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    Der Weg zum „Islamic Investment“

    Der Weg zum „Islamic Investment“
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    Großes Interesse am „Islamic Strategie Zertifikat“ der Düsseldorfer West LB. Das risikoreduzierte Investment in die zehn größten Islam-konformen Unternehmen Deutschlands wurde vom ZMD zertifiziert.

     

    Mit dem WestLB Islamic-Strategie-Index-Zertifikat profitieren Anleger von der Wertentwicklung der zehn größten deutschen Unternehmen, deren Geschäft mit den Grundsätzen des Islam vereinbar ist. Dazu lässt die WestLB eigens den namensgebenden WestLB Islamic-Deutschland Index durch die Structured Solutions AG berechnen. Darin sind bekannte deutsche Firmen wie Siemens, Bayer oder ThyssenKrupp enthalten.

     

    Ausgewählt werden die Firmen von Ideal Ratings, dem führenden Institut für die Prüfung von Aktien auf die Konformität mit dem Islam. Ausgeschlossen sind Unternehmen, deren Geschäft in Zins- oder Derivategeschäften besteht oder in Branchen wie beispielsweise der Alkohol- und Tabakindustrie oder dem Glücksspiel angesiedelt ist. Zudem werden die Unternehmen gründlich auf eine solide Finanzsituation überprüft. Und nicht zuletzt dürfen etwa die zinstragenden Kassenbestände und kurzfristigen Investments sowie die zinstragenden Schulden der Unternehmen den Wert von 30 Prozent des Gesamtvermögens nicht überschreiten.

     

    Das Risiko der Anlage ist gegenüber einem direkten Investment in die Aktien der im Index enthaltenen Unternehmen deutlich reduziert, wie die WestLB-Experten in eigener Sache anmerken. Dies ermöglicht die im Zertifikat umgesetzte Risikomanagement-Strategie, die auf einer Begrenzung möglicher Verluste basiert.

     

    Manch einer war überrascht, dass eine „konventionelle“ Bank, die bislang nicht durch eine Islam-orientierte Geschäftspolitik aufgefallen ist, sich nun dem Thema Islamic Finance zugewendet hat.

     

    Kritische Stimmen stehen solchen Bemühungen eher ablehnend gegenüber. Sie argumentieren, dass Banken, die sich einerseits am „Kasino-Kapitalismus“ beteiligen, nicht andererseits mit Islamic Finance Aktionen schmücken dürften.

     

    Aber soll man das wirklich so sehen ? Denn: Aller Anfang ist schwer. Die Übererfüllung von Standards und das Hinterfragen von allgemeinen Geschäftspraktiken ist zwar wünschenswert, aber wenig pragmatisch und deshalb auch kein internationaler Standard im Islamic Finance. Sicher sind gerade in den Landesbanken viele Fehler gemacht worden. Dennoch stehen gerade sie dem Gemeinwesen dem Auftrag wegen am nächsten.

     

    Der Zentralrat der Muslime hat das Produkt des West LB in Zusammenarbeit mit Theologen und Finanzexperten aus England und der Schweiz zertifiziert. Mufti Abdul Kadir Barkatulla (London, Imam Finchley Mosque), Scheich Haytham Tamim (London, Utrujj Fundation) und Michael Saleh Gassner (Zürich, Islamic Finance-Experte) benennen jedes Jahr eine -gemeinnützige Einrichtung, die fünf Prozent der Divi¬dende erhalten soll.

     

    Die Finanzkrise hat eindrucksvoll gezeigt, dass ein Islam-konformes Wirtschaftsleben nicht nur den Muslimen, sondern dem gesamten Gemeinwesen großen Nutzen bringen würde. Die Unterstützung von Anbietern, die den „ersten Schritt“ wagen und die Zusammenarbeit aller Muslime bei der Förderung lokaler Strukturen sollen dabei helfen. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, den Sachverstand der kritischen Kommentatoren nicht als Bremse, sondern als Katalysator für diese zarten Entwicklungen zu nutzen.

     

    Quelle: Islam.de