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    Der praktische Irfan

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    Dieser Zweig beschäftigt sich mit den Taten, Anstrengungen und Verhalten und hat keine Bindung mit dem theoretischen Irfan. Sein Bestreben liegt darin, den Menschen in die höchsten Ränge der göttlichen Nähe zu bringen und dies geschieht durch Reinigung (des Herzens) und Aufrichtigkeit. Das Ziel besteht darin, den ‚Ārif zu einem Rang zu erhöhen, sodass er in dieser Position nichts anderes als die Herrlichkeit Allahs (t.) sieht, also gemäß dem heiligen Vers:

     

    فَأَيْنَمَا تُوَلُّوا فَثَمَّ وَجْهُ

    wohin immer ihr also euch wendet, dort ist Allahs Angesicht [2:115]

    Er möchte den Rang erreichen, worin er Allah (t.) näher sieht als sein eigenes Selbst.

    أَنَّ اللَّهَ يَحُولُ بَيْنَ الْمَرْءِ وَقَلْبِه

    und wisset, daß Allah zwischen einen Menschen und sein Herz tritt [8:24]

     

    Aus diesem Grund wurde uns in den Worten des Fürsten der Gläubigen und Imam der Einheitsbezeugenden überliefert, dass er sagte:

    „Er (der Gläubige) erhält seinen Verstand am Leben, tötet sein Ego [nafs], bis sein Ausmaß klein wird, seine Grobheit sich verfeinert und für ihn ein Glanz starken Lichtes scheint. Denn das hat ihm den Weg verdeutlicht und hat ihn auf den (geraden) Weg mitgenommen. Die (verschiedenen) Tore leiteten ihn zum Tor des Wohlergehens und zur Wohnstätte des andauernden Aufenthalts. Seine Füße sind gefestigt durch die Gelassenheit seines Körpers, auf dem Grund der Sicherheit und der Ruhe durch das, womit er sein Herz beschäftigt (mit guten Taten) und seinen Herrn zufrieden stellt.“[1]

     

    Mit anderen Worten: Der ‚Ārif, der sich auf die Reise zu Allah (t.)[2] begeben hat, sucht einen Weg, um folgender göttlichen Überlieferung gerecht zu werden.

    „Mein Diener nähert sich mir durch freiwilligen Gottesdienst bis ich ihn liebe. Und wenn ich ihn liebe, bin ich das Ohr durch das er hört und das Auge, durch das er sieht und die Zunge, durch die er spricht und die Hand, durch die er handelt.“[3]

     

    Wenn das Hören göttlich ist, dann hört er nichts als die Wahrheit und wenn das Auge göttlich ist, dann sieht er nichts als die Wahrheit und wenn die Zunge göttlich ist, dann spricht er nichts als die Wahrheit und wenn die Hand göttlich ist, dann handelt er nur mit der Wahrheit. Damit hat dieser Diener einen erhabenen Zustand in all seinen Handlungen und Verhaltensweisen erlangt. Damit trifft folgende Überlieferung auf ihn zu:

    „Wahrlich, der Gläubige schaut durch das Licht Gottes.“[4]

    وَآخِرُ دَعْوَانا أَنِ الْحَمْدُ لِلَّهِ رَبِّ الْعَالَمِينَ

    Der letzte Ruf gebührt dem Dank Allahs, dem Herrn der Welten

     

     

    [1] Scharif al-Radhi: „Nahdsch-ul-Balagha“, Predigt 220

    [2] Reise zur göttlichen Nähe

    [3] Al-Schaykh Muĥammad Ibn Ya’qoob al-Kulayni: „Usool al-Kāfi“, Band 1, S. 352

    [4] Nahdsch-ul-Balagha

     

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    Quelle: http://www.alhaydari.de/irfan/was-ist-irfan/210-3-der-praktische-irfan.html