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    Der Segensgruß (Salawat) (Teil 6): Die empfangenen Worte

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    6. Die empfangenen Worte

     

    Analysieren wir folgenden Vers des heiligen Qur’ān:

     

    فَتَلَقَّى آدَمُ مِنْ رَبِّه ِِ كَلِمَات ٍ فَتَابَ عَلَيْهِ إِنَّه ُُ هُوَ التَّوَّابُ الرَّحِيمُ

     

    Daraufhin empfing Adam von seinem Herrn Worte, worauf Er ihm verzieh; wahrlich, Er ist der Allverzeihende, der Barmherzige [1]

     

    Vom Gesandten Gottes (s.) wird berichtet, dass er sagte:

    „O ihr Diener Allahs, Allah hat unsere Lichter vom Zentrum Seines Reiches in den Rücken von Adam gebracht und ließ die Engel die Niederwerfung vollziehen. Da fragte Adam: „O Herr, was sind diese Lichter?“ Allah (t.) antwortete: „Dies sind reine Lichter, welche Ich vom Zentrum meines Reiches in dein Rücken leitete und deshalb habe Ich den Engeln befohlen, die Niederwerfung zu vollziehen“ Da sagte Adam: „O Herr, so zeige mir diese.“ Allah (t.) sagte: „Schaue, O Adam zu meinem Reich.“ Adam sah, wie unsere Lichter aus seinem Rücken traten und in das Reich des Herrn gingen und es bildete sich aus ihnen Gestalten. Da sagte Allah: „O Adam, diese sind die Gestalten meiner besten Schöpfung. […] Diese sind meine außerwählten und vorzüglichsten Geschöpfe, durch sie nehme Ich und durch sie gebe Ich und durch sie bestrafe Ich und durch sie belohne Ich. So bitte Mich bei ihnen, O Adam und mache sie zu Fürsprechern zu mir, denn Ich habe geschworen, keinen Fragenden, der durch sie kommt, abzulehnen“ [2]

     

    Es war das Licht des Gesandten und seiner Ahl al Bayt (a.), welche in Adam waren und weswegen die Engel die Niederwerfung verrichteten. Die Niederwerfung der Engel war nicht für Adam vorgesehen, sondern für das reine Licht, welches er trug. Hier wird uns die Bedeutung des obigen Verses deutlich, worin Adam Worte seines Herrn empfing und Dieser ihm daraufhin vergab. Außerdem verstehen wir, wieso der Gesandte Gottes in der vorigen Überlieferung gesagt hat:

    „Sie (die Engel) warfen sich nur zu unserem Gunsten nieder.“

     

    Nun mag manch einem in den Gedanken kommen, dass Adam (a.) nicht den Rang der „Ul-ul-Azm“ Gesandte hatte, da der heilige Qur’ān über ihn sagt:

     

    وَلَقَدْ عَهِدْنَا إِلَى آدَمَ مِنْ قَبْلُ فَنَسِيَ وَلَمْ نَجِدْ لَه ُُ عَزْما

     

    Und wahrlich, Wir schlossen zuvor einen Bund mit Adam, aber er vergaß (ihn); Wir fanden in ihm kein Ausharrungsvermögen[3]

     

    Es mag also sein, dass die Existenz des Gesandten Gottes nur für Adam ein Mittel war und nicht für höhere Propheten und Gesandte. Was ist jedoch mit den hohen Gesandten der „Ul-ul-Azm“ wie beispielsweise Ibrahim (a.) über den der heilige Qur’ān sagt:

     

    وَإِذْ ابْتَلَى إِبْرَاهِيمَ رَبُّه ُُ بِكَلِمَات ٍ فَأَتَمَّهُنَّ قَالَ إِنِّي جَاعِلُكَ لِلنَّاسِ إِمَاما ً

     

    Und als Abraham von seinem Herrn durch Worte geprüft wurde und (Allah) diese vollbrachte, (da) sprach Er: „Ich werde dich zu einem Imam für die Menschen machen“ [4]

     

    Es überliefert al-Hafiz Sulaiman al Qanduzi (al-Hanafi), mit seiner genannten Überlieferungskette, von al-Mufadhal Ibn Umar, dass er sagte:

     

    „Ich befragte Imam al-Sādiq (a.) über die Worte des Herrn (2:124). Der Imam antwortete: „Das sind die Worte, die Adam von seinem Herrn empfing und er sich ihm kehrte. Und dies ist, dass er sagte:

    „Ich bitte Dich beim Recht von Muĥammad und Ali und Fatima und Hassan und Hussein, dass du mir vergibst.“

    So vergab Er ihm, denn er ist der Vergebende, der Allerbarmer.“ Der Fragende sagte: „O Sohn des Gesandten Gottes und was bedeuten die Worte „fa-attamahun“ [5]?

    Imam al-Sādiq (a.) antwortete: „Er vollbrachte es bis zum Erscheinen des Beweises[6], 12 Imame, 9 aus den Söhnen des al-Hussein.“ Da fragte ich: „O Sohn des Gesandten Gottes, berichte mir über das Wort des Erhabenen: „Und er machte es zu einem bleibenden Wort unter seiner Nachkommenschaft [7]“

    Der Imam antwortete: „Dies ist die Führerschaft, welche Er in der Nachkommenschaft des Husseins machte.“ [8]

     

    So ist dies keine Angelegenheit, welche nur Adam oder Ibrahim betrifft, sondern sie betrifft alle Gesandte und alle Propheten und jedes Geschöpf Gottes. Alles Gute, welches zu ihnen kommt, kann nur durch die Existenz des Gesandten Gottes (s.) kommen.

     

    Wir untersuchen eine weitere Überlieferung diesbezüglich. Ein Mann fragte Abu Abdillah al-Sādiq (a.):

    „O Sohn des Gesandten Gottes, wie bekam Ibrahim (a.) diesen hervorragenden Rang?

    Was hat Ibrahim (a.) getan, damit er „Khalil-Allah[9]“ wurde?

    Der Imam antwortete: „Durch die vielen „Salawat“ auf uns.“

     

    Das heißt nicht, dass unsere „Salawat“ denselben Stellenwert haben, wie das von Ibrahim (a.). Vergleichbar mit der Frage, wieso unser Gebet nicht wie das des Fürst der Gläubigen (a.) oder Imam Hussein (a.) oder das unser Bittgebet nicht das des Gesandten Gottes (s.) entspricht.

     

    Es ist uns einleuchtend, wieso Ibrahim (a.) diesen hohen Stellenwert durch die vielen „Salawat“ erhielt, denn es ist eine Notwendigkeit, dass Ibrahim (a.), sobald er Allah um etwas bittet, keinen anderen Weg findet als den des Gesandten Gottes (s.) und seiner Ahl al Bayt (a.) und Allah durch sie bittet. Alles Gute kommt von Allah und wird durch das Siegel des Propheten an seine Diener übermittelt.

     

    Zusammenfassend haben wir nun ausgearbeitet, dass der Mensch, sobald er Allah um etwas bitten will, er unweigerlich den „Salaa“ auf den Gesandten sprechen muss, also das „Salawat“ verrichtet, indem er sagt: „Allahuma Sali Ala Muĥammad wa Aali Muĥammad“. Nur durch den „Salaa“ auf den Gesandten (s.) kommt die göttliche Barmherzigkeit und Segen auf ihn (s.), sodass dieses durch ihn (s.) an uns gelangen kann. Es gibt keinen anderen Weg zum Erreichen der göttlichen Barmherzigkeit und Segen außer durch die Fürsprache und durch die Existenz des Gesandten Gottes (s.). Deshalb, wenn der Mensch Allah um etwas bitten will, so ist es unerlässlich mit dem „Salaa“ auf Muĥammad und der Familie Muĥammads zu beginnen.

     

     

     

    [1] Sure: Al-Baqarah, Vers 37

    [2] Sayyed Hashim al-Bahrāni: “Tafsir al-Burhān“, Band 1, S.198

    [3] Sure: Ţāhā, Vers 115

    [4] Sure: Al-Baqarah, Vers 124

    [5] „Und Er (und damit ist Allah gemeint) vollbrachte diese“

    [6] الحجة

    [7] Sure: Az-Zukhruf, Vers 28

    [8] Yanabi`al-Mawadda, S. 507

    [9] Der Freund Gottes

     

     

    Quelle: http://www.alhaydari.de