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    Der Qur’an als Mittel (Teil 1): Der Handel mit Allah

    Der Qur’an als Mittel (Teil 1): Der Handel mit Allah
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    Die Hauptquelle unserer Erkenntnisse sind der heilige Qur’an und die Überlieferungen und Berichte der reinen Ahl al Bayt (a.). Allerdings spielt der heilige Qur’an eine wesentliche Rolle bei der Extraktion der Erkenntnisse um den Propheten Muhammad (s.). Auch die Methodik und Verfahrensweise, wie der heilige Qur’an mit dem Siegel (s.) und den restlichen Propheten (a.) umgeht, ist deutlich zu beobachten.

     

    إِنَّ اللَّهَ اشْتَرَى مِنَ الْمُؤْمِنِينَ أَنفُسَهُمْ وَأَمْوَالَهُمْ بِأَنَّ لَهُمُ الْجَنَّةَ

     

    Siehe, Allah hat von den Gläubigen ihr Leben und ihr Gut für das Paradies erkauft (Sure 9, Vers 111)

     

    Inhaltsverzeichnis

     

    1. Der Handel mit Allah (t.)

    2. Die Voraussetzungen, um ein Anhänger der Ahl al Bayt (a.) zu sein

    3. Die drei Wege der Erkenntnis

    4. Das Buch „al-Takwiny“ und „al-Tadwiny“

    5. Die Offenbarung Gottes im Buch „al-Tadwiny“

    6. Der heilige Qur’an

    7. Die sichtbare und verborgene Bedeutung

     

     

    1. Der Handel mit Allah

     

    Der Mensch befindet sich in einem Handel mit Allah (t.). So wie in jedem Handel, existieren auch in diesem vier Fundamente. Das erste Fundament ist der Verkäufer, das zweite der Käufer, das dritte der Preis und das vierte Fundament ist die Ware. Wenn wir beispielsweise zum Markt gehen, so finden wir diese Punkte wieder. Wir kaufen etwas vom Verkäufer, indem wir ihm den Wert dieses Gegenstandes bezahlen, woraufhin wir es erhalten. Der Mensch, welcher im Diesseits existiert, befindet sich ebenso in einem Handel. Auch in diesem Handel finden sich unsere vier Punkte wieder. Der Verkäufer ist der Mensch, der Käufer ist Allah (t.), die Ware ist das Selbst des Menschen und der Preis hierfür ist das Paradies. Aus diesem Grund sagte Allah (t.) im heiligen Qur’ān:

    Siehe, Allah hat von den Gläubigen ihr Leben und ihr Gut für das Paradies erkauft

     

    Auf der Seite der Verkäufer befinden wir uns Menschen und Allah (t.) ist der Käufer. Nun stellt sich uns die berechtigte Frage: Ist unser Eigentümer nicht bereits Allah (t.)? Sind wir nicht Seine Geschöpfe und damit bereits Sein Besitz?

     

    وَلِلَّهِ مُلْكُ السَّمَاوَاتِ وَالأَرْضِ

     

    Allahs ist das Reich der Himmel und der Erde[1]

     

    Allah (t.) ist der Herr jeder Existenz und ihr Eigentümer und dementsprechend sind auch wir Sein Eigentum. Dennoch hat uns Allah (t.) dieses Eigentum anvertraut und jedem sein Dasein übergeben. Anschließend hat Allah (t.) dieses Eigentum, was rechtlich gesehen Ihm (t.) gehört, von uns zurück erkauft und der Preis hierfür ist das Paradies. Auch haben wir in der letzten Analyse aufzeigen können, dass das Paradies nicht nur eine Stufe, sondern mehrere Stufen besitzt.

     

    وَلِكُلّ ٍ دَرَجَات ٌ مِمَّا عَمِلُوا

     

    Für alle sind Rangstufen je nach ihrem Tun[2]

     

    Aus diesem Grund ist es falsch zu sagen, dass das Paradies lediglich eine Stufe umfasst. Manche Überlieferungen besagen, dass das Paradies so viele Stufen besitzt, wie es Verse im heiligen Qur’ān gibt, also 6236 Stufen. In diesem Handel, den wir mit Allah (t.) eingegangen sind, ist es nun möglich, eine oder zwei oder drei oder vier oder höhere Stufen des Paradieses zu erlangen. Dies hängt von der Stärke unserer Überzeugung und der Reinheit der Absicht ab.

     

    Aus diesem Grund kann nun die Schlussfolgerung gezogen werden, dass der Wert eines Menschen von zwei Faktoren abhängig ist, nämlich den Taten und dem Glauben. Weder die Taten allein, noch der Glaube allein bestimmen den Wert eines Menschen, sondern erst in Kombination beider erlangt der Mensch höhere Stufen der Vollkommenheit. Jedoch ist ein reiner Glaube eine Voraussetzung für die Taten und je stärker der Glaube ist, umso reiner ist die Tat und je reiner die Tat ist, umso höher wird sie entlohnt, wie wir erläutert haben. Aus diesem Grund verbindet der heilige Qur’ān stets den Glaube und die Tat und erwähnt beide in einem Zug:

     

    وَبَشِّرِ الَّذِينَ آمَنُوا وَعَمِلُوا الصَّالِحَاتِ

     

    Und bringe frohe Botschaft denen, die glauben und gute Werke tun[3]

     

    Von diesem Punkt aus sind wir zum Entschluss gekommen, dass die bloße Liebe zum Gesandten Gottes (s.) und seiner Ahl al Bayt (a.) nicht die Rettung vor dem göttlichen Zorn sein kann. Manche Menschen sind davon überzeugt, dass die reine Liebe zur Ahl al Bayt (a.) ausreichend für die Errettung des Menschen ist. Weit verbreitet ist vor allem der Ausspruch, dass die Liebe zu Ali Ibn Abi Tālib (a.) eine Tat ist, welche nicht durch Sünden zerstört werden kann. Die Liebe zur Ahl al Bayt (a.) ist die Voraussetzung zur Annahme unserer Taten, es ist die Bedingung für die Gültigkeit unserer Taten. Doch wenn keine Taten vorhanden sind, hilft auch die größte und reinste Liebe zur Ahl al Bayt (a.) nichts. Viele Überlieferungen bestätigen uns diese Wahrheit. Wir wollen uns hierzu zwei solcher Überlieferungen ansehen.

     

    [1] Sure: ‚Āli `Imrān, Vers 189

    [2] Sure: Al-‚An`ām, Vers 132

    [3] Sure: Al-Baqarah, Vers 25, siehe ebenso [3:57], [4:57], [4:122], [5:9] uvm.

     

    Quelle: http://www.alhaydari.de