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    Der Schutz vor Verfälschung (Teil 3): Die Meinungen der Rechtsgelehrten

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    Die Gelehrten und Experten der Rechtsschule der Ahl al Bayt (a.) haben sich auf die Unmöglichkeit der Verfälschung des heiligen Qur’ān

    geeinigt. Im Folgenden werden die Säulen dieser Rechtsgelehrte vorgestellt, sowie ihre Meinungen zu dieser Thematik aufgeführt.

     

    3.1 Al-Schaykh al-Sadūq

     

    Al-Schaykh Muĥammad Ibn Ali Ibn Babaway al-Qummi (verst. 381 n.d.H.), welcher als „al-Schaykh al-Sadūq“ („der wahrhaftige Schaykh“) bekannt ist, schrieb: „Unsere Glaubensüberzeugung ist, dass der heilige Qur’ān, welcher auf den Gesandten Gottes Muĥammad (s.) herab gesandt wurde, der gleiche ist, der zwischen den beiden „Umschlägen“[1] ist. Er ist in den Händen der Menschen und es wurde ihm nichts hinzugefügt. Wer über uns behauptet, wir würden sagen, dass ihm etwas hinzugefügt wurde, der ist wahrlich ein Lügner.“[2]

     

    3.2 Al-Scharif al-Murtadha

     

    Ali Ibn al-Ĥussain al-Musawie (verst. 436 n.d.H.), bekannt als „`Alam al-Hudā“ („die Flagge der Rechtleitung“) schrieb bezüglich dieser Thematik: „Das Wissen über die Richtigkeit der Übertragung des Qur’ān ist wie das Wissen über wichtige und große Angelegenheiten oder die berühmten Bücher oder die Gedichte der Araber. Die Anstrengungen, das heilige Buch zu wahren und zu schützen, waren immens, sodass sie einen Ausmaß erreichten, der vorher nicht erreicht wurde, denn es ist das Wunder des Propheten (s.) und die Quelle der Rechtsurteile und religiösen Angelegenheiten. Die Gelehrten widmeten sich vor allem dem Schutz dieses wertvollen Werkes, sodass ihnen nichts von dem entgehen konnte, worüber sich die Menschen uneinig waren, sei es seine Rezitation oder Buchstaben oder Verse. Wie kann es dann sein, dass er trotz dieser großen Anstrengung und Bewahrung verfälscht wird?“[3]

     

    3.3 Al-Schaykh al-Ţusi

     

    Es schrieb Abu Ja`far Muĥammad Ibn al-Ĥassan al-Ţusi (verst. 460 n.d.H.), welcher als „al-Schaykh al-Ta’ifa“ („der Schaykh der Gemeinde“) bekannt ist: „Die Aussagen darüber, dass ihm (dem heiligen Qur’ān) etwas hinzugefügt oder weg genommen wurde, gehört zu denen, die nicht beachtet werden, denn es herrscht eine Konsens darüber, dass ihm nichts hinzugefügt wurde und ebenso sind die Muslime sich einig, dass nichts von ihm verloren ging. Dies stimmt mit unserer Rechtsschule überein.“[4]

     

    3.4 Al-Schaykh al-Ţabrassi

     

    Eine ähnliche Meinung vertrat Abu Ali al-Fađl Ibn al-Ĥassan al-Ţabrassi (verst. 548 n.d.H.) in der Einleitung seiner Qur’āninterpretation: „Die Verfälschung hinsichtlich des Hinzufügens ist unter Konsens der Muslime ungültig. Was die Behauptung anbelangt, dass dem heiligen Qur’ān etwas entnommen wurde, so glauben einige Rechtsschulen daran. Das Richtige ist jedoch entgegengesetzt dieser Meinung (d.h. das ihm nichts entnommen wurde).“[5]

     

    3.5 Al-Schaykh Kashif al-Ghiţa

     

    Al-Schaykh Ja`far Kashif al-Ghiţa (verst. 1228 n.d.H.) schrieb über das heilige Buch: „Der siebte Punkt: bezüglich des Hinzufügens: Es wurde keine Sure oder Vers, weder die Basmala noch ein Buchstabe oder Wort dem heiligen Buch hinzugefügt. Alles, was sich zwischen den beiden Umschlägen befindet, wird als das „Wort Allahs“ angesehen und darüber sind sich die Muslime einig, da die zuverlässigen Berichte des Gesandten Gottes (s.) und seiner reinen Ahl al Bayt (a.) dies bestätigen.

     

    Der achte Punkt: bezüglich des Weglassens: Es besteht kein Zweifel daran, dass das heilige Buch vor dem Makel und dem Fehlen von Versen, Buchstaben oder Worten geschützt ist, so wie es der heilige Qur’ān selbst und die Experten in diesem Gebiet zu jeder Zeit bestätigt haben.“[6]

     

    3.6 Al-Fayđ al-Kashāni

     

    Der Berichterstatter und Analytiker Muĥammad Ibn al-Ĥassan (verst. 1090 n.d.H.), welcher als „al-Fayđ al-Kashāni“ bekannt ist, schrieb in einer seiner Einleitungen bezüglich der Interpretation des heiligen Qur’ān, nachdem er einige Überlieferungen aufgeführt hat, welche den Eindruck erwecken, als wäre das heilige Buch verfälscht: „All jene Berichte sind problematisch. Angenommen sie wären korrekt, dann würde uns nichts Vertrauenswürdiges vom Qur’ān erhalten bleiben. Der Zweifel würde bezüglich jedes Verses und Sure bestehen, ob sie nicht auch möglicherweise verfälscht wäre und nicht das ist, was Allah (t.) auf Seinen Propheten (s.) herab gesandt hat. Damit hätten wir im heiligen Qur’ān keinerlei Beweiskraft (Ĥudscha) und seine Gefolgschaft und die Anordnung ihm Gehorsam zu zeigen hätte keinerlei Sinn gemacht. Des Weiteren sagt Allah (t.) im heiligen Buch:

     

    إِنَّ ٱلَّذِينَ كَفَرُواْ بِٱلذِّكۡرِ لَمَّا جَآءَهُمۡ‌ۖ وَإِنَّهُ ۥ لَكِتَـٰبٌ عَزِيزٌ۬

    لاَ يَأۡتِيهِ ٱلۡبَـٰطِلُ مِنۢ بَيۡنِ يَدَيۡهِ و لاَ مِنۡ خَلۡفِهِۦ‌ۖ تَنزِيلٌ۬ مِّنۡ حَكِيمٍ حَمِيدٍ۬

     

    Diejenigen, die nicht an die Ermahnung glauben, wenn sie zu ihnen kommt (sind die Verlierenden). Und fürwahr, es ist ein ehrwürdiges Buch

    Falschheit kann nicht daran herankommen, weder von vorn noch von hinten. Es ist eine Offenbarung von einem Allweisen, Preiswürdigen [7]

     

    Ebenso sagt Er (t.):

     

    إِنَّا نَحْنُ نَزَّلْنَا الذِّكْرَ وَإِنَّا لَه ُُ لَحَافِظُونَ

     

    Wahrlich, Wir, Wir Selbst haben diese Ermahnung hinab gesandt und sicherlich werden Wir ihr Hüter sein[8]

     

    Wie kann es dann noch sein, dass Verfälschung ihn einholt?

     

    Außerdem wurde uns durch die reine Ahl al Bayt (a.) überliefert, dass wir ihre Berichte auf den heiligen Qur’ān auslegen sollen, um die Wahrhaftigkeit sicherstellen zu können. Wäre das heilige Buch nun verfälscht, so hätte die Auslegung auf ihn keinerlei Nutzen. Die Berichte über die Verfälschung des Qur’ān widersprechen den Qur’an selbst und deshalb ist es für uns verpflichtend, sie allesamt zurückzuweisen.“[9]

     

    3.7 Weitere Rechtsgelehrte

     

    Diese Auffassung vertraten viele weitere namenhafte Rechtsgelehrte, von denen einige im Folgenden aufgeführt werden.

     

    7. Al-Schaykh al-Scharif al-Rađi (verst. 406 n.d.H.)

    8. Al-Schaykh al-Mufid (verst. 413 n.d.H.)

    9. Abu al-Futūĥ al-Rāzi (verst. 556 n.d.H.)

    10. Qaţb al-Deen al-Rāwandi (verst. 573 n.d.H.)

    11. Ibn Schahr Āschūb al-Māzendrāni (verst. 588 n.d.H.)

    12. Ibn Idrīs al-Ĥilli (verst. 598 n.d.H.)

    13. Al-Sayyed Ibn Ţāwūs (verst. 664 n.d.H.)

    14. Abu Mansūb al-Ĥassan Ibn Yūsuf Ibn al-Muţahhar al-Ĥilli (verst. 726 n.d.H.)

    15. Al-Miqdād al-Siyūri (verst. 826 n.d.H.)

    16. Al-Schaykh Ali Abd al-`Āli al-Karki al-`Āmeli, bekannt als „al-Muĥaqiq al-Thāni“ (verst. 940 n.d.H.)

    17. Al-Muĥaqiq al-Mawla Aĥmad al-Ardebili (verst. 993 n.d.H.)

    18. Al-Schaheed al-Sayyed Qāđī Nūr-Allah al-Tustari (verst. 1019 n.d.H.)

    19. Schaykh al-Islām Muĥammad Ibn al-Ĥussain al-Ĥārithi, bekannt als Bahā‘ al-Deen al-` Āmeli (verst. 1030 n.d.H.)

    20. Al-Fāđl al-Tūni al-Mulla Abdallah al-Baschrūwi al-Khorasāni (verst. 1071 n.d.H.)

    21. Al-Schaykh Muĥammad Ibn al-Ĥassan al-Ĥurr al-`Āmeli (verst. 1104 n.d.H.)

    22. Al-Sayyed Muĥsin al-A`radschi al-Kādhimi (verst. 1227 n.d.H.)

    23. Al-Sayyed Muĥammad Jawād al-Ĥussaini al-`Āmeli (verst. 1228 n.d.H.)

    24. Al-Sayyed Muĥammad al-Ţabaţaba’i (verst. 1242 n.d.H.)

    25. Al-Sayyed Ĥassan al-Kūhkamarī (verst. 1299 n.d.H.)

    26. Al-Schaykh Muĥammad Ĥassan al-Ischtiyāni (verst. 1319 n.d.H.)

    27. Al-Allamah al-Schaykh Muĥammad Jawād al-Balaghi (verst. 1352 n.d.H.)

    28. Al-Sayyed Muĥsin al-Amin al-`Āmeli (verst. 1371 n.d.H.)

    29. Al-Allamah al-Schaykh Muĥammad Ĥussain Kaschif al-Ghiţā’ (verst. 1373 n.d.H.)

    30. Al-Allamah al-Schaykh Abd al-Ĥussain Aĥmad al-Aminī (verst. 1390 n.d.H.)

    31. Al-Allamah al-Sayyed Muĥammad Ĥussain al-Ţabaţaba’i (verst. 1402 n.d.H.)

     

     

     Fußnote:

     

    [1] Gemeint ist, dass der heilige Qur’ān der zwischen unseren Händen ist, genau der gleiche ist, der auf den Gesandten Gottes (s.) herab gesandt wurde.

    [2] Abu Ja`far Muĥammad Ibn Ali Ibn al-Ĥussain Ibn Babaway al-Sadūq: „Al-I`tiqadāt“, S. 84

    [3] Al-Scharif al-Murtadha: „Al-Dhakira fi `Ilm al-Kalām“, S. 361

    [4] Abu Ja`far Muĥammad Ibn al-Ĥassan al-Ţusi: „Al-Tibyān fi Tafsīr al-Qur’ān“, Band 1, S. 3, Vorwort des Autors

    [5] Al-Schaykh Abu Ali al-Fađl Ibn al-Ĥassan al-Ţabrassi: „Majma` al-Bayān fi Tafsir al-Qur’ān“, Band 1, S. 30

    [6] Al-Schaykh Ja`far Kashif al-Ghiţa: „Kashf al-Ghiţa `an Mubhamāt al-Schari`a al-Gharra“, S. 298 – 299

    [7] Der heilige Qur’ān: Sure 41, Vers 41 – 42

    [8] Der heilige Qur’ān: Sure 15, Vers 9

    [9] Muĥammad Ibn al-Ĥassan al-Fayđ al-Kashāni: „Tafsir al-Sāfi“, Band 1, S. 46, die 6. Einleitung

     

     

    Quran: http://www.alhaydari.de/quran