islamic-sources

    1. Startseite

    2. article

    3. Der Quran aus der Sicht der Gelehrten der „Schule Ahlul Bayts“

    Der Quran aus der Sicht der Gelehrten der „Schule Ahlul Bayts“

    Rate this post

     

    Der Quran ist das „Buch Gottes“, die göttliche Offenbarung. Er wurde dem Propheten Muhammad Ibn Abdullah (s.) hinab gesandt und von dessen Ahlul Bayt (a.s.) gegen Entstellung bewahrt.

     

    Der Quran  ist also die göttliche Offenbarung, die niemals verändert wurde, die unanfechtbar und unantastbar ist. Nichts Unwahres was auch immer – findet Zugang zu ihr. So klar und wahr der Quran Muhammad (s.) gesandt wurde, ist er geblieben …, ohne Hinzufügungen oder Fortlassungen. Er ist der „Brunnen“ göttlicher Gebote und Rechtleitung, ist Richtschnur für die Sunnah, Kriterium für Denken, Anschauung und Überzeugung, Basis der islamischen Kultur und Zivilisation und verhilft zu Glück und Wohlergehen.

     

    Die Muslime gaben den Quran den ihnen Nachfolgenden unversehrt weiter…, Generation um Generation. So, wie Gabriel ihn Muhammad (s.) offenbarte, wurde er niedergeschrieben und weitervermittelt. Eine Tatsache, die alle Muslime bestätigen und hinsichtlich derer sie einer Meinung sind. Ebenso wie sie unzuverlässige und nur auf schwachen Füßen stehende Überlieferungen und Riwayat – die hier und da seitens „gewisser Leute“ als Hinweis auf eine angebliche Entstellung und Verfälschung des Quran zitiert werden – einheitlich zurückweisen.

     

    Sheikh Tabrissi, der in der islamischen Welt bekannte und geschatzte Verfasser des Werkes „Magma‘ ul Bayan“, dessen Kommentationen Gelehrten und Quran kommentatoren wertvolle Anleitung sind, schreibt:

     

    Ob dem Quran etwas hinzugefügt oder von ihm etwas fortgelassen worden ist, bedarf keiner Diskussion, da ihm laut der einheitlichen Überzeugung aller Muslime nichts hinzugefügt wurde. Was Fortlassungen Quranischer Verse anbelangt, behaupten eine Gruppe aus den Reihen der „Taschayyuh“ [5] und eine der „Haschwiah“, dass derartiges stattgefunden habe.

     

    Die allgemeine schiitische Auffassung besagt jedoch richtigerweise etwas anderes, und diese Ansicht wird von Sayyid Murtiqa bestätigt. Auf die „Massa’il Tarablussiat“ antwortete er im Rahmen einer ausführlichen Abhandlung. Er klärt unmissverständlich darüber auf, dass die Korrektheit der Quran wiedergabe ebenso gewiss ist wie das Vorhandensein bekannter Städte, wie die Realität berühmt gewordener historischer Ereignisse, namhafter arabischer Literatur und von Arabern verfasster Gedichte.

     

    Die Wiedergabe und Bewahrung der Quran ischen Verse erfolgte mit so großer Sorgfalt und einem derartigen Interesse, dass es das, was wir eben sagten, sogar noch weit übersteigt. Darum, weil der Quran das „Wunder des Propheten“ und die Quelle theologischen Wissens und der Glaubensgebote ist.

     

    Die islamischen Gelehrten und Wissenschaftler haben sich nach Kräften um Bewahrung und Schutz des Quran bemüht. So sehr, dass sie sogar Differenzen hinsichtlich Vokalzeichen (I’rab) und der Leseweise (Qara’at) feststellten und wissen ließen. Wie könnte es angesichts dieser Genauigkeit und Gewissenhaftigkeit möglich sein, dass der Quran verändert worden sein sollte?!

     

    Auch sagt er:

     

    Die Angaben zum Aufbau des Quran, zu dessen einzelnen Abschnitten als auch seiner Gesamtheit sind korrekt und präzise überliefert worden. Ebenso korrekt und präzise, wie z.B. die (arabisch-sprachkundlichen) Schriften „Sibaways“ und „Mazanis“ übergeben wurden. Versierten und Eingeweihten sind diese Bücher bis ins letzte Detail bekannt. Selbst die geringfügigste Hinzufügung zum Werk Sibaways fiele ihnen sofort auf, und sie würden wissen, dass sie nicht zu seinem Buch gehört. Ebenso ist es mit der Schrift des Mazanis.

     

    Es steht außer Zweifel, dass Interesse und Gewissenhaftigkeit, mit denen der Quran aufgezeichnet und überliefert wurde, ganz gewiss noch tiefer und intensiver gewesen sind als die, die im Zusammenhang mit dem Buch des Sibaways oder arabischer Gedichtsammlungen aufgewandt wurden.

     

    Tabrissi erklärt: Der Quran war zur Zeit des Gesandten Gottes (s.) die gleiche Sammlung an Quranversen wie heute. Dafür gibt es folgende Begründung:

     

    Er wurde in jener Zeit vorgetragen, gelehrt und auswendig gelernt. Eine Gruppe der „Sahabah“ [1] war dazu bestimmt worden, ihn auswendig zulernen, niederzuschreiben und schließlich dem Propheten vorzutragen. Einige wie Abdullah Ibn Mas’ud und Abi Ibn Ka’b trugen in Gegenwart des Gesandten Gottes den gesamten Quran mehrere Male vor. Bei ein wenig Nachdenken wird deutlich, dass dieses alles Hinweis dafür ist, dass der Quran ein kompletter und zusammenhangender Sammelband ist, dem nichts fehlt, fern jeglicher Zerpflückungen und Lücken …

     

    Gegensätzlichen Reden aus den Reihen der lmamiten oder Haschwiah sollte daher kein Wert beigemessen werden. Ihnen liegen unzuverlässige, haltlose „Informationen“ zugrunde, die für bare Münze genommen und als bewiesen verstanden wurden. Aufgrund derartiger unfundierter Angaben kann nicht etwas, über das wir Gewissheit haben, at akta gelegt werden. [2]

     

    Sheikh Tussi sagt: Das, was seitens der schiitischen Gelehrten und Wissenschaftler außer Zweifel steht und allseitige Zustimmung findet ist, dass Abänderungen nicht stattgefunden haben. [2]

     

    Sheikh Sadiiq, Verfasser des Werkes „Man Layahduruh ul Faqih“ und dutzender weiterer wertvoller Schriften, schreibt in seiner populären Abhandlung „Ttiqadat Saduq“:

     

    Unsere Ansicht über den Quran, den Gott Seinem Gesandten Muhammad (s.) hinabsandte ist, dass er damals nichts mehr beinhaltete als das, was wir heute zwischen seinen beiden Einbanddeckeln in Händen haben. Und wer uns nachsagt, dass wir der Meinung seien, dass er mehr als das gewesen sei, der lügt.

     

    Sheikh Saduq begründet seine Worte an Hand entsprechender Hinweise, die in folgenden [3] Quellen nachzulesen sind: Sheikh Ut Ta’ifah Abu Ga ‚far Muhammad Ibn Hassan Tussi (verstorben im Jahre 460 n.d. R), Verfasser der Werke „Halaf“, „Mabsur‘, „Tahdib“ und „lstibsar“ als auch anderer Bücher, schreibt in seinem „Tibiyyan“:

     

    Ob dem Quran etwas hinzugefügt oder genommen wurde, bedarf keiner Diskussion. Alle Gelehrten sind sich darüber einig, dass ihm nichts hinzugefügt wurde. Auch dass er unvollständig sei, wird seitens der islamischen Glaubensrichtungen konsequent von der Hand gewiesen. – Wir Schiiten sind ebenfalls dieser Ansicht. Sayyid Murtida bestätigt diese Überzeugung, und den Riwayat ist das gleiche zu entnehmen.

     

    In vielen Riwayat wird das Lesen im Quran und das sich an ihm Orientieren nachdrücklich empfohlen. Sie weisen darauf hin, dass Unklarheiten im Zusammenhang mit unterschiedlichen Wiedergaben nebensachlicher Details in Riwayat, durch Hinzuziehung des Quran, der als Kriterium und Richtschnur einzusetzen ist, zu lösen sind.

     

    In einem bereits zitierten Hadith, der seitens aller Muslime als korrekt und zuverlässig verstanden wird, heißt es:

    Der Prophet sprach:

    „Ich hinterlasse euch zwei Kostbarkeiten. Wenn ihr euch an ihnen festhaltet, werdet ihr nicht in die Irre gehen. Das Buch Gottes und mein Ahlul Bayt. Diese beiden sind unzertrennlich …, bis zu jenem Tage, an dem sie bei mir, bei dem „Hawd“ [4], eintreffen werden.“

     

    Diese Riwayat ist Zeugnis dafür, dass der Quran zu jeder Zeit und Epoche als aktuelles Dokument vorhanden ist. Schließlich wäre es sinnlos, sich an etwas zu klammern, das nicht von Bestand und kein verlässlicher Halt ist. Das gleiche trifft für Ahlul Bayt zu. Das Gebot, ihnen in Treue und Freundschaft zu folgen, gilt für alle Zeiten …

     

    Sheikh Muhammad Gawad Balaqi weist in seinem Buch „Ala‘ ur Rahman fi Tafsir I Qur’an“ auf folgende strahlende Wahrheit des Quran hin:

    Ewig, heilig, unantastbar und geschützt gegen Entstellung und Veränderung …

     

    Er sagt unter anderem:

    Durch die Geschichte hindurch hat sich der Quran in der Gemeinschaft der Muslime seinen festen Platz erhalten …, allseits anerkannt und geehrt, von Generation zu Generation. Tausende Abschriften des Quran aus jener Zeit sind geblieben, und in den Herzen Tausender „Quranbewahrer und -freunde“ (Hafizan) ist das Quranische Wort „eingraviert“. Diese Exemplare sind, eines nach dem anderen, Abschriften von vorherigen Abschriften, und die Muslime lernten, einer vom anderen, den Quran zu rezitieren und zu verstehen.

     

    Tausende Quranabschriften kannst du sehen, die die Beachtung der „Hafizan-Qur’an“ fanden (d.h. jener, die den Quran auswendig aufsagen können und ihn somit in ihrem Gedächtnis und Herzen bewahren) und von ihnen geschützt und bewahrt wurden.

     

    Und Tausende, ja Aber- und Abertausende Hafizan und Nassihan (jene, die die Quranabschriften anfertigen) kamen hinzu, wachten und wachen über die neuhinzugekommenen Exemplare. Nichts in der Geschichte ist so übereinstimmend und fortlaufend anerkannt und begrüßt worden wie der Quran. Dieses aber ist zweifellos nichts anderes als eine Bestätigung seiner Echtheit, Originalität und Ewigkeit. Etwas, das der Allmächtige Gott, der Schöpfer und Erhalter der Welten, in der Sure 15, „Hugr“, verhieß:

    „Wir haben den Quran hinab gesandt und Wir sind seine Bewahrer!“

     

    Und in der Sure 75, „Qiamah“, lesen wir:

    „Es ist an uns, den Quran zusammenzutragen und vorzutragen.“

     

    Und solltest du in einigen Überlieferungen über Quranentstellungen und Auslassungen gelesen haben, so wisse, dass derartige „Riwayat“ wertlos sind. Erkenne den irreführenden Charakter und die Unglaubwürdigkeit solcher Überlieferungen, die in krassem Gegensatz zur Ansicht der Gemeinschaft der Muslime stehen. Lass dich von der Vernunft leiten und halte dich in Bezug auf derlei Aussagen an die Richtlinien der Hadithwissenschaft. –

     

    In seinem „Tafsir“ schreibt Balaqi im Zusammenhang mit dem Thema: „Ansicht der lmamiten“ (Imamah, Schia) in Bezug auf das Nicht-Gegebensein von Quranauslassungen:

    Es soll nicht ungesagt bleiben, dass der große Hadithwissenschaftler Sheikh Saduq (La.), dessen Riwayat allseitige Anerkennung finden, in seinem Werk ‚I’tiqadat“ schreibt:

     

    Unsere Ansicht über den Quran, den Gott Seinem Gesandten Muhammad (s.) hinabsandte ist, dass er damals nichts mehr beinhaltete als das, was die Leute heute – zwischen seinen beiden Einbanddeckeln – in Händen haben. Und wer uns nachsagt, dass wir der Meinung seien, dass er mehr als das gewesen sei, spricht die Unwahrheit.

     

    Im Kapitel „Fasl ul Hitab“ in „Mulaqat Sheikh Mufid“ (q.s.) heißt es abschließend:

    Bei den Imamiah [5] wird die Ansicht vertreten, dass kein Wort des Quran ausgelassen wurde. Dass weder eine Ayah fehlt noch eine Sure. Das, was fortgefallen ist, ist das, was Amir al Mu ‚minin in seiner Niederschrift an Erklärungen zu den Quranischen Versen geschrieben hatte.

     

    Und in dem Werk „Kaschf ul Gita‘ fi Kitab ul Qur’an“ schreibt er im Zusammenhang mit Quranauslassungen:

    Es besteht kein Zweifel darüber, dass der Quran im Schutze Gottes steht und gegen Auslassungen bewahrt ist. So lassen es Quran
    ische Verse wissen als auch – übereinstimmend – die Gelehrten des Islam.

     

    Sheikh Baha’i äußert: Was Auslassungen bzw. Hinzufügungen zum Quran anbelangt, gibt es widersprüchliche Ansichten. Richtig aber ist, dass dieses heilige Buch gegen Hinzufügungen und Auslassungen bewahrt geblieben ist, was auch die Ayah

    „…und Wir sind seine Bewahrer“

    zum Ausdruck bringt.

     

    Muqadas Bagdadi schreibt in „Wafiah“: Im Zusammenhang mit dem Gerede über Quranauslassungen ist zu sagen, dass wir Imamiten die Auffassung vertreten, dass derartiges nicht zutreffend ist und dass dieser Ansicht alle Gelehrten zustimmen. Auch sagt er: Sheikh ‚Ali Ibn Abdul ‚Ali bringt zu diesem Thema eine Abhandlung. Er zitiert darin die bereits gebrachte Äußerung Saduqs und weist auf einige „Ahadith“ hin, in denen von einem Fortgefallensein einiger Quranverse die Rede ist.

     

    Als Antwort hierzu schreibt er: Immer wenn eine Riwayat in Widerspruch zu Quranaussage, Sunnah und der Ansicht der Gelehrten steht und nicht zu erklären ist, so ist sie zu verwerfen. [6]

     

    Der große Gelehrte Kaschif ul Gita‘ sagt in „Asl usch Schia wa Usulha“: „Das Buch, das sich heute in Händen der Muslime befindet, ist das Gleiche, das Gott dem Propheten (s.) hinabsandte. Es ist Beweis seiner ihm von Gott gegebenen prophetischen Wunderkraft als auch seiner Prophetenschaft. Der Quran hat keinerlei Auslassungen oder Hinzufügungen erfahren, worüber sich alle Muslime einig sind.“

     

    Der bekannte Reformer Sayyid Abdul Hussayn Scharafiddin bringt in seinem Werk „Al Fusul al Muhammah fi Talif ul Ummmah“ zum Ausdruck:

     

    Zum Quran fand weder offenkundig noch insgeheim Unwahres Zugang. Er war und ist genau das, was zwischen seinen beiden Einbanddeckeln geschrieben steht. Nichts ist ihm hinzugefügt, nicht einer seiner Buchstaben ist ausgelassen und nicht ein Wort oder Buchstabe sind abgeändert worden. Vielmehr wurden seine sämtlichen Buchstaben, Worte und Sätze von Epoche zu Epoche und Generation zu Generation getreulich weitergegeben. Er ist das, was dem Gesandten Gottes offenbart wurde …, ist das heilige Buch der Muslime. So, wie er sich heute zeigt, ist er damals geordnet und zusammengestellt worden. „Gabriel-Amin“, der Botenengel Gottes, hat ihn dem Propheten viele Male dargebracht. Das sind Realitäten …, aus der Sicht der schiitischen Gelehrten offenkundig und bewiesen. Das aber, was in den Reihen der Haschwiah gesagt wird, ist haltlos …, sie sind nicht im Bilde …

     

    Der bekannte und bestätigte Gelehrte Sayyid Muhssen Amini Hussayni Ameli schreibt in „A’yan usch Schi’ah“:

    Niemand in schiitischer Runde nimmt an, dass – weder früher noch heute – dem Quran etwas hinzugefügt oder genommen wurde. Alle sind der Überzeugung, dass Hinzufügungen nicht erfolgten. Ebenso sind Gelehrte und Wissenschaftler, deren Aussagen zuverlässig sind, der einheitlichen Meinung, dass Auslassungen nicht stattgefunden haben. – Das ist die Auffassung der „Schule Ahlul Bayts“ über den Quran. Jener Quran, der heute in Händen der Muslime ist, entspricht genau dem, was dem Propheten von Gott offenbart wurde. Und so wird es sein, solange es Menschen auf dieser Erde gibt. Er ist das Licht auf unserem Lebensweg und weist uns den rechten Kurs, zu Entfaltung und Vervollkommnung. Muslimische Wissenschaftler und Gelehrte geben zu verstehen, dass jene Überlieferungen – ob von Ahl-Taschayyuh [5] herrührend oder von Ahl-Tassanun [7] – in denen von Quranauslassungen die Rede ist, nichts anderes darstellen als wertloses Gerede …, erfunden und erlogen von solchen, denen es nicht um die Wahrheit geht und die außerhalb des Kreises aufrichtig nach Wissen Strebender stehen.

     

    Es gibt Überlieferungen, bezüglich derer in einigen – da sie nicht richtig hinschauten und über deren wahre Aussage oberflächlich hinweg sahen – der Eindruck entstand, dass von Quranauslassungen die Rede ist oder aber solche, die angeblich auf einen weiteren Quran – abgesehen von dem originalen, ursprünglichen – hinweisen. Etwas, das hier und da zu Missverständnissen und Irrtümern führte und seitens jener, die dem Islam feindselig gesonnen sind und gegen ihn intrigieren, als „Indiz“ im Sinne ihrer tendenziösen Behauptungen und Absichten genutzt wird. Unter anderem jene Riwayat, in der es – einmal ganz abgesehen davon, ob sie zuverlässig ist oder nicht – heißt, dass Imam Sadiq (a.) – auf seine Brust zeigend – gesagt habe:

     

    Bei Gott! In unserer Hand sind die Waffe des Gesandten Gottes (s.), sein Schwert und sein Kettenhemd. Und, bei Gott, mit uns ist die „Schrift Fatimas“, in der nicht ein Vers der Verse des Buches Gottes zu finden ist. Es handelt sich um das, was der Prophet diktierte und das Ali niederschrieb.“ [8]

     

    Einige glaubten, dass Imam Sadiq (a.) – Gott bewahre uns vor einer solchen Annahme – von einem weiteren Quran Kunde geben wollte, weshalb sie diese Überlieferung nutzten bzw. missbrauchten, um ihre Worte damit zu untermauern. Dieweil jedoch jeder, der sich ein wenig in der arabischen Sprache auskennt, weiß – auch wenn er noch so leichtgläubig ist – dass das nicht stimmen kann.

     

    Imam Sadiq (a.s.) sagte:

    „…bei uns ist die Schrift Fatimas …“

    Angesichts des Wortes „Schrift“ (Mushaf) und dessen arabischer Bedeutung ist dem Kundigen klar, was der Imam damit zum Ausdruck brachte.

     

    Ragab Isfahani erklärt: Mit „Sahifeh“ ist etwas Ausgebreitetes gemeint…, eine Seite, auf der etwas niedergeschrieben wird. Der Plural davon ist „Saha’if“ oder „Suhuf“.

     

    Gott spricht von den „Suhuf“ Abrahams und Moses. Einige sagen: Mit „Suhuf“ ist der Quran gemeint. Er heißt deshalb „Suhuf“, weil diese (die „Schrift“) ein Buch ist, das sich aus vielen beschriebenen Seiten – „Sahifah“, „Suhuf“ – zusammensetzt. Diese beschriebenen Seiten werden auch als „Musahif“ bezeichnet. [9] – Demnach ist also der Begriff „Mushaf“ kein Eigenname des Quran, sondern ein jedes Buch ist, da es beschriebene Seiten enthalt, ein „Mushaf“.

     

    Die Namen des Buches Gottes sind: Al-Qur’an, Ad-Dikr, Al-Furqan, AI-Kitab. In der Sprache des Quran fällt das Wort „Mushaf“ als Bezeichnung für den Quran nicht. Die Muslime selbst waren es, die den Quran bisweilen als „Mushaf“ bezeichneten. Darum, weil sie seine Verse zusammentrugen, niederschrieben und so ein Sammelband aus beschriebenen Seiten entstand.

     

    Der Grund für diesen Irrtum im Zusammenhang mit der genannten Riwayat ist die Unkenntnis über Ursprung und Bedeutung des Wortes „Mushaf“, ist das Nicht-lnformiertsein darüber, was man damals darunter verstand und welche Aussage es später für die Allgemeinheit erhielt.

     

    Imam Sadiq (a.) gibt jedoch gleichzeitig eine Erklärung für die von ihm genannten „Mushaf“. Er erklärt, dass in dem „Mushaf“ nicht eine einzige Ayah aus dem Quran enthalten ist. Mit anderen Worten: Der zitierte „Mushaf“ist nicht von der Art des Quran, der göttlichen Offenbarung.

    Er ist das Wort des Gesandten Gottes (s.), niedergeschrieben von Ali (a.).

     

    Einige Gelehrte sind der Ansicht, dass die „Mushaf Fatima“ eine Sammlung von Duas und Empfehlungen sind, die der Prophet zur geistigen Entfaltung seiner Tochter für diese zusammenstellte und niederschreiben ließ.

     

    Das Gesagte mag zudem ein Hinweis dafür sein, dass den Irrtümern einiger muslimischer Gruppierungen, die zu Missverständnissen, Entstellungen und gar Missbrauch führten bzw. führen, Unkenntnis, Vorurteile, fälschliche Auffassungen und bisweilen auch tendenziöse Absichten zugrunde liegen.

     

    a) Sahaba: Bezeichnung der Gefährten des Propheten (zu dessen Lebzeiten)
    b) Tabi’in: Jene Gefährtengeneration, die nicht zu Zeiten des Propheten und der „Sahaba“ lebte, sondern Prophetenfreunde nach den „Sahaba“ waren.

    Sheikh Tabrissi in „Magma l Bayan“ /“Fi Tafsir al Quran“

    Sheikh Lutf u llah Safi, „Ma’l Khatib fi Khututihil Aridah“, S. 42

    Hawd: „Paradiesquelle Kauthar“, jener Ort im Paradies, an dem die Ahlul Bayt (a.) bei dem Propheten eintreffen werden.

    Ahl-Taschayyuh: Schiiten, auch: „Imamiten“

    Sheikh Balagi, Tafsir Quran, B. 1, S. 18, 87b Balagi, Vorwort zu „Ala’ar Rahman“

    Ahl-Sunnat: Sunniten (Ahl-Tassannun)

    Alameh Maglissi, „Bihar ul Anwar“, B. 47, S. 270, T. 3

    Ragib Isfahani, „Mugam Mufradat Alfaz ul Quran“

     

    **********

     

    Quelle: http://www.al-shia.eu/die%20ahlulbayt/ahlul-bayt/Quran_aus_der_Sicht_der_Ahlul_Bayt.htm