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    Der Aufgabenbereich der Rechtsgelehrten (Teil 2): Die Aufgaben des Gesandten Gottes und der reinen Imame

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    Zu den Wahrheiten auf die der heilige Qur’an aufmerksam macht gehört, dass der heilige Prophet (s.) mit zwei Aufgaben der Menschheit entsandt wurde. Die erste Aufgabe bestand darin, den Menschen die Religion zu lehren und sie deutlich zu machen. Dies ist es, was der heilige Qur’an im folgenden Vers bestätigt.

     

    وَأَنزَلْنَا إِلَيْكَ الذِّكْرَ لِتُبَيِّنَ لِلنَّاسِ مَا نُزِّلَ إِلَيْهِمْ

     

    Und Wir haben dir die Ermahnung hinab gesandt, auf das du den Menschen erklären mögest, was ihnen hinab gesandt ward [1]

     

    Es ist die Offenbarung der Lehre des Islams, sowie die Deutung der heiligen Verse und die Erläuterung der religiösen Pflichten. Aus diesem Grund sagte der heilige Qur’an:

     

    وَمَا آتَاكُمُ الرَّسُولُ فَخُذُوه ُُ وَمَا نَهَاكُمْ عَنْهُ فَانْتَهُوا

     

    Und was euch der Gesandte gibt, nehmt es: und was er euch untersagt, enthaltet euch dessen [2]

     

    Die absolute Folgsamkeit ist deshalb richtig und notwendig, weil der heilige Gesandte Gottes (s.) eine lebende Offenbarung war und nichts tut oder spricht oder handelt, außer dass es mit dem göttlichen Willen einher geht.

     

    وَمَا يَنْطِقُ عَنِ الْهَوَى

    إِنْ هُوَ إِلاَّ وَحْي ٌ يُوحَى

     

    Noch spricht er aus Begierde

     

    Er ist eine Offenbarung nur, die offenbart wird [3]

     

    Die zweite Aufgabe bzw. Verantwortung, mit welcher der Gesandte Gottes (s.) entsandt wurde, bestand darin, die Religion zu welcher er aufgerufen hat, auch in das Leben der Menschen umzusetzen. Die zweite Verpflichtung war somit die Umsetzung des Islams in das Leben der Muslime um ihn herum. Auch hinsichtlich dieser Aufgabe ist der heilige Qur’an deutlich:

     

    خُذْ مِنْ أَمْوَالِهِمْ صَدَقَة

     

    Nimm Almosen von ihrem Besitz [4]

     

    Der Gesandte Gottes (s.) hatte nicht nur die Pflicht, die Menschen bezüglich der Almosengabe zu unterrichten und ihnen diese Lehre beizubringen, sondern war er auch damit beauftragt, dies selbst unter den Menschen umzusetzen. Die Umsetzung der religiösen Pflichten waren damit die zweite Verantwortung und die zweite Aufgabe, mit der der heilige Gesandte Gottes (s.) gekommen war.

     

    Als Allah (t.) Seinen Liebling und Siegel der Propheten (s.) zu sich rief, so waren es die reinen Führer aus seiner Ahl al Bayt (a.), welche diese Aufgaben übernommen haben. Sie waren nach ihm diejenigen, welche die Religion weiter getragen und sie den Menschen deutlich gemacht haben. Die Befehlsgewalt wurde ihnen zuteil, wobei Allah (t.) dies sowohl in Seinem heiligen Buch deutlich machte, als auch durch die Zunge Seines reinen Propheten Muĥammad (s.).

     

    يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا أَطِيعُوا اللَّهَ وَأَطِيعُوا الرَّسُولَ وَأُوْلِي الأَمْرِ مِنْكُمْ

     

    O die ihr glaubt, gehorcht Allah und gehorcht dem Gesandten und denen, die Befehlsgewalt unter euch haben[5]

     

    Der Gesandte Allahs (s.) sagte: „Wahrlich, ich hinterlasse euch die zwei Gewichtigen. Wenn ihr euch daran haltet, so werdet ihr niemals irregehen. Eines von beiden ist gewichtiger als das andere. Das Buch Allahs (t.) ist ein Seil, welches vom Himmel bis zur Erde reicht und meine Ahl al Bayt (a.). Wahrlich, sie werden sich niemals voneinander trennen, bis sie sich am Brunnen bei mir einfinden werden.“[6]

     

    Die äußeren Umstände haben die Ahl al Bayt (a.) jedoch daran gehindert, auch die zweite Aufgabe und Verantwortung zu übernehmen. Sie waren zwar diejenigen, zu denen die Menschen hinsichtlich ihrer Religion zurück kehrten, doch die (politische) Statthalterschaft wurde ihnen entrissen und so waren sie daran gehindert, die Umsetzung der Lehren unter den Menschen zu manifestieren. Die reinen Imame wussten ohne Zweifel, dass der letzte Imam unter ihnen, nämlich Imam al-Ĥudscha Ibn al-Ĥassan (a.) in die große Verborgenheit gehen wird und für die islamische Gemeinschaft für eine lange Zeit nicht erreichbar sein wird. An wen sollen sich die Menschen in dieser Zeit wenden, um ihre Angelegenheiten zu klären?

     

    Abgesehen von den Beweisen aus den reinen Überlieferungen, kann es auch für den menschlichen Verstand nicht logisch erscheinen, dass der reine Imam in die Verborgenheit tritt, ohne eine Führung oder eine Institution zu ernennen, welche repräsentativ die Angelegenheiten der Muslime verwaltet. Der gleiche Beweis dafür, wieso der Gesandte Gottes (s.) nicht gehen konnte, ohne eine Nachfolgerschaft zu ernennen, wird verwendet, wenn es darum geht, dass der heilige Imam (a.) nicht in die Verborgenheit treten kann, ohne eine Nachfolgerschaft und eine Führung zu ernennen. Dabei soll es zunächst irrelevant sein, ob diese Führung durch Bestimmung geschah [7] oder aber durch Erkennung [8].

     

    Wichtig ist, dass es nicht möglich sein kann, dass der Imam die Angelegenheiten seiner Gemeinschaft den Menschen selbst überlassen hat. An dieser Stelle wird uns die Notwendigkeit der Institution der Marja`iyya deutlich, welche durch die Rechtsgelehrten (Fuqahā – الفقهاء) repräsentiert wird.

     

     

    [1] Der heilige Qur’an: Sure 16, Vers 44

    [2] Der heilige Qur’an: Sure 59, Vers 7

    [3] Der heilige Qur’an: Sure 53, Vers 3 – 4

    [4] Der heilige Qur’an: Sure 9, Vers 103

    [5] Der heilige Qur’an: Sure 4, Vers 59

    [6] Allamah al-Madschlisi: „Biĥār al-Anwār“, Band 23, S. 106, Bāb 7

    [7] Beispielsweise dadurch, dass der Imam direkt eine Person ernannt hat

    [8] Beispielsweise dadurch, dass der Imam Eigenschaften nannte und gesagt hat, dass derjenige, der diese Eigenschaften erfüllt, diese und jene Aufgabe zu erfüllen hat. Dieser Punkt ist auch derjenige, der zutrifft: Der Imam hat keine bestimmten Personen als seine Nachfolger in der großen Verborgenheit erklärt, sondern nannte verschiedene Eigenschaften, durch die die Vertreter und Verwalter erkannt werden.

     

     

    Quelle: http://alhaydari.de/rechtswissenschaft/der-aufgabenbereich-der-rechtsgelehrte/109-2-die-aufgaben-des-gesandten-gottes-und-der-reinen-imame.html