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    Der Qur’an als Mittel (Teil 5): Die Offenbarung Gottes im Buch „al-Tadwiny“

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    5. Die Offenbarung Gottes im Buch „al-Tadwiny“

     

    Vielmehr möchten wir uns mit „al-Kitab al-Tadwiny“, also dem heiligen Qur’ān, auseinander setzen. Es wurde uns von Imam al-Sādiq (a.) und Imam Ali (a.) überliefert, dass sie sagten:

    „Wahrlich, Allah (t.) offenbarte sich Seinen Dienern in Seinem Buch, doch sie sehen nicht.“

     

    Wir werden erläutern, was es mit dem Begriff „offenbaren“ auf sich hat. Das arabische Wort „Tajali“[1], welches in diesem Kontext mit dem Wort „offenbaren“ übersetzt wurde, bezeichnet das „sich zeigen“ bzw. „sich präsentieren“.

     

    Ein Beispiel hierzu: Ein Gelehrter, der kein Buch geschrieben hat, der hat sein Wissen nicht offenbart, nicht nach außen hin gezeigt. Wie zeigt er sein Wissen? Indem er beispielsweise ein Buch schreibt oder sich einen Schüler nimmt und ihn lehrt. Er mag Wissen besitzen, doch weder schrieb er ein Buch, noch lehrte er einen Schüler. Hat dieser Gelehrte nun sein Wissen offenbart oder hat er es für sich und damit verborgen gehalten?

     

    Es ist deutlich, dass ein Gelehrter, welcher weder ein Buch schrieb, noch einen Schüler hat oder Unterricht gibt, sein Wissen verborgen hält und nicht offenbart. Sein Wissen würde sich jedoch zeigen, wenn er ein Buch schreiben würde oder sich einen Schüler nimmt. Dieses „sich zeigen“ bzw. „offenbaren“ wird im Arabisch mit dem Wort „al-Tajali“ umschrieben. Allah (t.) wollte Sein Wissen und Seine Macht in Seinem Buch offenbaren. Ist das Wissen Gottes begrenzt oder unbegrenzt? Es ist deutlich, dass Sein Wissen nicht beschränkt ist.

     

    Ist Seine Macht begrenzt oder unbegrenzt? Auch hier ist die Antwort eindeutig. Wenn Allah (t.) uns keinen Propheten und kein Buch gesandt hätte, wären wir da imstande, uns mit dem Wissen Gottes und Seiner Macht zu beschäftigen bzw. hätten wir Aussagen diesbezüglich tätigen können? Dies wäre uns nicht möglich gewesen, woher auch – genauso wie es uns nicht möglich ist, das Wissen eines Gelehrten zu erkennen, wenn er keine Bücher schreibt und kein Unterricht gibt und keine Schüler hat. Dieses Wissen tritt erst dann aus der Verborgenheit, wenn der Gelehrte ein Buch schreibt. Dementsprechend hat Allah (t.) Sich in Seinem Buch, dem heiligen Qur’ān, offenbart, sodass es uns möglich ist, Aussagen bezüglich Seines Wissens und Seiner Macht zu treffen. In diesem Sinne nennt sich der heilige Qur’ān selbst „das Wort Gottes“[2].

     

    حَتَّى يَسْمَعَ كَلاَمَ اللَّهِ

     

    bis er Allahs Wort vernehmen kann[3]

     

    Allah (t.) wollte sich somit durch den heiligen Qur’ān zu erkennen geben, doch die meisten Menschen sehen es nicht.

     

    أَفَلاَ يَتَدَبَّرُونَ الْقُرْآنَ أَمْ عَلَى قُلُوبٍ أَقْفَالُهَا

     

    Wollen sie also nicht über den Koran nachdenken, oder ist es so, dass die Herzen unter Schloss stehen?[4]

     

    Dieser reine Vers des heiligen Qur’ān besagt, dass es lediglich zwei Möglichkeiten geben kann. Entweder wir verstehen den Qur’ān und denken über ihn nach oder aber unsere Herzen sind verschlossen. Eine dritte Möglichkeit kann es nicht geben. Der heilige Qur’ān ist Licht und durch dieses Licht werden alle Wahrheiten deutlich. Wer also von diesem Licht kein Gebrauch macht, dessen Herz ist versiegelt. An anderer Stelle sagt der heilige Qur’ān:

     

    لَيْسَ كَمِثْلِه ِِ شَيْء

     

    Nichts gibt es Seinesgleichen[5]

     

    Genauso wie es nichts Seinesgleichen gibt, so existiert auch nichts, was gleich Seinem heiligen Buch ist, da der heilige Qur’ān das Wissen und die Macht Gottes offenbart und dementsprechend kann niemand ein solches Buch wie den heiligen Qur’ān hervorbringen.

     

    قُلْ لَئِنِ اجْتَمَعَتِ الإِنسُ وَالْجِنُّ عَلَى أَنْ يَأْتُوا بِمِثْلِ هَذَا الْقُرْآنِ لاَ يَأْتُونَ بِمِثْلِه ِِ وَلَوْ كَانَ بَعْضُهُمْ لِبَعْض ٍ ظَهِيرا

     

    Sprich: Ob sich auch die Menschen und die Dschinn vereinigten, um ein diesem Qu‘ran Gleiches hervorzubringen, sie brächten doch kein ihm Gleiches hervor, selbst wenn sie einander beistünden [6]

     

    Kann jemand mit dem gleichen Wissen und der gleichen Macht wie Allah (t.) kommen? Es ist eindeutig, dass niemand mit einem Buch wie dem heiligen Qur’ān erscheinen kann. Nichts ist Allah (t.) gleich und da der heilige Qur’ān das Wissen und die Macht Allahs offenbart und niemand imstande ist, Ähnliches wie dem Wissen oder die Macht Gottes hervorzubringen, ist auch niemand imstande, etwas wie den heiligen Qur’ān hervorzubringen. Aus diesem Grund ist der heilige Qur’ān auch ein göttliches Wunder.

    An dieser Stelle können wir den heiligen Qur’ān folgendes fragen: Wer bist du?

     

    [1] التجلي

    [2] كلام الله

    [3] Sure: At-Tawbah, Vers 6

    [4] Sure: Muĥammad, Vers 24

    [5] Sure: Ash-Shūraá, Vers 11

    [6] Sure: Al-‚Isrā‘, Vers 88

     

    Quelle: http://www.alhaydari.de