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    Der Prophet der Gnade aus der Sicht Molavis (Rumi)

    Der Prophet der Gnade aus der Sicht Molavis (Rumi)
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    So gut wie alle iranischen Poeten haben in ihrer Dichtung Gott gepriesen und die Eigenschaften des geehrten Propheten gelobt. Auch Rumi, der bei uns Mulavi oder Molana genannt wird gab in seiner Dichtung insbesondere im Mathnawi seiner Liebe zu Mohammad a.s.a.s. Ausdruck.

     

    In den sechs Heften des Mathnawi von Mulavi dichtet er über fast alle Propheten, die im Koran namentlich genannt werden und beschreibt ihr Leben und Werk. Seine Hinweise gehen aber über eine normale Erzählung weit hinaus. Sie sind von seinem unabhängigen Denken und der mystischen Erkenntnis geprägt. Dr. Abdul Hussein Zarinkub der zeitgenössische iranische Molavi-Kenner sagt: „Die unbeschreibliche Liebe, die den Mathnawi ständig das Gewand der Propheten küssen lässt, gehört zu den schönsten und prächtigsten Gipfeln dieses Werkes. Sie erreicht mit dem Namen des Siegels der Propheten – Mohammad Mustafa Friede ihm und Seinem Hause – ihren Höhepunkt. Immer wenn Molavi von ihm, von Ahmad (dem Propheten) und seinen Eigenschaften spricht, scheint sich seine Seele wie ein Vogel durch die Lüfte zu schwingen. Und manchmal erreicht sie einen Punkt, wo die Sprache nicht mehr seine Gefühle ausdrücken kann. Das Bild, das Mathnawi von der Gestalt des geehrten Propheten Mohammad – Friede sei ihm – zeichnet, bürgt nicht nur für die Ehrung und große Heiligung , die diesem hervorragenden Propheten Gottes zukommt, sondern zeigt auch die endlose Liebe und Treue Molavis zu diesem Lehrer der Menschheit. Überall im Mathnawi sind wir Zeuge der begeisterten und zugleich tiefsinniger Loblieder Mulavis auf den geehrten Propheten des Islams, Mohammad s.a.a.s.“

     

    Im Mathnawi des Mulavi kommt fast 500 Mal der Name des Propheten vor . Die Art , die Mulavi zur Beschreibung des Propheten wählt, ist von denen der Dichter vor und nach ihm verschieden. In den Gedichtssammlungen der großen persischen Dichter – den Diwanen, wird der Prophet immer nach der vorangegangen Lobpreisung Gottes beschrieben. Bei Molavi kann der Name des Propheten überall in seinem Werk auftauchen. Er muss nicht an einem bestimmten Platz stehen, sondern Mulana ruft bei den verschiedensten Gelegenheiten den Propheten in Erinnerung. Um den Letzten aller Propheten Gottes im Vergleich zu den anderen Gottespropheten in seinem Rang hervorzuheben, bezeichnet er ihn als den Namen für einen Satz , der aus der Gesamtheit aller vorhergehenden Propheten besteht.

     

    Mulavi versteht also unter dem Propheten des Islams, dem Siegel aller Propheten, die Gesamtheit aller Vollkommenheiten. Er ist der Überzeugung, dass sich im Propheten des Islam die hervorragenden Eigenschaften und Geheimnisse aller Propheten verbergen. Für ihn ist die Gesinnung und die Art des werten Propheten des Islams vollständiges Sinnbild aller Gottesfreunde und Wanderer auf dem Weg zu Gott. Er sieht ihn an der Spitze aller anderen Propheten, obwohl er erst nach allen ihnen zur Verkündung der göttlichen Botschaft ausgeschickt wurde. Um dies zu verbildlichen, begnügt er sich mit einem einfachen Vergleich und sagt: ein Baum trägt auf seiner endgültigen und besten Stufe Früchte. Mulavi zieht dieses Metapher heran um zu sagen, dass der Baum des Prophetentums im Laufe der Geschichte jahrhunderte lang gelebt hat und die Phasen zur Vollendung erlebte, bis er eine Frucht wie Mohammad hervorbrachte. Das Prophetentum fand durch den Gesandten des Islams seine Fortsetzung und Vollendung. In den Augen Molanas hat der Prophet Botschaften überbracht, die der Mensch so lange er lebt, braucht, denn er hat Schlösser geöffnet, die vor ihm keiner zu öffnen versucht hat:

     

    Was Mulavi über den Propheten des Islams und seine Glaubensgrundsätze im Mathnawi bringt, stützt sich hauptsächlich auf den Koran und auf die Überlieferung (Hadith) und insgesamt auf feine ethische und mystische Lehren. Mulavi sieht in der Art des geehrten Propheten des Islams das Sinnbild der Vervollkommnung der Stufen der Gottesfreunde und der mystischen Wanderer zu Gott. Er schildert den Weg und die Handhabe des Propheten des Islams als das Ideal für die Mystiker und nutzt es, um praktizierte Mystik zu lehren. Dafür liefert sein Mathnawi deutlich den Beweis.

     

    Das Mathnawi macht den Leser auf viele überlieferte Worte des Propheten aufmerksam. Wie andere Mystiker stützt auch Mulawi sich auf jene Überlieferung des Propheten, in der er den Dschihad gegen die Gottesleugner dem Dschihad mit dem Schlechten in der eigenen Seele unterordnet und die Bemühung um die Vervollkommnung der Seele den Großen Dschihad nennt.

     

    Das Hadith ist berühmt: Eine Schar der Prophetengefährten waren aus einem harten Gefecht gegen die Islamfeinde zurückgekehrt. Da lobte sie der edle Prophet, dass sie den kleinen Dschihad geführt hatten und sagte: „Nun solltet ihr den großen Dschihad führen, nämlich den Dschihad gegen das Schlechte in ihrer Seele.“ Mulavi ist davon überzeugt, dass die Bemühungen und Anstrengungen jener, die den Weg Gottes gehen, auf diesen Worten des Propheten gründen. Mulavi zeigt in einer Deutung dieses überlieferten Prophetenwortes den Wanderern zu Gott und zur Wahrheit, dass der größte Feind, der jeden aufrichtigen Gläubigen bedroht, nicht der äußere Feind ist, sondern der Feind in seinem Inneren: Sein größter Feind ist seine Seele.

     

    Der Wanderer zu Gott muss , um das Ziel zu erreichen, die verschiedenen Phasen mit allen ihren Schwierigkeiten hinter sich bringen. Eine dieser Phasen ist Armut. Molavi weist daher in Anlehnung an das Prophetenwort: Armut gereicht mir zur Ehre, darauf hin, wie Bedürftigkeit zur Gottesfurcht führt und nennt die Armut eine verborgene Zierde.

     

    Doch Mulavi ist der Ansicht, dass der Prophet des Islam eine Art der Armut als Ehre betrachtet, welche Quelle der Bewegung auf dem Pfad der Tugend in Richtung Gott ist: Es ist eine Armut, die den Menschen gottbedürftig macht aber ihn von der Abhängigkeit und dem Bedürfnis an anderem als an Gott befreit – ihn gottesfürchtig werden lässt. Diese Bedürftigkeit entspringt aus der Liebe zu Gott und der Erreichung der größten Nähe zu Ihm.

    Sie ist für die Mystiker die Armut und Bedürftigkeit Gott gegenüber und das Nichtbedürfen anderen als Gottes, denn dieses Bedürfnis führt zur ständigen Beziehung des Menschen zu dem geliebten Freund, nämlich zu dem Schöpfer der Welten.

     

    In Mekka hat der Prophet Gottes viele Misshandlungen von seinen Feinden erfahren. Molavi verkörpert sie in seinem Mathnawi in der Person des Abu Dschahl. Abu Dschahl, wörtlich: Vater der Unwissenheit, ist in Mulavis Dichtung die Verkörperung aller dümmlichen Götzenanbetung. Er verlangt von dem Propheten verschiedene Wunder, bekehrt sich jedoch trotz aller Wundertaten nicht zum Islam. Abu Dschahl betreibt weiter bis zu seinem Tod die Götzenanbetung. Er hasst den Propheten und seine Gefährten so sehr, dass der Prophet ihn den Pharao nennt. Deshalb bezeichnet Molawi diesen argen Prophetenfeind als die Manifestation der Selbstbezogenheit und des Weltlichen und als jemanden, dem keiner folgen sollte.

     

    Nach Ansicht von Molawi sind die Feinde wie Abu Dschahl und Abu Lahab deswegen gegen den Propheten und den Islam, weil sie das irdische Leben und ihr Ich lieben. Aber die aufrichtigen Gläubigen fühlen sich im Gegenteil vom Propheten angezogen, weil sie ihm ähneln.

     

    Quelle: http://german.irib.ir/radioislam/beitr%C3%A4ge/verschiedenes/item/245873-der-prophet-der-gnade-aus-der-sicht-molavis-rumi