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    Der Aufgabenbereich der Rechtsgelehrten (Teil 3): Die Rechtsgelehrten sind die Anvertrauten der Propheten

    Der Aufgabenbereich der Rechtsgelehrten (Teil 3): Die Rechtsgelehrten sind die Anvertrauten der Propheten
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    Auch in der Zeit der Verborgenheit ist die Notwendigkeit zur Erfüllung der beiden erwähnten Aufgaben gegeben. Sowohl der Aspekt der religiösen Erläuterung und Verdeutlichung, als auch die Umsetzung des Islams unter den Menschen sind Angelegenheiten, die auch in der Zeit, wo der fehlerlose Imam nicht zugänglich ist, relevant sind. Die Frage, die sich nun stellt: Wer ist verpflichtet, diese Aufgaben zu erfüllen?

     

    Die reinen Imame der Ahl al Bayt (a.) haben dieses Problem bereits im Vorfeld gelöst und die Menschheit exakt angewiesen, wie sie in der Zeit der großen Verborgenheit zu verfahren hat. So sind uns verschiedene Überlieferungen erhalten, welche diesen Umstand thematisieren.

     

    محمد بن الحسن وعلي بن محمد، عن سهل بن زياد، ومحمد بن يحيى، عن أحمد بن محمد جميعا، عن جعفر بن محمد الاشعري، عن عبدالله بن ميمون القداح، وعلي بن إبراهيم، عن أبيه، عن حماد بن عيسى، عن القداح، عن أبي عبدالله عليه السلام قال: قال رسول الله صلى الله عليه وآله: إن العلماء ورثة الانبياء

     

    Vom Gesandten Gottes (s.) wird überliefert, dass er sagte: „Die Rechtsgelehrten sind die Erben der Propheten.“[1]

     

    An dieser Stelle stellen wir uns die Frage: Sind die Propheten nur mit den religiösen Urteilen [2] gekommen oder haben sie auch Angelegenheiten erörtert, die über die islamische Rechtsprechung hinausgehen, wie beispielsweise Angelegenheiten über das Glaubensbekenntnis, Prophetentum, Wiederauferstehung, Führerschaft etc.? Wenn die Rechtsgelehrten nun als „Erben“ jener Propheten bezeichnet werden, kann es da sein, dass sie nur für Ĥalāl / Ĥarām-Angelegenheiten verantwortlich sind, oder erstreckt sich ihre Aufgabe weit über diese hinaus, wie beispielsweise die Verwaltung der Angelegenheiten der Muslime, sowie die Umsetzung des Islams in der Gemeinschaft? Es ist eindeutig, dass die Aufgaben der Rechtsgelehrten in der Zeit der großen Verborgenheit weit über die Ĥalāl / Ĥarām-Angelegenheiten hinausgehen. Sie tragen eine weitaus höhere Verantwortung als die bloße Erstellung von religiösen Rechtsurteilen. Dies wird uns auch durch weitere Überlieferungen eindeutig bewiesen.

     

    محمد بن يحيى ، عن أحمد بن محمد ، عن ابن محبوب ، عن علي بن أبي حمزة قال سمعت أبا الحسن موسى بن جعفر عليه السلام يقول إذا مات المؤمن بكت عليه الملائكة و بقاع الارض التي كان يعبد الله عليها، وأبواب السماء التي كان يصعد فيها بأعماله، وثلم في الاسلام ثلمة لا يسدها شئ لان المؤمنين الفقهاء حصون الاسلام كحصن سور المدينة له

     

    Von Imam Mussa Ibn Ja`far (a.) wird berichtet, dass er sagte: „Wenn der Gläubige stirbt, so weinen die Engel und das Stück Boden, auf den er Allah (t.) angebetet hat und die Tore des Himmels, worin seine Taten hinauf gestiegen sind. Es entsteht im Islam eine Lücke, welche durch nichts geschlossen werden kann, denn die gläubigen Fuqahā sind die Schutzherren des Islams, so wie die Mauer der Schutzwall der Stadt ist.“[3]

     

    So wie die Mauer einer Stadt sie vor Feinden und Angriffen jeder Art schützt, so sind die gläubigen Rechtsgelehrten wie eine Mauer um den Islam, um ihn von sämtlichen Angriffen und Übergriffen zu schützen. Aus diesem Grund nehmen sie in dieser Hinsicht eine großartige Position ein, sodass kein Tod für Iblis [4] lieber ist, als der Tod eines gläubigen Faqihs.

     

    عن أحمد، عن ابن محبوب، عن أبي أيوب الخزاز، عن سليمان بن خالد، عن أبي عبدالله عليه السلام قال: ما من أحد يموت من المؤمنين أحب إلى إبليس من موت فقيه

     

    Imam Abu Abdillah al-Sadiq (a.) sagte: „Kein Tod ist Iblis lieber, als der Tod eines Faqihs.“[5]

     

    Der außerordentliche Rang, den ein Faqih innehat, wird durch diese und weitere Überlieferungen deutlich zum Ausdruck gebracht.

     

    علي، عن أبيه، عن النوفلي، عن السكوني، عن أبي عبدالله عليه السلام قال: قال رسول الله صلى الله عليه وآله: الفقهاء امناء الرسل ما لم يدخلوا في الدنيا قيل يا رسول الله: وما دخولهم في الدنيا؟ قال: اتباع السلطان فإذا فعلوا ذلك فاحذروهم على دينكم

     

    „Die Fuqahā sind die Anvertrauten der Propheten, solange sie nicht dem Diesseits verfallen.“ Er wurde gefragt: „O Gesandter Allahs, und was ist das Verfallen zum Diesseits?“ Er (s.) antwortete: „Das Folgen des Sultan. Wenn sie dies tun, dann gebt Acht vor ihnen für eure Religion.“[6]

     

    Das Zentrum sämtlicher Überlieferungen war stets das Wort „al-Fuqahā“, welches vorläufig mit „Rechtsgelehrte“ übersetzt wurde. Im Folgenden soll analysiert werden, was es mit dem Wort „Fuqahā“ auf sich hat, denn die (arabischen) Überlieferungen nutzen stets diesen Wortlaut, wenn es darum geht, ein Schutzwall für den Islam zu sein, oder aber das Erbe der Propheten anzutreten. Das Wort „al-Fuqahā“ (الفقهاء) ist die Mehrzahl des Wortes „al-Faqih“ (الفقيه) und bezeichnet einen Menschen, der sich mit dem „al-Fiqh“ (الفقه) auseinandersetzt, welches in unserer Gemeinschaft und in unseren Reihen als „islamische Rechtswissenschaft“ bekannt ist und die Ĥalāl / Ĥarām-Angelegenheiten thematisiert. Gemäß dieser Definition ist bereits jemand ein „Faqih“, wenn er sich lediglich lange genug mit der islamischen Rechtswissenschaft (Fiqh) auseinander setzt und sie studiert. Definiert der heilige Qur’an und die reinen Überlieferungen das Wort „al-Fiqh“ genauso, wie es in der Allgemeinheit bekannt ist oder verwendet der heilige Qur’an eine andere, ausgeweitete Definition?

     

     

     

    [1] Al-Schaykh al-Kulayni: „Usool al-Kāfi“, Band 1, „Kitāb Fadhl al-`Ilm“, Bāb Thawāb Al-`Alim wa Al-Muta`alim, S. 34, Hadithnummer 1

    [2] Gemeint sind damit die Ĥalāl / Ĥarām Angelegenheiten

    [3] Al-Schaykh al-Kulayni: „Usool al-Kāfi“, Band 1, „Kitāb Fadhl al-`Ilm“, Bāb Faqd al-`Ulamā, S. 38, Hadithnummer 3

    [4] Der verfluchte Teufel

    [5] Al-Schaykh al-Kulayni: „Usool al-Kāfi“, Band 1, „Kitāb Fadhl al-`Ilm“, Bāb Faqd al-`Ulamā, S. 38, Hadithnummer 4

    [6] Al-Schaykh al-Kulayni: „Usool al-Kāfi“, Band 1, „Kitāb Fadhl al-`Ilm“, Bāb Al-Musta’kil bi `Ilmih, S. 46, Hadithnummer 5

     

     

    Quelle: http://alhaydari.de/rechtswissenschaft/der-aufgabenbereich-der-rechtsgelehrte/110-3-die-rechtsgelehrten-sind-die-anvertrauten-der-propheten.html