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    Der Koran – Mitten im Leben

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    Der edle Koran, welcher dem Propheten Muhammad (saw) als eine göttliche Offenbarung übermittelt wurde, beschreibt sich selbst als „ … Rechtleitung für die Menschen und als Beweis dieser Rechtleitung und als (normativer) Maßstab…“ (Sure Bakara, [ 2:185 ]).

     

    Weiterhin definiert sich der Koran auch wie folgt:

    „Dies Buch, daran ist kein Zweifel, ist eine Rechtleitung für die Gottesfürchtigen.“ (Sure Bakara, [2:2]) „O ihr Menschen! Nun ist eine Mahnung eueres Herrn zu euch gekommen und eine Arznei für das, was euere Herzen bewegt, und eine Leitung und Barmherzigkeit für die Gläubigen.“ (Sure Yûnus, [10:57]) Deswegen sind die Muslime angehalten den Koran nicht nur im Gebet (Salâh), sondern auch für das eigene Leben, mit Hinblick auf die hier beschriebenen elementaren Bestandteile, zu lesen. Erst wenn die in diesen Versen beschriebenen Eigenschaften wie das Vermögen das Richtige vom Falschem zu Unterscheiden (Furkân) und für die Gottesfürchtigen (Muttakî) ein Wegweiser zu sein in das Leben eines Menschen hineinwirken, kann man sagen, dass der Koran eine Rolle im Leben eines Muslims spielt. Das Wort „Hudan”, das in den Versen vorkommt, bezeichnet die Rechtleitung (Hidâya), also das Hinweisen auf den „rechten Weg” (Sirâtu’l Mustakîm). „Hidâya“ bedeutet auch den rechten Glauben zu finden. So greift der Koran den monotheistischen Glauben (Tawhîd) der vergangenen Propheten auf und legt die Prinzipien des rechten Glaubens dar.

     

    Das Leben des Muslims spielt sich im Rahmen des Erlaubten (Halal) und Verwehrten (Haram) ab. Was als erlaubt oder verwehrt gilt, legen der Koran und der Prophet fest. In diesem Punkt wendet sich Allah dem Propheten zu und beschreibt die Grundsätze: „ Sprich: „Kommt her, ich will bekanntgeben, was euer Herr euch (wirklich) verbot: Ihr sollt ihm nichts an die Seite stellen. Und den Eltern sollt ihr Gutes tun. Und ihr sollt euere Kinder nicht aus Armut töten: Wir werden euch und sie versorgen; und nähert euch nicht Abscheulichkeiten, weder öffentlichen noch heimlichen. Und tötet kein Leben, das Allah verwehrt hat, es sei denn aus rechtfertigendem Grund. Das hat er euch geboten; vielleicht begreift ihr es.“ (Sure An’âm, [ 6:151])

     

    Während dieser Vers einige Grundlagen für ein Leben im Sinne Gottes beschreibt und zugleich das vom Glauben entfernte Leben vor 14 Jahrhunderten vor Augen führen, beinhaltet er auch in unserer Zeit, eine genauso wichtige Botschaft an die Menschen. Wer kann schon sagen, dass Aussagen wie ein fester Glaube, Liebe gegenüber den Eltern, die Ermordung bzw. Vernachlässigung der Kinder aus Angst vor Armut, die Vermeidung von Schlechtem und das Töten von Menschen der Vergangenheit angehören und nichts mit der Gegenwart zu tun hätten? Im Gegenteil, es ist schon lange an der Zeit, diese Prinzipien aufs neue zu beleben und in unser Leben aufzunehmen.

     

    Alles um Gottes willen

     

    Der Koran erklärt, dass das Leben des Muslims vor allem auf das Wohlwollen Allahs ausgerichttet sein soll: „Ist nun etwa der besser, der sein Gebäude auf Gottesfurcht und auf Allahs Huld gegründet hat, oder der, welcher sein Gebäude auf den Rand fortgespülten Schwemmsandes gegründet hat, und der mit ihm in das Feuer der Hölle gespült wird? Und Allah leitet nicht die Ungerechten.” (Sure Tawba, [9:109]) Die gemeinsame Eigenschaft der Muslime, die in ihrem Leben dieses Ziel verfolgen, ist, dass sie eine „ gute Gemeinschaft ” (Umma) darstellen. Um jedoch diese Eigenschaften zu erreichen, bedarf es zuerst der Selbstdisziplin: „Ihr seid die beste Gemeinschaft, die für die Menschen erstand. Ihr gebietet das Rechte und verbietet das Unrechte und glaubt an Allah…”(Sure Âl-i İmrân, [3:110]) Denn der Muslim ist ebenfalls der Adressat folgender Verse: „Und sei gegen die Menschen nicht hochfahrend und stolziere nicht eitel auf der Erde herum. Siehe, Allah liebt keinen eingebildeten Prahler.” (Sure Lokmân, [31:18]) „ Mäßige deinen Schritt und dämpfe deine Stimme. Siehe, die hässlichste Stimme ist die Stimme von Eseln.”(Sure Lokmân, [31:19]) „ Und seid nicht wie jene, welche prahlerisch aus ihren Wohnungen auszogen, um von den Leuten gesehen zu werden…”(Sure Enfâl, [8:47])

     

    Die Menschen nicht verspotten und nichts Schlechtes denken

     

    Da der Mensch in Gemeinschaften lebt, muss er mit seinen Mitmenschen zu jeder Zeit gut auskommen. Heutzutage ist es mehr als offentsichtlich das z. B. üble Nachrede, Spott über andere oder die Verwendung von Schimpfworten das Vertrauen innerhalb der Gesellschaft zutiefst beeinträchtigen. In dieser Hinsicht ermahnt Gott die Muslime:

     

    „ O ihr, die ihr glaubt! Kein Volk soll über ein anderes spotten – vielleicht sind sie besser als sie –, auch Frauen nicht über andere Frauen – vielleicht sind sie besser als sie. Verleumdet einander nicht und gebt einander keine Schimpfnamen. Schlimm ist es, jemand als sündhaft zu bezeichnen, nachdem er den Glauben angenommen hat; und wer es nicht bereut, tut unrecht. ” (Sure Hudschurât, (49:11])

     

    So gehört es zu den wichtigsten Tugenden der Muslime, sich nicht in Mutmaßungen zu verlieren, nicht die Schwächen anderer zu suchen und – am wichtigsten – keine üble Nachrede zu betreiben: „O ihr, die ihr glaubt! Vermeidet möglichst viel Argwohn; denn mancher Argwohn ist Sünde. Und bespitzelt euch nicht und redet nicht hinter dem Rücken schlecht übereinander. Würde jemand von euch etwa gerne das Fleisch seines toten Bruders essen? Ihr würdet es verabscheuen. Und fürchtet Allah. Allah ist fürwahr bereit zu vergeben, barmherzig.”(Sure Hudschurât, (49:12])

     

    Sich im Guten und in der Frömmigkeit unterstützen

     

    Um Vertrauen und Solidarität in der Gesellschaft zu etablieren, führt der Koran den Grundsatz des Helfens im Guten und in der „Gottesfurcht” (Takwâ) an:„ …Helft einander zur Rechtschaffenheit und Gottesfurcht und nicht zur Sünde und Feindschaft. Und fürchtet Allah; siehe, Allah ist streng im Strafen.”(Sure Mâide, [5:2 ]) Dass am Ende des Verses von der Strenge der Bestrafung die Rede ist, zeigt auf die Pflicht, sich einander nicht in der Sünde oder Feindschaft zu helfen.

     

    Sich um die Verwandten und Bedürftigen sorgen

     

    Einige Wege, um zum Wohlgefallen Gottes zu gelangen, sind solche, deren die Menschen heutzutage sehr bedürfen. Die Sorge um die Verwandten, Allahs Gaben öffentlich und privat zu spenden oder das Schlechte mit dem Guten zu beseitigen sind einige dieser Wege. Diese Verse zeigen, dass der Weg zu Gott an diesen Punkten vorbeiführt: „ So gib dem Verwandten das ihm Zustehende, wie auch dem Armen und dem Sohn des Weges. Das ist gut für die, welche Allahs Antlitz suchen; und sie – ihnen ergeht es wohl.” (Sure Rûm, [30:38]) „ Diejenigen, welche Almosen geben, Männer und Frauen, und die Allah ein schönes Darlehen geben, mehr als verdoppeln wird er es ihnen. Und sie werden einen würdigen Lohn empfangen.“ (Sure Hadîd, [57:18]) „Und die im Verlangen nach dem Angesicht ihres Herrn standhaft bleiben und das Gebet verrichten und von dem, was er ihnen beschert, im verborgenen und öffentlich spenden, und die das Böse mit Gutem abwehren – diese werden mit der Wohnung belohnt…“ (Sure Ra’d, [13:22])

     

    Kein Betrug beim Handel

     

    Eine weitere Grundsätzlichkeit, die der Koran erwähnt, ist die Beachtung der Regeln des gerechten Handels. In Anbetracht dessen, dass die Beachtung dieser Rechte im Zusammenhang mit der Stiftung von Unheil auf der Erde genannt wird, ist es vielleicht eine der wichtigsten Botschaften insbesondere für die armen Länder. Das die finanzielle Krise eine Unzufriedenheit mit sich gebracht hat, ist offen zu erkennen. Den Weg für einen Lösungsansatz zeigen folgende Verse: „Und wiegt mit richtiger Waage! Und betrügt die Leute nicht um ihr Vermögen und stiftet auf Erden kein Unheil und Verderben!“ (Sure Schuarâ’, [26:182-183]) „Wehe denen, die das Maß verkürzen…“(Sure Mutaffifîn, [83:1]) In so einer angespannten Situation sollten die Muslime folgende Eigenschaft ihr eigen nennen: „Und die, welche das ihnen Anvertraute bewahren und ihre Verträge einhalten…“(Sure Ma’âridsch, [70:32])

     

    Gerechtigkeit

     

    Manchmal sind die Erzählungen im Koran äußerst kurz. Dennoch beinhalten sie eine beachtliche Bedeutung. Auch wenn unterschiedliche Themen in einem Satz vorzukommen scheinen, weisen sie tatsächlich auf den Zusammenhang dieser Themen hin. So kommen in dem folgendem Vers die Gerechtigkeit, das Gute und die Unterstützung der Nahen zu helfen gemeinsam vor. Weiterhin zeigt das Verbot des Schändlichen und der Bosheit, dass die Rechtlosigkeit und das Ablassen vom Guten eine Anmaßung sind: „ Siehe, Allah gebietet, Gerechtigkeit zu üben, Gutes zu tun und die Nahestehenden zu beschenken. Und er verbietet das Schändliche und Unrechte und Gewalttätige. Er ermahnt euch, euch dies zu Herzen zu nehmen.“ (Sure Nahl, [ 16:90])

     

    Wenn man aufmerksam auf die unten aufgeführten Verse schaut, erkennt man, dass der Koran, der den Gottesfürchtigen ein Wegweiser ist, den Begriff der Gottesfurcht/Takwâ allgemein in diesem Sinne benutzt. In diesem Zusammenhang wird die Frömmigkeit als die unbedingte Erfüllung der Gerechtigkeit beschrieben: „O ihr, die ihr glaubt! Tretet für die Gerechtigkeit ein, wenn ihr vor Gott Zeugnis ablegt, und sei es gegen euch selber oder euere Eltern und Verwandten. Handele es sich um arm oder reich, Allah steht euch näher als beide. Und überlasst euch nicht der Leidenschaft, damit ihr nicht vom Recht abweicht. Wenn ihr (das Recht) verdreht oder euch (von ihm) abkehrt, siehe, Allah weiß, was ihr tut.“ (Sure Nisâ , [4:135]) „O ihr, die ihr glaubt! Steht in Gerechtigkeit fest, wenn ihr vor Allah bezeugt. Der Hass gegen (bestimmte) Leute verführe euch nicht zu Ungerechtigkeit. Seid gerecht, das entspricht mehr der Gottesfurcht. Und fürchtet Allah. Siehe, Allah kennt euer Tun.“(Sure Mâide, [5:8])

     

    Ein Leben, das sich am Koran orientiert, wird schließlich von Allah wie folgt vergolten: „ Der, dessen (Gewicht in der) Waage schwer ist, wird dann ein angenehmes Leben führen.“ (Sure Kâri’a, [101:6-7]) „Wer das Rechte tut und gläubig ist, sei es Mann oder Frau, dem werden wir ein gutes Leben geben. Und wir werden ihn nach seinen besten Werken belohnen.“ (Sure Nahl, [ 16:97])

     

    Quelle: Taghrib ir