mindestens einer seiner ungläubigen Verwandten, welche bei dem Versuch, den Propheten Mohammad (SAWA) in den Schlachten bei Badr und Ohod anzugreifen, getötet worden waren, noch am Leben und Zeuge wäre, wie er die Familie des Propheten gedemütigt hat. Als ein weiterer Beweis seiner fehlenden Islamgläubigkeit fuhr er fort, die folgenden Reime vorzutragen:

    “La’bat Hashem bi’l-mulk; fala khabar ja’a wa la wahy nazal.“ Das bedeutet: „Die Haschemiten haben das Spiel um die Königsherrschaft verloren. Es ist (vom Himmel) weder eine Botschaft noch Enthüllung herab gekommen.“

     

    Bei dieser Gotteslästerung konnte Hazrat (Zainab (Friede sei mit ihr) nicht mehr länger den Anblick des verfluchten Jasid ertragen, der das Haupt Imam Husseins (AS) dadurch missachtete, dass er mit einem Stock auf die Lippen schlug. Als ihre von Gram erfasste jüngere Schwester Umm Kulsoum sich auf den Kopf ihres Bruders stürzte, hob Hazrat eine ihrer ausdruckvollsten Reden, welche eine tiefe Wirkung auf die Versammlung hatte, an. Sie sagte:

    „Alles Lobpreis sei Gott, dem Erhalter und Bewahrer des Universums, und dass seine Segnungen auf meinen Großvater Prophet Mohammad (SAWA) hernieder kommen mögen. Im heiligen Qur’an heißt es (Aje 10 der Sure Rum): `Denn übel war das Ende derer, welche Übel bringen, denn sie leugneten die Zeichen Gottes und machten sich über sie lustig.`

     

    O Jasid! Du denkst, dass du uns unser Leben elend und das Dasein unerträglich werden ließest, und du hast uns zu Gefangenen gemacht. Weil wir an deinem Hof vorgeführt werden, verspürst du Stolz. Du denkst, dass wir von Gott missachtet und entehrt worden seien und dass du geehrt und durch Ihn auf diese Stellung erhoben worden bist. Dies, dein scheinbarer Erfolg, ist das Ergebnis deiner weltlichen Macht, und dies ist es, was dich wegen unserem Schicksal stolz macht. Du fühlst dich, als ob du die ganze Welt erobert hättest und als ob dir Macht und Herrschaft gut anstünden. Doch die Zeit wird dir eine bittere Lektion erteilen. In der Aje 178 der Sure Aal-e Imran wird auf Leute wie dich, welche für die Hölle bestimmt sind, hingewiesen, wenn Gott sagt: ,Die Ungläubigen sollen nicht denken, dass unser Aufschub für sie gut sei. Wir geben ihnen nur Aufschub, damit sie ihre Sünden vermehren können, und für sie gibt es eine entwürdigende Bestrafung.`“

     

    In Fortsetzung ihrer bemerkenswerten Rede sagte sie: „Oh Sohn befreiter Sklaven! Ist dies eure Gerechtigkeit, dass die Frauen eurer Familie verschleiert bleiben und wir, die Familie des Propheten, so zur Schau gestellt sind? Du hast unsere Würde verletzt, unsere Gesichter sind enthüllt worden, eure schurkischen Soldaten haben uns dem öffentlichen Blick bloßgestellt, und während der ganzen Reise haben Leute auf uns geschaut. Wir haben nicht mehr unsere männlichen Begleiter, um uns zu retten. O Jasid! Deine Schandtaten haben deinen Aufstand gegen Gott und die Botschaft, die Gott der Welt durch Seinen Propheten sandte, verdeutlicht. Dein Verhalten überrascht nicht, denn deine Vorfahre hat die Leber des Prophetenonkels Hamza ibn Abdul-Muttalib gekaut. Hind, die Frau Abu Sufjans, zerstückelte den Körper von Hamza, ließ seine Leber herausschneiden, saugte an ihr and stillte ihren Rachedurst nach der Schlacht bei Ohud. Du gehörst zu dieser Sippe, welche sich immer dem Propheten widersetzt und immer Heere von verschiedenen anderen Sippen zusammengesucht hat, um ihm entgegenzutreten. Die Nachkommen solcher Rotten und Ungeheuer sind die Feinde Gottes und seines Propheten, und es wird von ihnen erwartet, dass sie gnadenlos und todbringend sind, da Verbrechen zu ihrer Natur gehören.“

     

    In Fortsetzung ihrer Rede sagte die Enkelin des Propheten am Hof des Tyrannen von Damaskus: „Vergiss nicht, dass deine abscheulichen Taten das Ergebnis deiner dir anhaftenden Feindseligkeit und abscheulichen Natur sind, welche den Grund für so viele deiner Charakterfehler liefern. Diese Rache rührt von dieser Natur her, und du hast seit der Schlacht von Badr, in der deine Vorfahren aufgrund ihrer Opposition und den Angriff auf den Propheten getötet wurden, in deinem Herzen Rachelust geboren. Derjenige, der auf uns mit Feindseligkeit, Boshaftigkeit und Rache sieht, ist ganz klar ein Feind der heiligen Ahl al- Bayt.

     

    Derjenige, der mit Vergnügen uns verspottet, beweist seine Untreue gegenüber dem Botschafter Gottes und zudem bist du stolz darauf zu sagen, dass du den Enkel des Propheten getötet und die Mitglieder seiner Familie gefangengenommen hast. Du hältst dies nicht für eine Sünde von außerordentlicher Größe. Im Gegensatz dazu sagst du , dass deine Vorväter, wenn sie deine Tat gesehen hätten, gesagt hätten, dass sie mit Stolz erfüllt sind; dass sie gesagt haben würden: ,Oh Jasid, du hast uns gerächt!`

     

    Oh Jasid! Du missachtest freudig das Haupt Aba ´Abdullah al- Husseins (AS), indem du seine Lippen mit dem Stock schlägst. Weißt du denn nicht, dass das die Lippen sind, welche der Prophet zu verschiedenen Gelegenheiten geküsst hat? Bei meiner Seele! Du hast unsere Wunden vergrößert, indem du das Blut des Fürsten der Paradiesjugend vergossen hast: das Blut des Sohnes Ali ibn Abi Taleb (AS). Oh Jasid! Wenn du ein Herz besäßest, um deine ruchlosen Taten in Rechenschaft zu ziehen, dann würdest du dir sicher wünschen, dass deine Arme gelähmt und vom Ellenbogen getrennt wären, und du würdest ausrufen: ,Hätten meine Eltern mich doch niemals gezeugt!‘ Du hättest gemerkt, dass Gott mit dir ungnädig und der Prophet zu deinem Feind geworden war. Oh Gott! Gib uns unsere Rechte wieder. Räche uns an jenen, die uns unterdrückt haben und dein Zorn falle auf diejenigen, die ihr Gelöbnis brachen, die diejenigen, die uns nahestehen, unsere Verwandten und Unterstützer getötet und uns herabgesetzt haben.

     

    Oh Jasid, du hast getan, was du tun wolltest, aber wisse, dass du zum Untergang verdammt bist, und du wirst in Stücke zerrissen werden. Danach wirst du (am Tag des Jüngsten Gerichts) vor den Propheten gebracht, und du wirst mit den Sünden verbrannt werden, welche du begangen hast, indem du das Blut seiner Nachkommen vergossen und die Heiligkeit seiner Familie entehrt hast. Du wirst in der Anwesenheit des Propheten zu einem Platz geführt werden, wo seine Familienmitglieder versammelt sind, und du wirst eine schreckliche Strafe hinnehmen müssen, und dann wird es für dich und deine Mittäter kein Entrinnen mehr geben. Oh Jasid! Blähe dich nicht stolz auf, nachdem du die Nachfahren des Propheten niedergemetzelt hast. Weißt du, was der Qur’an über solche Leute sagt, die Märtyrer geworden sind (Aje 169 der Sure Aal- e Imran)? – `Denke nicht, dass jene, die auf dem Wege Gottes getötet wurden, tot sind. Nein, sie leben und finden ihren Unterhalt in der Gegenwart ihres Herrn.`“

     

    Es ist die bewegende Rede der Enkelin des Propheten am Hofe Jasids gewesen, die der Ankunft der edlen Gefangenen von Kerbala an diesem Tag in Damaskus folgte: der Stadt, wo Ruqajja – die kaum vier Jahre alte Tochter Imam Husseins (AS) (Friede sei mit ihr) dazu bestimmt worden war, im Gefängnis den Märtyrertod zu ertragen. Der erschreckte Tyrann, der die Gefühle des Volkes gegen ihn wahrgenommen hatte, ließ die Ahl al- Bayt frei und erlaubte den Nachkommen des Propheten nach Medina zurückzukehren. Aber bevor sie Syrien verließ, hielt Hazrat Zainab (Friede sei mit ihr) die erste Trauerzeremonie für die Märtyrer von Kerbala ab.

     

    Quelle: Taghrib.ir