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    Der Segensgruß (Salawat) (Teil 2): Die Interpretation des „Taslim“

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    2. Die Interpretation des „Taslim“

     

    Bevor wir nun in die Erörterung einsteigen, möchten wir noch eine Angelegenheit klären, welche oft falsch interpretiert wird.

     

    O ihr, die ihr glaubt, (bittet) auch ihr für ihn und wünscht ihm Frieden in aller Ehrerbietung (wa-salimu taslima)

     

    Im Volksmund ist die Meinung verbreitet, dass hiermit „al-Salam“[1] gemeint ist. Deshalb wird folgendes gesagt, wenn der Name des Propheten erwähnt wird:

    „Sall-Allahu-Alaihi-wa-Aalihi-wa-Salam”

    (Die Barmherzigkeit Gottes und Sein Frieden sei mit ihm und seiner Familie)

     

    Der „Taslim“ im gesegneten Vers wird somit als Friedensgruß interpretiert, gemäß der Bedeutung: „Der Friede sei mit dir, O Gesandter Gottes.“

     

    Die Rechtsschule der Sahaba[2] interpretiert diesen Vers, wie bereits erwähnt, als eine Art Aufruf zum Friedensgruß an den Gesandten Gottes (s.). Betrachten wir jedoch die Überlieferungen zur Deutung dieses gesegneten Verses, so erkennen wir eine andere Bedeutung.

     

    Ich befragte Abu Abdillah al-Sādiq (a.) über den Vers des heiligen Qur’āns:

    „Wahrlich, Allah und seine Engel senden Segnungen auf den Gesandten. O ihr, die ihr glaubt, (bittet) auch ihr für ihn und wünscht ihm Frieden in aller Ehrerbietung“

    Da antwortete er: Es bedeutet das „al-Salaa“ (Bittgebet) auf ihn und die Ergebenheit zu allem, womit er (als Gesandter) gekommen ist. [3]

     

    Wir sehen, dass der reine Imam den „Taslim“ des Verses der Sure Al-‚Aĥzāb nicht als Friedensgruß interpretiert, sondern als Ergebenheit zu allem, womit der Gesandte kam, gemäß dem Vers:

     

    وَمَا آتَاكُمُ الرَّسُولُ فَخُذُوه ُُ وَمَا نَهَاكُمْ عَنْهُ فَانْتَهُوا

     

    Und was euch der Gesandte gibt, das nehmt an; und was er euch untersagt, dessen enthaltet euch [4]

     

    Wir sehen, dass Allah mit diesem reinen Vers nicht die Anordnung zum Friedensgruß erteilen wollte, sondern die Verpflichtung zur Annahme all jenes, womit der Gesandte kam, bzw. die völlige Ergebenheit zu seiner Botschaft. Eine zweite Überlieferung über den Fürst der Gläubigen verdeutlicht dies.

     

    Dieser Vers beinhaltet einen offenkundigen und einen verborgenen Teil[5]. Der offenkundige Teil ist „sallu-aleih“, also die Anordnung, das Bittgebet für den Gesandten Gottes (s.) zu verrichten. Die verborgene Bedeutung findet sich im letzten Teil und dieser lautet „wa-salimu-taslima“, also die Loyalität zu allem, womit der Gesandte Gottes kam und wahrlich, er kam mit der Wilaya zu uns, der Ahl al Bayt (a.). [6]

     

    Zusammenfassend können wir nun sagen, dass der heilige Vers der Sure Al-‚Aĥzāb, die Gläubigen dazu verpflichtet, das Bittgebet auf den Gesandten Gottes zu machen und dies ist der offenkundige Teil des Verses. Überlieferungen zufolge besitzt der Vers jedoch auch eine verborgene Bedeutung und diese ist die völlige Ergebenheit zu all jenem, womit der Gesandte Gottes (s.) gekommen ist und dazu gehört die Wilaya zur Ahl al Bayt (a.).

     

    Wenn der Name des Gesandten Gottes erwähnt wird, ist es deshalb richtig, nur folgendes zu sagen:

    „Sall-Allahu-Alaihi-wa-Aalih“

     

    Das „wa-Salam“, was öfters hinzugefügt wird, darf somit nicht mit diesem Vers begründet werden. Der letzte Teil des heiligen Verses der Sure Al-‚Aĥzāb ordnet somit keinen Friedensgruß auf den Gesandten Gottes (s.) an, was irrtümlich jedoch manchmal angenommen wird. Ein weiterer Beweis für diesen Sachverhalt ist dem gesegneten Vers selbst zu entnehmen. Wenn Allah tatsächlich mit dem letzten Teil des Verses den Friedensgruß auf Seinen Gesandten (s.) gemeint hätte, so hätte er ihm zunächst Selbst den Friedensgruß gesendet, da im vorhergehenden Teil des Verses Allah zunächst seinem Gesandten die Barmherzigkeit zukommen lässt[7] und im Anschluss daran die Gläubigen dazu aufgefordert werden. Doch weiterhin werden die Gläubigen zum „Taslim“ gegenüber dem Gesandten aufgefordert und diese Tat ist ausschließlich für die Gläubigen, weder für die Engel noch für Allah, Erhaben ist Er. Es kann somit kein Friedensgruß gemeint sein, denn was würde Allah und die Engel daran hindern, ebenfalls den Friedensgruß auf den Gesandten zu senden?

     

    Deshalb erscheint es nur logisch, dass damit eine Tat gemeint ist, die weder von Allah noch von den Engeln verrichtet wird, sondern lediglich von den Gläubigen und dies ist die völlige Ergebenheit zu der Botschaft des Gesandten Gottes (s.). Weder Allah, Erhaben und Gepriesen sei Er, ist der Botschaft Seines Gesandten verpflichtet, noch die Engel, welche stets den Befehl ihres Herrn befolgen. So Gott will, wurde dieses Missverständnis nun geklärt und erläutert. Es ist jedoch nicht falsch „Salla-Allahu-Alaihi-wa-Aalihi-wa-Sallam“ zu sagen, jedoch darf das „wa-Sallam“ am Ende nicht mit dem heiligen Vers der Sure begründet werden, denn das „Taslim“ im gesegneten Vers ist ein anderes als in der Aussage, welches nach dem Namen des Gesandten Gottes (s.) erwähnt wird.

     

     

     

    [1] Der Frieden

    [2] „Ahl-as-Sunnah-wal-Jama’a“

    [3] Sayyed Hashim al-Bahrani: “Tafsir al-Burhan”

    [4] Sure: Al-Ĥashr, Vers 7

    [5] ضاهر وباطن – „Dhahir wa Batin“

    [6] Sayyed Hashim al-Bahrani: “Tafsir al-Burhan”

    [7] „al-Salaa“ auf den Gesandten

     

     

    Quelle: http://www.alhaydari.de