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    Das Schöpfungsziel des Menschen (Teil 6): Das Seil Gottes

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    Um dieses Seil, an dem uns der Qur’an befohlen hat festzuhalten, erläutern und dessen Wahrheit erkennen zu können, nehmen wir uns den Ĥadith der zwei Gewichtigen (Ĥadith al Thaqalain) in Augenschein. Die Überlieferung wird von beiden Parteien bzw. Rechtschulen des Islams[1] häufig überliefert. Der Gesandte Gottes (s.) sprach in seiner berühmten Predigt, die er in der Moschee „Al Khif“ während seiner Abschiedspilgerfahrt hielt:

     

    „Ich hinterlasse euch zwei gewichtige Dinge. Das größere der zwei gewichtigen Dinge ist der Qur’an, und das kleinere der zwei gewichtigen Dinge ist meine Nachkommenschaft, meine Ahlulbayt. Diese zwei gewichtigen Dinge sind das Seil Gottes, welches zwischen euch und dem ehrenwerten und erhabenen Gott ausgedehnt ist. Ihr werdet nie irre gehen, solange ihr daran festhaltet.“[2]

     

    Der erhabene Prophet (s.) bezeichnet den Qur’an und seine Nachkommenschaft als ein einziges Seil und nicht zwei. Dies bedeutet, dass die Festhaltung an der Nachkommenschaft des Propheten (a.) nicht etwas hinter der Festhaltung an dem heiligen Qur’an ist, sondern dass diese beiden gewichtigen Dinge eine einzige Wahrheit sind. Der Unterschied zwischen beiden liegt darin, dass die Nachkommenschaft, die Ahlulbayt (a.) der sprechende Qur’an ist, und dass der Koran die so genannte stumme Nachkommenschaft ist. Hierzu erwähnt Imam al Sadeq (a.) im Zusammenhang mit dem folgenden Vers:

     

    إِنَّ هَـٰذَا الْقُرْ‌آنَ يَهْدِي لِلَّتِي هِيَ أَقْوَمُ

     

    „Wahrlich, dieser Qur’an leitet zum wirklich Richtigen“[3]

     

    dass

     

    „er [der Qur’an] zum Imam leitet“[4].

     

    Daraus wird auch die Bedeutung des Spruches von dem Fürsten der Gläubigen Ali (a.) deutlich:

     

    „Jene ist das stumme Buch[5] und ich bin das sprechende Buch“[6].

     

    Hierbei darf nicht verwechselt werden, dass der Imam der Sprecher des Qur’ans ist. Der Imam (a.) meint mit seinem Spruch, dass er der verkörperte Qur’an ist. Diesbezüglich wird von beiden Rechtschulen des Islams über den Gesandten Gottes (s.) folgendes überliefert:

     

    „Ali ist mit dem Recht und das Recht ist mit Ali, es dreht sich mit ihm, wohin er sich auch dreht“[7]

     

    Es bedeutet, dass das Recht sich mit Ali (a.) dreht, wohin er sich dreht. Dies, weil er (a.) der sprechende Qur’an, die lebendige Verkörperung des Buches Gottes im Leben und in der Realität der Menschen ist.

     

    Basierend hierauf können wir das verstehen, was in der Qur’an Exegese von Al `ayashi von Imam al Sadeq (a.) erwähnt wird, dass er sagte:

     

    „der gerade Pfad ist der Fürst der Gläubigen [Imam Ali]“.

     

    Wie auch das, was in al Ma`ani über Imam al Sadeq (a.) überliefert wird:

     

    „Es ist der Weg zur Gottes Erkennung, und diese sind zwei Pfade. Ein Pfad im Diesseits und ein anderer im Jenseits. Was dem Pfad im Diesseits betrifft, so ist dieser der Imam, dessen Loyalität eine Pflicht ist. Derjenige, der ihn im Diesseits erkennt und sich an seine Rechtleitung hält, wird den Pfad, der die Brücke der Hölle (Jahannam) im Jenseits darstellt, überqueren. Derjenige, der ihm aber im Diesseits nicht erkennt, wird von der Brücke der Hölle (Jahannam) ausrutschen und darin landen.“

     

    Außerdem spricht Imam Ali al Sajad (a.):

     

    „Zwischen Allah und seinem Beweis [der Imam] gibt es keinen Schleier. Und ohne Seinen Beweis hat er keine Bedeckung. Wir sind Gottes Tore, und wir sind der gerade Pfad, und wir sind der Behälter seines Wissens und der Interpreter seiner Offenbarung. Und wir sind die Säulen seines Monotheismus und wir sind der Standpunkt seines Geheimnisses“[8]

     

    Es ist also deutlich geworden, dass der Mensch sich auf die Reise zu Gott, dem Erhabenen, befindet und dass er (der Mensch) mit aller Mühe zu ihm (Gott), zu seiner Nähe und Begegnung strebt. Allerdings wird die Begegnung Gottes erst dann verwirklicht, wenn der Mensch sich an dem Koran und die reine Nachkommenschaft des Propheten (a.), die den Seil des Aufstiegs zu Gott darstellen, festhält. Der heilige Koran hat auf die Vorsorge dieser göttlichen Reise hingewiesen, indem er sagt:

     

    وَتَزَوَّدُوا فَإِنَّ خَيْرَ‌ الزَّادِ التَّقْوَىٰ

     

    „Und sorgt vor für die Reise, doch wahrlich, Bestes der Vorsorge ist die Gottesehrfurcht.“[9]

     

     

     

    [1] Hiermit sind die zwei Parteien (Rechtschulen) des Islams gemeint: Die Partei des Propheten (s.) und seiner Nachkommenschaft (Shia), und die Partei der Gefährten (Al Saĥaba) des Propheten (s.) (heutiger Name Sunna).

    [2] Almadjlissi, Biĥar al Anwar, Band 92, S. 102, Alwafa’ Institut, Beirut/Libanon.

    بحار الأنوار: تأليف العلم العَلاَّمة الحجة فخر الأ مّة المولى الشيخ محمد باقر المجلسي : ج 92 , ص 102. مؤسسة الوفاء, بيروت ـ لبنان

    [3] Sure 17, Vers 9.

    [4] Usul al Kafi, Band 1, S. 216, Kitab al Ĥidsch, Bab ina al Koran yahdi lil Imam, Ĥadith 2.

    أصول الكافي: ج1, ص 216, كتاب الحجَّة, باب إنّ القرآن يهدي للإمام, حديث 2

    [5] Mit dem stummen Buch ist der heilige Koran gemeint. Siehe hierzu die vorige Erläuterung.

    [6] Biĥar al Anwar, Band 39, S. 272.

    بحار الأنوار: ج 39, ص 272

    [7] Biĥar al Anwar, Band 38, S.188.

    بحار الأنوار: ج38. ص 188

    [8] Diese Überlieferungen wurden aus dem Werk „Al Mizan, in der Auslegung des Korans“ von dem Allameh Sayed Muĥammad Ĥusaynn Tabataba’i, Band 1, S. 41.

    نقلت هذه الروايات عن الميزان في تفسير القرآن للعلّامه السيد محمد حسين الطبطبائي, ج 1, ص 41

    [9] Sure 2, Vers 197.

     

     

    Quelle: http://alhaydari.de/akhlaq/das-schoepfungsziel/390-6-das-seil-gottes.html