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    Der Qur’an als Mittel (Teil 4): Das Buch „al-Takwiny“ und „al-Tadwiny“

    Der Qur’an als Mittel (Teil 4): Das Buch „al-Takwiny“ und „al-Tadwiny“
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    4. Das Buch „al-Takwiny“ und „al-Tadwiny“

     

    Es ist nun deutlich geworden, dass wir den ersten Weg einschlagen möchten, um den Gesandten Gottes zu erkennen und dies möchten wir anhand des heiligen Qur’ān tun. Wir werden beweisen können, dass das Siegel der Propheten den Vorzug über jedes Geschöpf und jede Existenz besitzt und somit das beste Geschöpf und die beste Schöpfung ist. Uns wird während der Analyse die Wichtigkeit des heiligen Qur’ān deutlich, welches sich am Tage des Gerichts beschweren wird, dass es verlassen wurde.

     

    وَقَالَ الرَّسُولُ يَارَبِّ إِنَّ قَوْمِي اتَّخَذُوا هَذَا الْقُرْآنَ مَهْجُورا

     

    Und der Gesandte wird sprechen: O Herr, mein Volk hat wahrlich diesen Qur`an alleine gelassen[1]

     

    Am Tage des Gerichts werden sich drei bei Allah (t.) beschweren und der heilige Qur’ān ist einer von ihnen. Wenn die Rede vom verlassenen Qur’ān ist, so ist damit nicht gemeint, dass der Qur’ān nicht rezitiert wird. In den islamischen Gesellschaften, in den Häusern, im Fernsehen und im Radio ist der Qur’ān oft zu hören. Jedoch bezieht sich dieser reine Vers auf die Tatsache, dass nicht am Qur’ān festgehalten wurde, nämlich dass seine Gebote und Verbote ignoriert wurden.

     

    وَاعْتَصِمُوا بِحَبْلِ اللَّهِ جَمِيعا ً

     

    Und haltet euch allesamt fest am Seile Allahs[2]

     

    Viele Überlieferungen, darunter die Überlieferung der zwei Gewichtigen[3], machen uns deutlich, dass der heilige Qur’ān das Seil Gottes ist. Das eine Ende des Seils ist in unserer Hand und das andere Ende ist bei Allah (t.). Was ist der Sinn eines Seiles? Man hält sich an ihn fest und klettert hoch und es ist eine Garantie, dass man nicht herunter fällt.

     

    إِلَيْهِ يَصْعَدُ الْكَلِمُ الطَّيِّبُ

     

    Zu Ihm steigen gute Worte empor[4]

     

    Von daher ist es unabdingbar, beim heiligen Qur’ān und dessen Inhalt zu verbleiben.

     

    Allah (t.) besitzt zwei Bücher. Das erste Buch wird „al-Kitab al-Takwiny“[5] genannt, wobei das zweite Buch als „al-Kitab al-Tadwiny“[6] bezeichnet wird. Letzteres Buch ist der heilige Qur’ān, den wir in unseren Händen halten. „al-Kitab al-Takwiny“ sind die Himmel und die Erde und was Er (t.) erschuf, Erhaben und Gepriesen sei Er. Es darf niemandem in den Sinn kommen, dass Allah (t.) lediglich der Schöpfer des Materiellen ist. Allah (t.) ist der Schöpfer vieler Welten und Ordnungen, welche uns nicht bekannt sind. Die Schöpfung Allahs beschränkt sich nicht auf einige Sterne und Planeten und Kometen etc. – nein, dies alles entspricht nicht einem Staubkorn der Schöpfung des Allerbarmers und ist in keinem Größenverhältnis zu setzen mit anderen Existenzen, wie „die Tafel“[7] oder „der Thron“[8] und viele weitere Existenzen. Wir fragen uns, ob es Verse gibt, welche auf die Existenz des „al-Kitab al-Takwiny“ hindeuten.

     

    وَلَوْ أَنَّمَا فِي الأَرْضِ مِنْ شَجَرَةٍ أَقْلاَم ٌ وَالْبَحْرُ يَمُدُّه ُُ مِنْ بَعْدِه ِِ سَبْعَةُ أَبْحُر ٍ مَا نَفِدَتْ كَلِمَاتُ اللَّهِ

     

    Und wenn alle Bäume, die auf der Erde sind, Federn wären, und der Ozean (Tinte), und sieben Ozeane würden nachträglich ihm zugefügt, selbst dann könnten Allahs „Worte“ nicht erschöpft werden[9]

     

    Wenn Allah (t.) nun von den „Worten“ spricht, so fragen wir uns, ob damit Worte gemeint sind, wie sie im heiligen Qur’ān zu finden sind oder spricht dieser heilige Vers von etwas Anderem? Es bedeutet vielmehr, dass die Zeichen Allahs (t.) nicht erschöpft werden, dass Seine Geschöpfe unzählig sind und weit über unser Denken hinaus gehen. Es ist ein Buch, dessen „Worte“ die Himmel und die Erde und das Wasser und die Meere und die Sonne und „der Thron“ und „die Tafel“ und vieles mehr sind. Dies sind die Worte (Zeichen) Gottes, welche als „Kalimat al-Takwiniyya“[10] bezeichnet werden. Aus diesem Grund wird dieses Buch als „al-Kitab al-Takwiny“ bezeichnet.

     

    Auf der anderen Seite haben wir „al-Kitab al-Tadwiny“ und dieses Buch ist der heilige Qur’ān. Aus detaillierten und komplexen Analysen schließen wir jedoch, dass diese beiden Bücher gleich sind – weder „al-Kitab al-Tadwiny“ unterscheidet sich von „al-Kitab al-Takwiny“ noch unterscheidet sich „al-Kitab al-Takwiny“ von „al-Kitab al-Tadwiny“. Die Analysen bezüglich des „al-Kitab al-Takwiny“ sind nicht Gegenstand dieses Vortrages, da sie den Rahmen sprengen würden.

     

    [1] Sure: Al-Furqān, Vers 30

    [2] Sure: ‚Āli `Imrān, Vers 103

    [3] حديث الثقلين

    [4] Sure: Fāţir, Vers 10

    [5] Ungefähre Bedeutung: Das Buch der schöpferischen Ordnung

    [6] Ungefähre Bedeutung: Das Buch der Niederschrift

    [7] اللوح

    [8] العرش

    [9] Sure: Luqmān, Vers 27

    [10] الكلمات التكوينية – Die Worte der schöpferischen Ordnung

     

    Quelle: http://www.alhaydari.de