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    Der Qur’an als Mittel (Teil 3): Die drei Wege zur Erkenntnis

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    3. Die drei Wege zur Erkenntnis

     

    Wenn wir nun sagen, dass wir im Rahmen dieses Buches den Gesandten Gottes (s.) kennen lernen wollen, so ist es für unseren Verstand nicht möglich, ihn in seiner Vollkommenheit zu erfassen, die absolute Wahrheit über ihn (s.) herauszufinden. Wir können nur diejenigen Erkenntnisse erlangen, welche unser Verstand verarbeiten kann. Manche profitieren von diesem Wissen mehr als andere, doch die absolute Wahrheit dieser vollkommenen Existenz zu begreifen, ist für unseren Verstand ausgeschlossen. Doch wieso ist das so? Wieso sind wir nicht imstande, den Gesandten Gottes Muĥammad (s.) in seiner Vollkommenheit zu erfassen? Wenn Gott erlaubt, werden wir diesen Punkt ausführlich erläutern.

     

    Es gibt verschiedene Wege, jemanden kennen zu lernen. Eine Möglichkeit bietet das Erfassen der Wirkung, welche von dieser Person ausgeht. Um dies zu veranschaulichen, führen wir ein Beispiel auf.

     

    Was müssen wir tun, um herauszufinden, ob eine Person wissend ist oder nicht? Wir schauen uns seine Bücher an und erkennen anhand dieses Buches, ob das Geschriebene auf sein Wissen hindeutet oder nicht. Eine andere Möglichkeit bietet das Kennenlernen seiner Schüler. Wer sind seine Schüler und welchen Status an Wissen haben sie vorzuweisen? Wenn wir den Wissensstatus seiner Schüler kennen, so können wir auch Rückschlüsse darüber ziehen, wie wissend der Lehrer ist. Diese Art und Weise des Kennenlernens wird in der islamischen Logik[1] als „al-Tareek al-Inni“[2] bezeichnet und bedeutet, dass man versucht, aus der Wirkung selbst, Rückschlüsse über den Verursacher (dieser Wirkung) zu ziehen.

     

    Wir möchten beispielsweise nun herausfinden, ob die Person Zaid[3] gerecht ist oder nicht. Wie finden wir dies heraus? Wir können nicht in sein Inneres gehen und schauen, ob er gerecht ist oder nicht. Wir schauen uns deshalb sein Verhalten und sein Benehmen an, also seine heraustretenden Wirkungen. Ist Zaid ehrlich und gottesfürchtig, so können wir daraus schließen, dass er gerecht ist. Wir erkennen ihn somit aus den Taten und der Wirkung, welche von ihm hervorkommen.

     

    Aus diesem Grund besteht die erste Möglichkeit den Gesandten Gottes zu erkennen darin, die Wirkung, welche von ihm (s.) zu vernehmen war, zu analysieren. Dies ist der erste Weg. Der zweite Weg führt uns zu seinem Schöpfer. Allah (t.) hat den Gesandten Gottes (s.) sowie jede Existenz erschaffen und ins Dasein beordert. Wir fragen Allah (t.), wer diese Existenz ist, welche Er (t.) erschaffen hat. Dies ist der zweite Weg, welcher uns nicht zur Wirkung dieser Person führt, sondern zu demjenigen, der diese Person erschaffen hat und wir fragen Ihn (t.), wen Er geschaffen hat. Was kann Er (t.) uns über den Gesandten Gottes Muĥammad (s.) sagen? Es gibt noch einen dritten Weg. Ist der Gesandte Gottes (s.) fehlerlos oder nicht?

     

    وَمَا يَنْطِقُ عَنِ الْهَوَى

    إِنْ هُوَ إِلاَّ وَحْي ٌ يُوحَى

     

    Noch spricht er aus Begierde

    Es ist eine Offenbarung nur, die offenbart wird[4]

     

    Wir fragen ihn selbst: Wer bist du?

    Dies waren somit drei Wege, womit man imstande ist, den Gesandten Gottes (s.) kennen zu lernen.

    1- Wir untersuchen die Wirkung und die Taten, welche von ihm (s.) ausgingen und damit lassen sich Rückschlüsse über ihn selbst ziehen.
    2-Wir fragen den Schöpfer dieser vollkommenen Existenz nach Seinem Geschöpf
    3-Wir fragen den Gesandten Gottes (s.) selber und aufgrund der bewiesenen Fehlerlosigkeit ist ein absolutes Vertrauen in seine Worte zu legen

     

    Im Folgenden möchten wir nun auf die erste Möglichkeit eingehen.

     

    Wir haben erwähnt, dass das Wissen eines Gelehrten damit zu prüfen ist, indem man seine Bücher analysiert oder den Wissensstand seiner Schüler anschaut. Wir fragen uns, mit welchem Buch der Gesandte Gottes Muĥammad (s.) gekommen ist? Diese Frage ist eindeutig zu beantworten: Der Gesandte Gottes (s.) kam mit dem heiligen Qur’ān.

     

    Ist es uns möglich herauszufinden, was der heilige Qur’ān ist und das dieses heilige Buch das Wissen des Gesandten Gottes (s.) wiederspiegelt, so lassen sich Rückschlüsse über ihn selbst treffen, denn schließlich ist der heilige Qur’ān das Wissen des Gesandten Gottes. Wenn wir mit diesen Erkenntnissen beweisen können, dass der heilige Qur’ān das beste himmlische Buch ist, dann können wir auch sagen, dass der Gesandte Gottes vorzüglicher und wissender ist als alle anderen Propheten und Gesandte, welche mit anderen himmlischen Büchern kamen. Dadurch können wir den Rang des Propheten Muĥammad (s.) im Vergleich zu den anderen Propheten analysieren.

     

    [1] المنطق

    [2] الطريق الاني

    [3] Häufig verwendeter Beispielname im Arabischen, so wie es im Deutschen der Name „Müller“ ist.

    [4] Sure: An-Najm, Vers 3-4

     

    Quelle: http://www.alhaydari.de