islamic-sources

    1. Startseite

    2. article

    3. Der Regierungsauftrag Imam Alis (a.s.) an Malik al-Aschtar

    Der Regierungsauftrag Imam Alis (a.s.) an Malik al-Aschtar

    Der Regierungsauftrag Imam Alis (a.s.) an Malik al-Aschtar
    Rate this post

     

    Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes

     

    Dies sind die Regierungsgrundlagen, auf die Ali (a.s.) , Diener Gottes, Sohn des Abu Talib, Malik al-Aschtar, Sohn des Hareth, bei dessen Ernennung zum Gouverneur von Ägypten verpflichtet. Malik al-Aschtar wird beauftragt, Steuern einzutreiben, die Feinde zu bekämpfen, sich für die Verbesserung der Lebensumstände der Bevölkerung Ägyptens einzusetzen und für das Gedeihen des Landes Sorge zu tragen.

     

    Ali weist Malik an, seine Frömmigkeit vor Gott zu bewahren, der Gehorsamkeit Gott gegenüber Vorrang zu geben und die Gebote und Verbote der Schrift (Koran) und ihrer Überlieferungen zu befolgen; denn diese führen allein zu Glückseligkeit, während jeder, der gegen sie verstößt, im Unheil endet. Er (Imam Ali) beauftragt Malik, Gott, dem Gepriesenen, mit Leib und Seele zu dienen, denn er – möge sein Name gepriesen sein hat versprochen, seinen Helfern beizustehen und denen, die ihm Verehrung entgegenbringen, Würde zu verleihen.

     

    Er (Imam Ali) gibt ihm weiter den Auftrag, seine Wünsche zu mindern und zu zügeln, weil ungehöriges Verlangen ihn zum Unrecht hintreibt, es sei denn, daß der gnadenvolle Herrgott ihm zu Hilfe komme.

     

    Und nun, oh Malik, sei auf der Hut!

    Ich entsende Dich (als Gouverneur) in ein Land, in welchem zuvor schon sowohl die Gerechtigkeit, als auch die Despotie geherrscht haben. Zweifellos werden die Volksmassen über Dein Wirken genauso urteilen, wie Du über das Wirken der früheren Staatsmänner. Sie werden über Dich in gleicher Weise reden, wie Du es über die ehemals Regierenden tatest. Den Gerechten und Aufrichtigen wird man jedoch daran erkennen, ob er nach Gottes Wort handelt.

     

    Mögen Deine kostbarsten und liebsten Schätze im gerechten und aufrichtigen Handeln bestehen. Beherrsche Deine Leidenschaften und zügle sie im Angesicht dessen, was Dir nicht erlaubt wurde. Übe um der Gerechtigkeit willen strenge Selbstbeherrschung, ob es Dir nun genehm oder nicht genehm erscheint. Schließe das Volk in Dein Herz und empfinde ihm gegenüber aufrichtige Liebe, Zärtlichkeit und Freundschaft. Möge Gott Dich davon abhalten, wie ein Raubtier auf Beute zu lauern!

     

    Bedenke, daß das Volk aus zweierlei Gruppen besteht: die einen sind Deine Brüder im Glauben, die anderen sind zumindest menschliche Wesen wie Du. Es kommt vor, daß sie (beide Gruppen) Verfehlungen begehen oder einer Schwäche erliegen, willentlich oder versehentlich eine Sünde begehen; dann mögest Du ihnen Deine Nachsicht und Vergebung nicht vorenthalten, genauso, wie Du Nachsicht und Vergebung von Gott erwartest, denn Du stehst über ihnen und der, der Dich zum Gouverneur ernannt hat (Imam Ali), über Dir, Gott jedoch über ihm. Er (Imam Ali) hat Dich dazu aufgefordert, die Angelegenheit des Volkes zu vertreten. Das Volk ist also ein Prüfstein für Deine Taten.

     

    Denke nicht daran, Malik, Gott den Krieg zu erklären, denn Du kannst weder seine Strafe ertragen noch auf seine Vergebung und Gnade hoffen. Empfinde niemals Reue, wenn Du Vergebung geübt, und niemals Freude, wenn Du eine Strafe verhängt hast. Eile nicht dem Zorn entgegen, dem Du entweichen kannst. Denke niemals bei Dir: „Ich bin der Befehlshaber und gebe den Befehl, mir muß man gehorchen!“ Denn solch ein Gedanke korrumpiert das Herz und den Verstand, schwächt den Glauben und führt die Regierung in den Abgrund.

     

    Wenn Deine Macht Dich zu Arroganz und Prahlsucht verführen sollte, dann denke an das unermeßliche Reich Gottes und seine Allmacht über das, worüber Du nicht zu entscheiden hast. Solche Überlegungen werden Deine Maßlosigkeit und Deinen Jähzorn beruhigen und eindämmen und Dich wieder zur Vernunft bringen. Achte darauf, nicht mit seiner Allmacht zu wetteifern und Deine Macht der seinen entgegen zustellen, denn Gott wird jeden arroganten und gnadenlosen Tyrannen demütigen.

     

    (Oh Malik), sei gerecht gegenüber Gott und dem Volk einerseits und Dir, Deiner nahen Verwandtschaft und Deinen Freunden andererseits. Unterdrücke die Volksmassen nicht und lasse nicht zu, daß Deine Verwandten und Freunde sie in Deinem Namen unterdrücken. Wer immer die Geschöpfe Gottes unterdrückt, wird sich die Feindschaft Gottes genauso zuziehen wie die Gegnerschaft jener, die er unterdrückt hat. Jeder Tyrann und Unterdrücker befindet sich im Krieg gegen Gott, es sei denn, daß er Reue zeigt und von der Unterdrückung abläßt.

     

    Bedenke, Malik, daß nichts in der Welt so wirkungsvoll Gottes Segnungen in Zorn umwandelt und nichts seine Vergeltung schneller hervorruft als Unterdrückung und Tyrannei über seine Geschöpfe. Denn der barmherzige Gott hört die Schreie und Gebete jener, die unter dem Stiefel der Grausamkeit und Tyrannei zertreten werden, und lauert auf die Unterdrücker.

     

    Du solltest Dich ausschließlich für eine Politik entscheiden, die weder zu hart noch zu milde ist, eine Politik, die auf Gerechtigkeit basiert und weit und breit geschätzt wird, eine Politik, die die Zufriedenheit des Volkes nach sich zieht. Bedenke, daß das Mißfallen der Allgemeinheit, d.h. der einfachen Menschen, der Habenichtse und Unterdrückten mehr zählt als der Beifall und die Zufriedenheit der privilegierten Schicht; das Unbehagen dieser jedoch verliert gegenüber der Zufriedenheit der Allgemeinheit seine Bedeutung.

     

    Bedenke, Malik, daß diese privilegierte Schicht der Abschaum der menschlichen Gesellschaft ist. Ihre Sattheit und Selbstzufriedenheit macht sie unbeweglich, und in den Stunden der Not und des Leids nützen sie Dir am wenigsten. Vor allem verabscheuen sie die Gerechtigkeit. Unablässig verlangen sie mehr, empfinden jedoch niemals eine Verpflichtung aufgrund der ihnen erwiesenen Wohltaten; werden ihre Forderungen gerechterweise abgelehnt, so werden sie niemals einen vernünftigen Grund akzeptieren. Ändert sich die Zeit, wirst Du sie niemals zuverlässig, treu und loyal finden.

     

    Dagegen sind die einfachen Menschen, die Armen, die Randgruppen unserer Gesellschaft, die Pfeiler des Islam. Sie bilden in ihrer Geschlossenheit und Solidarität die wahre Gemeinschaft der Muslime und sind die in Bereitschaft stehende Kraft gegenüber den Feinden. Sie sollen Deine Anhänger sein, während Du Dir ihr Vertrauen und ihre Sympathie erwerben sollst.

     

    Verachte und distanziere Dich von denen, die Skandale hervorrufen, Fehler nur bei anderen finden und Gerüchte über sie verbreiten; diese betrachte als Feinde des Staates. Es ist jedoch die Pflicht der Regierung, über geringe Mängel hinwegzusehen, denn jeder Mensch hat Fehler und Schwächen. Du solltest nicht nach Schwächen forschen, die vor Dir verborgen sind; überlasse das Gott! Du mußt versuchen, den Menschen, deren Schwächen Du bemerkst, zu helfen, ihre Fehler zu erkennen und zu überwinden. Versuche nicht, die Schwächen der Menschen herauszustellen, dann wird Gott Deine eigene Schwäche bedecken und abschirmen, von der Du nicht willst, daß sie der Öffentlichkeit bekannt wird.

     

    Gib den Menschen keinen Anlaß, einander zu beneiden. Versuche, gegenseitiges Mißtrauen, Feindschaft und Haß unter dem Volk zu beseitigen. Sei unparteiisch und gerecht in Deinem Handeln gegenüber anderen; sei vorsichtig, damit nicht Deine Person, Position und die von Dir erwiesene Gunst zu Quellen der Eifersucht und Bosheit werden. Laß niemanden sich Dir nähern, der Deine Nähe und Gunst nicht verdient. Erniedrige niemals Deine Würde und Dein Ansehen. Suche niemals einen Vorwand, um Vergeltung üben zu können, und beharre nicht auf Dingen, von deren Richtigkeit Du nicht eindeutig überzeugt bist.

     

    Bedenke, daß Denunzianten und Menschen, die Skandale hervorrufen, eine gemeine und hinterlistige Gruppe bilden, auch wenn sie sich bemühen vorzutäuschen, sie wollten das Gute und wären aufrichtige Berater. Den Neuigkeiten, die sie verbreiten, solltest Du nicht glauben, und den Rat, den sie anbieten, solltest Du nicht annehmen, denn sie sind Verschwörer. Nimm keinen Ratschlag von einem Geizigen an, denn er versucht nur, Dich von Akten der Nächstenliebe, Selbstaufopferung und anderen guten Taten abzuhalten. Er will Dir Angst vor Armut und Verelendung einjagen. Erlaube ebenfalls den Feiglingen und Schwächlingen nicht, als Deine Berater zu fungieren, denn sie werden Dich bei der Ausführung Deiner Aufgaben entmutigen.

     

    Meide auch gierige und begehrliche Menschen, die nach einer Stellung als Berater streben, denn sie werden die Gier zu einer Tugend ausschmücken, die Dich bewegt, die Gemeinschaft auszubeuten und die Menschen zu unterdrücken und zu tyrannisieren, um Dir ihr Hab und Gut anzueignen. Bedenke, daß Geiz, Feigheit, Gier drei Charaktereigenschaften sind, die nur aus einem Mangel an Gottvertrauen und Glauben entstehen.

     

    Die schlimmsten und ungeeignetsten Minister würden diejenigen sein, die schon vor Deiner Zeit unter den tyrannischen Herrschern Ministerposten innehatten und an den Greueltaten und wüsten Grausamkeiten vorheriger Regierungen beteiligt waren. Solche Menschen sollten nicht Dein Vertrauen und Deine Freundschaft besitzen, denn sie sind Komplizen der Sünder und Brüder der Unterdrücker.

     

    An ihrer Stelle kannst Du leicht Menschen finden, die ebenso kompetent und gelehrt sind, jedoch keine sündigen und kriminellen Charakterzüge entwickelt haben; sie haben weder die Despoten unterstützt noch den Sündern bei ihren verbrecherischen Taten beigestanden. Solche Menschen werden Dir weniger Ärger bereiten; sie werden Dir vielmehr die größte Hilfe sein. Sie werden Dir gegenüber aufrichtig sein und nicht zum Feind hinüberschielen, wenn Du sie in Dein Vertrauen ziehst. Solche Menschen solltest Du als Vertrauenspersonen bei Deinen geheimen und öffentlichen Angelegenheiten wählen.

     

    Schenke nur denjenigen unter diesen aufrichtigen und menschlichen Gefährten Dein volles Vertrauen, die Dir die bittere Wahrheit ohne Furcht vor Deiner Person und Stellung ungehindert sagen können und sich weigern, Dir zu helfen oder Handlungen auszuführen, die nicht mit Gottes Willen in Einklang stehen.

     

    Als Deine Gefährten und Freunde sammle aufrichtige, wahrhaftige und fromme Menschen um Dich. Lehre sie, Dir nicht zu schmeicheln oder Dich zu loben, ohne daß Du es verdient hättest, denn Schmeichelei und falsches Lob schaffen Arroganz und Überheblichkeit und lassen den Menschen den Überblick über das tatsächliche Ich und die eigenen Pflichten verlieren.

     

    ************

     

    Quelle: http://www.erfan.ir/12647.html

    Schlagwörter: , , ,