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    Der Islam und seine Allgemeingültigkeit (2)

    Der Islam und seine Allgemeingültigkeit (2)
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    Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

     

    Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

     

    Zur Frage, ob der Islam eine allgemeingültige Religion ist oder nicht, wurde gesagt, dass dies eher mit den Erwartungen der Menschheit von einer Religion zu tun hat, und damit, ob die Religion alle Bedürfnisse der Menschheit anspricht. Darüber gibt es zwei Ansichten. Die erste Ansicht wurde bereits erwähnt. Die zweite Ansicht ist, dass sich die Religion lediglich mit der Verbindung zwischen Mensch und Gott, oder der Auferstehung befasst und dass sie in anderen Angelegenheiten wie z.B. gesellschaftliche Dinge, Regierung und Politik nichts zu suchen hat. Diese Ansicht ist im Westen und durch Personen wie Schlaier vertreten, und auch im Osten sind manche islamischen Denker der Überzeugung, dass die Religion eine Erfahrungssache ist und haben hinsichtlich des Islams eine entsprechend säkulare Sichtweise. Eine ähnliche Sichtweise ist allerdings in allen Religionen vertreten.

     

    Diese Sichtweise erwartet von den islamischen Regelungen gar nicht, dass sie alle menschlichen Bedürfnisse beantworten, sondern dass sie sich auf das Individuum beschränken und bezüglich gesellschaftlicher Aspekte nichts zu sagen haben. Diese Gruppe sind bemüht, die Religion aus den verschiedenen Aspekten des menschlichen Lebens rauszuhalten und zu verhindern, dass sie im Schicksal der Gesellschaft, der Politik, der Ökonomie und Kultur mitredet. Um ihre Idee zu verteidigen, täuschen sie eine wissenschaftliche Ansicht vor und beharren auf einen Unverträglichkeit zwischen Religion und Wissenschaft, Vernunft, Freiheit, Menschenrechte, Fortschritt und Politik. Sie versuchen, da wo es geht, die Religion von den verschiedenen Aspekten des gesellschaftlichen Lebens freizuhalten und sie zu isolieren.

     

    Manche von Ihnen behaupten, dass verschiedene, gesellschaftliche Systeme mühelos die weltlichen Angelegenheiten der Menschen vernünftig und auf wissenschaftliche Art regeln können und dass man von der Religion nicht erwarten sollte, dass sie sich um ein gutes Leben und um weltliche Angelegenheiten kümmert. Sie behaupten, wenn man die Religion mit weltlichen Dingen verbindet und ihre Schicksäler verknüpft, wird die Religion Gottes verletzt, verändert oder geschwächt, wenn es den Menschen mit ihren weltlichen Angelegenheiten nicht gut geht. Damit die göttliche Religion also unversehrt bleibt, sollte man sie von allem fernhalten, was weltlich ist, damit sie ihr Heiligtum bewahrt und mit dieser schmutzigen und unruhigen Welt nicht vermengt wird.

     

    Sie sind der Überzeugung, dass wir den schlechten Zustand unserer Welt nicht der Religion zuschreiben und den Glauben an Gott und die Wiederauferstehung verlieren sollen. Wir sollten diese Welt und das Erlangen eines glückseligen Lebens darin der Wissenschaft und dem Verstand überlassen. Sie behaupten sogar, dass der heutige, moderne Mensch so regiert und verwaltet, dass es keinen Unterschied macht, ob es die Religion oder Gott gibt oder nicht. [1]

     

    Diese Gruppe glaubt, dass Religion Verwirrung und Zweifel aufbringt und dass man sich nicht an religiöse Gelehrte wenden muss, um sie zu verstehen. Sie glaubt abgesehen davon, dass die Religion auch mit wissenschaftlichen und technologischen Errungenschaften unverträglich sei, und wissenschaftlichen Methoden und deren Ergebnissen widerstrebt. Sie behaupten, die Religion würde Spaltung verursachen und nehmen die religiösen Unterschiede als Argument. Was diese Ansicht und ihre Argumente betrifft, sollte einmal gefragt werden, wo rühren dann so viele Konflikte in säkularen Gesellschaften her? In diesen Gesellschaften herrschen doch Vernunft und Wissenschaft über die Menschen und ihre Politik, warum gibt es dann so viele Unterschiede in den Denkweisen, in der Politik und in der Kultur? Davon ganz abgesehen, dass einige der größten Soziologen verschiedener Epochen die Religion zu den wichtigsten Mitteln der Einstimmigkeit der Gesellschaften und als ganze Zivilisationen erschaffend bezeichneten.

     

     

    [1] Abdulkarim Soroush, 17, S. 7

     

     

    Quelle: www.myquran.de