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    Die Anrufung der Ehrfürchtigen (Munajat-ul-Kha’ifin)

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    Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

     

    Mein Gott, willst Du mich peinigen, nachdem ich an Dich geglaubt habe?

    Willst Du mich verstoßen, nachdem ich Dich geliebt habe?

     

    Willst Du mir Dein Erbarmen und Deine Gnade bei all meiner Hoffnung darauf entziehen?

     

    Oder willst Du trotz all meines Flehens nach Deiner Vergebung mich mir selbst überlassen?

    Nein, es steht Deinem gütigen Antlitz nicht, mich zu enttäuschen.

     

    Wenn ich nur wüsste, ob mich meine Mutter für das Elend geboren oder zum Leiden aufgezogen hat,

    dann hätte sie mich lieber weder geboren noch aufgezogen.

     

    Und wenn ich nur wüsste, ob Du mich unter den Glückseligen aufgenommen

    und mir Deine Nähe und Nachbarschaft gewährt hast,

    dann wären meine Augen glücklich und meine Seele beruhigt.

     

    Mein Gott, willst Du die Gesichter,

    die sich vor Deiner Majestät niedergeworfen haben, verfinstern?

     

    Willst Du die Zungen, die mit dem Lob Deiner Herrlichkeit beseelt sind, verstummen lassen?

    Willst Du die Herzen, die von Deiner Liebe erfüllt sind, versiegeln?

     

    Willst Du die Ohren, die Deinem Gedenken um Deinetwillen lauschen, taub werden lassen?

    Willst Du die Hände, die sich in Hoffnung auf Dein Erbarmen zu Dir strecken, zurückweisen?

     

    Willst Du die Körper, die sich in Deinem Dienst verzehren, noch weiter peinigen?

    Oder willst Du die Füße, die um der Erfüllung Deiner Gebote willen unablässig schreiten, erlahmen lassen?

     

    Mein Gott, versperre nicht das Tor Deiner Barmherzigkeit vor jenen,

    die Dir allein ergeben sind.

     

    Und verschleiere Dich nicht für jene,

    die sich nach Deiner herrlichen Schau sehnen.

     

    Mein Gott,

    wie kannst Du eine Seele durch die Trennung von Dir demütigen,

    die durch die Begegnung mit Dir in Deinem Dienste bereits erhöhen worden ist?

     

    Wie kannst Du ein Gemüt, das sich durch Deine Liebe beruhigt hat,

    wieder durch Dein Feuer entflammen?

     

    Mein Gott, rette mich vor Deinem Zorn,

    der mich quält und vor Deiner Missgunst, die mich belastet.

     

    O Du Liebreicher,

    o Du Allgütiger,

    o Du Barmherziger,

    o Du Gnädiger,

    o Du Allheilender,

    o Du Allmächtiger,

    o Du Allvergebender,

    o Du Verhüllender,

    rette mich durch Deine Gnade vor der Strafe des Feuers und

    vor der Enthüllung meiner Schandtaten in dem Augenblick,

     

    wenn die Guten von den Bösen ausgesondert werden,

    wenn die äußeren Zustände sich wandeln und sich das Unheil ausbreitet,

     

    wenn die Tugendhaften sich Dir annähern dürfen und die Frevler abgewiesen werden,

    und wenn jede Seele das erhält, was sie verdient und keiner Unrecht leidet.

    O Du Barmherzigster aller Barmherzigen!

     

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    Quelle: Islamisches Echo in Europa Folge 9: “Bittgebete”